geglichen werden müssen, und auch die Krone bisher noch immer sehr bedeutende Ankäufe für ihre Proviant-Magazine abschließen läßt.
Breslau, 21. Dez. Gegenwärtig tagt hier ein Kongreß der konstitutionellen Vereine Schlesiens, welcher aus 80 Deputaten besteht und 33 Vereine vertritt. Seine Aufgabe ist, den von seiner Partei auf die Wahlen auszuübenden Einfluß einer sorgfältigen Berathung zu unterwerfen. Er stellte daher zunächst ein Wahlprogramm auf, in welchem er sich mit den wesentlichen Bestimmungen der neuen preußischen Verfassung und namentlzch mit dem Zweikammersystem und dem absoluten Veto einverstanden erklärte, und berieth sich hierauf über eine Menge von Einzeln- heilen,, die für die Provinz und das Land wichtig sind, indeß zu wenig allgemeines Interesse erregen, als daß man sie besonders erzählen könnte. (Leipz. Z.)
Posen, 25. Dez. Es heißt, daß unsere Behörden einer neuen, weit verzweigten Konspiration unter den Polen auf die Spur gekommen seyen. Aus unsern kleinen Städten, namentlich aus Jaroczin, wird darüber schon ganz offen in unserer Zeituug gesprochen, und zugleich hinzugefügt, daß dort bereits alle erforderlichen militärischen Vorkehrungen getroffen wurden. So viel ist jedenfalls gewiß, daß die Besatzung des Großherzogthums auf's Neue in Bewegung gekommen ist und Truppenmärsche nach den verschiedensten Richtungen hin wieder an der Tagesordnung sind. Dem Vernehmen nach sollen die Polen den Plan haben, unmittelbar nachdem Ludwig Bonaparte in Frankreich zum Präsidenten proklamirt worden, sich gleichzeitig in allen polnischen Provinzen zu erheben, um so einen allgemeinen Krieg zu provoziren, der dann eine bewaffnete Intervention der Franzosen und voraussichtlich die Wiedergeburt Polens zur Folge haben müßte.
Wien, 22. Dezbr. (Darmst. Z.) Ein eben erschienenes kaiserl. Patent an die Serben belobt die Treue und den Hel- dcnmuth dieser Nation, ernennt Joseph Rajacic zum Patriarchen und den G.-M. Suplikac de Vitez zum Woiwoden unter Herstellung dieser altgeschichtlichen Würden, und soll letzteres der serbischen Nation eine Bürgschaft für ihre nationale innere Organisation gewähren, welche gleich nach hergestelltcm Frieden erfolgen werde.
Wien, 24. Dez. (A. 3D Gerüchte der seltsamsten Art waren seit gestern hier in Umlauf; man ließ bas kroatische Armeekorps unter Jellachich zersprengt, ihn selbst gefangen seyn, die Ungarn sollten sogar schon bis nach Wiener-Neustadt vorgedrungen seyn, und das Ausbleiben der Armeebülletins verschaffte den Gerüchten Glauben. Ich schreibe Ihnen nur in Eile wenig Minuten vor Abgang der Post einzig in der Absicht, um falsche Berichte zu widerlegen, für den Fall, daß Ihnen durch einen Ihrer hiesigen Korrespondenten das eine oder das andere derselben mitgetheilt worden ist. So eben (4 Uhr) erscheint beifolgender offizieller Bericht, aus welchem die Stellung der kaiserlichen Armee ersichtlich ist. Die Armee befindet sich auf der Heerstraße nach Pesth, und wir wüßten nicht, was sie auf ihrem Marsche aufhalten sollte, wenn sie, was wahrscheinlich ist, es nicht scheute, Komorn bei Seite und im Rücken zu lassen. Pesther Briefe melden noch immer, daß man unten in vollkommener Sorglosigkeit lebt. KossuthS Plakate sprechen von einer Hungersnoth in Wien, von einer totalen Auflösung der kaiserlichen Armee, von der Gefangenschaft deS Kaisers in Ollmütz; die Journale erzählen ihren Lesern auch nur angenehme Dinge und so ist man in Pesth voll Hoffnung von Tag zu Tag, daß ein Wunder für Ungarn geschehen müsse. So war es im Oktober in Wien, und wie bei uns jetzt, wird es im Januar in Pesth seyn. Fürst Windisch-Grätz will Neujahr schon in Pesth sein Quartier aufschlagen.
Viertes Armee-Bulletin. Nach den so eben aus dem Hauptquartier Ungarisch-Altenburg eingetroffenen Nachrichten des Hrn. Feldmarschalls Fürsten Windisch-Grâtz ist das erste und zweite Armeekorps zwischen Hochstraß und Raab schlagfertig aufgestellt, und die Avantgarde bis über die Rab- üitz vorgerückt ohne auf einen Feind zu stoßen. Vor Leopoldstadt ist die Division des Feldmarschall-Lieutenants Simunich, um Preßburg jene des Feldmarschall-Lieutenants Kempen aufgestellt. Von Oedenburg ist das Korps deS Obersten Horvath gegen Güns vorgerückt, um einer feindlichen Kolonne unter
dem Rebellen Perczel, die sich gedrängt von der unteren Mut ?. Normend, Stemamanger und Papa mit den Insurgenten beâab zu vereinigen suchte, in die Flanke zu fallen. Während des Verweilens der Armee in ihrer letzten Stellung ist in jener ganzen Strecke, welche die Truppen auf beiden Ufern der Donau besetzten, d. h. im Preßburger, Wieselburger und Oedenburger Komitat, die Entwaffnung des Landvolkes be-
die gesetzliche, Ordnung hergestellt, uno die Einsetzung der königlichen Reglerungskommissäre geschehen. Wien am 24. Dez. 1848. Vom Zivil- und Militärgouverneur Weiden, Feldmarschall-Lieutenant.
Wien, 21. Dez. Es ist die Nachricht eingelaufen, daß gestern auf das Leben des Fürsten W in d i sch - Grâtz von einem gemeinen Arbeiter ein Attentat jedoch fruchtlos gewagt worden ist. Derselbe schoß auf den Fürsten, als er von seinem Hauptquartier Karlburg nach Preßburg hinüber ritt, ohne ihn jedoch zu treffen. Der Thäter ist ergriffen.
OllmüH, 21. Dez. (D. 3D An der schlesisch-ungarischen Gränze, in den schönen Thälern der Beskiden, die seit zwei Jahrren durch Hungersnoth, Ueberschwemmungen und Typhus arg heimgesucht wurden, haben die Ungarn mit angeblich 1500 Mann einen Einfall gemacht, und in dem Forsthause zu Berani einen aus 14 Mann Infanterie und 17 Mann Finanzwache bestehenden Vorposten aufgehoben. Auch hat man Befürchtungen, daß das hart an der Gränze aus 8000 Mann, theils regulären Truppen , theils Landsturm, bestehende ungarische Korps durch den Jablunkapaß vordringt und Teschen besetzt. Der ungarische Befehlshaber will für die Unbilden, welche Hurban und sein Freikorps Ungarn zufügten, an den schlesischen und mährischen Gränzorten, die alle nur sehr schwach mit Militär besetzt sind, bultige Rache nehmen.
OllmüH, 19. Dez. Ich bemerkte Ihnen in meinem letzten Berichte, daß die Musikbande einer Bauernveputation vor dem erzbischöflichen Palaste das Lied: „Was ist des Deutschen Vaterland" gespielt. Nachträglich erfahre ich, daß man das bei Hofe den guten Leuten sehr übel genommen und ihnen vor dem Kreisamtsgebäude ihr deutsches dreifarbiges Banner abgenommen hat. Die hannakischen Bauernaufzüge mit ihren schwarzgelben Fahnen und slavischen Bändern, sind eine willkommenere Erscheinung, als bas verhaßte schwarz-roth-gold.
I t a l i e n.
Rom, 18. Dez. Gestern Abends zog ein Hause von Proletariern, Handwerkern und Müßiggängern, ungefähr 500, aber allmählich durch das Zuströmen von Neugierigen vergrößert, vor den Quirinal, wo die Minister im Rath versammelt waren, um die Einsetzung der provisorischen Regierung und die Verkündigung der „Konstituente^ zu »erlangen. Von den Ministern ließ sich keiner sehen. Ein gewisser Polidori, Vor- saß des Gircolo Popolare, kündigte im Namen des Ministeriums, ob nun wahr oder unwahr, an: dasselbe entspreche den Forverungen des Volkes, und lade es ein, sich andern Tages nach dem Deputirtenpalaste zu verfügen, um durch seine Gegenwart die Beschlüsse der Kammer zu bekräftigen. Der Volkshaufe zog dann vor die Wohnungen des Generals Garibaldi und de Boni's, auf welche die Augen der demokratischen Faktion gerichtet sind, um ihnen Lebehochrufe zu bringen; dann lief èr auseinander. Es ist jetzt 11 Uhr Vormittags und schon viermal hat die Trommel Generalmarsch geschlagen. Die Guardia ist entschlossen, auf die Ruhestörer zu feuern. Die Obristen ihrerseits wollen vom Ministerium ernstlich die Entfernung Garibaldi's, de Böni's, Caldefi's und anderer Wühler aus Rom verlangen. Ich sehe einen stürmischen Tag voraus.
— AuS Gaëta und vom Papst nicht neues. Die Angabe, daß der Papst an den Kardinal Castracane ein Memorandum übermacht, bestätigt sich nicht. Man sagt: Se. Heiligkeit beabsichtigte seine Residenz zeitweilig m Civitavecchia aufzuschlagen, wo von der Anwesenheit des englisch-französischen Geschwaders seine Person geschützt und feine Befehle unterstützt seyn würden.
Der „Contemporaneo" schreibt aus Gaeta, daß der König von Neapel anfange, Argwohn zu schöpfen aus der Masse