Einzelbild herunterladen
 

zweifelten, den Beweis des Gegentheils liefern. Die so eben angekommeneBerling'sche Ztg." vom 25. Jan. enthält näm­lich eine Bekanntmachung aus dem Kriegsministe­rium, worin gute schwedische und norwegische Scharfschützen, sowie solche Einheimische, die nicht dienstpflichtig sind, anfge- fordert werden, für den bevorstehenden Feldzug in die dänische Armee einzutreten, wenn sie Lust und Tüchtigkeit dazu haben. Ueber ihren moralischen Wandel und ihre Schieß­fertigkeit haben diese Freiwilligen Zeugnisse beizubringen.

Diese insonderS der deutschen Zentralgewalt hiermit zur wärmsten Beachtung empfohlene Bekanntmachung des dänischen Kriegsministeriums ist valirt vom 24. Januar.

Oldenburg, 27. Jan. (K. Z.) Die Aufregung deS Lan­des über den zwischen dem Landtage und dem Großherzoge auSgebrochenen Streit über die Domänen und die Zivilliste hat gestern eine Demonstration herbeigeführt, welche den Bruch noch verschlimmert hat. Eine Deputation der Wahlmânner aus allen Kreisen deS Lanves hatte sich gestern, 150 Männer an der Zahl, in der Hauptstadt zusammengefunden. In der Versammlung wurden zahlreiche Adressen, mit Tausenden von Unterschriften bedeckt, mitgetheilt, welche sich sämmtlich mit dem Landtage,der das volle Vertrauen des Landes besitze", ein­verstanden erklärten. Es wurde beschlossen, dem Großherzog diese Adressen durch eine Deputation von zwölf Wahlmânnern, zwei aus jedem Kreise, überreichen und zugleich durch diese Deputation mündlich die dringende Bitte aussprechen zu las­sen, die Domänen als Staatsgut zu erklären, damit das Ver­fassungswerk endlich zu Ende gebracht werde. Sämmtliche Wahlmânner geleiteten die Deputation zum Schlosse. Hier angekommen, blieben die Begleiter auf dem Schloßplätze stehen, um die Antwort abzuwarten, zugleich aber auch, um dem Großherzoge augenfällig zu machen, vaß die Stimme des Lan­des, auf welche er sich berufen, auf Seiten des Landtages sey. Der Großherzog ließ hierauf der Deputation sagen, daß er sie nicht empfangen könne, ehe sie nicht die auf-dem Schloßplätze Versammelten vorher bewogen hätte, sich zurück zu begeben. Die Deputation lehnte dies ab, verbürgte sich jedoch für das ruhige und gesetzliche Verhalten der dort versammelten Män­ner, welche zum Theil 10 bis 15 Stunden weit im schlechtesten Wetter und Wege sich hier eingefunden hatten. Vom Groß- Herzoge nicht angenommen, begab sich die Deputation mit den Wahlmännern in die Versammlung zurück. Hier wurve eine Erneuerung der Deputation verworfen und statt dessen in einer Abends gehaltenen Versammlung beschlossen, die Deputation an das Ministerium zu senden und dieses aufzufördern, auf eine Abänderung seiner Stellung in eine verantwortliche an­zutragen , damit eS Partei ergreifen und aus der Frage eine Kabinetsfrage machen könne. Das Ministerium konnte hierauf aber nicht eingehen, da die Verhandlungen mit dem Landtage noch schweben, und so entschloß man sich, die Adresse nebst einem neuen Vertrauensvotum dem Landtage zu überweisen. Am 29. steht, wie es heißt, die letzte Entscheidung dieser Frage bevor.

Berlin, 28. Jan. (O.P.A.Z) Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, daß ein Preßgesetz zur Veröffentlichung reif ist, und vielleicht schon heute Abend oder doch wenigstens in den nächsten Tagen vomStaatsanzeiger" gebracht werden wird. ES soll dieses oktroyirte Gesetz natürlich nur ein vorläufiges seyn, es soll aber durch seine Einführung die vorzügliche Ver­anlassung zur Fortdauer des Belagerungszustandes wegrâumen, nämlich Schutz gegen die Uebergriffe der Presse geben, und so­mit wird wahrscheinlich der Belagerungszustand doch noch vor dem Zusammentritte der Kammern aufgehoben. Die Regierung hat, wie der Ausfall der Wahlen zeigt, nicht viel durch die Aufrechthaltung der Militärherrschaft gewonnen.

Berlin, 24. Jan. (D. R. Z.) Im Handelsministerium ist ein vorläufiger Entwurf einer Verordnung über die Errich­tung von "Gewerbe-Gerichten ausgearbeitet. Nach demselben soll für jeden Ort oder Bezirk, wo wegen eines er­heblichen gewerblichen Verkehrs ein Bedürfniß zu einem Ge­werbe-Gerichte obwaltet, ein solches Gericht, wenn die Gemeinde- Vertreter darauf antragen, nach Genehmigung der Regierung errichtet werden.

Wien, 25. Jan. DerDeutschen Reform" theilt man über die beiden Paladine des österreichischen GcsammtstaatcS folgende interessante Data mit: Bekanntlich hatte Kaiser

noch andere Ausgaben, welche auf mehrbesagtem Fonds lasten nnd füglich wegfallen können, gestrichen werden, das allerdings bedeutende Defizit desselben allmâhlig auch ohne Erhebung einer in unseren dermaligen Verhältnissen durchaus unzeitge­mäßen Kichensteuer getilgt werden wird. Man hört zwar von vielen Seiten, bei dieser Sache handle es sich blos darum, den Herrn Stadtkaplan, welcher eine mißliebige Person seyn soll (aus welchen Gründen, ist schwer zu ermitteln, da derselbe sich der höchsten Achtung der ganzen Limburger Bürgerschaft erfreut), auf eine feine Weise von Limburg zu entfernen, wäh­rend oberwähnte Stellen fortbestehen und besagte Herren ihre seitherigen außerordentlichen Zulagen fortbeziehen sollen. Einem solchen jedenfalls böswilligen Gerüchte können wir je­doch nicht den geringsten Glauben schenken.

Frankfurt, 30. Januar. (D. Z.) Es verlautet, daß bereits mehrere Bevollmächtigte bei der Zentralgewalt dieser- die Anzeige gemacht, daß fie sich auf kurze Zeit an den Sitz ihrer Höfe in Urlaub begeben. Es unterliegt keiner Frage, daß es sich dabei um Instruktionen im Hinblick auf das von Preußen für die Einzelregierungen beantragte Vereinbarungs­recht für das Verfassungswerk handelt.

Köln, 30. Jan. In den Wahlen zur ersten Kammer haben hier die Constitutione llen auf das Ent­schiedenste gesiegt. Sämmtliche 23 Wahlmänner ohne Ausnahme sind aus ihrer Mitte hervorgegangen , und siegten über demokratische Kandidaten meist mit ungemein bedeutenden Majoritäten. Ohne Zweifel ist ein Hauptgrund dieses glück­lichen Ausfalls darin zu suchen, daß die Urwähler durch das vorangegangene Beispiel gewarnt, dieses Mal sehr zahlreich in den meisten Fällen mehr als drei Viertel der stimmberech­tigten Anzahl erschienen waren. In demselben Sinne sind die Wahlen in Aachen, Bonn, Bourtscheiv, Deutz, Düsseldorf, Eschweiler, Eupen und Mühlheim am Rhein ausgefallen, und auch von diesen Orlen her wird uns übereinstimmend die sehr zahlreiche Betheiligung der Urwähler an den Wahlen gemeldet.

Halle, 29. Jan. In der Nacht vom 26. auf den 27. d. M. i starb der Senior der hiesigen Universität, Professor I. A. L. Wegscheider, bekannt als der Schöpfer des rationalistischen Systems der christlichen Glaubenslehre, in einem Alter von i 77 Jahren an einer Lungenentzündung.

Dresden, 29. Jan. (O.-P.-A.-Z.) Die Minister­krisis ist vorüber. In der zweiten Kammer erklärte hente der Staatsminister v. d. Pfordten:, Se. Majestät habe die Minister wiederholt aufgefordert, im Amt zu bleiben; und die Minister haben sich entschlossen, die Leitung ihrer Geschäfte fortzuführen. (Großer Beifall.) Staatsminister Oberlander beantwortet sodann die rücksichtlich der Wiener Flüchtlinge erfolgte Interpellation in folgender Weise: Es sey von der österreichischen Regierung an die sächsische eine Requisition und zwar an das Oberkriegsgericht ergangen wegen eines Deser­teurs. Nach der Kartelkonvention von; 3. März 1831 habe Sachsen die Deserteure allerdings auszuliefern. Allein der Gesuchte, sey zur Zeit noch nicht gefunden worden. Uebrigens erkläre die sächsische Regierung, daß die Auslieferung politischer Flüchtlinge, welche in Sachsen das Gastrecht suchten, den An­sichten der Regierung nicht entspreche (Allgemeines Bravo), sondern daß sie vorkommenden Falls die Forderung des Kar­tels mit ihren Grundsätzen auszügleicheu suchen werde. (Wie- . derholtes Bravo.)

Staatöminister v. d. Pfordten beantwortet die Inter­pellation m Bezug auf Einfü hr un g der Grundrechte dahin, daß die Regierung nicht sagen könne, an welchem Tage (das war gefordert) die Publikation der Grundrechte erfolgen solle. Spätestens Ende dieser Woche werde die Vorlage der Regierung an die Kammern gelangen, worin sie den Weg vor- gezeichnet habe, wie sie unter Mitwirkung der Kammern die Grundrechte in Sachsen zur Geltung zu bringen gedenke.

In Betreff der eben beendeten Kabinetskrisis ist noch zu bemerken, daß die Minister in ihrer heutigen Erklärung einen Grund, warum sie ihre Entlassung nehmen wollen, nicht an­gegeben haben. Aus vielen Städten und Gemeinden des Königreichs war das Ministerium durch Adressen und Depu­tationen mit der Bitte bestürmt worden, an der Spitze der Regierungsgeschäfte zu bleiben.

Altona, 27. Jan. (K. Z.) Unser heutiges Schreiben wird Ihnen und allen, die noch an Dänemarks Kriegslust