Einzelbild herunterladen
 

MH

spritzen, sowie die Geschäfte der vier letzteren Gegenstände, in# sofern sie bei Landes- oder Stiftungsgebäuden vorkommen.

Die Gründe nun, welche sowohl in administrativer als in finanzieller Beziehung, eine so vereinigte Besorgung der ge­nannten Jngenieurgeschäfte mit den Hochbaugeschäften höchst nothwendig erscheinen lassen, sind folgende:

1) wird dadurch eine einheitliche und vereinfachte Behand­lung dieser, in jeder Gemeinde vorkommenden, doppelten Art von Bauarbeiten, sowie deren gemeinschaftliche Leitung und Beaufsichtigung bewirkt, was bei getrennter Besorgung der Geschäfte unmöglich und darum mit Nachtheilen und Geld­verlust für die Gemeindekassen verbunden ist.

2) erwächst daraus für die Staatskasfe der sehr wichtige Vortheil, daß sämmtliche in der Gemeinde vorkommende Bau­geschäfte von einem und demselben Techniker besorgt, und darum nur einfache Reisekosten nothwendig werden, während bei ge­trennter Behandlung der Geschäfte unbestreitbar die doppelten Kosten erforderlich seyn würden;

3) spricht dafür die bisherige Praxis, woraus sich ergibt, daß die besagten Geschäfte schon seit einer Reihe von Jahren von den Hochbaumeistern gut und zweckentsprechend erledigt worden sind; eS spricht ferner der sehr beachtenswerthe Um­stand dafür, daß die älteren und jüngeren Hochbaumeister die vor allem so wichtige Erfahrung bei Behandlung dieser Bau­arbeiten sich bereits erworben haben, welche im Falle einer Trennung der Geschäfte von der anderen Seite zum größten Theile unausbleiblich mit schwerem Lehrgelde, auf Kosten des Staates und der Gemeinden, zuerst wieder erkauft werden müßte.

Unter gründlicher Würdigung der Anforderungen, welche unsere Zeit an die Wissenschaft zu stellen hat, aber auch unter genauer Erwägung der sich unabweisbar geltend machenden besonderen Landesverhältnisse hegen wir die innigste Ueberzeu­gung, daß die vorliegenden Zwecke am vollkommensten durch eine grundsätzlich durchgeführte, in obiger Weise vereinbarte Besorgung der Baugeschäfte zu erreichen seyn dürften, und geben zu, daß der Staats-Straßen- und Brückenbau, sowie der Strombau, unter besonderer Leitung, wie bisher, verwaltet werde.

Wenn jemals, so ist es die jetzige Zeit, welcher wahrhaft praktische Einrichtungen Noth thuen, und welche alle leeren Theorien und alle künstlichen Systeme so lange über Haufen werfen wird, bis sie ihre naturgemäße, organische Gestaltung erlangt hat, in welcher sich Theorie und Praxis ausgeglichen haben. Es ist daher nun Zeit, das Feld der Abstraktion und hohlen Prinzipien zu verlassen, die s. g, Schulweisheit nicht mehr in die Schule des Lebens herüberziehen, wo sie weder heimisch noch wohlthätig wird, und endlich das Kokettiren mit der Wissenschaft gegen das redliche Bestreben thätiger und ge­wissenhafter Anstrengung aller Geisteskräfte zum wahren Wohle des Staates zu vertauschen. H.

D e u t s ch l a n d.

A Höchst, 20. Febr. Endlich eröffnet sich uns eine Aus­sicht, von der, die hiesige Bürgerschaft in so hohem Grade be­lästigenden, Einquartirung der Reichötruppen befreit zu werden. Von dem Reichsministerium ist nämlich das Anerbieten gemacht worden, das für die Kasernirung dieser Truppen erforderliche Mobiliar aus den Kasernen der Reichsfestung Mainz liefern zu wollen, wenn von der Stadt Höchst oder auf Staatskosten das Lokal hierzu gestellt würde. Unser Gemeinderath aber hat sich dem Vernehmen nach zur Entrichtung eines angemessenen Beitrags für die Miethe eines paffenden Lokales bereit erklärt, und die Ständekammer kann vernünftiger Weise die Verwilli- gung der hierzu weiter erforderlichen Summe nicht beanstanden, indem diese sich keinesfalls so hoch berechnen würde, als die den Einwohnern von Höchst bereits bewilligte Entschädigung auS Staatsmitteln.

Nach Vollendung dieser Einrichtung können wir im In« teresfe unsres, an Erwerbsquellen so armen Städtchens die Beibehaltung einer ständigen Garnison nur wünschen, wodurch gleichzeitig auch unsern Wühlern ein Hauptmittel ihrer Wirk­samkeit, nämlich die Einschüchterung der Rechtlichgesinnten auf immer entzogen würde, und wir vor solchen Schandszenen wie im vorigen Jahre künftig bewahrt blieben.

Der seit den Frankfurter Septembertagen abwesende, seit

Kurzem zurückgekehrte A. G. wurde gestern wegen Beleidigung eines Amtsangestellten im Dienst mit 5 fl. bestraft; fürwahr ein ganz eigenthümliches Verfahren gegen einen Menschen, der nicht nur gegenwärtig vollkommen vermögenslos, sondern auch gerichtlich als Verschwender erklärt und deshalb unter Kuratel gestellt ist, bei dem es also aus diesem doppelten Grunde keinem Zweifel unterliegen kann, daß eine Geldstrafe für ihn keine Strafe ist!

Bei der am letzten Sonntag zu Hofheim abgehaltenen Sitzung des Demokratenvereins zeichnete sich besonders W a llau aus Mainz aus; derselbe erzählte der Versammlung, neulich habe ein Bauer sämmtliche Bäume auf seinem Acker nieber# gehauen, der Acker sey Deutschland, die Bäume die Fürsten; er, der Redner, finde das Verfahren des Bauern lobenswerth!

Man hört bei uns die Beschwerde, daß der Vollzug der Straferkenntniffe häufig auf persönliches Bitten der Ver- urtheilten von dem Ministerium sistirl werde, auch wenn alle Rekurs- und Gnadenfristen längst abgelaufen sind, und der Bittsteller nichts Neues vorgebracht, noch weniger beschei­nigt hat. '

Wir fühlen uns verpflichtet, auf das in jeder Beziehung nachtheilig Wirkende eines solchen Verfahrens aufmerksam zu machen. Es wird hierdurch nicht nur die so furchtbar unter­grabene Autorität der Gesetze und der Obrigkeit fortwährend geschwächt und der Glaube an die Straflosigkeit von Vergehen aller Art unterhalten; sondern es wirkt auch diese Begünsti­gung des Supplikantenwesens eine der widerlichsten Aus­geburten des Polizeistaates demoralisirend auf die Staats­bürger, indem es bei ihnen den Gedanken erzeugen muß, daß die Anwendung der Gesetze nicht eine nothwendige Folge der­selben, mithin eine unabweisbare Pflicht der Behörden, sondern ein, dem persönlichen Belieben der bei denselben angestellten Staatsbeamten anheimgegebener Gegenstand sey, daß also nicht das Gesetz, sondern die Willkühr herrsche!

Mit Vergnügen sieyt man in hiesiger Gegend aus den in stetem Zunehmen begriffenen reichhaltigen und gediegenen Korrespondenz-Artikeln aus allen Theilen des Landes, daß die Theilnahme für Ihr Blatt bedeutend gestiegen ist. Durch eine solche recht zahlreiche Betheiligung aller hierzu Berufenen wird sich Ihr Blatt zu einem Organe gestalten, wodurch jeder Nas­sauer in den Stand gefetzt wird, eine richtige und vollständige Uebersicht über die Zustände aller Theile des Landes zu erlan­gen , was eine der wesentlichsten Bedingungen' zn einer bes­seren und einigeren Gestaltung unserer staatlichen Existenz ist.

Fast eben so sehr, wie die umfassende Vertretung aller Theile des Landes in Ihrem Blatte für dessen Verbreitung wirkt indessen auch die fast tägliche Verketzerung desselben in der Freien Zeitung, welche namentlich in der letzten Zeit so sehr alles Maaß überschritten hat, daß man selbst in hiesiger Gegend, in welcher doch bekanntlich sonst guter Boden für solchen Samen war, nur Stimmen dcö Eckels hierüber ver­nimmt.

Die Freie Zeitung, welche in den ersten Wochen ihrer Nedaktionsveränderung an Haliung offenbar gewonnen hatte, ist in diese tolle Richtung augenscheinlich durch die eifrige Be­theiligung ihres mit â fechtenden Mitarbeiters getrieben worden, und wird dieselbe Erfahrung zu machen haben, welche die Parthei dieses Schwertrilters in der Kammer bereits ge­macht hat, daß sie nämlich von ihm zu Grunde gerichtet wird!

P P Idstein, 17. Februar. Gestern kam der Abgeordnete Keim in unsere Stadt. Die Nachricht davon verbreitete sich bald, und man beschloß, demselben ein Ständchen zu bringen. Um 8 Uhr Abends zog, die Musik der Bürgerwehr an der Spitze, fast die ganze Bevölkerung vor daS Haus, in welchem er abgestiegen war. Der Bürgermeister und 2 Gemeinderäthe bewillkommten ihn im Namen der Stadt, und dankten ihm für das, was er für diese gethan. Während dem spielte die Musik vor dem Hause.

Der Herr Abgeordnete erschien am Fenster und sprach sei­nen Dank für die ihm erzeigte Ehre aus; er erinnerte an sein früheres Wirken in unserer Stadt, lobte den kräftigen FreiheitS- sinn unserer Bürger, ermahnte zur Eintracht aller Bürger, zur Achtung des Gesetzes, wodurch nur die Einheit des Volkes erhalten werden könne. Er brachte ein Hoch auf Deutschland und unsere Stadt aus. Hierauf erscholl ein dreimaliges Hoch dem Herrn Abgeordneten.

Wir freuten und dieser Anerkennung der Bestrebungen eines derjenigen VolkSabgeordneten, welche gerade nicht zu