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um nicht wegen der Schlangen in steter Furcht seyn zu müssen. Nachdem wir vier Tage in dieser Einöde gelegen, waren wir dieses Badeleben müde und zogen nach St. Fernando."

loben ist, daß nur die beiden Liebenden ein Vorgefühl des nahenden Unglücks haben, da dies nur bei Personen, die mit lebhafter Phantasie begabt, zu geschehen pflegt.) (Forts, f.)

0 Ueber Shakespeare s Nomeo und Julie. Von Hermann Presber.

(Fortsetzung.)

Die Szene, in welcher Romeo von.Jukia scheidet, gehört, so kurz sie auch ist, zu dem Schönsten, was das Drama bietet. Julie sucht ihren Gatten zum Bleiben zu bewegen und da ihr alles, was zur Trennung mahnt, Schmerzen bereitet, überredet sie sich selbst, es sey nicht das Schmettern der Lerche gewesen, welches sie von dem nahen Granatbaum vernommen, sondern die lieblichen Töne der Nachtigall; doch als Romeo nachgibt und die Worte:

aßiUfommen, Tod! hat Iulia dich beschlossen. Nun, Herz? Noch tagt es nicht, noch plaudern wir. spricht. Da wird sie. an die Gefahr, die über dem Haupte ihres Geliebten schwebt, erinnert und die größte Besorgniß erfaßt sie; da sind es nicht mehr die süßen Töne der Nachtigall, die an ihr Ohr gedrungen, da ist es die Lerche, diefalsche Weisen und rauhen Mißton gurgelt," und nun bittet sie selbst den Geliebten eiligst zu entfliehen. Ich finde keine Worte, um diese Szene nach Verdienst zu preisen, man lese sie mit Gefühl und es wird nichts eristiren, was so sehr zum Herzen spricht, als eben sie. Die holve Anmuth , die wir bei Julien Romeo gegenüber finden, vermissen wir einen Augenblick in dem Gespräche mit ihrer Mutter. Julie konnte ihr Herz nicht offenbaren, mußte also zur Verstellung ihre Zuflucht nehmen; doch paffen die zweideutigen Redensarten, in denen sie sich ergießt, nicht ganz zu dem sonst so edlen Charakter des MâdcbenS und je kunstvoller im Allgemeinen die Szene angelegt, desto störender wirkt diese für Julia etwas zu niedrige Verstellung.

Als der polternde Vater ihr nun befiehlt, sich mit Graf Paris zu vermählen, da wendet sie die rührendsten Bitten an, doch es hist nichts; sie sieht sich mit der Amme allein gelassen, bei der treuen Pflegerin ihrer Kindheit sucht sie jetzt Trost, doch als diese charakterlose Person ihr ebenfalls den Rath gibt, sich mit Paris zu vermählen, da ist ihr Schmerz bis zum höchsten Gipfel gestiegen und Julia sagt nichts als Amen!" Doch so einfach dieses Wort Amen dasteht, so großartig und von so unendlicher Wahrheit ist es. Denn was sollte, was konnte sie anders erwiedern. Von allen Seiten sieht sich Julia verlassen, nur auf den Eremiten setzt sie noch ihre Hoffnung. Eine dunkle Ahnung stieg beim Abschied des Geliebten in ihrer Brust auf, als ob sie ihn nicht mehr wiedersehen sollte. (Wie eS denn überhaupt zu

Veraniworllicher Betasten!: W. H. Riehl. Druck und Verlag

Miszellen

Eine neue Oper von Halevy,Mairöschen oder das Thal von Andora" macht in Paris außerordentliches Glück. Sie hat in kurzer Zeit bei vollem Hause schon die zwölfte Vorstellung erlebt. Das Süjet ist, gleich denen der frühern guten Schule, einfach und anziehend, ein Rührspiel, wie die Franzosen sie so gut zu behandeln wissen. Die Musik schniiegt sich dem Texte sehr gut an, ist schon empfunden, sinnvoll, reich an reizenden Motiven mit origineller Wendung, bei vorzüglich gelungener Instrumentation. Es läßt sich voraussagen, daß bei guter Bearbeitung des Textes dasMairöS- chen" ein Liebling auch des deutschen Publikums werden wird.

Es cxistirt in Rom eine alte Profezeiung, in Mönchslatein abgefaßt welche jedem Pabst seine welthistorische Note gibt und die, da sie sich seit Pius VI. so überaus treffend bewährt hat, beim Volke in großem Ansehen steht. Dem Pabst, welcher gegenwärtig an der Reihe ist, sendet sie drei in­haltsschwere Worte voraus: Crux de cruce! Viele, die sich mit solchen Schicksalsspielen amüsiren, hatten geglaubt, mit den Tribulationen, welche die Kroziati Pius IX. verursacht hatten, sey die Sache abgethan. Dem aber scheint so nicht zu sein, sondern allem Anschein nach stehen dem frommen Oberhirten noch allerlei andere Prüfungen bevor. Andererseits ist es aber tröstlich zu sehen, wie auch die Vorsehung ihm zur Seite steht. Seine Flucht hat, wenn man die Verhältnisse beachtet, unter denen sie so glücklich von Statten ge­gangen ist, etwas Wunderbares. Bereits im vergangenen Jahre ging der Pabst mit dem Gedanken um, das Zimmer, in welchem Pius VII. zum Ge­fangenen gemacht worden war, zu seinem Wohnzimmer zu machen. Er er­theilte daher unserm Landsmann Overbeck den ehrenvollen Auftrag, es mit einem Gegenstand seiner Wahl zu schmücken. Dieser stellte in einem farbi­gen Karton den Heiland dar, welchen die Pharisäer zu ergreifen und von einem Felsenabhang hinabzustürzen im Begriff sind, während dieser seinen Fuß auf eine von drei Cherubinköpfen getragene Wolke setzt und vor ihren Augen verschwindet. Der sinnige Künstler glaubte damit beziehungsreich auf das Schicksal des von Feindesgewalt entführten PabsteS angespielt zu haben; er wußte« ber nicht, daß er eine Profezeihung ausgezeichnet hatte, die wir jetzt haben in Erfüllung gehen sehen. PiuS IX., der die schöne Komposition noch gesehen und gut geheißen hat, machte die Bemerkung, daß die fanatisirten Juden eher Apostelgestalten glichen. Er ahnete nicht, daß auch darin daS Bild wahrheitsgetreu schilderte. Als Overbeck bemerkte, dies seyen die Ver­führten, die Anstifter des Unheils habe man sich außerhalb dea Komposition zu denken, fiel er ein: Ja wohl, diese hier sind dem Zizeruacchio zu verglei­chen, der auch ein solches Instrument in den Händen anderer ist.

Theater zu Wiesbaden.

Donnerstag den 21. Dez. Der beste Ton. Lustspiel in 4 Aus­zügen von Dr. C. Töp fer.

der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.