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mir, daß ich meine Freunde rette, die Freunde meiner Freunde aber ihrem Schicksale überlasse.

Oh, sprechen Sie nicht so, gnädiger Herr! unterbrach ihn Cimarosa bittend. Mein lieber Freund, sagte der General, Eure Patrioten sind entweder Narren, oder sie sind mit Blind­heit geschlagen, sie sehen nicht, daß sie von Verräthern und Spionen umgeben sind; aus ihrer eigenen Mitte kommt der Schlag, der sie trifft. In demselben Augenblick, indem ich mit Ihnen rede, verräth und verkauft ein Elender, Namens Gior­dano, nachdem er selbst ein Komplott zur Flucht gestiftet, seine Brüder an den Cardinal, wie Judas unseren Heiland verrathen und verkauft hat. Wär's möglich, großer Gott! Oh, das ist nicht sein erster Verrath; aber was Sie noch mehr in Er­staunen setzen wird, ist, daß auf Giordano's Liste auch Ihr Name steht. Schändlich! sprach Cimarosa leise vor sich hin. Eine Minute später, und ich wäre nicht mehr im Stande ge­wesen, Sie aus den Händen Ihrer Richter zu befreien. Ich muß Sie sogar auf einen Tag oder deren zwei in die Gefäng­nisse der Vicaria schicken, damit Ihre Freisprechung regelmäßig erfolge, und Sie in Zukunft nicht mehr beunruhigt werden. Aber fürchten Sie nichts, Sie haben mein Wort! Oh, den­ken Sie nicht an mich, Erzellenz; aber die Anderen, mein Gott, was soll aus ihnen werden! Die Anderen? Nur Gott kann ihnen helfen!

Der treffliche General Katanyvetern hielt pünktlich sein Ver­sprechen. Cimarosa wurde zwei Tage nach dieser Unterredung in Freiheit gesetzt.

t* Lehrreiches Plakat

Achte Deiner Gesundheit! Ohne sie ist der Reichste ein armseliger Tropf mit ihr der Aermste ein Krösus. Ein siecher Kerl ist schon halb ein schlechter, denn der Gedanke, nur den Tantalus spielen zu müssen, wenn einem all' irdisches Glück, aller Welt Freude und Herrlichkeit vor dem Munde herumbaumelt macht ein bitteres Herz. Wer das Unglück der Krankheit mit freundlicher Seele erträgt, ist nur aus Irrthum ein Mensch worden und war zum Engel bestimmt! Die größte Sünde ist's, muchwillig und leicht­sinnig ein kränkelnder Schwächling zu werden, denn das ist die größte Strafe des Himmels, höhnend mit Füßen wegge­stoßen und den Seinen und der Welt eine Last geworden zu seyn, statt einer Freude und Hülfe.

Mache keine Schulden! Borgen macht Sorgen heißt's seit die Welt steht. Schulden machen Lügen, Abhän­gigkeit, Feindschaft und Streit, der keine Ehre bringt!'Wer Schulden hat, ist kein freier Mann mehr und ist manch' braver Kerl ganz nach uno nach ein Hundsfott worben, der von Schulden zu Schwänken, von Schwänken zu Trug, vom Trug

zum Stehlen, wenn's auch ein verblümtes war und sofort bis an den Abgrund kam. - Wer das empfindlichste Ehrge­fühl hat, fällt dann am schnellsten, weil er am meisten von Scham und Reue gequält wird und Besinnung und Halt dann am leichtesten verliert.

Ich wünsche, daß Du einer Verbindung an­gehörst. Obskuranten sind schlecht angesehen von Burschen und Philistern, und wer nichts gilt, wird nichts werth. Unter ihnen ist keine Freundschaft, keine Fröhlichkeit und keine Poesie denn ihnen fehlt die entschiedene Richtung, das Be­wußtseyn der Geltung, das Gefühl treuer Kameradschaft und der lustige Stolz eines wahrhaften Burschen.

Sey kein Raufbold, aber laß nichts auf Dir si­tzen. Wer sich schimpfen läßt, wird's bald werth ! Laß dich 8 Tage einen Lumpen heißen, und am neunten glaubts alle Welt, daß Du einer bist, und am zehnten wirst Du wie ein Lump be­handelt. Wer sein Blut nicht an seine Ehre setzt, hat kein ächt germanisches in den Adern! Das ist ein Bastard! Denn die Sitte des Zweikampfes ist nicht, wie dte klugen Männer sagen und schreiben, eine übergebliebene Rohheit der Väter, welche die moderne Thorheit der Söhne nicht los werden kann nein! das ist eine gute, ehrliche und mannhafte Weise, den Streit zu schlichten, wenn er nicht ist über Gut und Geld und Dinge, die Maaß und Gewicht haben und darüber Bücher und Richter Auskunft geben, sondern über ein Ding, was tief im Herzen sitzt, und zwar am tiefsten dem Deutschen! Das ist die Ehre! ein wunderliches und wunderbares Ding, von dem die größten Philosophen nicht recht viel wissen, wenigstens nicht so viel als ein schlichtes, gutes, reines Weib! Ich habe schon viel von Juristen und Christen, von Weltweisen und Professoren über den Unsinn des Duells gehört und gelesen, aber Eines haben sie mich nicht.gelehrt; wie ich die Weis­heit unb die Feigheit von einander unterscheiden soll? Pauke dich also in Gottes Namen, wenn's gut ist und tapfer, denn ich will Dich lieber begraben sehen, als verachtet, als einen Feigling. Hüte Dich aber vor ungerech­tem Streite und leichtsinnigen und muthwilligcn Händeln: Ein g ut es Gewissen macht d en Arm stark, aberZwei- fel an seinem Rechte hilft dem Feinde!

Merke Dir das, und was Dir der Fechtmeister sagt, das merk' auch! Und Gott sev mit Dir und guter Muth.

* Humoristis ches

(Schluß.)

Als weitere Proben mögen folgende Bruchstücke dienen:

Damals, bei de Wahlen nach Frankfurt am Main, saß neben mir ein Urwähler in eine Jacke, die an de Ellenbogen noch nich jan; zujenäht war. Sie hatte mehrere bunte Ab­theilungen, un überhaupt war sein janzer Anzug sehr patriot'sch,