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f cheidender Stelle die leitenden geworden zu welchen er sich vom Präsidenteirstuhl der Paulskirche wiederholt und öf­fentlich bekannt hat. Die Einh eitsid ee und das Prinzip der Volkssouveränität, Beides natürlich nach der Auf­fassung eines die Praxis neben dem Ideal würdigenden Staatsmannes. Die Einheitsidec ist mit Gagern der dynasti­schen Intrigue entgegengetreten, die Idee der Vollmächtigkeit der Nationalversammlung der von den Fürsten behaupteten Vereinbarungstheorie.

Gagern hat alle die Eigenschaften, welche seine hohe Be­rufung an die Spitze der deutschen Angelegenheiten erfordert, Kraft, Charakter, Kühnheit, ächt deutsche Gesinnung be­währt was auch die Gegner einwenden mögen. Kommt jetzt nun eine günstige Gestaltung der Umstände hinzu, so ist die Hoffnung, nach stürmischer Fahrt dennoch an's ersehnte Ziel zu kommen, uns noch unverloren.

Die Entscheidung über die Stellung Oesterreichs wird zu­gleich die Entscheidung über das künftige Oberhaupt Deutsch­lands seyn. Gagerns Ansicht über die erste Frage liegt in seiner Rede vom 26. Oktbr. offen vor: Oesterreich bleibt mit dem übrigen Deutschland in unauflösbarem und beständigem Bunde, aber es tritt nicht in den Bundesstaat ein. Dieses Amendement ist zwischen 8. 2 und 8. 3 der Reichsverfassung einzuschieben. Damit ist Oesterreich von der Bewerbung um die deutsche Kaiserkrone, wenn es nun doch einmal eine Kai­serkrone seyn muß ausgeschlossen; damit ist die Trias, bas Kind der Sonderbündler, verworfen, und Preußen an die Spitze des deutschen Bundesstaates gestellt. Gagerns Aufgabe ist die Einführung des neuen deutschen Reiches in der Wirk­lichkeit. Möge er nach geschehenem Werke so zum deutschen Volke stehen, als an dem Tage, wo er das erste Wort vom Präsidenrenstuhl der Paulskirche aussprach.

Darmstadt, 20. Dez. (O.P.A.Z.) Beim Beginne der heu­tigen Sitzung interpelliere der Abg. Vollhard den Ministerprä­sidenten Jaup darüber, ob an dem Zeitungsgerüchte, wonach Lie großherzoglich hessische Regierung sich mit mehreren andern deutschen Staaten gegen die Suprematie eines gewissen deut­schen Staates (Preußen) in Deutschland ausgesprochen haben soll, etwas Gegründetes sey. Der Ministerpräsident erwiderte hierauf,daß ihm von einer derartigen Erklärung oder Verei­nigung nichts bekannt sey."

Stuttgart, 16. Dez. (A. Z.) Endlich scheint eS licht werden zu wollen in unsern so düstern Postverhältnissen. Die Regierung hat es mit ihrer- Stellung zum Publikum für unvereinbar gehalten, dieses Regal ohne Rücksicht auf die For­derungen der Zeit nach altem Maßstab ausbeuten zu lassen und hat daher, von ihrem Recht Gebrauch machend, ohne Rücksicht auf Taris'sche Interessen im heutigen Regierungsblatt verordnet, daß vom 1. Jan. 1849 an jedes in Württemberg erscheinende Journal mit einem Zuschlag von 20 Prozent auf den Erlaßpreis des Verlegers durch die Post befördert werden muß. Diese Maßregel geht weiter, als die in dieser Bezie­hung in andern deutschen Staaten gemachten Konzessionen, wo, wie z. B. in Bayern, die Post einen Zuschlag von 25 Prozent erhebt.

Sigmaringen, 17. Dez. (Schw. M.) Es darf nun als eine ausgemachte Sache betrachtet werden, daß der Fürst bereit ist, die Regierung an den König von Preußen zu übertragen, wenn sich das Land hiermit einverstanden erklärt; man sieht daher in Bälde der Einberufung einer allgemeinen Landes­versammlung entgegen. Allgemein fällt übrigens die Hast auf, mit welcher der erwartete Regierungswechsel von ver­schiedenen Parteien und Persönlichkeiten ausgebeutet wird. (In Uebereinstimmung mit Obigem sagt daS sigmaringische Verordnungsblatt: Sigmaringen, den 15. Dezbr. Vor meh­reren Monaten haben wir in öffentlichen Blättern gelesen, daß die versuchte Abtretung der Souverânetät des Fürstenthums an die Reichsgewalt wegen der Einsprache und der Wahrung der eventuellen Successionsrechte der Krone Preußen in dir Regierung der beiden Fürstenthümer Hohenzollern geschei­tert sey. Wir vernehmen, daß neuerliche gleiche Versuche das­selbe Schicksal gehabt haben, und daß unser Fürst nunmehr mit Preußen selbst über Abnahme der ihm, vor Allem durch die Haltung des letzten Landtages lästig gewordenen Regierung in Unterhandlungen treten werde. Für eine Zutheilung des Fürstenthums an Baden oder Würtemberg wäre ohnehln dre Zustimmung des Landes erforderlich, welche, soweit wir die all­gemeine Stimmung kennen, dermal nicht zu erwarten stünde.)

München, 18. Dez. (A. Z.) Heute Morgens wurde der Schneivergeselle Rißler, Redakteur eines neuen, m der Deschler'schen Offijin gedruckten republikanischen Blattes:Es

muß Tag werden!" verhaftet, und ein Kriminalprozeß wegen Versuchs des Hochverraths gegen ihn anhängig gemacht; die Nummer 3 des Blattes, welche den angeschuldigten Aufsatz enthalt, ist konsiszirt worden. Rißler war Vorstand des Arbeitervereins gewesen. Auch der Redakteur eines andern, unter dem TitelGradaus" in obiger Druckerei herauskommen­den radikalen Blatts, der pensionirte Sergeani Danzer, ist des gleichen Verbrechens angeklagt und wird, da er flüchtig geworden, vom königl. Kreis- und Stadtgericht München steck, brieflich verfolgt.

Leipzig, 14. Dez. Die Stadt ist auf das freudigste durch das Ergebniß der Landtagswahlen überrascht. Alle Kandi­daten der gemäßigten Partei haben gesiegt.

Berlin, 15. Dez. Hr. v. Wrangel gibt von Zeit zu Zeit Diners, zu welchen Gäste aus allen Gesellschaftskreisen heran­gezogen werden. Auch der regierende Herzog von Braunschweig wohnte während seines neulichen Aufenthaltes in Berlin einem solchen Diner bei. Der fürstliche Gast wurde durch einen echtsoldatischen Toast des Gastgebers gefeiert:Möge Ew. Hoheit ein eben so ruhmvoller Tod beschieden seyn rief Herr v. Wrangel, das Glas erhebend, aus wie er Ihrem Hrn. Vater zu Theil geworden!" (?)

Von Frau Georg Herwegh ist ein Schriftchen erschienen unter dem Titel:Zur Geschichte der deutschen demokratischen Legion aus Paris. Von einer Hochverrätherin."

Prag, 12. Dez. Die Aufhebung der demokratischen Ver­eine in Böhmen bestätigt sich. DieKonst. Allg. Zeitung für Böhmen" meldet: In Folge Minitzerialbefehlö ist an sämmt­liche dem böhmischen Landesprästvium untergeordnete Kreis- ämter die Weisung ergangen, solche Vereine, welche nicht das Staatswohl fördernde, sondern der exekutiven rind gesetzgeben, den Gewalt feindliche Zwecke verfolgen, aufzulösin. In diese Kategorie werden ausdrücklich demokratische und Arbeiterklubs gezählt. Zugleich sind die Kreisämter angewiesen worden, eine genaue Spezifikation der in ihrem Rayon befindlichen Vereine einzusenden.

Wien, 14. Dez. (A. Z.) Der täglich steigende Servilis- mus der Wiener Presse, wovon Ihnen Ihre Berichterstatter genug erzählt haben werden, hat in den letzten Tagen sogar unsere herrschende Behörde zu einem ungewöhnlichen Einschrei, ten veranlaßt. Es erging die Weisung an alle Redaktionen ihre Spalten Hinfort von allen übertriebenen (wchmähartikekn gegen Andersgesinnte, wie überhaupt von allem Aufreizenden rein zu halten. Sie begreifen, wie weit es gekommen seyn muß mit den politischen Katzenbuckeln in Wien, wenn die Mi­litärbehörde sich genöthigt sieht, die konservative Ueberschweng- lichkeit ihrer eigenen Freunde zu zügeln.

Wien, 15. Dez. Fürst Windisch-Grätz hat dem Verneh, men nach gestern in, Schwechat übernachtet. Das Erscheinen eines russischen Geschwaders vor Triest zur Verstärkung der Blokade Venedigs wird als eine Zeitungsente betrachtet. Von dem bekannten Schriftsteller Lyser ist die aktenmäßige Darstellung der Oktoberereignisse erschienen, und der Debit streng untersagt worden. Jngleichen wurde dem Tyroler Schützenhauptmann Dr. Pichler, welcher einen fünfwöchentli- chen Feldzug in Italien mitgemacht, und sich namentlich bei Ponte Tedesco ausgezeichnet hatte, nicht nur die darüber in Druck herausgegebene Beschreibung mit Verbot belegt, sondern auch die beabsichtigte Versendung nach Innsbruck nicht gestattet.

Posen, 16. Dez. Es scheint, daß Rußland willens ist, sein Sperrsystem dergestalt zu verschärfen, daß die pol­nische Gränze künftig in der That als hermetisch verschlossen betrachtet werden darf. Es wird jetzt nämlich ein neues Grenzbewachungssystem ausgeführt, das schleunigst ins Leben treten soll und zu dessen HerstMung 3 M. R. S. angewie- fan seyn sollen; von Werst zu Werst werden jetzt aus der gan­zen Grenzlinie kleine hölzerne Wachthäuser, jedes für eine Be­satzung von vier Mann, erbaut- die sich im Dienst abwechseln und ununterbrochen patrouilliren sollen. Diese Grenzhüter sind militärisch organisirt und stehen unter einigen Offizieren, deren jeder ein Dutzend solcher Grenzposten zu beaufsichtigen hat. Alle bei diesem Institut angestellten Beamten müssen ge­borene Russen seyn, was früher bei den Grenzrvächtern nicht immer der Fall war, da man der Landessprache wegen auch geborene Polen dazu verwendete. Diese neue ultrastrenge Grenzbewachung hat keineswegs in dem russischen Prohibitiv- Handelssysteme seinen Grund, sondern blos in den revolutio- nÄren Zuckungen in den Nachbarländern, denn in Rußland weiß man sehr wohl, daß der Staat augenblicklich auöeinan- derfallen muß, sobald es den sogenannten liberalen Ideen gc-