Versammlung zu beweisen, daß Herr Louis gar nichts gethan habe, was ihn der allgemeinen Stimme empfehle, noch vielweniger könne ein Sozialist für ihn stimmen, da man seine Vorschläge in jener Broschüre durchaus nicht originell und praktisch fände. Der junge Redner sprach ungemein heftig und während er einer Seits Beifall erntete, überschneen die Anderen, die Forcenirten, die Bravos. Der Lärmen ward fürchterlich. Hundert Kehlen riefen nach der Erlaubniß zu sprechen. Die Bühne drohte zusammenzubrechen, die Schelle des Präsidenten ^vermochte diesem Wogen keinen Halt zu gebieten. Alles drängte nach dem Büreau. Man hörte die gräßlichsten Flüche und Verwünschungen gegen Louis Bonaparte, gegen Eavaignac, gegen Ledrü-Rollin, gegen alle Kandidaten sammt und sonders ausstoßen, und sie zum Teufel jagen. Der Tumult nahm so zu, daß der Präsident des Klubs erklärte, er müsse die Sitzung aufheben und die Schließung des Klubs könne unmöglich fehlen.
Zwischen 10 und 11 Uhr Nachts zerstreute sich die zahllose Menge, die namentlich durch den inneren Skandal herbeigelockt worden und mächtig angeschwollen war.
In einer anderen Gegend der Stadt fand zu derselben Zeit ein ähnliches Gedränge statt. Hunderte von Männern begehrten Einlaß in den Montesquieusaal, wo Herve den alten Barbes'schen Revolutions-Klub zusammengerufen hatte. Da indessen schon um 7 Uhr der Saal (der etwa mit seinen großen Galerien 5000 Menschen faßt) zum Ersticken voll war, so konnte Niemand mehr eingelassen werden und da gab es eine Verstockung der Straße. Erzesse sind indessen nicht vorgefallen.
Die heutigen Journale beuten mit wahrer Inbrunst das Ekandälchen in der gestrigen Nationalversammlung aus. Jedes natürlich nach seiner Farbe. Hier in aller Kürze die trockene Thatsache:
Hüneau, das alte Kammerglied und jetzt von der Vendee in die Nationalversammlung geschickt, benutzte die gestrige Budgetdebatte (Präfektenqehalte), um das Ministerium zu tadeln, daß es den rothen Republikaner Cazavan als Präfekten von Toulouse in die fromme Vendee geschickt habe, nachdem ihn kein anderes Departement hätte annehmen mögen. Astair, yese Sinfeinbung der rothen Republik anhörend, konnte sich nicht enthalten, dem Ankläger zuzurufen: „Aber wie kommt es denn, daß Sie ein solcher Spürhund sind?" Man stelle sich das Geheul vor, das die gesammte Rue de Poitiers gegen diesen Ausdruck erhob, ungeachtet ihn Hüneau mit stiller Verachtung hinnahm und ihn gar keiner Berücksichtigung würdigen wollte.
Diese Katzbalgerei wird nun heute in allen Blättern, namentlich in der retrograden Partei, bis zum Ekel breitgetreten, und es sollte uns wundern, wenn man nicht abermals auf Pistolen losginge.
Neapel in Kriegszustand erklärt! Darüber meldet ein Morgenblatt Folgendes:
„Die Epoca, Journal in Rom, kommt so eben in unsere Hände. Sie zeigt an, daß Depeschen aus Neapel in Rom eingetroffen seyen, welche melden, daß Neapel in Belagerungsstand erklärt worden sey, und zwar in Folge eines allgemeinen Ausstandes der Provinzen Calabrien und Apulien , die gegen die Hauptstadt marschiren und die Republik proklamiren wollten." Der Uhrmacher Naundorf (Ludwig XVII., auch Herzog der Normandie genannt) wendet sich an die Nationalversammlung, um die Erlaubniß zu erhalten, nach Paris kommen und dort seine Vaterschaftspapiere auftreiben zu dürfen. Dieser Prätendent wohnte früher bei Berlin und später in Crossen an der Oder.
die Verwirrung erhält und nährt, mag es auch äußerlich Eng. land beistimmen, ist wohl noch gewisser. .
Frankfurt a. M., den 20. November.
Oesterreich, 5 % üDMalliqueâ
2 % % " '
„ 3 °/0 Bankactien o. D.
„ 500 fl. Lvvse.....
„ 250 fl. Lvvse.....
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine
„ 3% % Staatsschuldscheine ä 10
Bayern, 3% % Obligationen .... Berbacher-Eisenbahn-Actien . . Würtemberg, 3% % Obligationen . .
„ ' 4% % neue Obligationen
Baden, 3 % % Obligationen von 1842 .
„ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S „ 35 fl. Loose vom Jahr 1845
Darmstadt, 3% % Obligationen . .
„ 4% „ . .
„ 50 fl. Loose .....
„ 25 fl. Loose ......
Kur Hessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild
Actie
Nassau , 3% % Obligationen bei Rothschil „ 25 fl. Loose .......
Frankfurt, 3 % Obligationen ....
„ 3 % %
„ 3 7s "
von 1839 von 1846
T aunu s-Ei send ah n-A c t i en ä 250 fl. . . .
Holland, 2'/-°/» Integralen.......
Spanien, 3% Innere Schuld.......
„ 5 „ Ardoin incl. 16 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose .......
„ 500 ff. „ „ . ......
Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann
D isconto..............
Mittags I Uhr.
Papier. "68%- 55 % 36
1140 118
79%
75% 75% 63% 75 92% 71% 45% 25%
74% 84 60
21% 38-A 257, 797, 20% 78 91 87
268 45% 17%
68
25%
Geld.
54'/, 35%
1125
117
78% 91% 74% 75% 62% 74%
92% 71
44% 25% 73% 83% 59% 20% 38
25 79
20% 77
90%
' 86% 266
45% 17%
93 % 67% 24%
2
Gold.
ff-
kr.
Silber.
fl.
fr.
9
56
Gold al Marco ....
382
Pr. Friedrichsd'or . . .
9
57
Laubth., ganze.....
2
437,
Holl. 10 fl. Stücke . .
10
4
Preuß. Thaler.....
1
45
Rand- Ducaten ....
5
36
5 Frankenthaler ....
—
—
20 Francsstücke ....
9
38
Hochhaltig Silber. . .
24
24
Engl. Souverains. . .
12
2
Gering u. mittelh. . .
24
18
BekattntmnMtttMrs
5°6] Lieferungen.
Zum Bedarf für die Kasernen und das hiesige Militär-Hospital soll Lieferung von:
die
1664 Ellen % breiter weißhänfener Leinwand,
832
224
464%
1707%
Dänemark.
Kopenhagen, 12. Nov. (Mittags.) (D. A. Z.) Der König kommt heute in die Hauptstadt und man hofft am Hofe mit Sicherheit, daß eine Min ist e rkri sis und ein Ministerwechsel, die man im gegenwärtigen Moment für sehr gefährlich hält, für diesmal vorübergeht. Ein Hofministerium, Moltke- Orholm-Tillisch, das die ganze liberale und ultradänische Kriegspartei sammt dem bisherigen Ministerium gegen sich hätte, ist unmöglich; es müßte sogleich vor der Majorität des Reichstages fallen oder denselben auflösen. Und von einem andern Ministerium, von Algreen-Ussing-Bang u. s. w. (natürlich wieder mit dem Grafen Moltke, dem jetzigen Ministerpräsidenten), ist noch keine Rede gewesen. Daß die von England vorgeschlagene Basis der Friedensunterhandlungen der Stein des Anstoßes gewesen, darüber sind die verschiedenen Gerüchte einig; daß Rußland
% „ weißflächsener
% „ weißen Drillichs,
% „ ordinären grauen Zwillichs,
% „ ungebleichter werg. Leinwand,
% „ „
% „ „ Beiderwolle,
einpersönige, und zweipersonige wollene Bettdecken,
48
305
61
1
Stück
Submissionswege an die Wenigstfordernden vergeben werden.
Liefernngslustige wollen ihre genaueste» Forderungen per Frankfurter Elle und für die Decken per Stück berechnet, schriftlich und verschlossen, unter der Aufschrift „Submission" längstens bis zum 30. d. M., Vormittags g Uhr, an den Verwalkungsrath des zweiten Regiments dahier, um so gewisser einsenden, als später eingehende Offerten nicht mehr beachtet werden können; indem die Eröffnung der Submissionen in der bemerkten Stunde auf dem Regiments-Bureau, Friedrichstraße Nro. 13, in Gegenwart der sich daselbst einstndenden Submittenden stattfinden wird.
Muster und Bedingungen liegen in hiesiger Infanterie-Kaserne täglich zur Einsicht offen.
Auswärtigen Konkurrenten des Herzogthums Nassau können auf zeitig schriftliches Verlangen die gewünschten Muster und Bedingungen mitgetheilt.
im
werden.
Wiesbaden, den 15. November 1848.
Der Derwaltungsrath
des Herzoglichen zweiten Regiments.
507] Zu Ehren Robert Blums, Abgeordneten zur deutschen National- Berfammlung, soll für benieiben , als Vorfechter und Mitgründer des Deutschkatholicismus nächsten Donnerstag, den 23. d. M., in dem bisherigen Lokal des Schützenhofs, Abends 4 Uhr, ein feierlicher Trauergottesdienst gehalten werden, wenn dazu der Gebrauch der evangelischen Kirche nicht bewilligt wird, um welchen bei der Behörde nachgesucht, aber bis jetzt noch keine Zusage ertheilt wurde. Sollte diese bewilligt werden, so wird solches noch öffentlich bekannt gemacht.
Wiesbaden, den 20. November 1848.
Der Norstand der deutschkatholischen Gemeinde.
508] st. 3000, 8000, 2600 find gegen doppelt gerichtliche Sicherheit, aber nur gegen Guter ohne Häuser, auszuleihen. Das Nähere im Geschâfts-Bureau von Carl Leyendecker.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.