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so öffnete er ein Kreuzfenster und sprang in das Meer hinab, dessen Wellen sich am Fuße des Thurmes brachen. Schwim­mend erreichte er die" Galeere und glitt unvermerkt unter die verworrenen Massen der Matrosen und Ritter. Niemand be­merkte ihn.

In der Nacht verschaffte er sich eine Rüstung; er bedeckte sein Antlitz mit einem Helme und einem Visir, auf welches er mit Kreide schrieb:Votum," um jeder indiskreten Frage zu­vorzukommen und unerkannt zu bleiben. Als er an seinem Vater vorüberging, hörte er ihn sagen:

Endlich bin ich doch meinen Sarazenen von Sohn los!" (Fortsetzung folgt.)

Zivilisation und Wildnis. (F o r t s e tz u n g).

Indessen war Mr. Smith daheim schon emsig beschäftigt, aus dem bei ihm eingeführten Wilden, der sich nach meh­reren, von Mrß. Rowland schon früher und oft bezeichneten Merkmalen wirklich als der verloren gegangene Sohn heraus­stellte, wieder einen anständigen weißen Menschen zu machen. Vor allen Dingen wurde ihm die bunte Farbe abgewaschen, mit der er sein Angesicht noch viel mehr als die Indianer selber bestrichen hatte, um die weiße Haut nicht durchschimmern zu lassen; dann mußte er zu seinem anscheinenden Leidwesen allen Schmuck ablegen, mit dem er sich behängt besonders alles beseitigen, was an Skalpe und andere dem ähnliche Entsetz­lichkeiten erinnerte, und zuletzt noch und er stellte sich un­geschickt genug dabei an inmenschliche Hosen", wie sie Smith nannte, und nicht in solch oben abgeschnittene Dinger, die gerade da aufhörten, wo anständige Hosen erst recht an­fangen sollten, hineinfahren. Auch Weste und Rock, Hemd und Schuhe bekam er nun. Wenn er aber auch mit Allem so ziem­lich einverstanden schien oder cs wenigstens ohne Widerstand über sich ergehen ließ, so warf er doch die letzteren augenblick­lich wieder ab, weil sie ihn drückten und er die Füße darin nicht vom Boden heben konnte, und verschmähte auch auf das hartnäckigste den schönen schwarzen Seidenhut, den ihm Smith schon mit wirklichem Behagen auf das zottig dunkelbraune Haar gedrückt hatte. Jeder Ueberredung hielt er standhafte Weigerung entgegen, und es blieb zuletzt nichts übrig, als ihn mit bloßem Kopf und barfuß seiner Mutter zuzuführen.

Das Wort Mutter war aber auch der einzige Zauber­spruch, der ihn aus seinem wilden freien Leben hieher geführt hatte in dasDorf der Weißen"'Mutter, der Klang tönte ihm wie eine in der Kindheit gehörte und lang vergessene Harmonie leise, aber mit solcher süßen Gewalt in die Seele, daß er alle seine Herzenssibern erbeben fühlte und nicht zurück­bleiben konnte dem Himmelölaute folgen mußte.

Und jetzt stand er vor der Thür, die ihm die weißen Män­ner an seiner Seite bezeichnet, und scheu wandte er nach rechts

und links den Kopf, als ob er dem Augenblick, den er mit klo­pfendem Herzen herbeigesehnt, nun, da er endlich erschienen, rasch und ängstlich entfliehen wolle. Krampfhaft und wie Hilfe suchend, erfaßte er den Arm Tom's, der dicht an seiner Seite ging, und er schämte sich, daß er dasBleichgesicht" in solcher Aufregung sehen sollte Ugh wie mich friert, flüsterte er leise und zog sich den Rock vorn, wie er das früher mit seiner Decke gewohnt gewesen, fest über der Brnst zusammen.

Und drinnen im Hause saß, mit vor innerer Aufregung frisch gerötheten Wangen und lebendigen, glänzenden Augen die Matrone und hielt der Tochter Hand fest in der ihrigen, daß diese sie jetzt, nur jetzt nicht verlasse; denn draußen hörte sie Schritte Stimmen, und in athemloser Spannung lauschte sie den Tönen, ob sie heiliger Gott, wie ihr das Herz pochte! die Stimme des Kindes des Sohnes nicht zu unterscheiden vermöge.

Und jetzt jetzt öffnete sich die Thüre, in die mit höf­licher Verbeugung der Händler trat, und hinter ihm Mrß. Rowland sah die freie, männliche Stirne Tom Fairfield's und an seiner Seite einen braunen, unbedeckten Kopf sie richtete sich in ihrem Stuhle auf alle Schwäche der Krank­heit hatte sie verlassen, stark und allein stand sie, von Niemand gehalten, von Niemand unterstützt.

Meine gute Mrß. Rowland, sagte Smith; aber die Mutter sah nicht den Fremden, der sich zwischen sie und ihr Kind stellte.

Mein Sohn mein Sohn! rief sie, die Arme streckte sie sehnend, bittend nach den Männern aus, und jetzt jetzt vermochte auch der Halbwilde nicht länger zu sch reigen er riß sich von Tom, der ihn noch zurückhalten wollte, los, schob den Händler bei Seite und flog mit raschem Sprung und dem leise jubelnd gerufenen Laut: Mutter! in die Arme der alten Frau. Fest, fest hielt ihn diese umklammert, feflV als ob sie ihn im Leben nicht wieder loslassen wollte; aber ihre^ Kräfte schwanden auch in der einen Empfindung seligen Ent­zückens, und nnr noch durch die Arme des Sohnes fühlte sie sich gestützt, gehoben.

Mein Sohn, mein Kind! rief sie schmeicheind, als er sie endlich leise auf den Stuhl zurückgleiten ließ und, halb unwill­kürlich, halb von ihr gezogen, vor ihr auf die Knie niedersank mein liebes, liebes Kind! Und doch endlich den Verlornen wieder gefunden doch jahrelange Sorgen und Schmerzen noch belohnt bekommen, ehe das flüchtige Leben den alten schwachen Körper verließ mein theures, theures Kind!

John blieb lange und schweigend in ihrer Umarmung, und es war fast, als ob er sich schäme, von denweißen" Männern so schwach und weibisch gesehen zu werden wenig­stens warf er den Blick, als er endlich den Kopf erhob, scheu. im Zimmer umher aber er war allein mit der Mutter. Alle hatten das Zimmer verlassen, selbst Mrß. Smith, dil jetzt, da ihre Voreiligkeit weiter keine bösen Folgen gehabt, wieder guten Muthes hergekommen war, dem Wiedersehen bei-