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diesem Namen ihre Opfer in irgend ein Gaunerbureau zu füh­ren. Der Auswanderer kann annehmen, daß er falsch geführt ist, wenn man ihm für ertheilten Rath Geld abverlangt. Die Deutsche Gesellschaft" und die Commissioners ertheilen ihren Rath unentgeltlich; erstere hat ihr Geschäftslokal Greenwich­straße Nr. 95, wie auch das Schild vor der Thür anzeigt. Schließlich ist noch zu empfehlen, daß der Auswanderer, wenn er zum Nachfragen nicht Zeit, nicht für die ganze Reise bis an seinen Bestimmungsort im Innern, sondern vorläufig nur bis zur ersten Station etwa bis Albany oder Philadelphia bezahlt. Nach Albany fahrt man von Newyork für 50 Cents, nach Philadelphia für 2 Dollars 25 Cents.

Wir hoffen, daß diese vortrefflichen Rathschläge, welche von einer durchaus sachkundigen und unparteiischen Staats­behörde ausgehen, der auch Herr L. Bierwirth, Präsident der Newyorker deutschen Gesellschaft, angehört, im inneren Deutsch­land die allgemeinste Verbreitung finden mögen.

Das Eigenthum ist ein Diebstahl."

(Schluß.)

Ein Stück Rindfleisch!" Der Metzger bringt das Ver, langte; Bürger Bonichon bezahlt ihn mit seinem Kochgeschirr, und geht vergnügt von dannen. -Pkösidichbesinnt"" èr" sicht' Mein Gott, ich habe ja keinen Topf mehr," und rasch geht, er zu einem Geschirrhändler. Dort tauscht er sein Fleisch ge­gen einen Topf aus, und freut sich schon über seine Erfin­dungsgabe, als ihm plötzlich einfällt, daß er nun kein Fleisch mehr hat. Hr. Bonichon befindet sich nun in der größten Verlegenheit, da er eben so wenig von dem Topfe ohne Fleisch Gebrauch machen kann als vordem von dem Fleische ohne Topf. Endlich fällt ihm ein, daß er noch ein auSgestopftes Krokodil besitzt; er eilt nach Haus, es zu ho en, und bringt es dem Metzger, indem er eine Hammelskeule begehrt. Hier ist die verlangte Hammelskeule. Gut, geben Sie mir auf mein Krokodil heraus. Der Metzger bringt einen Nacht­tisch und einen Stuhl: Hier, Bürger!Der arme Bonichon schleppt mit Mühe das herauserhaltene Geld nach Hause.

Indessen hat Prudent seine Augen auf Madame Bonichon geworfen, mit welcher er ebenfalls einen Tauschhandel machen möchte. Allein Mad. Bonichon hat Grundsätze, sie tauscht ihre Zärtlichkeiten nur mit ihrem Manne aus, und es ist dieß das einzige Eigenthum, welches Hrn. Bonichon übrig bleibt. Doch nein, Hr. Bonichon besitzt noch ein Haus in Paris, und er begeht den groben Fehler sich dieses Besitzes zu rühmen. So­gleich wird er durch den Staatsprokurator der sozialen Repu­blik vrfolgt, und vor den Asstsenhof von 1854 geladen, als des Verbrechens des Eigenthums beschuldigt. Er erscheint vor den Geschworenen, und wird zur Deportation nach einer Wüste verurtheilt, um dort seine Schuld abzubüßen; auf dem

Rücken wird ihm eine Schandtafel angeheftet, mit der Auf­schrift:Eigenthümer."

Im Jahre 1856 hat das System des Hrn. Prudent den vollständigsten Sieg errungen, und alle Früchte getragen, welche man von einem solchen Systeme zu erwarten berechtigt war. Die Gesellschaft hat aufgehört; die Welt ist ihrem Ende nahe, und von Millionen Eigenthümern ist Niemand übrig ge­blieben als Bonichon; zu Grunde gerichtet, in Verzweiflung, und verfolgt von seinem ewigen Feinde, dem Bürger Prudent, der ihm auf der Ferse sitzt, wie der Jäger dem Wilde. Boni­chon flüchtet sich in die Ruinen von Paris, und langt ganz erschöpft auf dem Börsenplätze an, welcher ganz mit Bäumen und Hecken bedeckt ist. Die Börse eine Wildniß, ruft Bürger Bonichon ganz erschrocken aus! In diesem entscheidenden Au­genblicke streckt Prudent die Hand nach Bonichon aus, und steht schon im Begriffe ihn zu sassen, und mit ihm den letzten Eigenthümer zu vernichten, als die Stimme des Erzengels Gabriel erschallt, welcher dem Jäger seine Beute entreißt, mit dem Ausrufe:Thue, was du willst, die Gesellschaft wird doch nicht zu Grunde gehen." (Rh. Z.)

0 Veber Shakespeare s Romeo und Julie.

-----' VW Hermann Presber.

(Fortsetzung.)

Romeo erhält nun ganz seine frühere Heiterkeit wieder. Daher ist die Szene mit Mercutio, in der er seiner guten Laune freien Lauf läßt, zur Charakteristik unumgänglich nothwendig. Romeo, der im Unglück so niedergeschlagen, weiß sich nun im Glücke nicht mehr zu fassen; allein will er in kühnem Jugend­trotze die Stirne bieten, ja selbst das Schicksal fordert er zum Kampfe auf. Daß der Dichter Romeo den Tod Mercutio's verschulden läßt, dadurch, daß er ihn von Tybalt trennen will, dient dazu, die verhängnißvolle Gewalt des Schicksals zu schil­dern. Denn Romeo, geleitet von einer dämonischen Macht, bringt dem Freunde, den er retten will, den Tod, und legt s» selbst den Grundstein zu seinem Verderben. Sehr schön schildert: Schakespeare die tiefe Leidenschaft Romeo's zu Julien, indem er ihn, den sonst Aufbrausenden alle Schmähungen Tybalt's ruhig anhören läßt. Denn ihn kann Niemand be­leidigen, der seiner Geliebten durch Bande des Blutes ver­wandt. Doch, als Mercutio fällt, fordert die Freundschaft ihre heiligen Rechte. Romeo ist ein ebenso treuer Freund als ein zärtlicher Liebender. Tybalt fällt und Romeo wird ver­bannt. Den, welchen der Dichter so leidenschaftlich in der Liebe zeichnete, muß er nun wüthend in der Verzweiflung schildern, und so finden wir ihn bei dem Eremiten. Der Tod wäre ihm erwünscht, aber die Verbannung, durch welche er nur für Julie todt, ist ihm verhaßt, ist ihm neunfacher Tod. Daher die Worte: