Frankreich.
Paris, 30. Jan. (O.-P.-Z.) Die Indifferenz, welche die N a t i o n a l v e r sa m m l u n g bei den Vorgängen deS gestrigen Tages bewies, rührte zumeist daher, daß sie wohl wußte, eS würde zu nichts Bedeutendem kommen. Der Pariser merkt es instinktmäßig, wenn Gefahr vorhanden ist oder wenn man ihm nur Furcht machen will. Das Letztere hat sich in den verflossenen elf Monaten so oft ereignet, daß ihn der General- marsch nicht mehr sehr rührt; er weiß, daß man doch nur seinen Mnth oder seine Gesinnung auf die Probe stellen will, und unterläßt es deßhalb, dem Trommelwirbel Gehör zu geben. An einen ernstlichen Versuch der „Rothen", das wußte er wohl, war nicht zu denken und die Konflikte des Ministe, riums mit der Nationalversammlung gehen ihn im Grunde wenig an. Der Pariser Bürger hat in dem Jahre so viel gelitten, daß es ihm endlich ganz gleichgiltig ist, wer das Ruderder Regierung führt; seine Lust, Revolutionen zu machen, ist gänzlich geschwunden, da jederneue derartige Versuch die Geschäfte, auf deren endlichen Aufschwung er so sehnlich hofft, nur noch mehr hemmen würde, als es "schon der Fall ist; einen 18. Brumaire noch einmal aufzuführen, fällt ihm gar nicht ein, da er nicht einzusehen vermag, daß dadurch Etwas erreicht würde, was die Lage des Landes in irgend einer Beziehung zu verbessern im Stande wäre. So fand sich denn, obschon säst zwei Stunden hintereinander Generalmarsch geschlagen wurde, die Nationalgarde nur sehr spärlich ein; wußte sie ja überdieß, daß General Changarnier der Mann ist, der selbst Energie genug hat, um einer Emeute kräftig zu begegnen. Wie bezeichnend diese Umstände für die Abspannung und Theilnahmlosigkeit deS Parisers, an sich gewiß eine seltene und doch zugleich sehr charakteristische Erscheinung, immerhin seyn mögen, so würde man doch irren, wenn man glauben wollte, es hätte diese Indifferenz nur dem Willen der Regierung gegolten, und eS würde sich diese ihr gegenüber in Thatkraft verwandeln. Der Bürger will keine Barrikaden mehr; er will weder dahinterstehen, noch gegen sie ankämpfen.
Dänemark.
Die „Berl. Ztg." bringt eine offiziöse Erwiderung der dänischen Regierung auf das Manifest des deutschen Reichs- Ministeriums, in welcher alle dort erhobenen Beschwerdepunkte zu widerlegen versucht werden und in der es am Schluffe heißt: Trotz der bei jeder Gelegenheit bewiesenen Versöhnlichkeit und Nachgiebigkeit ist Dänemark nur neuen Vorwänden und Ausflüchten, neuen Forderungen, neuen Uebergriffen begegnet; Dänemark hat stets redlich nach einer friedlichen Ausgleichung gestrebt, und eS ist sicher zu hoffen, daß man in diesen Bestrebungen fortfahren und, soweit es noch möglich ist, beitragen werde, den Waffenstillstand und die späteren Vereinbarungen aufrecht zu erhalten.
I t a l i e n
Aus Oberitalien, 20. Wie man vernimmt, haben Frankreich und England den beiden kriegführenden Parteien daS Versprechen abgenommen, bis zur Entscheidung der Brüsseler Con- ferenz sich jeder Feindseligkeit zu enthalten. Radetzky soll seinerseits die Erklärung abgegeben haben, daß er nur dann angreifen werde, wenn ihm dazu von anderer Seite Anlaß gegeben würde. Es ist indeß leicht möglich, daß dieser Fall eintritt, da die Italiener in ihrer Selbstüberschätzung die Zeit nicht erwarten können, welche die Lösung der schwebenden Fragen auf die eine oder andere Weise bringen soll. Die Rüstun- gen werden auf beiden Seiten mit großem Eifer fortgesetzt.
Frankfurt a. M., den 2. Februar.
Oesterreich, 5 "/, MetalliqueS......
2 V " tt * /1 /o „ » .
„ 3 % Bankactien o. D.....
„ 500 fl. Loose ........ „ 250 st. Loose ........ Preußen, 50 Thaler Prämienscheine . . . . „ 3 % % Staatsschuldscheine « 105 kr. .
Bayern, 3% % Obligationen....... Verba cher-Eisen bahn-Actien..... Würte in berg, 3% % Obligationen..... „ 4% % neue Obligationen . . . Baden, 31/, % Obligationen von 1842 . . . . „ Lotterie-Aul. a 50 st. bei G. u. S. . . „ 35 st. Loose vom Jahr 1845 . . . .
Darmstadt, 3'/, Obligationen..... 4 % „ ..... „ 50 fl. Loose ........ „ 25 fl. Loose .........
Kur hesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
Nassau, 3'/, % Obligationen bei Rothschild . . „ 25 fl. Loose ..........
Fran kfurt, 3 % Obligationen....... „ 3%% „ von 1839 . . . „ 3'/, „ „ von 1846 . . .
Taunus-Eisenb ahn-Actie ii â 250 st. . . . Holland, 2'/,°/« Integralen....... Spanien, 3 % Innere Schuld....... „ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose ....... „ 500 fl. „ „ .......
Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Gebr. Belhmann D iSconto..............
Mittag« 1 Uhr.
Papier.
Geld.
76
75%
61
60%
40'/,
39%
1205
1200
135'/,
—
80 V«
80
—
98
80'/,
80
77’4
77%
70%
70%
78%
78%
93%
93%
77%
77%
—
——
28
27%
79
78%
87%
87
70%
70%
25%
—
37%
37
26%
26%
80%
80
— .
......
77%
76%
91%
90%
87%
87
283
280
49%
49%
20%
20
—
—
—
101
75
74%
27%
27
1%
Fruchtpreise.
Namen der Städte.
D a t u m der Pr eisc.
Waizen pr. Malter
Pfdlstlkr.
Korn pr. Malter Pfol fl. lkr.
Gerste pr. Malter
Hafer
vr. Malter
Pkdl ff.
kr.
Pkdl ff.
kr.
Bingen ....
31. Jan.
260
8
35
266
6
12
147
5
—
129
3
10
Diez.....
26. Jan.
310
13
38
290
8
48
260
6
48
—
4
10
Dillenburg . . .
20. Jan.
300
13
40
300
10
—
260
7
40
190
5
—
Friedberg . . .
26. Jan.
215
8
20
196
5
40
75
4
35
136
3
20
Hadamar....
21. Jan.
14
50
8
50
7
—
4
15
Herborn ....
28. Jan.
320
14
30
360
10
—
260
7
—
200
5
——
Mainz.....
26. Jan.
200
8
56
200
5
57
200
5
43
200
5
50
Wiesbaden . . .
1. Fcbr.
170
7
50
160
4
50
144
4
—
96
2
35
Bekanntmachungen.
Pläne und Ziehungslisten
der am 1. Februar d. J. gezogenen Herzog!. Nassauischen 25 fl. Loose find zu haben in der
f. Schellenberg'schen Hofbuchhandlung.
7°i Hal coslumé et pure.
Freitag, den I« Februar findet im großen Saale des Gasthauses zum Adler ein SubskrePtionsbaU statt, wobei es den Theilnehmern frei steht, im Kostüm oder Ballanzug zu erscheinen.
Die Subskriptionsliste ist in Umlauf gesetzt, und können Diejenigen, welchen dieselbe nicht zugekommen seyn sollte, Billets in meiner Wohnung, Taunusstraße Nro. 1, in Empfang nehmen.
Preis ä Person 1 fl.
Emma Block, geb. Krause.
711 Apotheken - Verkauf.
Ich lasse meine Apotheke den 8. dieses Monats Februar, Morgens 11 Uhr, öffentlich und meistbietend versteigern.
Die Bedingungen werden am Tage der Versteigerung be, kannt gemacht, solche kann auch schon vorher eingesehen werden.
Caub, den 1. Februar 1849.
Bertram Simon, Amtsapotheker.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes welche an jedem Werktage, Vormittags um 11 Uhr, ausgegeben wird.
Die Erpedition der Aass. Allg. Zeitung.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden.