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ES bestätigt sich, daß daS-ftuher mit der Provinz Ober- Oesterreich vereint administrirte Herzogthum Salzburg nunmehr eine abgesonderte Verwaltung, mit dem Deputaten Lasser an der Spitze, erhalten soll.

Wien, 28. Dez. (K. Z.) Wir hören heute von einer Pro- jektirtm Verschwörung, an die man bei dem jetzigen Zustande Wiens kaum glauben kann. Eine Kundmachung des Feld­marschalls Melden sagt uns in etwas barockem Style Fol- ^b"^ Da in jüngster Zeit das Bestehen eines Klubs böswilliger Buben wiederholt angezeigt worden, welcher sich mit der ab­surden Idee herumtreibt, selbe in den Kneipen der Vorstädte bespricht, durch Kennzeichen von Federn an den Hüten sich kund gibt, und ganz vorzüglich Pläne entwirft, in Masse die Ver­schanzungen auf den Basteien nächtlich zu erstürmen und die Kanonen zu vernageln, so wird hiemit dem bessergesinnten Theile des Publikums bekannt gegeben, daß drei Alarmschujfe für einen solchen Fall die ganze Garnison in fünfzehn Minuten auf ihre angewiesenen Plätze bringen, daß in der Nacht aus Alle scharf gefeuert wird, welche sich in größeren Masten den Verschanzungen nähern, oder von den Schildwachen ange- rufen nicht sogleich eine andere Richtung einschlagen, daß ferner bei einem Alarme die den Verschanzungen nahe liegen­den Häuser von den Truppen sogleich besetzt werden, und daher auf deren Verlangen zu öffnen sind.

Wien, 29. Dez. Siegesberichte über Siegesberichte aus Ungarn. Kaum daß wir das siebente Armeebülletw gelesen, welches die Einnahme der Festung Raab, des SchlustelS von Ungarn, verkündet, wird schon das achte Armee bull et in bekannt gemacht. Es lautet:Aus dem Hauptquartier Raab hat Sc. Durch!, der Feldmarschall Fürst Windisch-Grätz mir vom gestrigen Tage Abends so eben die Nachricht zukommen lassen, daß nach dem in der gestrigen Relation angezeigten Rückzüge des Feindes der Fe dmarschall den Generalmajor Ottinger mit seiner KavaÜeriebrigaoe zur Verfolgung der seinv- lichen Armee einen sorcirlen Marsch nach Babolna habe machen lassen. Der Generalmajor Ottinger traf am 28. Dez. um 5 Uhr Morgens daselbst ein, wo er die feindliche Avantgarde aus­gestellt fand, die er ohne Verzug angriff. Ein Bataillon des ehemaligen Regiments Prinz von Preußen, ungefähr 600 Mann stark, wurde von 2 Divisionen von Wallmoden Kürassiere größtentheils zusammengehauen und der Rest gefangen genom­men. Unter den Todten befand sich der ehemalige Kapitän- Lieutenant Szel, der als Verräther zurückblieb und von der revolutionären Regierung zum Major ernannt worden war. Außerdem wurden noch mehrere Husaren und Infanteristen von Honvedbataillons, zusammen 7 Ossiziere, 700 Mann, dar­unter 200 Mann Verwundete, gefangen genommen, ein Mu­nitionskarren und eine Fahne erobert. Die Rebellen haben aus dem Gestüte zu Babolna zwar einige Pferde fortgenommen, an den Gebäuden ist indeß kein Schaden angerichtet worden. Der Feldmarschall wird heute, 29. Dez., mit der Armee seine Operationen fortsetzen."

Schweiz.

Bern. Die Einwohner Biel's, welches Städtchen von der revolutionären Propaganda (der deutschen Flüchtlinge) von jeher zu ihrer Licblingsresivenz erkoren worden war, scheinen endlich dieses Treibens satt zu seyn, und haben sich deßwegen mit einer ehrerbietigen Vorstellung und Erklärung an den h. BundeSrath der schweizerischen Eidgenossenschaft gewandt, in welcher sie das dringende Ansuchen stellen, daß diesem Treiben endlich einmal von oben herab ernstlich gesteuert werde, indem sonst das Volk sich bewogen finden könnte, auf die bezeichnete Gesellschaft ihren eigenen Wahlspruch:Hilf dir," anzuwen­den, um Stadt und Land von solchen Gästen zu reinigen. DerSchw. Beob." fügt bei: dieses Gesuch sey unterzeichnet von etwa 300 Einwohnern Biel's, darunter ein Mitglied des Rationalrathes, zwei Mitglieder des Gr. Rathes, sämmtliche Amtsrichter, beinahe alle Mitglieder des Gemeinderalhes.

Frankreich.

Paris, 1. Jan. Alle Welt vermuthete heute, am Neu, jahrstage, eine mehr oder weniger allgemeine Amnestie im amt- lichen Blatte der Republik zu finden. Statt dessen erscheint der Moniteur mit folgender lakonischen Erklärung an seinem ^^Da wegen des ReujahrstageS die Werkstätten des Mo­niteurs geschlossen sind, so wird derselbe am Dienstage nicht erscheinen, cs müßte denn die Publikation eines offiziellen Ar­tikels sein Erscheinen nothwendig machen."

Das Joural des Debatö trägt ebenfalls folgende râth- selhafte Worte an seiner Spitze, die unsere vorgestrige Andeu­tung einer neuen Ministerkrisis rechtfertigen:

Wir empfingen bis zu diesem Abend keine gewissen Nach­richten über den Zustand des Ministeriums. Indessen glauben wir, daß für den Augenblick keine anderen Minister gewechselt werden sollen."

R u ß l a n d.

Von der russischen Gränze, 26. Dez. Endlich habe ich Ihnen von einer faktischen Milderung der Grenzsperre zu be­richten. Seit zwei Tagen ist das Verbot der Ausfuhr von Pferden, Hornvieh, Getreide und Mehl von Rußland nach Galizien aufgehoben worden, nnd wir sehen der Hoffnung entgegen, daß noch andere Konzessionen baldigst nachfolgen werden. (BreSl. Z.)

Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl,

Bekanntmachungen.

Bekanntmachung.

Die Bürgermeisterwahl betreffend.

Nachdem der Gehalt des künftigen Bürgermeisters durch den Bürger- ausschuß festgesetzt worden ist und ein weiteres Hinderniß nicht mehr vor­liegt, hat das Herzog!. Stadt-Polizei-Amt dahier in Gemäßheit des Ge- meindegesetzes vom 12 v. M. §. 1 der Wahlordnung zur Wahl des Bürger­meisters auf

Montag den 8. dieses Monats:

1) Für's 1te Viertel Vormittags 9 Uhr im Kursaale,

2) 2te Vormittags 11 Uhr im Schulhause am Markt,

3) 3te Nachmittags 1 Uhr im Schützenhof,

4) 4te Nachmittags 3 Uhr im Rathhaussaale,

Dienstag den ». dieses Monats:

1) Für's 5te Viertel Morgens 9 Uhr im Gymnasium,

2) Ste Vormittags 11 Uhr in den Vier Jahreszeiten,

3) 7te Mittags 1 Uhr im Adler,

4) 8te Mittags 3 Uhr in der Rose,

Mittwoch den 1O. dieses Monats:

1) Für's gte Viertel Morgens 9 Uhr im Alleesaale,

2) Wie Vormittags 11 Uhr in der neuen Schule,

3) Ute Mittags 1 Uhr im Nerothale,

4) 12te Mittags 3 Uhr in der neuen Schule,

bestimmt.

Die Herren Gemeindoräthe werden die Wahler ihrer Viertel noch be­sonders zu dem Wahlakte einlaben.

Die Eröffnung deö SkrutiniumS soll sodann Donnerstag den 11. d. M, Morgens 8 Uhr, im Saale des Rathhauses beginnen.

Alan hegt das Vertrauen zu allen wahlberechtigten Bürgern, daß sie die Wichtigkeit der Burgermeisterwahl in ihrem ganzen Umfange erfassen und sich ohne genügende Entschuldigung der Betheiligung an derselben nicht entziehen werden.

Wiesbaden am 3. Januar 1849.

Der Stadtschultheißereiverwalter.

10] C. Christmann.

Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Abends um 6 Uhr, ausgegeben oder kann im Erpeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden,