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Pierre kreuzte seine Arme auf seiner Brust, zeigte dann mit dem Finger auf das Haus und sagte;

Wohnen dort die Laval?"

Ja," erwiederte Viktor unruhig;willst Du Herrn von Laval sprechen?"

Ich habe einen Brief, aber ich will mit meinen eisen­beschlagenen Schuhen nicht in das schöne Haus treten; geht Ihr hinein und sagt Herrn von Laval, daß ich hier warte."

Ei steh'! mein Freund Pierre, Du gibst dem Herrn von Laval Befehle?"

Warum nicht? Gilt ein Hirt nicht so viel, als ein Edelmann, wenn der Edelmann den Hirten nöthig hat? Las­set uns keine Zeit verlieren, ich habe Eile!"

Viktor ging in das Haus und kehrte bald mit Herrn von Laval zurück.

Du hast einen Brief für mich?" sagte dieser.

Der Schäfer zog einen von seinen Schuhen aus und nahm einen Brief hervor, den er Herrn von Laval zustellte.

Dieser schien lebhaft bewegt, als er die Schrift erkannte. Er ist von meiner Schwester, der Abtissin!" sagte er.

Sich an Pierre wendend, fügte er hinzu:

Wer gab Dir diesen Brief?"

Bistagno!" versetzte der Hirt in dem Tone eines Man­nes, der glaubt, Jedermann kenne die Leute, mit denen er bekannt ist.

Wer ist Bistagno?"

Der Schäfer von Gemenos," sagte Pierre ganz verwun­det, daß Bistagno dem Herrn von Laval nicht bekannt sey.

Herr von Laval zuckte mit den Achseln und warf auf Pierre einen mitleidigen Blick; dann öffnete er den Brief und durchflog ihn rasch. Obgleich der Edelmann sich heimlich be­mühte, seine gewöhnliche Ruhe in seinen Gesichtszügen beizu- behalten, so merkte man doch, daß dieser Brief eine üble Nachricht enthielt. Frau und Fräulein von Laval, die kurz darauf die nämliche Mittheilung erhielten, wurden sehr un­ruhig im Innern des Hauses, man nahm wahr, daß diese beiden Damen Anstalten zur Abreise trafen, was weiteren Raum zu Vermuthungen gab. Unterdessen begab sich Herr von Laval, nachdem er dem Hirten geheißen, ihn auf dem Platze zu erwarten, zu Herrn von Brion und unterhielt sich eine Viertelstunde mit ihm; als er aus dem Hause des Vize­königs kam, hielt er ein Pergament in der Hand und eilte nach dem Thurme Saint -Jean, um dort Herrn von Beau­regard zu treffen. (Forts. f.)

Zivilisation und Wildniß.

(Fortsetzung).

Sie haben Recht, Mrß. Smith, sagte sie und versuchte dabei, mit der Qual im Herzen, zu lächeln; wir brauchen Ihnen nichts, gar nichts mehr zu verheimlichen.

Sehen Sie, beste Mrß. Rowland, rief die Dame jetzt völlig beruhigt, in triumphirender Freude aus, das habe ich Ihnen ja auch gleich vom Anfänge an gesagt; aber mein Mann...

Und Tom Fairfield ist ausgegangcn ihn ihn zu holen hierher nach Boonvillc zu holen.

Liebe, beste Mutter; bat Rosy in ihrer Herzensangst, denn sie fürchtete nicht mit Unrecht die bösen Folgen, die solche Auf­regung für die Kranke haben mußte.

Laß nur, mein Kind laß nur, beruhigte sie aber die Leidende, mir ist jetzt vollkommen wohl recht wohl, Rosy und Tom Fairfield, Madame...

Nun der kann doch wahrhaftig nicht lange mehr bleiben; aber nicht wahr er soll ihn mitbringen?

Ihn? ja ja wohl nicht wahr Sie Sie mei­nen doch...

Nun, Ihren Sohn !

Ha! schrie die alte Frau mit einem Laut, der den beiden durch Mark und Seele schnitt Rosy warf sich augenblicklich über die zusammenbrechende Gestalt und rief nur noch mit vorwurfsvoller Stimme: O, Mrß. Smith, was haben Sie ge­macht, Sie haben sie gelobtet! Und diese würdige Dame stand im Anfänge selbst zum Tode erschrocken, denn noch begriff sie den ganzen Zusammenhang nicht, und nur der Gedanke be­gann allmählig in ihr zu dämmern, daß sie doch wohl am Ende einen gewaltig dummen Streich gemacht und sich selbst in eine äußerst fatale Sache hineingearbeitet habe.

Hierin wurde sie auch bald durch Nosy's Erklärung be­stätigt, und als sie erfuhr, daß sie beide die Ursache von Tom Fairfield's Abwesenheit gar nicht gewußt und über den Zweck seiner Sendung feine Ahnung gehabt, war sie außer sich. Sonst von Herzen seelengut, und gewiß die Letzte, die irgend einer ihrer Nachbarinnen und nun noch besonders der wackeren, unglücklichen, kranken alten Frau mit Willen weh gethan hätte, wurde ihr der Gedanke unerträglich, durch ihre Schwatzhaftigkeit, die sie jetzt gar nicht genug verwünschen konnte, solches Unheil angerichtet zu haben. Sic wich nun auch nicht von Mrß. Rowland'ö Seite, that Alles, was in ihren Kräften stand, Rosy die Pflege zu erleichtern, und be­ruhigte sich nicht eher, als bis sie sah, daß sich die Ohnmäch­tige wieder erholt hatte und, aus Erschöpfung wahrscheinlich, in einen tiefen, gesunden Schlaf gefallen war.

Wunderbar war die Veränderung, die, nachdem sie sich wieder erholt, mit ihr vorgegangen schien. Rosy hatte schon von der Erinnerung an das Gehörte das Schlimmste befürchtet und deßhalb auch mit klopfenden Herzen der Mutter Erwachen beobachtet dem aber gerade entgegengesetzt zeigte sich die Kranke vollkommen ruhig und hatte nicht etwa das Geschehene vergessen, sondern fing selbst wieder zuerst davon an, indem sie fragte, ob Tom mit ihm noch nicht zurückgekommen sey. Rosy wollte ihr jetzt das Ganze noch ausreden und meinte,