wurde. Heute aber, wo die Bewegung so nahe liegt, begnügt sich die europäische Presse mit einem Auszüge.
„Ich bin glücklich, sagt Polk darin,' Sie versichern zu Tonnen , daß unsere Verhirltnisse zu allen Nationen freundschaftlich sind. Mit Neu-Granada, Perou, Sizilien, Belgien, Hannover, Oldenburg, Meklenburg und Schwerin wurden im Laufe der letzten 4 ^jahre Handelsverträge abgeschlossen rc. Don Deutschland wünscht Polk, daß es eine Föderativrepublik werde, d. h. ein Bund von gleichberechtigten Freistaaten nach dem Muster der Vere i n s st a a t e n.
Sprechfaakt für Stadt und Land.
Ueber die Bürgermeisterwahlen.
△ Wiesbaden, 25. Dez. In diesen Tagen wird sich unser Bürgerausschuß über die Frage einigen, ob für die hiesige Etaètgemeinde ein oder zwei Bürgermeister erwählt werden sollen und zugleich auch über deren Jahresgehalt nähere Bestimmungen zu treffen haben.
Wenn wir alle Umstände in Erwägung ziehen, so scheint es kaum zweifelhaft, daß man sich gleich von vorn herein für die Wahl zweier Bürgermeister entscheidet, und in Bezug auf Besoldung die seitherigen Ausgaben für die städtische Verwaltung als Norm ungefähr beibehält.
Wird dem ersten Bürgermeister ein Jahresgehalt von 800 fl. festgesetzt und ihm ferner noch 150 fl. für Büreaukosten verwilligt, und dann dem zweiten ein Firum von 1000 fl. zugesprochen, so würden der Stadt auch in den neuen Verwaltungsverhältnissen keine größeren Ausgaben erwachsen, als die seitherigen.
Trifft unsere Bürgerschaft, wie wir hoffen und wünschen, eine geeignete Wahl, so wird eine Besoldung, wie vorher angeführt, um so mehr als genügend erscheinen, als dem ersten Bürgermeister aus der Einnahme gesetzlich bestimmter Gebühren eine weitere Entschädigung zufließt.
Bei Feststellung des Gehaltes für die Bürgermeister mögen unsere Gesetzgeber schon yon der Ansicht ausgegangen seyn, daß das Minimum für die kleinste Gemeinde und das Mari- mum für die größte Gemeinde des Herzogthums möglichst zur Anwendung komme und demnach Wiesbaden sich dem Minimum von 20 kr. auf die Familie am meisten zu nähern habe.
Obgleich wir voraussetzen dürfen, daß unsere Bürgerschaft wohl wissen wird, welche Männer aus ihrer Mitte sich vorzugsweise zu diesen Stellen eignen und die nöthige Befähigung haben, so scheint es uns doch nicht überflüssig, noch einige wohlmeinende Bemerkungen beizufügen.
Der Stand des ersten Bürgermeisters muß in vielfacher Hinsicht ein Ehrenposten seyn, und darf ausschließlich als Broderwerb weder betrachtet, noch gehandhabt werden müssen, denn sonst geht er einer freien Stellung verlustig und kommt in das allermißlichste Abhängigkeitsverhältniß, in welchem er unter vielerlei möglichen und denkbaren Vorkommnissen die Würde seiner Stellung zu behaupten vielleicht nicht immer den Muth haben wird.
Der Bürgermeister muß, wenn er nur für seine Gemeinde wirken will, unter allen Umständen eine solche Stellung haben, daß er weder nach Oben zu liebäugeln noch auf der anderen Seite nachzugeben braucht, wenn unbegründete Anforderungen geltend gemacht werden wollten.
Wir wollen nicht sagen, daß Wohlhabenheit und Reichthum nur irgend eine Bürgschaft für Befähigung und wahre Anhänglichkeit an die Gemeinde beurkundet, und sind vollkommen damit einverstanden, was Cicero an einer Stelle sagt: „Es gibt keine abscheulichere StaalSverfassung, als die, in welcher die Reichsten für die Besten gehalten werden;" allein das Gegentheil darf doch auch nicht behauptet werden.
Bei der Wahl des Bürgermeisters ist es wohl zu bedenken, daß ein Feldgericht, dessen Mitglieder nach dem Gesitz durch den Gemeinderath aus der Klasse der größeren Gutsund Häuserbesitzer erwählt werden müssen, schnür er richten lassen wird, wenn der Bürgermeister ebenfalls haftbar seyn kann.
Bei einer ausgesprochenen solidarischen Haftbarkeit kann eine blos moralische Garantie des Bürgermeisters nicht genügen, um so weniger aber, wenn der Kredit unserer öffentlichen Urlunken erhalten werden will, was uns sehr am Herzen liegen muß.
. Ein Blick über den Rhein zeigt uns deutlich, daß die Ge- MklndtN daselbst ihre Bürgermeister meistens aus den begütert- okn Bürgern erwählen, ein Beweis, daß daselbst die Zweck- maßu.keu und Nothwendigkeit längst anerkannt ist.
Verantwortlicher Redakieur: W. H. Rieht. — Truck und Vertag
Lasten wir uns nicht von einer politischen Farbe blenden, die hier gar wenig in Betracht zu nehmen ist, und bedenken wir, daß ein kostbarer Schatz in den Händen ruhet, und dieser ist, die neue Gemeindeordnung.
In ihrem Wesen zeigt uns dieselbe zunächst, daß auch dem i Geringsten unter uns das Gefühl des Menschenwerthes gehoben werden soll, da er nunmehr als Mensch und Bürger i geachtet, mit den Vornehmsten gleichberechtigt, vor diesem Ge- i setze dasteht.
Ein rechtlicher Unterschied unter den Bürgern in ihrem! Verhältniß zur Gemeinde besteht nicht mehr.
Der Keim der echten Freiheit liegt offenbar in der neuen Gemeindeordnung; ziehen wir ihn air's Licht, pflegen j wir ihn, damit er zum immer grünen lebendigen Baume heranwachse, in dessen Schatten wir uns dereinst betten können.
XXXX
In einer gestern Abend stattgefundenen Versammlung einer Anzahl hiesiger Bürger kam die Rede auf die Bestimmung einer Person zur Wahl als Bürgermeister, und es geschah eine schriftliche Abstimmung zu diesem Zwecke. Aus dem Skrutinium ging hervor, daß der Herr Adjunkt Weich ardt derjenige Mann sey, den man zu dem fraglichen Posten zu erwählen wünsche. Mich diesem gern unterwerfend, trete ich als Kandidat zurück, und danke nicht nur dem mir unbekannten Verfasser eines mich empfehlenden Artikels in diesen Blättern, als auch allen verehrten Mitbürgern, die mir dahin beziehende mündliche Bemerkungen gemacht haben, welche letztere hauptsächlich Veranlassung waren, daß ich mich bewegen ließ, als Kandidat in dieser Angelegenheit aufzutreten.
Uebrigens erkenne ich es in dieser für die Stadt wichtigen Frage für zweckmäßig, ja nothwendig an, die Stimmen zu dieser Wahl zu konzemriren.
Wiesbaden, 26. Dezember 1848. ______________________ Friedrich Röhr.
573] Seit dem 1. Juli dieses Jahres erscheint dahier der Nassauische Zuschauer, redigirt von H. Barbieux.
Derselbe erscheint täglich mit Ausnahme des Montages; jeden Sonu tag wird ein Unterhaltungsblatt beigegeben. So wie bisher, wird er r ihr schieden das monarchisch-konstitutionelle Prinzip vertreten. Zwar bestrebt er sich, seine Leser durch gedrängte Berichte im Gange der äußern Politik zu erhalten, sein Hauptaugenwerk ist aber auf das Nassauische gerichtet. Da dieses Blatt vorzugsweise für Belebung, des religiösen Elements zu wirken sich vorgesetzt hat, so eignet es sich vorzugsweise zur Aufnahme aller ^anf die neuerdings entstehenden religiösen Vereine bezüglichen Veröffentlichungen.
Der vierteljährige Pränumeratisnspreis ist für Hadamar und die nächsten Gemeinden I st 30 kr. im Umfange des Herzogthums, der beiden Hessen, der Laudgrafschaft Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 1 fl. 52'4 kr. im übrigen Fürstlich Turn- und Tarisschen Verwaltungsbezirke halbjährlich 4 fl. — Inserate werden die zweispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 4 kr., für Mitglieder der Piusvereine mit 2 kr.. berechnet. — Bestellungen geschehen für Hadamar bei der Redaktion, auswärts bei dem nächsten Postamte.
Hadamar, im Dezember 1848. Die Redaktion.
Die Deutsche Zeitung
wird vom 1. Januar an regelmäßig in solgender Weise erscheinen: Das Hauptblatt wird in Frankfurt um 8 Uhr Morgens ausgegeben; im Laufe des Tages folgen der Regel nach zwei Belegen; die eine bringt die Paria- ments-Berhandlungen unmittelbar nach deren Schluffe; die andere ist vorzugsweise für ausführliche Aussätze bestimmt.
Die Theilnahme und Mitwirkung ausgezeichneter Männer— unter denen es uns gestattet ist, die HH. Gervin u s , Dahlmann, Häusser, Wilhelm Beseler und Paul Pfizer zu nennen — läßt uns hoffen, daß die Deutsche Zeitung forlfahren wird, sich der Beachtung des gebildeten Deutschlands zu erfreuen.
Die günstige Lage Frankfurts wird benutzt werden, um alle politischen Neuigkeiten auf's Schleunigste mitzuiheilen Der Preis ist für das Halbjahr Sechs Gulden (Drei Thaler 13 Silbergroschen) wofür im ganze» fürstlich Thurn - und TariS'schen Verwaliungsbezirk unsere Zeitung an die Leser abgegeben wird, nur mit Zuichlag der Transit-, Stenipel- und Bestellgebühren Den alleinigen Debit hat das Ober-Post-Amt Frankfurt übernommen. Bestellungen bitten wir bei den nächstgelegenen Poststelle» recht bald zu machen, für Frankfurt auch in unserer Erpedilion, Buchgaffe im Brönnerschen Hause.
583] Weidmann'sche Buchhandlung.
587 Wir Unterzeichnete bringen unsere Bettfedern-Reinigungsmaschine in empfehlende Erinnerung, mit dem Bemerken, daß wir wwvhi alte als neue Bettfedern reinigen und dieselben wieder so Herstellen, daß sie mit neuen ganz zu vergleichen sind. Auch übernehmen wir das Waschen und Wichsen derselben. Gebrüder Löffler,
auf dem Heikenberg Nro 48 und neben der neuen Schule bei I. Rehm, der L. Schellende rg'schen Hof- Buchhandlung in Wiesbaden.