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großen Vaterlandes. Ganze Provinzen wurden von Deutsch- land losgerissen, Kriege für fremde Interessen aus deutschem Boden ausgekämpft, nicht selten standen sogar Deutsche zu de« Fremden im Kampf gegen Deutschland. Der deutsche Handel sand keinen Schutz, der deutsche Kunstfleiß keine Unterstützung, der deutsche Name war mißachtet, ja zum Gespött des Aus­landes geworden. Als nach langer und schmählicher Unter­drückung das deutsche Volk sich gegen die Herrschaft Napoleons erhob, und nach blutigem Kampf seine Selbstständigkeit wieder errang, wurde cs sogar um die Früchte seiner siege betrogen; die Verheißungen von Kalisch gingen nicht in Erfüllung. Fra­gen wir nach der Ursache unserer Erniedrigung, unserer Schwäche, unserer Hilflosigkeit, so kann Niemand, der unsere Geschichte mit Aufmerksamkeit liest, darüber im Zweifel seyn.

So lange das deutsche Reich von kräftiger Hand zusam­men gehalten wurde, unter den Ottonen, den fränkischen Kaiser« den Hohenstaufen war unser Vaterland mächtig und hoch an­gesehen. Aber sobald es den Dynasten gelungen war, die kaiserliche Macht zu beschränken und sich mehr und mehr un­abhängig von Kaiser und Reich zu machen, verfielen wir in Schwäche und Ohnmacht. Einen großen Fehler hatte die deutsche Reichsverfassung und dieser war die Grundursache alles Uebels: Deutschland war ein Wahlreich. Nach dem Tode eines jeden Kaisers suchten die mächtigen Vasallen, in deren Hand die Wahl lag, neue Beschränkungen der kaiser­lichen Macht einzuführen, neue Gewalten für sich zu erwerben. Die kaiserlichen Wahlkapitulationen geben davon Zeugniß. Wollen wir jetzt, da wir die Verfassung Deutschlands festzu­stellen im Begriffe sind, Nutzen aus den Lehren der Vergan­genheit ziehen, so müssen wir die oberste Gewalt fest, dauernd und kräftig gründen. Ein Oberhaupt, ein erbliches Ober, Haupt ist daher die Ansicht derer, welche sich den Lehren der Geschichte nicht verschließen. So haben sich die Vereine der beiden Hessen, von Nassau, Baden, Oldenburg, Mecklenburg, Braunschweig, Jena, Hamburg, Leipzig, Stuttgart u. a. ans­gesprochen; so auch die Stände von Braunschweig, Kurheffen, Baden u. a.

Ob aber auch die deutschen Fürsten das Opfer ihrer Sou- veränetât bringen, ob sie sich freiwillig dem künftigen Ober­haupte unterordnen werden, davon hängt die friedliche Ent­wickelung unserer Zukunft ab. Wer harrte in den letzten trübe« Tagen nicht mit banger Erwartung der folgenschweren Ent­schließung , welche siè fassen würden? Welchem aufrichtige« Freunde des Vaterlandes bangte nicht vor den umlaufenden Gerüchten über das Widerstreben Hannovers und Baierns? Freilich ein großes Opfer wird von den Fürsten verlangt, aber wenn sie es nicht freiwillig bringen, welches können die Folgen seyn? Entweder zerschellen die großen Hoffnungen des deut­schen Volkes, oder es muß Gewalt angewendet werden, und dann ist Bürgerkrieg die traurige Loosung. In dieser peinlichen Ungewißheit hat ein deutscher Fürst, wir sagen mit gerechtem Stolz und unverholener Freude, unser Fürst zuerst den hochher- zigen Entschluß gefaßt, offen und unumwunden zu erklären, er werde sich dem künftigen Oberhaupte unteror^nen. Das A ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit; das Wort ist eine That, eine deutsche That. Andere Fürsten werden diesem edlen Bei­spiel folgen, sind ihm zum Theil schon gefolgt, und dem deut­schen Volk eröffnet sich dadurch die Aussicht auf friedliche Er­reichung des großen Ziels seiner heißesten Wünsche.

Darum haben wir beschlossen, unsere volle Anerkennung hiefür öffentlich auszusprechen und thun dieses mit dem Wunsche, es möchte dieses erste Opfer eines deutschen Fürsten, darge­bracht auf den Altar des Vaterlandes, den Anfang einer neuen, schönem Zeit bezeichnen.

Karlsruhe, 15. Jan. In der heutigen Sitzung der erstes Kammer zeigte Frhr. v. And law an, daß er in der nächst« Sitzung einen Vorschlag zu begründen gedenke:Se. k. Hoh. den Großherzog ehrerbietigst zu bitten, mittelst Vorlage eines Gesetzes einen Verfassungsausschuß zu berufen, welcher ein Wahlgesetz und eine Reform der Verfassung sofort zu bearbei- teu habe, um solche sodann einer zu berufenden Versammlun- zu dem Zwecke vorzulegen, die neue Verfassung anzunchmeh, abzuändern, oder zu verwerfen. (K. Z.)

I stien und Stämme nicht besänftigen. Man droht mit Bürger­krieg. Wenn ein deutscher Fürst die Niederträchtigkeit begehen könnte, sich mit dem Auslande gegen Deutschland zu verbün­den, die Bestimmung:jeder Deutsche ist wählbar" wird Dem âcht vorbeugen. Man sagt, wer die Sympathie des Volkes «nicht habe, solle nicht gewählt werden. Wer hatte im Februar die Sympathie in Frankreich? Lamartine. Wie lange behielt ;tr sie? Wer hatte sie im Juni? Cavaignac. Wo ist sie jetzt hin? Wer hat sie jetzt? Louis Napoleon. (Links: Nein!) Er hat ja doch 5 Millionen Stimmen erhalten.' Wäre ich Republikaner, ich würde den Volkswillen in seinem Ausspruch «ehren. Wenn die Sympathien so schnell wechseln, wer steht Ihnen, wenn Sie auf ein Jahr wählen, dafür, daß nicht der Gewählte binnen sechs Wochen die Sympathien verloren hat? Sie müßten ein Aufkündigungsrecht annehmen, und allenfalls auf vier Wochen wählen. Gestern hat ein junger ^Republikaner (Schütz) gegen die Erblichkeit gesprochen. Ich erinnere an einen andern jungen Republikaner, Louis Blanc, her von London aus erklärt hat, daß er einen erblichen Mo­narchen für zehnmal besser halte, als einen wechselnden Prä- fidenten. Sie werden Ihrem wechselnden Oberhaupte eine eine Zivilliste geben müssen, und zwar um so größer, damit er durch Glanz ersetze, was ihm an Macht fehlt. Wenn Sie Preußen an die Spitze setzen, dann bleiben es ja 34; der 35. entsteht nur, wenn Sie einen andern als einen regierenden Fürsten wählen. Man sagt, die Zustimmung der Fürsten zum erblichen Oberhaupt sey nur aus Furcht entsprungen. Ich wünschte, daß man auch den Fürsten, obschon Fürsten, nur lebte Motive zutraue. Ich kenne nur einen von ihnen, und von diesem weiß ich, daß er nur aus edlen Motiven handelte, und Deutschland wird es ihm danken. Aber es haben sich auch Ständekammern dafür erklärt; ist es bei diesen auch Egoismus? Der Vorwurf Hagens, das Haus Hohenzollern wisse nicht zuzugreifen, mag alle Die beruhigen, welche die Preußische Herrschaft fürchten. Man droht von Seiten Oester­reichs mit einem dreißigjährigen Krieg. Wer so von Oester­reich denkt, der glaubt nicht an den günstigen Erfo'g der einzuleitenden Unterhandlungen, und sollte nicht davon spre­chen, daß wir Brüder ausgeschlossen haben. Das nämliche Preußen, das man jetzt so sehr fürchtet, wurde bisher von Oesterreich unter Vormundschaft gehalten. Auch bei dem Beitritt Badens zum Zollverein fürchtete man für die Freiheit ii. f. w. und jetzt segnet Jedermann das große Werk. Erst vom Tage der Einführung des preußischen Zolltarifs datirt sich der Schutz der deutschen Industrie. Der Redner widerlegt die Beschuldigung, daß die Mehrheit der Nationalversammlung das Vertrauen und die Sympathie im Volke verloren, und führt u. A. die Abonnementswechsel der Zeitungen an. Ein Blatt, das vielen Angriffen der Linken ausgesetzt gewesen, ist seit Neujahr bei der Post von 3860 auf 4878 Abonnenten ge­wachsen, während der Absatz eines Organs der linke» Seite, der Reichstagszeitung, (Zahlreiche Stimmen links: nein! nein!) Ich freue mich, daß die Mehrheit von Ihnen sich von die­sem Organe lossagt (Gelächter), während dieses Organ von 845 auf 473 herabgesunken ist (Gelächter rechts). Der Red­ner schließt mit den Worten: In Kopenhagen freut man sich der Aussicht, daß aus der deutschen Einigkeit nichts werde. Was die Dänen, die Russen, die Franzosen am meisten fürch­ten, ist ein Erbkaiser (Gelächter links). Freuen Sie sich immer­hin über das, worüber unsere Feinde frohlocken; wir wollen unseren alten Weg gehen, und auf ihm beharren. (Zustim­mung rechts.)

Frankfurt, 16. Jan. (D. Z.) Die heutige Verhandlung hat ein interessantes Faktum an's Licht gestellt. Die Linke hat gegen die Bezeichnung der Reichstagszeitung als ihres Organs sich laut verwahrt. Die Verbreitung der Reichs­tagszeitung, an welcher früher Robert Blum als Redakteur thätig war, hat beträchtlich abgenommen.

Man spricht davon, daß der Reichsverweser die Hoffnung hege, gegen Ende Februar seine hohe Mission erfüllt zu sehen, und also bis dahin nach Oesterreich zurückkehren zu können. ES dürfte indeß doch zu bezweifeln seyn, ob die Nationalver- |ammlung bis zu diesem Zeitpunkte ihre Aufgabe völlig ge*

b* Marmheim, 17. Januar. Der hiesigeVaterlän­dische Verein" hat folgendeoffene Erklärung" ergehen lassen: Die deutsche Geschichte bietet in den letzten Jahrh«»- derten das traurige Bild der Schwäche und Ohnmacht unseres

Köln, 13. Jan. (D. Z.) Trotz Alledem und Alledem wol­len wir unsern Fasching feiern, die Vorversammlungen werde» gehalten und HanSwurst geht wieder in den Zeitungen um und macht seine kaum dem Einheimischen verständlichen Witze. Ja eS erscheint hier jetzt ein eigenes Witzblatt von Sternau r