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stören, als Staatsbeamten, (Richter htcL), welche statt, wie cs gerade in einer solchen Zeit der geflissentlichen und un­geflissentlichen Verwirrung der Begriffe über Recht und Un­recht ihre erste Pflicht wäre, felsenfest auf dem Boden dem Boden des Rechtes und der Gesetze zu be­harren, und so dem Zweifelhaften und Hülfesuchenden einen Anhalt und Schutz zu gewähren; mit dem verbrecherischen Treiben einer gewissen Partei , welche ihre selbstsüchtigen ge­meinen Zwecke durch politische Vorwände zu beschönigen trach­tet, koguettiren, nach den spitzfindigsten Scheingründen haschen, um dasselbe als nicht strafbar Und lediglich als Folge deS dermaligen Revolutionszustandes hinzustellen, dadurch natür­lich alle Rechtlichgesinnten in demselben Grade entmuthigen, als sie zur täglichen Steigerung der Frechheit jener Rotte bei­tragen, und endlich jenen Zustand der Rechtlosigkeit her­beiführen, wie er sich leider gegenwärtig in dem größten Theile des Landes vorfindet.

Ein dritte, wenn auch in großer Minderzahl vorhan­dene, immerhin doch noch hinlänglich zahlreiche Klasse von Beam­ten sind diejenigen, welche der Autorität der Obrigkeit und der Gesetze prinzipmäßig feindlich entgegentreten und dieselbe zu untergraben trachten. Diese Leute tanzen theilweise den allgemeinen Taranteltanz des Jahrhunderts mit, und werden deshalb, wie alle Schwärmer, durch nichts weniger als Ver­nunftgründe, sondern lediglich durch die auf sie selbst nothwen­dig fallenden Folgen ihrer Handlungsweise geheilt werden.

Die feindselige Gesinnung eines andern Theils dieser Leute hat jedoch noch einen andern Grund, als das allgemeine, in der Luft liegende MiaSma, nämlich die unter dem alten Sy­stem so äußerst fühlbar gewordene Bevorzugung der Beamten an den Zentralstellen auf Kosten derjenigen an den Lokalstellen. Die geschilderte feindselige Beamtenklasse findet sich daher auch fast ausschließlich unter den Lokalbeamten, und wenn man einen Rückblick auf-vie hinter uns liegenden 30 Jahre wirft, so muß man zur Steuer der Wahrheit gestehen, daß wenn ir­gend eine Kategorie von Staatsangehörigen Grund zu dem bittersten Grolle gegen Alles,was von Oben herab kam," hatte, so waren es die Lokalbeamten!

Durch diese Anerkennung soll übrigens die Fortdauer dieses Grolls nur erklärt, keineswegs gerechtfertigt oder ent­schuldigt werden. Denn gerade diese Beamtenkategorie konnte am sichersten darauf rechnen, daß der Umschwung der Dinge ihnen nur zum Vortheile gereichen könne, daß sie also ganz abgesehen von edleren Motiven wesentlich dabei interessier seyen, eine bessere Ordnung der Dinge gründen zu helfen, nicht aber dem Streben nach einer solchen alle erdenklichen Schwierigkeiten in den Weg zu legen.

Nach dieser Erforschung und Schilderung der Ursachen unseres unbehaglichen Zustandes glauben wir bei Angabe des Mittels zu dessen Beseitigung uns sehr kurz fassen zu können. Dasselbe besteht unserer Ueberzeugung nach in nichts Anderem, als: die Regierung selbst verfalle nicht ebenfalls in ein Schau­kelsystem, sie trete eben so streng gesetzlich wie entschie­den auf, und bedenke sich keinen Augenblick, die nachtheilig wirkenden Beamten aus dem ihr zu Gebote stehenden gesetz­lichen Wege zu entfernen.

Wir stehen ein für den sicheren Erfolg dieses Verfahrens! Es werden hierdurch die Gutgesinnten cr- muthigt werden, und sich aufrichtig und fest an sie anschließen ; die gemeinen Achsellräger werden hieraus erkennen, daß die Macht immer noch in der Hand der gesetzlichen Staatsgewalt ruht, und sich deßhalb hüten, sich wenigstens zu den Feinden aller Ordnung zu gesellen; diesen selbst aber werden bei ihrer, aller Orten noch bewiesenen Feigheit bei einer imposanten streng gesetzlichen Haltung der Regierung alles und jedes Ge­lüste nach Wiederholung ihres früheren Unfugs von selbst vergehen!

Hohe Zeit aber ist es für die Regierung zu dem entschie; densten Handeln!

Deutschland.

Mainz, 5. Jan. (Mannh. I.) Von verschiedenen Blät­tern wurde in letzter Zeit davon gesprochen, unsere Festung werde in Vertheidigungszustand gesetzt, dagegen wieder von andern Blättern widersprochen. Das Wahre an der S rche ist, daß im Stillen Anstalten getroffen werden, um eine Rüstung nöthigenfalls in kürzester Zeit vornehmen zu können. Von einer Rüstung selbst ist aber durchaus noch keine Rede.

Wie wir aus sicherer Quelle hören, werden in diesem Jahre durchaus gar keine Karnevalsbelustigungen stattfinden.

Auch wird unser Theater, dessen Oper in diesem Augen­blick vorzüglich besetzt ist, in einigen Wochen geschlossen wer­den, da die Einnahmen die sehr bedeutenden Ausgaben nicht decken; es ist übrigens sehr zu verwundern, daß in diesem Jahre das Theater, namentlich von den Reichern, beinahe gar nicht besucht ist.

Die seit den Märztagen hier erscheinendeRheinische Zei­tung", ein gemäßigt liberales Blatt, hat mit dem 1. d. M. zu erscheinen aufgehöri, da es sehr geringe Theilnahme fand. Es erscheinen jetzt in hiesiger Stadt nur noch zwei Blätter, dieMainzer Zeitung" und dasMainzer Journal" deren Richtung sich schroff gegenübersteht, indem die erstere dem ro­then Republikanismus huldigt, während das letztere den Ultra# montanismus vertritt.

Die hier in Garnison liegenden Preußen suchen sich den Bürgern immer mehr zu nähern, was man mit Freude be­merkt; nur die Offiziere halten sich noch immer sehr entfernt von dem Bürgerstande.

Karlsruhe, den 5. Jan. Der Abgeordnete Peter liegt schwer erkrankt darnieder.

München, 5. Jan. Die D. sonst Ztg. bringt einen Artikel zur Widerlegung Derjenigen, welche das Publikum glauben machen wollen, daß es in Bayern keine Kamarilla, keine Kabinetsregierung gebe, und auf keine Reaktion abgesehen sey. Als Gegenbeweis wird angeführt, daß unter den zum Neujahr mit Orden beliehenen Personen sich 11 von rein ultra- montaner Färbung befinden, daß der Hauptmann Graf Mar Bothmer, der wackere Kämpfer in Schleswig-Holstein, dessen offenes und männliches Auftreten im letzten Wahlkampfe, in welchem er leider unterlag, den Herren am Ruder gar nicht behagte, von hier nach Würzburg versetzt worden, daß die Denunziation von Zeitungsartikeln sich von Tag zu Tag mehren, ja daß die Polizeibehörde sogar solche Artikel hervor­gezogen und dem Stadtgerichte überliefert hat, welche schon vor mehreren Monaten in Blättern standen und damals unbe­achtet gelassen worden waren, u. s. w.

Ueber die Konferenz thüringischer Minister in Gotha vom 15. und 16., deren Schluß wir blos mittheilen. Er lautet: Uebrigens sind die betreffenden Verhandlungen noch nicht völlig abgebrochen und man kann von vet tssürmgkfchon Einheit so viel hoffen wie von der deutschen.

Hannover, 2. Jan. Neben vielen Ordens- und Titelver­leihungen hat der Neujahrstag auch eine Reihe von Beförde­rungen im Heere gebracht; zehn Sekondelieutenantsstellen wa­ren in der Infanterie zu besetzen. Kadetten,Söhne aus gu­ten Familien", haben diese Stellen erhalten. Die Bestimmung der Verfassung,alle Vorzüge der Geburt, unbeschadet der Pri- vatrechte, sind aufgehoben, wird noch lange nichts anderes als bloße Versprechung seyn. (Wes. Z.)

Dortmund , 6. Jan. Heute ist hier der außerordentliche Kongreß der konstitutionellen Vereine Rheinlands und Westphalens versammelt. Ueber 100 Vereine (von Saarbrücken bis Minden) sind vertreten. So eben hat der Kongreß einen Beschluß einstimmig gefaßt, den ich, da derselbe die Ansichten der bei weitem überwiegenden Mehrheit unserer Bevölkerung vertritt, Ihnen mitzutheilen mich beeile. Er lau­tet: Der Kongreß erklärt seine Zustimmung zu dem von dem Reichsminister v. Gagern in der Sitzung der deutschen Natio­nalversammlung vom 18. Dez. 1848 vorgelegten Programm, betreffend die Lösung der österreichischen Frage, und in Erwä­gung, daß Oesterreichs Völker und Regierung für den Fortbe­stand der österreichischen Staatseinheit sich ausgesprochen ha­ben, daß damit aber der Eintritt von Deutsch-Oesterreich ht den deutschen Bundesstaat nicht vereinbarlich, spricht der Kon­greß seine Ueberzeugung aus, daß es höchst dringlich ist, die Verfassung des deutschen Bundesstaats und zwar ohne tiefere nere Mitwirkung der österreichischen Regierung oder österreichi­scher Abgeordneten endlich zu vollenden, und daß hierauf ein möglichst baldiges inniges Bundesverhältniß zwischen Deutsch­land und Oesterreich, im Interesse beider Staaten hergestellt werden müsse.

Berlin, 5. Jan. Die Kontrole über die in die Hauptstadt einpassirenden Fremden wird namentlich rückstchllich der mit der