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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

^N TN. Donnerstag den 13. Februar L8LN.

Die Nass. Allg. Zeitung erscheint zweimal, die Beiblätter einmal täglich, mit Ausnahme des Sonntags. Der vierteljährige Prânume- rationspreis ist in'WieSbaden 8 ft., für den Umfang des HerzogthumS Nassau, des GroßherzogthumS und Kurfürstenthums Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt S fl. 36b fr., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen Verwaltungsgebietes 8 fl. 40 fr. Inserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet, Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellen- berg'schen Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

Uebersicht.

Amtlicher Theil.

i Generalreskript an die Oberforstbeamten.

Nichtamtlicher Theil.

Erwiderung.

Deutschland. (Landtag. Adresse deS deutschen Vereins an die Kammer. Kamberg als Gerichtssttzj. V o m Main (Ein Wahlkandidat). Hadamar (Einrücken nassauischer Truppen. Verwüstungen. Steuer­rückstände). sseldorf (Hansemann und Beckerath gewählt). München (Die Ministerkrisis). Leipzig (Die thüringischen Staaten). Wien (Der Kampf in Ungarn. Die Lage der Dinge in Kroatien).

Frankreich. Paris (Die franz. Presse über den Bestand der Republik). Ungarn. Kaschau (Vom Kriegsschauplätze). .

3) daß auf Anpflanzungen edlerer Nutzholzarten, wie na­mentlich der Ahorn, Ulme, Esche re, mehr, als bisher ge­schehen, Bedacht genommen werde.

Wir müssen hieraus entnehmen, daß die in dieser Bezie­hung bereits bestehenden Vorschriften nicht überall so befolgt werden, wie es die Wichtigkeit derselben für das allgemeine Beste erfordert, und beauftragen Sie daher, Ihre untergebe­nen H. Oberförster nicht allein dieserhalb sachgemäß zu in­struiren, sondern auch selbst diesem Gegenstand bei Ihren In­spektionsreisen die nöthige Aufmerksamkeit zu schenken.

Nichtamtlicher Theil.

Amtlicher Theil.

Von der herzoglichen Landesregierung ist unterm 9. Nov. 1848 folgendes Generalreskript an sämmtliche herzoglichen Obcr- Forstbcamten erlassen worden:

Die von der gewerblichen Sektion der Kommission znr Berathung der auf Schutz und Förderung der Arbeit bezüglichen Ein­richtungen gefaßten Beschlüsse betreffend.

Von der gewerblichen Sektion der Kommission zur Be­rathung der aus Schutz und Förderung der Arbeit bezüglichen Einrichtungen sind in Beziehung auf die Forstoerwallung fol­gende Wünsche ausgesprochen worden:

1) die Forstbehörbe dahin zu instruiren, daß dieselbe mehr, als es bisher der Fall gewesen, die Interessen der Gerwerbe- treibenden bei den Fällungen berücksichtige und namentlich kein Holz zu Brennholz formen lasse, welches als Werkholz und zu sonstigen gewerblichen Zwecken tauglich sey, sowie auch, daß dieses letztere in derjenigen Form und Weise hergerichtet werde, wie es für den Gewerbebetrieb und für die spezielle technische Verwendung erforderlich ist.

In dieser Beziehung wurde Folgendes noch speziell gel­tend gemacht:

a) daß, wenn gefälltes Stangenholz die bestimmte Länge übersteige, das überschießende nicht, wie seither oft vorgekommen, an dem Stammende, sondern an der Spitze abgeschnitten werde;

b) daß bisher bedeutende Quantitäten Eichen- und Bir­kenholz, welches zu Wagner- und Kieferarbeiten taug­lich gewesen seyn würde, zu Brennholz zerschnitten und als solches veräußert worden sey ;

\ 2) daß der Gewinnung der Lohrinde eine größere und & wenige Aufmerksamkeit gewidmet werde, welche die Wichtig- N.,der Gerbereien verlange, namentlich aber, daß die Loh- Phlge nicht zu alt und zur richtigen Jahreszeit gehauen mei'n;

senk

Erwiderung.

Daß ich auf die schmähenden Artikel in der Freien Zeitung nichts erwidere, wird jeder Verständige gerechtfertigt ynden. Ein Vorwurf in der Nass. Allg. Zeitung ist es dagegen, der mich zu einer Erwiderung aufforvert, der Vorwurf näm­lich, daß ich über den allgemeinen deutschen Verfassungsange­legenheiten der so höchst dringenden Reorganisation meines engeren Vaterlandes nicht alle meine Kräfte gewidmet habe.

Viele meiner Freunde werden sich erinnern, daß ich die Bewegung des vorigen Jahres von Anfang an hauptsächlich vom nationalen Standpunkte aufgefaßt. Der Gedanke der Einigung, der Macht und Größe unseres Vaterlandes war die starke moralische Triebfeder, welche die Erhebung des Jahres 1848 so unwiderstehlich machte und ihr anfänglich die Reinheit des Charakters bewahrte, an die sich mit großem Recht so große Hoffnungen knüpften. Meine Mitbürger werden sich noch sehr wohl erinnern, daß ich stets meine Stimme warnend dagegen erhob und mich mit meiner eigenen Person dagegen einstellte, als man den Versuch machen wollte, Gewaltthätigkeiten zu üben oder in unserem kleinen Lande einen anderen Weg zu gehen, als den die Revolution in unserem großen Vaterlande eingeschlagen. Ich verglich die mir gewiß theure Heimath meiner Väter mit einem Finger an dem großen Körper Deutsch­lands, der sich von der Bewegung desselben nicht trennen könne, ohne zu verderben, ohne selbst Gegenstand des Spottes zu werden. So ist es noch; ich bin diesem Gedanken treu ge­blieben, das werden mir einst auch meine Feinde bezeugen, und von diesem Gesichtspunkte aus bitte ich Diejenigen mein Ver­halten beurtheilen zu wollen, die noch geneigt sind, mich mit Wahrheit und Gerechtigkeit zu beurtheilen.

Als ich auf den Posten berufen wurde, dem ich noch vor­zustehen die Ehre habe, folgte ich diesem Rufe nur mit Wider­streben, gedrängt selbst von den Mahnungen meiner politischen Freunde und unter der Bedingung, daß es mir nicht unmög­lich gemacht werde, meine geringen Kräfte dem Werke der Einigung unseres Vaterlandes zu widmen, einem Werke, zu dem mich damals das Vertrauen und, wie ich annehmen darf,