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Ach, mein Gott! mein Gott! wir sind verloren," mur- melie Klara, die Hände faltend.

Drei leise Schläge erschallten in diesem Augenblicke an der Thüre des kleinen Zimmers, und eine Stimme rief:

Ich bin es; habt keine Furcht, es ist Viktor Vivaur."

Gabriele öffnete die Thüre halb.

Nun?" fragte sie.

Man kommt."

Der Feind?"

Ich fürchte es."

Was ist zu machen?"

Folgt dem Rath des Patron Bousquier: steigt höher hinauf und seyd um mich unbesorgt. So weit ich auch von Euch zu seyn scheine, werde ich Euch doch nicht aus dem Blicke verlieren."

Ohne die Antwort der beiden Frauen abzuwarten, ver­schwand er in dem Dunkel der Treppe.

Klara," sagte Gabriele.

Hier, Tante."

Komm!"

Bei diesen Worten nahm sie ihre Hand und beide stiegen höher nach dem Dache hinauf.

Draußen sprachen zwei Männer, die Anführer einer Bande Maraudeurs zu seyn schienen, ganz laut, so daß man sie in der Stille der Nacht überall hören konnte.

Ich sage Dir, Taddeo, sagte der Eine, ich habe sie wie Schatten dahin gleiten sehen; ich habe ihre Fußtapfen auf dem Sande gemessen, es sind Füßchen, nicht länger als meine Finger."

Ich fange an zu glauben, daß Du Recht hast," erwiederte der Andere.

Per Bacco! ich glaube es wohl, daß ich Recht habe! zwanzig Schritte von hier haben wir ihre Spur verloren; wenn die Nymphen in diesem Moraste nicht ein Bad nehmen, so schlafen sie dort hinter jener Pforte... he! wo ist mein Lanzen­reiter? he, Kornelius, heran! Was zum Teufel machst Du denn, Du Narr? Tritt hierher und bewache das Haus von jener Seite. O, beim Himmel, meine schöne Damen, ihr werdet mir nicht entgehen!"

Was ist das?" sagte Taddeo, das Schnupftuch aufhebend, welches Gabriele in dem untern Zimmer verloren zu haben glaubte, und das ihr schon draußen auf der Treppe ent­fallen war.

Teufel, erwiderte Geronimo, es aus den Händen seines Gefährten nehmend, das ist ja gestickt und duftet nach Rosen­effenz, das hat mir nicht den Anschein, aus der Tasche eines Fischers zu kommen; mit einem solchen Netze fängt man keine Fische."

Vorwärts, Geronimo, vorwärts; und ihr, Kameraden, hört!"

Der Rest des Trupps näherte sich. (Forts, f.)

Zivilisation und Wildniß (Fortsetzung).

Da klopfte es ziemlich lebhaft an ihre Thür, und froh er­schreckt und mit freudestrahlenden Augen sprang Rosy empor und eilte, zu öffnen; auch Mrß. Rowland richtete sich etwas in ihrem Stuhle auf und schaute mit lebhafterem Blicke dort­hin, denn das Klopfen war ganz so, wie Tom Fairfield bei ihnen anzupochen pflegte und wie lange schmerzliche Tage hatte Rosy auf das Pochen umsonst und mit immer wachsender Angst und Sorge geharret!

Rasch und mit vor Freude zitternder Hand zog sie den Pflock zurück, der, einfach von innen vorgesteckr, die Thüre ver­schloß, und öffnete rasch ein schmerzlich erstauntes Ach ent­fuhr aber ihren Lippen, und auch Mrß. Rowland wandte sich enttäuscht ab und sank wieder mit leisem Seufzer in ihr Kissen zurück, als das zwar gutmüthige, aber doch scharfe und gerade heute gewiß nicht willkommene Angesicht der Mrß. Smith auf der Schwelle sichtbar wurde. An ein Abweisen war aber gar nicht mehr zu denken die Lady sah die Bresche kaum offen, als sie auch mit löblichem Eifer herein stürmte, sich augen­blicklich einen Stuhl neben Mrß. Rowland rückte und dann zwischen tausend Entschuldigungen, daß sie hier so ohne alle Anmeldung hereinbrcche, daß aber das Wetter sie gerade über­rascht habe, weil es eben an zu regnen fange, und daß sie nach Cowley'ö eigentlich hinüber gewollt, sich aber die Freude unmöglich habe versagen können, die Gelegenheit, wo sie ge­rade in der Nähe sey sie wohnte überhaupt kaum fünfhun- dert Schritte von Mrß. Rowland entfernt einmal zu be­nutzen und zu sehen, wie es derlieben, lieben Kranken" denn eigentlich gehe.

Mrß. Rowland antwortete auf alles das mit leiser Stimme und bündigster Kürze; sie hoffte vielleicht dadurch, daß sie Mrß. » Smith keinen Anlaß zur Unterhaltung gab, den Besuch in etwas | abzukürzen. War das aber wirklich ihre Ansicht gewesen, so kannte sie Mrß. Smith ungemein schlecht, oder traute ihr wenigstens viel mehr Ungeselligkeit zu, als sie wirklich besaß. Die gute Dame fragte nur einmal, und zwar gleich im Anfänge, ob sie genire, und als sie darauf ein höfliches, wenn auch etwas zögerndes Nein zur Antwort erhalten, säumte sie auch keinen Augenblick länger, es sich so bequem als möglich zu machen, legte ihre Haube und den großen baumwollenen Regenschirm ab, zog die Halbhandschuhe aus, nahm die kurze Schilfpfeife aus der Tasche, die sie schon gestopft oder geladen, wie Mrß. Smith manchmal sagte bei sich trug, holte sich im Kamin eine glühende Kohle, und befand sich, wie sie selber sagte, als sie sich ganz behaglich auf dem Stuhle zurecht rückte, so wohl und vergnügt hier, wie zu Hause.

Mrß. Rowland griff dieses ununterbrochene Auf-sie-einre­den, selbst wenn sie nur wenig oder gar keine Antwort zu ge­ben brauchte, auf die Länge der Zeit so an, daß sie endlich