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Marseille zurufen wollten, daß Gott ihren Muth segne und daß Gebete die muthigen Kämpfer begleiteten.

Blos der erste Tag hat bei großen öffentlichen Ereignissen etwas Erschreckendes; die schwächsten Seelen wundern sich bald, in sich selbst einen Mith zu finden, woran sie nie dachten. Besonders bei den Völkern des Südens ist der Uebergang vom Schrecken zum Heroismus nur das Werk eines Augenblicks. Beständiger Muth verräth eine völlige Abwesenheit der Ein­bildungskraft. Das mächtigste aller Völker war das römische Volk, ein Volk von Helden! ES hatte den panischen Schrecken erfunden, den es freilich auf die Rechnung des Gottes Pan setzte, um die Ehre des Landes zu retten; bei ihm erhob sich der Altar der Göttin der Furcht neben dem Altar des Mars.

Daher wundern wir uns nicht, nach den ersten Kanonen­schüssen am 20. August einige Gruppen von jungen adeligen und bürgerlichen Damen von Air und Marseille mit fröhlichen Gesichtern unter den Ulmen auf dem Platze von Lenche erschei­nen zu sehen. Die jungen Leute, die mit ihren Waffen her­beieilten, grüßten mit Geberden und begnügten sich, ihnen mit Frcudengeschrei zu applaudiren, nicht wagend stehen zu bleiben, aus Furcht einen Augenblick zu verlieren, der bei solchen feier­lichen Gelegenheiten, wo das Loos der Stadt von einem Augen­blicke abhängt, immer so kostbar ist.

Die Weiber aus dem Volke, durch dieses Beispiel ermu- thigt, kamen ebenfalls herbei, und wurden von den adeligen Damen mit großer Herzlichkeit empfangen; da der Anblick der nahen Gefahr jeden Unterschied des Ranges schwinden ließ.

Allmählig wagten sich die versammelten Frauen von Mar­seille in die Straße de l'Evöcha, von dem Rauch ganz einge­hüllt, den der Nordwestwind, der sich unglücklicherweise mit der Sonne erhoben hatte, von Norden nach Süden trieb. Sie theilten sich in zahlreiche Gruppen; die einen bewegten sich weiter vor gegen das Thor de la Joliette hin, die andern kehr­ten nach den Batterien zurück. Die Ankunft dieser Frauen­armee belebte wieder den erloschenen Muth der Soldaten und Artilleristen. Ueble Dinge hatten sich ereignet. Die Flotte Lafayètte's hatte nicht lange ihre fürchterliche Position behaup­ten können; von dem Nordwinde fortgetrieben, war sie aus dem Gewässer von Arenc an die Küste von Mont-Redon ge­trieben, hier und da einige Trümmer zurücklassend, und nur durch ein Wunder den Küstenklippen entgehend.

So ward die erste Operation von einer Fatalität von übler Vorbedeutung betroffen, was bei einem abergläubischen Volke Ermuthigung hervorbringen mußte. Der Nordwestwind war den Feinden zu Hülfe gekommen, und in einer Jahreszeit, wo er sonst nie weht. Mit Hülfe dieses mächtigen Verbün­deten wat der Konvoi des Konnetable friedlich aus dem Ge­birge herabgekommen und hatte die Brücke von Arenc über­schritten, die Niemand vertheidigte; Rance des Ceres hatte den Ungestüm seiner Soldaten hinter dem Fallgatter des Thores

von Air zurückgehalten, da sein projektirter Ausfall gescheitert war. Das Belagerungsgeschütz, das bereits am Hospital Saint-Lazare angelangt war, wurde aufgestellt. Der Konne­table, sichtlich vom Himmel begünstigt, verließ sein General- , quartier und begab sich auf die Höhe von Cannet, der Calva- 1 rienberg genannt, die den Hafen von Arenc beherrscht; Bourbon wollte selbst die Eröffnung der Laufgräben leiten und den Ingenieuren ihren Weg vorzeichnen.

Einige Kanonenschüsse, sagte er zu Pescaire, werden diese guten Bürger schon'so sehr erschrecken, daß sie mit Stricken um den Hals kommen werden, mir die Schlüssel ihrer Stadt zu überbringen. (Forts, folgt)

Zivilisation und Wildniß (Fortsetzung).

Und der Becher entfiel seiner Hand Po co mocon that einen Schritt vor, um sich im Gleichgewichte zu halten, glitt auf dem nassen Boden aus, und wäre, hätte ihn der Händler nicht noch gefaßt, auf die Erde niedergeschlagen; aber an Red'- und Antwortstehen durfte er an diesem Abend nicht mehr denken, selbst der Jüngere schien so trunken, oder stellte sich wenigstens so, um vielleicht den Fragen zu entgehen, daß auf eine vernünftige Antwort bei allen Beiden nicht mehr zu hoffen war. Smith also that das Einzige, was er unter die­sen Umständen thun konnte er schleppte die Bewußtlosen, da es unterdessen überhaupt fast dunkel geworden, ohne Wei­teres in ein neben seiner Wohnung leerstehendes kleines Ge­bäude, das er zugleich mit als Waarenlager benutzte, warf sie hier auf eine Partie Hirsch- und Bärenhäute/ die in der einen Ecke ausgebreitet lagen, und verließ sie hier hinter vorsichtig verschlossener Thüre, mit dem festen Entschlusse, sie am nach-° sten Morgen nicht eher ziehen zu lassen, als bis sie auf das genaueste gebeichtet hätten, wie es mit den Weißen unter den Indianern stand, und ob sich die Sache wirklich so verhielt, wie er jetzt noch glaubte.

Als aber der nächste Morgen kam und Smith mit de« Frühesten hinüberging, in der Absicht, seine Gefangenen zu wecken, fand er zu seinem unbegränzten Erstaunen das Nest schon leer, und von den Indianern keine Spur; ja, bei nähe­rer Untersuchung ergab sich sogar, daß sie durch eine Ecke det niederen Daches, wohin sie auf den rauhen Balken leicht ge- * langen konnten, ausgebrochcn seyen und ihm zwei vortrefflich geräucherte Hirschkeulen, für die er erst gestern per Stück einen silbernen Viertel-Dollar bezahlt, als Zehrung mitgenommen hatten. Der Verlust der Keulen schmerzte ihn aber am we­nigsten ; sie hatten getrunken, und er würde ihnen auch gern zu essen, ja, die Keulen vielleicht mit auf den Weg gegeben haben, wenn er nur gewußt hätte, wie es mit dem Geheim­niß stand. Der Wunsch blieb aber Wunsch, und wenn er auch im ersten Augenblicke an eine Verfolgung dachte, so gab