Mädchen einen förmlichen Auflauf in der Roßstraße. Dieselbe behauptete, daß das Mädchen ihr einen lahmen Fuß geheilt habe und machte sehr auffällige Versuche im Gehen. Unpar. teiische Personen versichern aber, die Frau gehe noch eben so lahm als früher, sie habe nur mehr Muth im Auftreten.
Schleswig, 20. Febr. Auf Sundewitt haben die Dänen von Sonderburg aus einen Anfall auf eine schlcöwig-holstei- nische Patrouille gemacht. Sie sollen dieselbe bis Atzbüll zurückgejagt und sogar sich groben Geschützes (Kartätschenschüsse) bedient haben. Veranlassung und Hergang ist uns nicht genau bekannt. Die in den Zeitungen erwähnte Deputation auS Kopenhagen, um hierorts für die Landstürmer von BrönS gnädige Strafe zu erbitten, ist hier angelangt. Den Dänen mag die Sache schwer genug auf dem Gewissen liegen.
Vom 21. Febr. Wir erfahren eben ein Weiteres über den vorgestrigen Angriff der Dänen auf Sundewitt. Die angreifende Kolonne soll nur klein gewesen seyn und wird auf 30 Mann, begleitet von 2 Kanonen, angegeben; sie soll auch nicht weiter als bis zur Düppler Mühle vorgerückt seyn und daselbst den dänischen Dannebrog aufgepflanzt haben. — Der Rückzug ist sofort und noch am selbigen Tage geschehen.
Frankreich.
□ Paris, 24. Febr. Um 9 Uhr versammelten sich die Februar-Blessirten, sowie die Hinterbliebenen der Gefallenen vor ihrem Zentralbureau, Faubourg St. Martin. In feierlichem aber stillen Zuge setzten sie sich gegen den Bastillenplatz in Marsch, wo einer der Ihrigen eine der Februar-Revolution angemessene Rede hielt. Unsers Wissens verschaffte dieser Zug der Polizei nicht die geringste Veranlassung zum Einschreiten.
— Der Moniteur bringt keine Amnestie. Nur einige Militärgefangene sind begnadigt worden.
— Die Eröffnung des Nalionalgerichtshofs in BourgeS ist vom 5. auf 7. März verschoben.
— Alton Shee ist nach vier und zwanzigtägiger Haft von der Instanz freigesprochen und entlassen worden.
— Die Familie Bonaparte hat bas Lustschloß Malmaison von Marie Christine wieder erstanden.
— DaS Journal des DebatS beschwört seine Leser im Leitartikel, doch ja keine Revolutionen und keine Revolutionsfeiern mehr zu machen. Genug der Revolutionen! Genug der Jahresfeiern !
— In Lyoner Blättern lesen wir die nicht unwichtige Nachricht, daß Napoleon Bonaparte den Gesandtschaftsposten in Madrid nicht annehmen wolle, weil er seine Gegenwart in Paris bei gewissen Eventualitäten nothwendig halte! (Etwa bei der Proklamation seines Vetters zum demokratischen Kaiser?)
legen, mit einem betäubenden Knall auf, und eine wohl 1000 Fuß hohe Staubwolke erhob sich in die Luft. Die dadurch angerichtete Zerstörung muß grausenvoll gewesen seyn. Jetzt ver, breitete sich eine große Feuersbrunst über die Stadt, und man fand nachher, daß für 50,000 Pf. St. Getreide mit verbrannt. Das Schienen deS Feindes ließ nach, ohne jedoch zu verslum, men. Die beiden folgenden Tage und Nächte dauerte unser Bombardement auS Kanonen und Mörsern mit aller Wuth fort; am 2. Jan. Morgens rückte eine Kolonne von der Bengal-Armee, bestehend aus dem 32sten englischen und dem 49ften und 72sten Sipahi-Jnfanterieregimcnt, gegen eine Bresche in der Nähe deö Delhi-Thorö vor. Der Feind'stand hier bereit sich bis zum letzten zu vertheidigen, auch fand man die Bresche unbrauchbar; die Truppen zogen sich daher zurück und wendeten sich nach der entgegengesetzten Seite der Stadt, wo die Bombay-Truppen durch eine vollständigere Bresche bereits eingedrungen waren und den Feind mit dem Bajonnet geworfen hatten. Die Füsiliere waren die ersten, die ihre Fahne innerhalb der Stadt aufpflanzten. Es war 3 Uhr Nachmittags, und Abends war ganz Multan mit brittischen Truppen angefüllt. Mittlerweile wurde das Feuer vom Fort erneuert, und eine springende Mine fügte uns einigen Schaden zu. Der Mulradsch schien entschlossen, sich unerschrocken bis zum äußersten zu halten. Am 3. Jan. Morgens begannen wir wieder zu kanoniren, und das Dowlat-Thor, das letzte Bollwerk des Feindes in der Stadt, wurde zerstört. Große Massen Beute wurden gesammelt (d. h. es wurde viel geplündert) ; die Wechsler, sagt man, boten 30,000 Pf. St., wenn man ihrer schonen würde. Die Kunde vom Fall der Zitadelle kann jeden Augenblick in Bombay eintreffen."
Sprechsaat
für Stadt und Land.
Landwirthschaftlicher Verein.
ES würde dem Wunsche vieler Vereinsmitglieder entsprochen werden, wenn in diesem Blatte angegeben würde:
1) ob der Hof Geisberg unbestrittenes Eigenthum des land- wirthschaftlichen Vereins ist?
2) In welchen Beziehungen diese Besitzung dermalen zu dem landwirthschaftlichen Institut steht?
3) Ob die Selbstbewirthschaftung dieses Gutes, wie solches bisher geschehen, bei dessen etwa veränderter Stellung zu dem landwirthschaftlichen Institut, noch empfehlenswerth ist?
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Ostindien.
Neue indische Ueberlandspost. Summarium der Bombay Times vom 18. Jan.: „Multan ist endlich genommen, nach einer der hartnäckigsten und tapfersten Vertheidigungen von denen unsere Geschichtsbücher melden. Nach einer wochenlangen Beschießung auS beinahe 150 schweren Geschützen wurde die untere Stadt am 2. Jan. erstürmt; der Fall des (mit der Stadt unmittelbar zusammenhängenden) Kastells ward am 7. d. M. erwartet. Das Bombayer Armeekorps war am 21. Dez. zum General Whist) gestoßen, und das Belagerungsheer betrug hiernach 15,000 Mann indobrittischer Truppen, und mit Einschluß der Bundesgenossen 32,000 Mann. Am 27. Dez. rückte das Heer in vier Kolonnen zum Angriff, vertrieb den Feind aus den Vorstädten und setzte sich in der Entfernung von 500 Ruthen vom Walle fest. Nun wurden Batterien in allen Richtungen aufgeworfen, und am 28. Dez. begann ein furchtbares Bombardement. Am 29. waren die schweren Geschütze bis auf 80 Ruthen von den Verschanzungen vorgerückt. Am 30. Morgens flog das Hauptmagazin im Fort, in welchem, sagt man, gegen 8000 Zentner Pulver ge
Generalversammlung
des
Deutschen Vereins
Dienstag den 2 7. Februar,
Abends 8 Uhr,
" im Adler.
Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Abends um 6 Uhr, ausgegeben oder kann im Erpeditionslokale abgeholt werden.
Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden.