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Frankreichs so reell und wirksam ist, daß sie wesentlich zum Entscheid der Präsidentenwahl beitragen kann. Noch sonder­barer ist es, daß der Verzicht auf den Vernunftgebrauch in Sachen des Glaubens und der Disziplin, welcher die Grund­lage der Macht des römischen Klerus bildet, die kühnsten Versuche und abenteuerlichsten Theorien in der weltlichen Re­gierung nicht bloß überlebt, sondern sogar mit ihnen Hand in Hand geht. Doch das ist nur eines von den Wundern der Zeit, in der wir leben; die Lösung solcher Probleme gehört der Zukunft an."

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CV Vom Rhein. Die Partei der Republik hat die Er­fahrung gemacht, daß ihre bisherige Firma keinen Kredit mehr genießt, und daß das Treiben der demokratischen Vereine und Blätter den konstitutionell-gesinnten Theil des deutschen Volkes zur Erkenntniß der Gefahren gebracht hat, welche der Freiheit und dem Nationalwohlstande täglich mehr bereitet werden. Die Bürger des 4. März und manch' anderer verhängnißvollen Tage gedachten damals nicht der Möglichkeit, daß die Freiheit nur als Mittel und die Revolution als eigentlicher Zweck und Lebensunterhalt ausgebeutet werden könnte. Es ist aber den­noch so gekommen, aber zum Glück schnell und mit so schmerz- kich fühlbaren Rückwirkungen, daß auch der Verblendelste klar die Urheber erkennen kann. So lange die Wiener Aula, das Berliner Proletariat und Millionen souveräner Zungen zu Gebote standen, so lange man in der einen Tasche Hecker und Struve, und in der anderen einen Aufstand in Posen fertig hatte, und in allen Städten Deutschlands Barrikadenbaumeister und Katzenmusikbirektoren mit ihren Banden nur aus einen Wink der Linken warteten, da war im ganzen Reiche faktisch alles Groß und Klein unter der Herrschaft der Republik. Die einzige Anstrengung, welcher es bedurfte, um diese unnatür­lichen Fesseln sich von selbst lösen zu machen, war das Er­wachen der Vernunft. Und wirklich diese scheint aus ihrem Schlafe nicht weniger durch die Kroaten vor Wien als die Stricke und kurzen Beile erweckt worden zu seyn, welche man in Berlin den Abgeordneten drohend vorgezeigt. Es geht nichts über eigene Erfahrung^ unv etri"Mbstverbranntër Finger am heißen Ofen ist besser als alle Erzählungen von ganz ver­kohlten Menschen. Wären die Kehlen der republikanisirtcn Massen Feuerschlünde, und ihre Leiber und Herzen von Erz, wäre das Holz zu den Barrikaden und der edle Bachustrank nicht ausgegangen, so würden gewiß die Führer dieser Partei es vorgezögen haben die Löwenhaut anzubehalten.

Doch es fehlt an der Kraft und dem Muthe des guten Gewissens, und da es sich in diesem Augenblick nur darum handelt die konstitutionelle Opposition zu vernichten, so genügt vielleicht ein friedlich und freundlich Mittel einen noch um­fassenderen Verein zu gründen, welcher unter süßen Worten die konstitutionellen Vereine in sich ausnehmen und im Sinne der Republik umarbeiten sollte.

Hätte Mephisto einen Konversalionssaal für alle Welt er­öffnen wollen, so würde er keine harmlosere Einladung zu er­lassen im Stande gewesen seyn, als jene mit einem März­veilchen geschmückte, welches jegliche Partei überduften soll. Ob über der Zeiten Mißgeschick geklagt, oder gegen der Men­schen Tücke sich ereifert werden soll, darüber werden die be­stimmen, welche sich an die Spitze gestellt und deren bisheriges Wirken, in Ermangelung eines Programms, als ein solches dienen muß. Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß bei der bitteren Täuschung von utopischen Hoffnungen, welche die schwärmende Phantasie so Vieler erlitten, ein solcher Unmuths- und Weltschmerzverein viele Theilnehmer finden wird.

Aber gerade deshalb weil es sich darum handelt, das mit Glück Erstrebte in's Leben zu rufen und aus der Vereinbarung zweier durch Mißverständniß ehedem entgegengesetzten Interessen und Gewalten für die Nation den nothwendigen materiellen Nutzen zu ziehen, müssen die konstitutionellen Vereine die muth- maßliche Tendenz des projektirten Märzvereins, als die be­gonnene Ausgleichung störend und an die Stelle der Reform die Revolution fetzend, verwerfen und bekämpfen.

Die Herrschaft der unklaren Begriffe hat lange genug Unheil gestiftet, und eben deshalb har das Volk vollkommene Berechtigung, diejenigen, welche Vereine zum allgemeinen Besten gründen, um die Mittel zu fragen, wie sie dieses Beste beför­dern wollen, und was sie denn unter dem Wohle des Volkes verstehen. Offen für alle Welt legen die konstitutionellen Ver- enre ehr Programm auf, und handeln darnach. Ob ihre Ge- ^'chrhast ihre Streben nach Freiheit,

Recht und Ratwnalwohkstand ein aufrichtiges 7st, darüber mag

die Nation aburtheilen, sie werden sich vor diesem Richter nicht zu scheuen haben. Solche Vereine hingegen, welche keinen offenkundigen Zweck haben, oder wenigstens ihn nicht bestimmt aussprechen, wissen entweder nicht was sie wollen, oder wollen nicht, daß Andere wissen was sie beabsichtigen. Da wir nicht umhin können auch den Märzverein unter die so eben bczeich, neten zu nehmen, so glauben wir nicht ohne guten Grund an­nehmen zu dürfen, daß die Hoffnungen von Raveaur, Simon x auf Bereinigung mit dem konstitutionellen deutschen Ver­eine nicht in Erfüllung gehen wird.

Frankfurt, 12. Dez. (D. Z.) (Reichstag.) Der Vorsitzende, Heinrich v. Gagern, zeigt den Austritt des Herrn v. Un- werth aus Glogau an. Dann interpellirt Schulz von Weil­burg den Reichsminister des Auswärtigen in Bezug auf die Anhäufung russischer Truppen an den östlichen Grenzen Deutsch­lands und der untern Donau, was zur Ausführung des Reichs­tagsbeschlusses vom 22. Juli geschehen sey?

Venedey fragt denselben Minister des Innern und Acus- sern: Hat der Gesandte Heckscher den Auftrag, gegen die dem deutschen Rechtsgefühle widersprechenden Willkürmaßregeln des Feldmarschalls Radetzky wider die Lombardei Verwahrung ein­zulegen? Beide Anfragen werden dem Reichsministerium zu­gefertigt werden.

Die Versammlung ist nach kaum eröffneter Sitzung schon bei der Tagesordnung, und auch heute wieder schlägt die Be­rathung über den Verfassungsentwurf einen so raschen Gang ein, daß wir, trotz der Bemerkung, womit der Präsident das Abstimmungsgeschäft vor 8. 16 unterbricht,es regne von Ver­besserungsanträgen", die er erst einzutheilen und zu ordnen habe, doch der Erledigung einer langen Reihe von Paragra­phen entgegensehen dürfen. In folgender Gestalt werden die ersten drei Paragraphen des Artikel V ohne Diskussion zum Beschluß erhoben:

Art. V. 8. 15. Zu einem Beschlusse eines jeden Hauses des Reichstags ist die Theilnahme von wenigstens der Hälfte*) der gesetzlichen Anzahl seiner Mitglieder und die einfache Stim­menmehrheit erforderlich.

Im Falle der Stimmengleichheit wird ein Antrag als ab- ^elehnt betrachtet.

8. 16. Wenn es sich von der Erlassung solcher Gesetze handelt, durch welche Einrichtungen und Maßregeln begründet werden sollen, die der Kompetenz der Reichsgewalt nicht aus­drücklich zugewiesen sind (Abschnitt von der Reichsgewalt, Art. XIII. 8. 56 am Ende), so ist für die Schlußabstimmung eines jeden Hauses die Gegenwart von wenigstens der Hälste seiner Mitglieder und unter diesen eine Mehrheit von zwei Drittel der Stimmen erforderlich.

8. 17. Das Recht des Gesetzvorschlags, der Beschwerde, der Adresse und der Untersuchung, sowie der Anklage der Mi- ; nister steht jedem Hause für sich zu.

Erst vor der Abstimmung über 8. 18 wird wieder eine Besprechung zugelassen. Natürlich, daß Moritz Mohl sofort auf der Tribüne erscheint; doch bedient er sich seines Vortheils diesmal mit solcher Mäßigung, daß er nur kürzlich den Ver- besserungsantrag Rödinger's empfiehlt, nach welchem alle Fi- nanzbewilllgungen ausschließlich dem Volkshause zustehen sol­len. Ihm folgt Karl Welcker, der den Vorschlag des Aus­schusses vertheidigt. Er versteht die Freiheit und die Volks-! souveränetât besser (Lachen von der Linken), als daß er die! Kravallsouveränetät und die Massenfreiheit damit verwechseln; könnte. Das Volkshaus einseitig zu bevorrechtigen, darin er­blickt er Gefahr. Denn dann könne leicht der leidenschaftliche | Augenblick der Gebieter des Vaterlandes werden. Aus der; Geschichte Frankreichs zeigt er, daß gerade die Kammer der Pairs durch ihren Widerspruch wider die Beschlüsse der Ab­geordneten dem französischen Volke mehr als einmal die Frei­heit gerettet. (Forts, folgt.)

Mannheim, 9. Dez. (D. Z.) Erfreulich ist es, daß der Handel um einiges Wenige zugenommen; ist gleich auch die Thätigkeit in unserem Hafen nicht gerade bedeutend zu nennen, so sieht man doch Schiffe beladen einfahren und den Güterverkehr in einem für unsere Jahreszeit ganz annehmbaren Gange. Freilich ist ver kleinere Handel in unseren Städten sehr darniedergedrückt und der Geldmangel wird immer fühl­barer, was natürlich noch zunehmen wird, wenn daS Papier­geld in Gang kommt. Die badischen Staatspapiere, bis hieher überall sehr hoch stehend, sind bis zur Hälfte ge­sunken, wodurch am fühlbarsten die Mittelklasse getroffen wird, welche bisher von ihren Ersparnissen sich Staatspapiere ge- -kauft Hertte. Daß durch fortwährende Bewegungen sich dieser ) Zustand nur verschlimmert, sieht der ruhige Theil der Bürger