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Forstflora, wozu noch die zum Theil wohlerhaltenen forstbotanischen Anlagen aus den Zeiten des Instituts von Hartig kommen, sondern es hat auch den besten Wiesenbau in unserem Lande. Seine Berge sind aber auch im Innern reich an unerschöpflichen Lagerstätten nutzbarer Mineralien, wie Kupfer-, Blei- und Silbererze, Nickel, Kobalt, Braunstein, Eisenerze, Braunkohlen, Schiefern, edle Thone u. s. w. Nicht minder sind eine Reihe der interessantesten Gebirgsarten und geognostischen Verhältnisse dargeboten , wozu noch die vielen Hüttenwerke und anderen bergbaulichen Anstalten kommen, die, in der Nähe von Dillenburg gelegen, den Zweck einer Bergschule wesentlich unterstützen können.
Es ist daher nicht allein im Interesse der hiesigen Stadt, sondern in dem des ganzen Landes zu wünschen, daß neben den vielen verschiedenen, wenig produktiven Schulanstalten unseres Landes, die so schwer auf demselben lasten, auch einmal eine Lehranstalt in's Leben gerufen werde, die für unsere Hauptindustrie und die so äußerst wichtige Forstkultur von dem entschiedensten und nachhaltigsten Nutzen seyn muß und sich reichlich rentiren wird.
Wenn die Bürger hiesiger Stadt diese Angelegenheit nur mit dem Eifer betreiben, den diese Wichtigkeit derselben für sie erheischt, so zweifle ich nicht daran, daß sie auch geneigtes Ohr bei den Ständen und der Regierung finden werden; denn es wird von diesen nicht verkannt werden können, daß es in unserem Lande nichts Naturwüchsigeres und Nützlicheres geben kann, als eine Anstalt in der erwähnten Art in Dillenburg, und daß bei der Unhaltbarkeit des Pädagogiums eine Umgestaltung desselben bei den wohlbegründeten Ansprüchen der Stadt und Gegend auf eine höhere Lehranstalt im wohlverstandenen Vortheile des ganzen Landes liegen würde.
△ Son der Dill, 19. Febr. Der ft Artikel von Dillenburg in Nro. 41 d. N. Allg. Zeitung bedarf infoferne einer Berichtigung, als er die hiesige Bürgermeisterwahl von einer gewissen Partei durchgeführt erscheinen läßt und dabei nicht versäumt, mit wenig aufrichtigem Bedauern rücksichtsos öffentlich des Unglückes zu gedenken, das der Bürgermeister Seiler in Bezug der fraglichen Verurtheilung gehabt hat. Gerade, daß sich die Meinung der Unschuld des neuen Bürgermeisters hier fast allgemein Geltung verschafft hat und er als ein Opfer schonungsloser Justizverwaltung angesehen wird, haben — verbunden mit dem Um stande, daß S. auch noch seine bescheidene Stelle im Dienste der englisch-deutschen Bergwerks-Gesellschaft wegen deS Aufgebens ihres Hauptbetriebes verlor — die meisten seiner Mitglieder in Berücksichtigung seiner Fähigkeit zum Bürgermeisteramte , ohne Rücksicht auf Parteistellung, bewogen, ihm ihre Stimmen zu geben. Diese Thatsache kann die Wähler und den Gewählten, der keiner politischen Partei angehört, nur ehren. Die in dem Artikel gerügten Vorfälle beim Eingänge der Bestätigung, verdienen dieses allerdings; sowie es auch begründet ist, daß Stadtschultheis Decker viele Verdienste um die hiesige Stabt hat.
Hachenburg, 18. Febr. Der hier erscheinende „Weller- wälder Bote" schreibt: Nach Nro. 39 der „Freien Zeitung" ist unserer Kammer von Usingen eine Petition zugekommen, welche beantragt, die Kammer möge dafür Sorge tragen, daß der „4. März" gehörig gefeiert werde, worauf die Kammer für die Begutachtung dieses Antrags einen Ausschuß zu ernennen beschlossen habe. Wir sind sehr begierig, was die Kammer für einen Beschluß fassen wird. Uns kommt eine Feier dieses Tages nach der heutigen Sachlage gerade so vor, als wenn ein Vater den Jahrestag festlich begehen wollte, an welchem ihm seine Frau zwar ein Kind, aber ein todtes geboren hat. Ja, wäre unsere Kammer seit ihrem Beisammen- Uhn fleißiger gewesen und wir wären im Besitz einer neuen Verfassung, Schwurgerichten, einer inneren Verwaltungs die Domänenangelegenheit wäre ge-
1 bann könnten wir mit gutem Gewissen ein Dankfest für das uns Gewordene abhalten, aber so wird es wie ein reiner Spott aussehen. Oder sollen wir bereits danken für das, was wir vielleicht noch erhalten werden?
, § § Idstein, 20. Febr. Heute führte man hier neben anderen Komödie, die nachzuerzählen die Rücksicht auf Schicklichkeit und Sittlichkeit verbietet und welche die hiesige wohl gebührend ahnden wird, folgendes geistreiche auf. Auf einem Wägelchen saßen — ein Amtmann, ein AmtSsekretar und auch, glaube ich, ein Amtsakzessist. Das
Wägelchen wurde gezogen — von Bauern. Auf dem Markte mit diesem Zuge angekömmen, hieß es: herunter mit ihnen! herunter.. und aus den Wagen stiegen — die Bauern, und das hochlöbliche Amtspersonal mußte ziehen. Ich glaube, das Ganze sollte die glorreiche Revolution vom 4. März und die darauf folgende neue Ordnung der Dinge sinnbildlich dar- stsllen. Nun sage noch ein Mensch, die Idsteiner hätten keinen Witz. Man sieht recht klar, daß die Verlegung eines Kreisamtes hierher sicher und fest ist. (?) Das nächste Jahr werden dann die Kreisrâthe ic., in geeigneter Art figuriren müssen. Erst neulich hat man die Beamten zum Halsabschneiden versteigert, heute gebraucht man sie als Zugvieh.
Frankfurt, 21. Februar. Die hier konzcnirirten Reichstruppen sind gestern abermals von Mainz aus um 2 Geschütze verstärkt worden.
Mannheim, 20. Febr. (D. Z.) Seit mehreren Tagen werden die Eisenbahnzüge mit einer Bedeckung von 1 Unter» Offizier und 6 Soldaten begleitet, um, wie zu vermuthen, «pulse zur Hand zu haben, wenn Verdächtige festgenommen werden sollen. In Rastatt ist außerdem täglich l Bataillon marschfertig, ohne Zweifel darum, weil man durch die Eröffnung der Geschwornen-Sitzung in Freiburg und den Transport Struve's und Blind's dahin das Auftreten von Verwegenen im Oberlande befüchtet.
Konstanz, 18. Febr. (K. Z.) Gestern wurde der frühere Redakteur der Seeblätter, J. N. Le tour, von dem Hofqe, e des Seekreises auf den Grund des Reichsgesetzes vom 10. Oktober v. I. zweimal wegen Beleidigung der deutschen Nationalversammlung verurtheilt: einmal bezüglich eines Auf- ^tzes in Nr. 281 der Secblätter vom vorigen Jahre zu sechs Wochen Gefängniß, und das zweitemal bezüglich eines Ge- Mchtes in Nr. 1 der dießjährigen Seeblätter zu zwei Monaten Gefängniß, welche er in einer Festung zu erstehen hat. Dagegen wurde Letour von der weitern Anklage wegen Majestätsbeleidigung und Beleidigung des Königs von Preußen, fowie auch vor acht Tagen von der Anklage wegen Herabwürdigung der großherzoglichen Staatsregierung und wegen Beleidigung des abgetretenen Kaisers Ferdinand von Oesterreich freigesprochen.
m 1Der Belagerungszustand, dessen Aushebung vor Eröffnung der Kammern allerdings beabsichtigt wurde, wird auf unbestimmte Zeit verlängert bleiben, da Nach- richien sehr bedenklicher Art eingelaufen seyn sollen. 93or# gestern Abend wurden hier zwei Volksversammlungen zu den Nachwahlen für die zweite Kammer polizeilich aufgehoben, auS welchem Grunde ist uns nicht bekannt geworden.
Wien, 16. Febr. Die gesummte italienische Armee hat eine Adresse an den Kaiser gerichtet, worin sie bittet, dem Anträge des Reichstags auf Vertretung der Armee in demselben die Sanktion zu verweigern.
??!-?' Das Const. Bl. a. B. berichtet: Einzelne oster, sterreichische Abgeordnete haben aus ihren Wahlbezirken die überraschende Kunde erhalten, daß politische Behörden das Reichsgesetzblatt Nro. 8, enthaltend die Grundrechte des deutschen Volkes, konfiszirten.
Wien, 17. Febr. (A. Z.) Das eben erschienene 23ste Armeeb ul le tln ist unstreitig daS wichtigste, welches wir seit lange erhalten; Feldmarschalllieutenant Gläser hat Alt- Arad genommen, die Batterien der Insurgenten am rechten Maros-Ufer zerstört, und darin die gegen die Festuna einae» fahrenen Kanonen, 23 an der Zahl, genommen. Alt-Arad wurde von der Festung aus wegen der bewiesenen Böswillig, keit der Bewohner mit Granaten beworfen, an vielen Stellen angezündet, und das Feuer die Nackt erhalten. Auch die Festung Essek hat sich am 13., ohne irgend einen Angriff abzuwarten, ergeben. Graf Schlick hat sich mit seinen drei Bri- gaben bei Tornau aufgestellt, um die starke feindliche Kolonne, " welche sich durch die Zips nach Kaschau und den Theißgcaen, den bewegt, dort anzugreifen und sich mit General Götz zu vereinigen. °