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DieNeue Preußische Zeitung" sagt heute mit einer Zu­rückhaltung, die ihrer ministeriellen Haltung entspricht, aber ihre Meinung doch hinlänglich durchblicken läßt:Wir wollen uns über diese zwei Punkte (engeren Bund und Kaiserthum), welche noch der Zukunst angehören, deS Urtheils enthalten. Welcher Deutsche würde sich nicht freuen, wenn er sein Vater­land dem Auslande gegenüber einig und hochgeachtet erblickte? aber welcher Deutsche kann wünschen, daß diese Einheit alles das, was bisher Deutschland eigenthümlich war, also nament­lich seine mächtigen Fürsten, seine freien Städte, seine Man­nigfaltigkeit, und alles, was sich an diese Fürsten und Städte von Treue, Liebe, Vergangenheit, Sitte, Recht und so weiter knüpft, vernichten sollte?"

Ueber das preußische Salzmonopol schreibt dieDeutsche Reform": Alexander v. Humbold sagt:daß es hyper­albern sey, den Privatfleiß von der Eröffnung der Steinsalz­lager auSzuschließen." Eine große Schuld ruht auf der preußischen Staatsverwaltung, die des Salzmonopols! Der Verbrauch deS Salzes bestimmt nach Liebig den Kulturzustand eines Volkes. Salz ist unentbehrlich sür den Menschen, das Vieh, den Ackerbau und das Gewerbe. Der Preis bestimmt die Möglichkeit eines ausgedehnten Verbrauches, und hier stecken die Sünden unserer vormundschaftlichen Behörden. Eng­land hob 1824 die Salzsteuer auf, und 1833 sahen wir den Verbrauch bereits vierfach! Eine englische Kuh genießt jähr­lich 74 Pfund Salz, in Preußen vielleicht 1 Pfund, und so im Verhältniß beim ganzen Viehstande, zum Nachtheil des Ertrages und der Leistungen. 61/, Sgr. kostet in England ein Zentner Salz und in Preußen 3% Thl. im Kleinverkäufe. Bei solchen Verhältnissen erscheinen unsere Staatsökonomen noch beim Buchstab-iren und unfähig, die Frakturschrift zu lesen! Man kann uns erwiedern: Nach dem jetzigen Stand der Fabrikation ist es unmöglich, 1 Last Salz unter 20 Tha­lern zu liefern. Wir antworten daraus: In Dieuze in Lolh- ringen kostet 1 Zentner Steinsalz 2 Sgr.; auch in Preußen gibt es Steinsalzlager, warum sucht ihr nicht?Wir suchen!" das heißt am grünen Tische! Der hat noch nie den Stein der Weisen gefunden. Wir verlangen freie Konkurrenz der Privatindustrie, die schimpflicher Weise so lange unterdrück; wurde, während man im Auslande Salz kauft und die Soole im Vaterland unbenützt in den Strom fließen läßt! Treffliche Finanzminister, die den Pfennig der Einnahme kontroliren und Millionen der Steuerkraft verderben lassen.

Deutschland.

Von der Lahn, 2. Februar. Mit großem Vergnügen haben wir den Artikel: der Religionsunterricht in den Staats­schulen in Nro. 21 dieser Zeitung gelesen. Der Verfasser spricht zwar von dem Standpunkte der Schulorganisation vom Jahre 1817 aus, wie dieses seine ganze Denk- nnd Kampfesweise zeigt, geht jedoch schon etwas näher auf die Sache ein, als die Verfasser vermeiden frühern Artikel, aber doch noch nicht genug, um mit ihm Punkt für Punkt besprechen zu können. Unter jenem Nähereingehen verstehen wir sein uns gemachtes Eingeständniß, nämlich, daß die christlichen Konsessionen in dem Gottesbegriffe und in der Weltanschauung auseinandergingen, daß also mit andern Worten schon in der Auffassung des Ver­hältnisses zwischen Gott und Welt eine prinzipielle Differenz unter den christlichen Konfessionen obwalte. Wir haben in unserer ersten Korrespondenz auch noch des Begriffes Freiheit erwähnt und hätten gerne darüber von unserm ehrenwerthen Gegner ein Urtheil gehört; er hat denselben aber wohl aus dem Grunde mit Stillschweigen übergangen, weil er mit strengster Nothwendigkeit aus dem Gottesbegriffe und der Weltanschauung resultirt. Ebenso wird er aus demselben Grunde der Begriffe Gut, BöS, Diesseits, Jenseits nicht gedacht haben; sie hängen sämmtlich so enge mit dem genannten Begriffe zusam- men, daß sie einzeln gar nicht wissenschaftlich behandelt wer­den können.

WaS die Worte des Herrn Z. anlangt, es bestehe inner­halb der einzelnen Konfessionen Streit darüber, was man als Wesentliches und als Eigenthümliches derselben zu betrachten habe, so gestehen wir gerne ein, daß diese Behauptung uns

etwas dunkel ist, wenn wir sie nicht für eine Beleidigung sämmtlicher Konfessionen halten sollen. Wir können unS keine Konfession denken, die kein Bewußtseyn von ihrem Wesen, von dem sie unterscheidenden Eigenthümlichen hatte und nicht im Stande wäre, dieses Bewußtsein in streng formulirten Sätzen darzulegen. Der Staat kann nur auf dieses ausgesprochene Bewußtseyn einer Konfession Rücksicht nehmen. Daß aber jede Konfession etwas Wesentliches, Eigenthümliches haben müsse, um eben eine besondere Konfession zu seyn, versteht sich ganz von selbst, da sie sonst eine Gattung ohne Gattungsbegriff wäre. Von einer Entscheidung deö Staates über Wesentliches und Eigenthümliches der Konfessionen auch nur mit der leisesten Andeutung sprechen wollen, würde wie ein Mißton aus alter Zeit klingen. Wir hoffen, daß der Staat in Zukunft nicht mehr versuche, der Religion, Kunst und Wissenschaft eine Po­lizeijacke umzuhängen. Doch kehren wir zudem Zugeständnisse des Herrn Z. zurück. Nachdem derselbe eine prinzipielle Verschiedenheit der christlichen Konfessionen in den Hauptpunkten der Religion zugegeben hat, richten wir die freundliche Bitte an ihn, er möge in seinem nächsten Artikel mit einfachen Worten das Gemeinsame ver Konfessionen hervorheben und darstellen. Mit allgemeinen Redensarten wird, wie wir schon in unserm ersten Schreiben ausdrücklich erklärt haben, die so wichtige Sache nicht gefördert. Soll der Begriff allgemeiner Religionsunterricht," von dem seither so viel ge­sprochen worden ist, ohne daß von irgend einer Seite erklärt worden wäre, was mit demselben zu verstehen sey, endlich ein­mal definirt werden; so ist es nöthig, auf eine gründliche Un­tersuchung der von uns angegebenen Punkte einzugehen. Folgt unser ehrenwerther Gegner unserer Aufforderung, verläßt er das weite Feld und begibt er sich auf eine abgesteckte Arena, so werden wir recht gerne in geordnetem Kampfe ihm entge­gentreten. Es wird sich dann vielleicht auch Gelegenheit ffn- ven, die von derselben angegebenen Hauptmotive, durch welche die ehemalige Regierung zur Einführung des allgemeinen Reli­gionsunterrichtes veranlaßt worden sey, in ihrem tiefsten Grunde genauer zu beleuchten, und zugleich zu zeigen, wie unrichtig es sey, dieselben mit der Bestimmung in der Bundesakte über Gleichberechtigung aller Konfessionen in Zusammenhang zu bringen.

Frankfurt, 6, Febr. (D. Z.) (Reichstag.) Vorsitzender: Präsident Simson. Die Berathung über die endgültige Feststellung der Ab grün zungslini e im Großherzog- thum Posen wird eröffnet.

Herr Schmidt von Löwenberg begründet seinen präju­diziellen Antrag, daß den Mitgliedern deS Hauses erst die Spezialkarte, sowie auch eine Sprachenkarte des Großherzog- Ihums Posen vorgelegt werde, ehe sie sich über die Abgrän- zungslinie zu entscheiden hätten. Zugleich greift er die Linie, die der Versammlung zur Genehmigung vorgeschlagen wird, als eine solche an. die den militärischen Rücksichten ein un­billiges Uebergewicht eingeräumt habe.

Herr Schubert von Königsberg als Berichterstatter des völkerrechtlichen Ausschusses erklärt: die Spezialkarte, die Herr Schmidt fordert, besteht aus 16 Sektionen derselben Größe wie die Ihnen vorgelegte Uebersichtskarte. Ohngefähr 9 Monate würden nöthig seyn, um die verlangte Karte in 600 Exempla­ren zu liefern. Die Bevölkerung des Großherzoglhums Posen läßt sich nach den Sprachgebieten deßhalb nicht genau abschei­den, weil Polen, Deutsche und Juden untermischt durcheinan­der wohnen und nur selten feste und ausgedehnte Sprachmas­sen bilden. Das beste, das fetteste Land sey das von Gnesen, welches der polnischen Volksthümlichkeit ausschließlich verblei­ben solle. Was den deutschen Grenzen zugewiesen worden, sey hingegen wesentlich eine Eroberung des deutschen Fleißes, un­fruchtbaren Strecken und entwässerten Sümpfen abgewonnenes Land. Dazu habe nicht etwa die blos militärische Rücksicht bei der Abgrenzung den leitenden Gesichtspunkt geboten, sondern überall habe bei der Ermittelung der Linie zugleich die Zivil­behörde mitgewirkt. Die Zahlenverhältnisse der Bevölkerung seyen aus den früheren Vorlagen an den Bundestag und an die Nationalversammlung, nach der preußischen Aufnahme von 1846, in vollständiger Deutlichkeit zu entnehmen. Es steht mithin nach der Meinung des Berichterstatters durchaus kein Hinderniß entgegen, wenn die Versammlung ihrem Beschlusse vom 27. Juli gemäß heute Entscheidung über die durch Sach­verständige ermittelte Grenzlinie faßt.

Herr Schmidt: Eben weil es so schwer ist, die polnische Bevölkerung von der deutschen zu sondern, verlange ich die