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land mit ihm sank und daß sich auch Deutschland nur mit Preußen wieder erhob.

Ich würde glauben, mit Allem gebrochen zu haben, waS mir theuer und heilig ist, wenn ich meine Stimme anders ab­geben sollte, als für das erbliche Kaiserthum der Hohenzollern, in welchem eine unbegreifliche Barmherzigkeit des Himmels unserem zerrissenen Vaterlande die Rettungsbahn gezeigt hat.

Fröbel bezeichnet die Stellung -her Parteien so, daß die rechte Seite des Hauses die Thatsachen, die linke die Prinzipien zu vertreten habe. Ein Staat, fährt er fort, kann nur dann vom Kleinen zum Großen wachsen, wenn er von dem richtigen Mittelpunkte ausgeht. Für Deutschland, ja für ganz Europa sind die österreichischen Länder dieser Mirtel- punkt. Alles würde ich daransetzen und mich selbst mit jeder Staatsform leicht zufrieden geben, könnten wir den Sitz unserer Zentralgewalt nach Wien verlegen. Seine Meinung in Be« zug auf die Oberhauptsfrage aber ist die, daß das Volk selbst und daß es aus die kürzeste Periode wähle.

v. Vincke: Wenn Sie einen Wahlmonarchen an die Spitze Deutschlands stellen, so machen sie den höchsten Wäch­ter der Verfassung zu deren entschiedenem Widersacher, sagt der Redner u. A., indem er die hauptsächlichsten Gründe zu­sammenfaßt, die für die Erblichkeit sprechen. Denn jeder Herrscher werde bemüht seyn, das Wahlreich in ein Erbreich zu verwandeln. Das Bedenken, daß auch ein persönlich un­fähiger Mann durch die Erblichkeit zur Herrschaft gelangen könne, werde bei Weitem überwogen durch den Vortheil, daß keine Intrigue, kein niederer Eigennutz, keine Verstellung und Bestechung zur Würde des Oberhauptes zu führen vermöge. Die erbliche Monarchie ist sogar selbst im Interesse der demo­kratischen Parteien, wie Herr von Vincke mit dem glücklich­sten Humor darzuthun sucht, wonach er sich mit derselben witzigen Schärfe gegen Beda Weber, der sich heute alS Wasserträgerin der Linken liebenswürdig zu nahen gesucht habe, wider Philipps, Welcker und endlich gegen Eisenstuck's volkswirthschaftliche Irrthümer wendet. Auch eine ausführ­lichere Inhaltsangabe, als diese abgekürzte, zu der uns der Abschluß unseres Berichtes nöthigt, würde jedoch kein Abbild des lebensvollen Vortrags gewähren, der häufig von dem Beifalle aller Parteien unterbrochen wird. Nach Dincke'S Rede vertagt das Haus die heutige Berathung auf die morgende Sitzung.

Frankfurt, 18. Jan. Wie ich höre, ist Schmerling ge­rüstet, dem Reichsministerium eine Note zu übergeben, in wel­cher der Plan einer großartigen deutschen Auswan­derung nach Ungarn enthalten seyn soll. Man kann diese Gabe als Abschlagszahlung auf eine bevorstehende völlige Zolk- vereinigung Oesterreichs mit Deutschland dankbar annèhmen.

Kassel, 18. Januar. (D. Z.) Heute wurde die am 11. d. M. begonnene, aber in schmachvollster Weise unterbrochene schwurgerichtliche Sitzung über die wegenAufforderung zur Revolution, des Hochverraths halber, wegen Majestätsbeleidi­gung und wegen Beleidigung des kurhessischen Militärs, ins­besondere des Offizierstandes" (Preßvergehcn) Angeklagten: Rechtskandidat Heise und Buchhändler Raabe, unter dem Vor­sitze des Obergerichtsdirektors Endemann in demselben Lokale fortgesetzt und zu Ende geführt. Zweckmäßige Anordnungen deS Vorsitzenden, dem die Polizeimannschaft und die bewaffnete Macht zur Handhabung der Gerichtspolizei und zur Wahrung des Gerichtsfriedens nach gesetzlicher Bestimmung zu Gebote stehen, ließen die Verhandlungen ohne irgend eine Störung vor sich gehen, obgleich es immerhin zu beklagen ist, daß zu dem Zwecke mehrere hundert Maun der Bürgergarde requirirt werden mußten. Ueber beide Angeklagte wurde von den Ge­schwornen einstimmig das Nichtschuldig gesprochen. Daß dieß hinsichtlich der Majestätsbeleidigung statt fand, hat vielfach Erstaunen erregt; das traurige Andenken, in dem das Verbre­chen bei uns steht, hat wenn es überhaupt gestattet ist, den Ausspruch der Geschwornen einer Kritik zu unterziehen viel­leicht Einfluß geäußert. Das verletzte Ansehen des Gericht- kanu als wiederhergestellt betrachtet werden.

München, 17. Jan. (D. Z.) Unser Landtag ist seit zwei Tagen versammelt. Wie man vernimmt, hat eine Anzahl voa 59 Abgeordneten erklärt, den vorgeschriebenen Eid auf die Ver- fassung nur mit dem Vorbehalte leisten zu wollen, daß die Grundrechte publizirt würden.

maleins: grad' eben so ist es mit dem Erbrechte beschaffen. Es läßt sich freilich auseinandersehen, vor welchen Uebeln daS Erbrecht bewahrt, wie eS bewahrt vor den mannichfach und schwer empfundenen Uebeln der Wahlberechtigung, wie es be­wahrt vor den Uebeln des Zwischenreichs w. Aber am Ende kehrt es doch immer auf das Allereinfachste zurück und wir müssen zugestehen, daß grad' da daS Erbrecht sich am liebens­würdigsten bezeigt, wo es am meisten staatsmännisch austritt, indem es nämlich in seiner vollkommenen Ausbildung auf höchst ungalante Weise alle Frauen ausschließt von dem Throne, so lange noch einer vom Mannsstamme vorhanden ist, indem es alle Jüngeren ausschließt, alle jüngeren Prinzen, so lange noch ein älterer da ist, indem es endlich keinem Prinzen einen Theil am Genusse der Herrschaft vergönnt, bis die Reihe an ihn gekommen ist, Allen nur das Ganze übrig läßt. Und den­noch hat dieses System der Erbherrschaft neben so vielen Herb­heiten auch seine zarteren und in das innere Wesen der Mensch­heit dringende Seiten, nachdem es vor allen Dingen den Staat sicher gestellt hat, denn der Staat muß in alle Wege die Hauptsache bleiben. Nachdem es vor allen Dingen den Staat sicher gestellt hat, gießt es in das Staatswesen die Wärme der Familie ein, indem es die Herrschaft an ein re­gierendes Haupt knüpft. Ich weiß gar wohl, daß ich hiermit, wenn ich das Lob der Erbherrschaft rede, eine Saite anschlage, die in den Augen Vieler vor Ihnen längst zersprungen ist. Das aber hindert mich auf keine Weise. Erlauben Sie, daß ich eine einfache Thatsache erzähle, die sich zu Ende des Jah­res 1812 in Mitteldeutschland begab. Da war der erste Strahl der Hoffnung nach Deutschland gedrungen, daß wir wohl des fremden 'Regiments entledigt werden würden. Da fanden sich in Mitteldeutschland Volksversammlungen der Landleute und Bauern. Man beredete sich, wie cs' zunächst werden solle. Darin waren Alle einig, die Fremden müssen vertrieben wer­den, aber sollte man den alten Fürsten wieder aufnehmen? Es begab sich, daß in einem Lande, ich will es lieber nicht nennen, wo der alte Fürst keineswegs gelobt und sonderlich geliebt war, man wußte ihm Manches, was nicht zum Frieden diente, nachzusagen in der Schenke des Dorfs die Sache verhandelt ward. Viel war hin und her gesprochen worden. Das Nein schien zu überwiegen. Da erhob sich unter den Vielen ein Greis, der bisher nichts gesprochen hatte und rief: Wahr ist's, ein alter Esel ist er, aber auf den Thron seiner Väter soll er doch wieder (allgemeine Heiterkeit). Sie lachen darüber, meine Herrn, und ich selber habe wohl dar­über gelacht. Dennoch aber sehe ich in dieser einfachen Ge­schichte etwas Tieferes. Ich sehe doch darin das Gewicht eines Hauses, das die Schwächen, die Fehler, selbst die Laster des einzelnen Individuums zu überbieten vermöge. Ein HauS gilt als ein Individuum. Nehmen Sie den Völ­kern, nehmen Sie dem Volksleben seine tieferen Anhänglich­keiten, nehmen Sie dem Individuum selbst seine edleren Täu­schungen, so nehmen Sie ihm das Leben selbst, tödten das Leben ab. Dann verwandeln Sie den melancholischen Aus­spruch eines großen Dichters in Wahrheit, der in der Wiege des Menschen nur den umgekehrten Sarg erblickt, und selbst Ihr Freiheitsjubel, nennen Sie eS immer so nicht getra­gen, verwandelt sich in eine leere Chimäre. Allein ich ver­lasse immerhin den allgemeinen Standpunkt, um auf das, was dem Vaterlande jetzt Noth thut , einzugehen. Sie haben durch Ihre letzte Abstimmung für Deutschland genehmigt ein deutsches Oberhaupt, welches genommen wird aus der Zahl der in Deutschland regierenden Fürsten und haben damit zu­erst der Einheit ihre billige Ehre gegeben, demnächst aber auch anerkannt, daß diese Einheit mit einer gewissen Machtausstat­tung versehen seyn müsse, welche sie zur Herrschaft hinzubringt. Das war ein wichtiger Schritt zum Heile; denn in der Einheit Deutschlands ist die' Zukunft Deutschlands enthalten.

In der Einheit ist die Zukunft Deutschlands enthalten. Was ich politisch geworden bin, ich bins geworden durch eine lange Reihe bitterer vaterländischer Erfahrungen. Auf einem schweren Lebensgange hat sich mir die Ueberzeugung einge- prägt, daß wir nur durch die Einheit zum Ziele gelangen. Oesterreich kann uns nicht vollständig angehören, wie die Dinge stehen. Dagegen ist gar keine Zukunft Deutschlands möglich, ohne daß wir uns des Herrscherhauses Hohenzollern so versi­chern, daß es alle seine Kraft und Sorge, nicht blos als Ne­bengeschäft, sondern gänzlich dem deutschen Vaterlande widme. Vergessen Sie nicht, daß die absolute Herrschaft in Preußen unmöglich wurde seit Friedrich II., vergessen Sie nicht, daß, als Preußen in den napoleonischen Kriegen sank, auch Deutsch­