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Präsidenten, auch in ihrer persönlichen Erscheinung ins Auge zu fassen. Hr. Ludwig Bonaparte war in schwarzem Frack mit dem großen Band der Ehrenlegion, Cavaignac wie ge^ wohnlich im einfachen bürgerlichen Oberrock, ohne Auszeich­nung, gekommen und hatte sich neben seinen Freund den Bi­schof Fayet von Orleans gesetzt. Der General nimmt bei Niederlegung der Gewalt auch die Achtung seiner Gegner mit sich.

Das Journal des Debats erkennt dieß mit warmen Worten an:Wir verbergen, sagt es, die Rührung nicht, die wir empfanden, als wir den Mann die Tribüne besteigen sahen, der seit fünf Monaten, nachdem er der Erretter gewesen, der Gesellschaft von einem in der Geschichte unerhörten Angriff auS einer Gefahr, die der Gedanke kaum ermessen kann, so viel gethan hat, die Ordnung herzustellen und diesem unglück­lichen Lande das Vertrauen und den Frieden zurückzugeben. Unsere Rührung war übrigens die aller Welt. Auch dieser Tag ist ein großer Tag für den General Cavaignac. Wir beklagen ihn nicht, daß er die Gewalt verläßt. Er verläßt sie mit Ehren, nachdem er bis zur letzten Minute die öffent­liche Ruhe erhalten, er nimmt die allgemeine Achtung mit sich. Nicht dem Parteibaupt, dem Repräsentanten der Gewalt, dem Manne gelten unsere Huldigungen."

DieHannoversche Morgenzeitung" bringt aus Berlin folgende Urtheile über den muthmaßlichen Einfluß der Präsi­dentschaft Napoleons auf Preußens Zukunft:

Daß man in den Hofkreisen mit den Umwälzungen und Zuständen Frankreichs nicht zufrieden ist, weil man sie für die Mutter aller Uebel hält, wird Jeder gern glauben. Den­noch aber ist vielleicht kaum irgendwo eifriger für die erfolg­reiche Kand id a tur Cavaignac's Partei genommen wor­den, als in Potsdam, wo der Sieg Louis Napoleons die größte Niedergeschlagenheit hervorgerufen hat. Seit dieser Zeit glaubt man an einen bevorstehenden Kr-ieg, der für die Dynastien in Deutschland unter den jetzigen Umständen nichts Erfreuliches hat, für die deutsche Nation aber gewiß noch viel weniger. Denn kein Volk rechnet wohl weniger darauf, irgend eine Eroberung zw machen, keines aber steht sich vor seinen mächtigen Nachbarn im Osten und Westen so gefährdet und ist dabei im Innern so uneins und zerrissen, wie wir es sind.

Es rechtfertigt sich demnach allerdings, daß in der Stille alle Anstalten getroffen werden, um innerhalb weniger Wochen das ganze Heer mobil zu machen und nöthi- genfalls 150,000 Mann am Rhein beisammen zu haben. Daß General Wrangel dort den Oberbefehl übernehmen wird, ist ein Gerücht, welches schon seit einigen Tagen umläuft, schwerlich aber sich eher bestätigt, bis eine wirkliche Gefahr cintritt. Wrangel ist allerdings jetzt der einzige preußische General, der von Schleswig her einen gewissen Kriegsruhm erhalten hat, welcher ihm jedoch von verschiedenen Seiten strei­tig gemacht wird, und zwar am meisten von Generalstabsoffi­zieren. Sollte es wirklich zu kriegerischen Ereignissen am Rhein kommen, so wird General Wrangel gewiß ein Kommando übernehmen, allein den Oberbefehl wird jedenfalls der Prinz von Preußen führen. Da man nicht weiß, wie es in Frank, reich wird, so durfte diese Ungewißheit nicht ohne Einfluß auf unsere Verfassungsverhältnisse bleiben und die Krone zur Nach­giebigkeit in manchen Dingen bewegen.

Man soll nicht abgeneigt seyn, einen Ministerwechsel ein- treten zu lassen, und hört von erneuten Unterhandlungen mit Herrn Camphausen. Auch sollen die Artikel der Verfassung, welche den meisten Anstoß erregen und wodurch das Steuer­bewilligungsrecht so wenig klar bestimmt wird, eine andere genauere Fassung erhalten. Alles wird darauf ankommen, wie die Wahlen ausfallen, deren Wichtigkeit von allen Seiten eingesehen wird. Daß die radikale Partei große Erfolge hat, darf nicht angenommen werden, eben so wenig aber werden die eigentlichen Reaktionäre bedeutende Vortheile erreichen. Die öffentliche Meinung spricht sich vielmehr immer entschiede­ner dahin aus, daß man gemäßigte Männer wählen müßte, welche das Gute in der gegebenen Verfassung festhalten, da­bei aber dahin kräftig wirken sollen, daß die unklaren, einer festen gesicherten Freiheit widersprechenden Artikel daraus ent­fernt werden.

* iSkizzen zu einem politischen Kursblatt für das Jahr 1848.

I. Im März wagten es mehrere patriotische Männer, un­ter den schwarz-roth-goldnen Fahnen, mit welchen das badische Volk zur Offenburger Versammlung zog, auch eine mit dem Deutschen Reichsadler gezierte mitzunehmen. Man er­klärte es aber für Reaktion, auch nur an das deutsche Reich symbolisch zu erinnern, und die Fahne ward unterdrückt.-^

Wenige Monate später gab es offiziell ein DeutschesReich, einen Reichsverweser, einen Reichstag, welcher dekretirte, daß der Reichsadler das deutsche Reichsbanner zieren solle.

H. Im März kam die Volkswehr auf, im Mai taufte man sie zur Bürgerwehr um, im Juli kamen dieReichs­truppen."

klk. Im März beschloß man die Verminderung, ja gänz­liche Aufhebung der stehenden Heere, im Juni jubelte man, daß der^ Reichstag sie um zwei Prozent vermehrt hatte!

rV. Im März erfand man die Sicherheitsausschüsse, im Juni den Belagerungszustand.

V. Vom März bis November petitionirten die Hessen- Darmstädter um einenkonstituirenden" Landtag, im Novem­ber ward ein solcher zusammenberufen und im Dezember Pe­titioniren sie daß man um Gottes willen den konstitutio­nellen Landtag wieder von ihnen nehmen möge.

VI. 3m März verhießen die Volksfreunde in Nassau, welche zum Landtage gewählt werden wollten, Befreiung von, möglichst allen Steuern, unerhörte Verminderung der Staats-' ausgaben, silberne Knöpfe u. s. w. im Dezember Präsen­tiren die Landstände eine neue Anleihe und ein um Hun- derttausende vermehrtes Staatsbudget.

VII. Im März galt bei uns für einen Volksfeind, wer die Einkommensteuer anzugreifen gewagt hätte, und jetzt gilt für einen Volksfeind, wer dieselbe vertheidigt.

5'111. Im März schrieb man Adressen an den König von Preußen, in welchen man denselben in dem Style eines Höcker­weibes herunterputzte, weil er gewagt hatte, zu erklären, daß er sich an die Spitze von Deutschland stellen wolle und daß Preußen von nun an aufgehe in Deutschland; im Dezember hätte man den König von Preußen in den Himmel erhoben, wenn er nur das noch hätte thun mogln, ' nwfWT man M' im März so kannibalisch gescholten.

IX. Im März galt es für höchst reaktionär, von einem deutschen Kaiser zu sprechen; im Dezember gilt dasselbe, den Sonderbündlereien Süddeutschlands und Hannovers gegenüber, für liberal, ja Angesichts der Stellung, welche Oesterreich und Preußen gegenüber dem Reichstage eingenommen haben, für p h antastisch liberal.

X. Im Juni löste man den reformirten Bundestag auf, weil ein Staatenhaus neben dem souveränen Reichstag höchst verwerflich seyn würde, im Dezember schafft man'ausdrücklich ein neues Staatenhaus, welches sich von dem reformirten Bundestage blitzwenig unterscheidet. v

XL Im April beging der hessische Gesandte Lepel ein todtwürdiges Verbrechen, weil er von Vereinbarung des Fünf­ziger-Ausschusses mit den Regierungen sprach. Im Dezember wäre man herzefroh, wenn sich einige Regierungen überhaupt nur mit Frankfurt vereinbaren wollten.

Xkk. In Wallensteins Lager sagt der Kapuziner:

Auf das U folgt gleich das W, Das ist die Ordnung im A.-B.-C.

Freisinnige Bestrebungen -es Herrn von Blittersdorff.

DasFrankfurter Journal" bringt folgenden Artikel, der wohl Manchen sehr überraschend klingen dürfte.

Bei Kupferberg in Mainz ist in diesen Tagen eine in­teressante Schrift:Einiges aus der Mappe des Frei­herrn von Blittcrsd orf," erschienen, womit der erste wichtige Beitrag zur inneren Geschichte der deutschen Bundes­versammlung geliefert worden ist. Auch über die Kämpfe, die Hr. v. B. in Baden zu bestehen hatte, werden manche Auf­schlüsse gegeben. Die Schrift besteht aus einer Sammlung von Urkunden, an deren Spitze ein Memoire ist, welches Hr. v. Blittersdorff dem Fürsten Metternich im.Jahre 1833 in