— Marrast richtet ein Schreiben an das „Gouvernement," worin er gegen dessen Behauptung, sich nicht mehr um den Präsiocutenstuhl der Nationalversammlung zu bewerben, protestirt.
— Die „Patrie" meldete gestern Abend, daß der Kongreß in Brüssel wahrscheinlich nicht 'stattfinden werde.
— Die Blätter heben ganz besonders hervor, daß Louis Napoleon Bonaparte in dem Augenblick, wo das diplomatische Korps vorbeidefilirte, an den Nuntius schritt und ihm sagte: Er hoffe den Pabst bald wieder auf seinen weltlichen Thron zurückgcführt zu sehen.
— Biele Bankhäuser nehmen ihre Geschäfte, obgleich noch ziemlich schüchtern, wieder auf. Das Haus Hottinger, seit dem 24. Februar geschloffen, scheint sich ebenfalls wieder zu öffnen.
— Die Zahl der Briefe, welche seit vorgestern (dem neuen Gleichheitsporto) in die Kasten geworfen werden, ist enorm. Die Zahl der Frankobriefe hat dagegen um V* abgenommen. Kein Mensch frankirt mehr, da das Porto nur einige Sous für ganz Frankreich kostet.
Großbritannien.
London, 1. Jan. Die Times von diesem Datum meldet den am gestrigen Tage durch einen Schlagfluß herbeigefübrten Tod des engliichen Marineministers (ersten Lords der Admiralität), Grafen Auckland, die Morn. Post die Ankunft des Barons Andrian und der Gräfin von Landsfelv (Lola Montez) in London.
I t a l i e n.
Eine Korrespondenz in „Gälignani's Messenger" aus Rom vom 23. Dezember lautet: „Die Lage der Dinge ist in einigen englischen Zeitungen (gilt auch von französischen, hauptsächlich von dem „Univers," der „Union" und dem „Journal des Debats") sehr übertrieben worden. ES hat keine eigentliche Ruhestörung stattgefunden, obschon durch die republikanische Partei Versuche gemacht wurden, welche die Nationalgarde ohne irgend eine Gewaltthätigkeit unterdrückte. Es ist tief zu bedauern, daß Pius IX. sich bewegen ließ, seine Hauptstadt zu verlassen, ohne eine Regentschaft einzusetzen, und sich in die Arme des Königs von Neapel geworfen hat. Diese letzte Handlung hat die Opposition gegen ihn gekräftigt. Könnte er aber bald nach Civita-Bccchia kommen, so dürften die Sachen bald beigelegt werden.
Sprechsaal
für S t 6 d r und Land.
AlS Zusatz des Artikels im Sprechsaal von No. 4 zweite Ausgabe dieser Zeitung noch die Ermahnung an die Wähler: „Alle Stimmen, welche nicht den Kandidaten beutltch bezeichnen, sind verloren. Da nun zwischen Weichard und Weygand gar leicht Verwechselungen entstehen können, so ist es zweckmäßig Adjunkt Weichard zu schreiben. Auch bezüglich der Urwahlen zur Ernennung eines Depulirten machen wir darauf aufmerksam, daß mehrfach vorhandene, oder sich gleichende Namen deutlich unterschieden werden müssen, weil sonst die Stimmen nichts zählen und wer stimmt, wird dochauch haben wollen, daß seine Stimme etwas bedeutet."
Bürger von Wiesbaden!
~ Bald werden wir es doch einsehen, worauf es eine gewisse Partei bei der Bürgermeisterwahl abgesehen hat. Um ihren einen Kandidaten, worauf dieselbe fest hält, durchzubringen, wollen sie der andern Partei mit aller Gewalt zwei Kandidaten aufdringen, damit sich die Stimmen zersplittern sollen und sie deshalb um so leichter Sieger bleiben würden; deshalb schon wieder ein neu vorgeschlagener Kandidat. —
Aber laßt Euch nicht irre machen, wählet nach Ueberzeugung, Pflicht und Gewissen und haltet ebenfalls fest an de» einen Kandidaten Weichard (Adjunkt braucht nicht davor geschrieben zu werden, eS gehen deshalb doch keine Stimmen verloren), so werdet ihr sehen, daß die bessere Partei doch siegen wird.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Frankfurt a. M., den 5. Januar.
Mittags I Uhr.
Papier.
Geld.
Oesterreich, 5°/, MetalliqueS......
„ 2% °/o „ • . *
„ 3 % Bankactien o. D.....
„ 500 fl. Loose .......
„ 250 fl. Loose........
Preußen, 50 Thaler Prämienscheinc .... „ 3717» Staalsschuldscheine i 105 kr. .
Bayern, 37, 7» Obligationen ....... Berbacher-Eisenbahn-Actien..... Würtcmberg, 37z 7o Obligationen.....
„ 47i 7o neue Obligationen . . .
Baden, 37i 7o Obligationen von 1842 .... „ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....
Darmstadt, 3'/, % Obligationen ..... 4 7. „
„ 50 fl. Loose........
„ 25 fl. Loose.........
Kurhessc n, Friedrich-Wilhelms-Rordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
Nassau, 371 7o Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 fl. Loose..........
Frankfurt, 3 % Obligationen....... „ 3717« „ von 1839 . . .
„ 37, „ „ _ von 1846 . . .
Taun ns-Eise nbahn-Actien â 250 fl. . . . Holland, 27i°/° Integralen....... Spanien, 3 % Innere Schuld.......
„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......
737
597
387
1160
1317
767
807
767
677
777
937
757
457
267
777
877
217
387
257
787
217
77
917
877
273
497
197
1
727« 59 387« 1151
1317.
767« 957, 7971 76'/, 6771 767.
937, 75 7, 457.
267. 777« 87
647, 217.
387. 257.
207, 767, 907.
87 7.
270
49
197,
977,
„ 500 fl. ,, „ .......
Sardinien, 36 Fres. Loos« bei Gebr. Bethmann D is conto ......... . . , .
72”
25
717« 2471
17.
Gold.
fl.
fr.
Silber.
fr.
Pistolen........
Pr. Friedrichsd'or. . . Holl. 10 fl. Stucke . . Rand- Ducaten .... 20 Francsflucke .... Engl. Souverains. . .
9
9
10
5
9
12
54
55
2
36
36
2
Gold al Marco .... Laubth., ganze..... Preuß. Thaler.....
5 Frankenthaler .... Hochhaltig Silber. . . Gering iL mittelh. . .
1 382
1
24
24
437, 45
24
18
Frachtpreise.
Namen der Städte.
D a t u m der Pr eise.
Waizen ’ pr. Malter
Pfdlfllkr.
Korn vr. Malter
Vhlfl-Ifr.
Gerste or. Malier
vkdl fl. Ike.
Hafer vr. Malter
Pfdlfllkr.
Bingen ....
3. Jan.
260
8
25
266 6j 3
147 4 40
129 3
20
Diez.....
29 Dez.
310
13
27
290 8,25
260 6 30
— 4
30
Dillenburg . . .
30. Dez.
300
14
20
300 10 20
260 8,—
190 5
20
Friedberg . . .
5. Jan.
215
8
15,196 5 18
75 4 20
136 2
15
Hadamar....
28. Dez.
14
35
8 30
6 10
4
15
Herborn ....
24. Dez.
320
14
—
360 10 -
260 8 —
200 5
— .
Mainz.....
5. Jan.
200
8
42
200 5 41
200 5 47
«00 6
12
Wiesbaden . . .
4. Jan.
170
7
40
160 4 30
144 3 45
96 2
35
16] In dem Hause des Ph. Ott in der Neugaffe Nr. 12, gegenüber dem Waisenhausgarten, stehen auf den 1. April 1849 zwei Familienwohnungen zu vermiethen die eine be- steht aus 7 Zimmern, 1 Küche, 4 Mansarden, 2 Kellern und 1 Holzstall und war seit G Jahren von Hrn. Pfarrer Steuding bewohnt; die zweite besteht in einer geräumigen Parterre-Wohnung. Beide haben den Mitgebrauch der Waschküche, des Bleichplatzes und des Trockenspeichers.
Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes, welche an jedem Werktage, Bormittags um 11 Uhr, auS- gegeben wird.
Die Expedition der Aass. Allg. Peilung.
Druck und Verlag der L. Schelleuberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden.