Die Breslauer Blätter vom 12. Nov. enthalten kein Wort von den nach der „Rheinischen Volkshalle" gemeldeten Nachrichten von Unruhen, welche am 11. Nov. in Breslau ausgebrochen seyn sollten.
Wien, 9. Nov. Man unterhält sich heute von einem Briefe Cavaignac's an den Fürsten Windisch-Grätz. Cs soll darin gesagt seyn, daß Fürst Windisch-Grätz nicht nur die ö st e r r e i ch i s ch e Monarchie, sondern ganz Europa gerettet habe!
Wien, 11. Nov. (O.-P.-A.-Z.) Die heutige „Wiener Zeitung" gibt amtliche Kunde von der an einem Polen (er heißt Eduard Jelovicki und war aus Hubnik in Russisch- Polen gebürtig) vollzogenen Hinrichtung; derselbe war Adjutant des Generals Bem. Es sind außerdem gestern und heute Morgen wohl mindestens 20—30 Todesurtheile an verschiedenen Orten vollstreckt worden. Die Namen der Verurtheilten sind jedoch bis jetzt noch ein Geheimniß. Man will wissen, daß in den nächsten Tagen der kommenden Woche sämmtliche Protokolle des Kriegsgerichts durch die „Wiener Zeitung" kundgegeben werden. Messenhauser soll gestern das Todesurtheil verlesen worden seyn.
Robert Blum bewies viel Freimuth und Unerschrockenheit beim Verhör und in dem letzten Augenblicke. In dem Abschiedsbriefe, den er eine Stunde vor seinem Tode an seine Gattin richtete, bat er dieselbe, ihre Kinder für die deutsche Freiheit zu erziehen, für welche er gestorben. Er soll dennoch auf Begnadigung fast bis' zum letzten Augenblicke gehofft haben. —
Das Ministerium ist definitiv zusammengesetzt und es ist gewiß, daß Graf Stadion zum Minister des Innern ernannt ist und Bach den Eintritt abgelehnt hat. Ob Wessenberg die Präsidentschaft des Konseils behalten oder austreten werde, ist noch unzweifelhaft. Sämmtliche Minister sind gestern Abend aus OUmütz hier angelangt.
Man behauptet mit Bestimmtheit, Fröbel sey ebenfalls erschossen. Die Nachricht wird mit Vorsicht aufzunehmen seyn.
% r g li f r e i cb.
□ Paris, 13. Nov. Die offizielle Feier ging ohne Störung vorüber; Paris blieb vollkommen ruhig. Aber der eigentliche Jubel beginnt erst heute. Die Straßeu sind mit Menschen (viel fremder Bürgerwehr) überfüllt und die Musikkorps von zwanzig Regimentern werden der gaffenden Menge etwas vorblasen. —
Die Kabinette von Paris und London haben , heißt es, dem Herrn v. Wessenberg die Stadt Brüssel als Konferenzort für die italienische Mediation vorgeschlagen und man erwartet schleunige Antwort.
Sprechsaal für Stadt und Land.
§ Winke zur Wahl einer Schulkommission,
In verschiedenen Zeitungsblättern sind Lehrer als Abgeordnete zu Lehrerversammlungen wiederholt namhaft gemacht worden, die als solche bei Lehrern und Nichtlehrern Anstoß erregt haben. Ein Abgeordneter, der eine Gesammtheit vertreten soll, muß vor allen Dingen unbescholten seyn und seinem Stande in jeder Hinsicht Ehre machen und ihn würdig vertreten.
Dazu gehört mehr als Intelligenz; aus Blick und Hand-, lung eines Abgeordneten, wie er hier gemeint ist, muß ein selbstständig, sittlich tüchtiger Charakter sprechen und den in der Führung seines Amtes thatkräftig bewährt haben. Der Wunsch liegt gewiß jedem tüchtigen Lehrer nah, daß die bevorstehende Wahl zu einer Schulkommission, der wichtigen Sache entsprechend, gut ausfallen möge. Man greife hier nicht geradezu nach denen, die sich in Vordergrund stellen und sich durch leeres Gerede öffentlich brüsten und geltend machen. Wort und That liegen oft unendlich weit auseinander und — der Kern ist etwas Anderes, als die Schale. Die That am Tagewerk in der Schule entscheidet die Tüchtigkeit des Lehrers; das Lob der Unmündigen spricht sie hier aus.
Wer Jahrzehnten hindurch am Tagwerk mit Bewußtseyn treu gearbeitet hat, und in jeder Hinsicht bewährt gefunden ist, der weiß aus dem reichen Schatze seiner Erfahrung einer Schulordnung Leben und Fülle in geeigneter Form zu geben, wird Wesentliches vom Unwesentlichen zu scheiden, Ansichten mit Ansichten zu vergleichen, das Gleichartige und Zusammengehörige aufzufinden und in Eins zu verschmelzen wissen; er
hat aus der geistigen Natur seiner Schüler und der Method des Unterrichts das rechte Leben für die Schule entnommei hat durchlebt, was den Inhalt einer zeitgemäßen Schulordnun ausmachen muß. — Das Alte ist nicht zu verwerfen, weil e alt, und das Neue nicht anzunehmen, weil es neu ist; beißt muß ruhig und besonnen geprüft und zeitgemäß in einnnbi gegliedert und verwebt werden.
Ob die freie Wahl die rechten Männer herausbringe wird, gebe ich zu bedenken. Ich meinerseits glaube, daß ßi Regierung, wenn sie seither über jeden Lehrer treu und gewi senhaft berichtet worden ist, wenigstens auch eine Stimme eh geräumt werden dürfte, und glaube, daß die rechten Männ um so eher aus der Wahl hervorgingen, wenn der Regierur überlassen würde, aus der, von den Lehrern gewählten größ ren Anzahl, die geeignetsten zu bestimmen. H. K.
Für die Abgebrannten in Caub ist weiter an mich g gegeben worden:
Von Fräul. V. ein Pack mit Kleidungsstücken; von Fr. ( 1 fl. und durch Fr. V. von einem Ungenannten ein Päckchl mit Kleidungsstücken und 4 fl. 42 kr. Zugleich bemerke id daß sämmtliche Geschenke der Armen-Behörde in Caub übe
schickt worden sind.
Wiesbaden, den 15. November 1848.
Büsgen.
Durch Vermittlung einer wohllöbl. Erpedition der N Allg. Ztg. ist mir heute abermals ein Pack Kleidungsstü angeblich von Frau G., für die bedürftigen Abgebrannten das zugekommen. Unter herzlicher Danksagung bescheinigt die der evangelische Pfarrer Büsgen.
Caub, den 11. November 1848.
Frankfurt fl. M., den 15. November. Mittags 1 Uhr.
Papier.
Geld.
Oesterreich, 5 % Befalls queé
9-o/
68'4 57
35-/,
67 % 56 35%
„ 3 % Bankactien o
D.....
1115
1105
„ 500 fl. Loose........
„ 250 fl. Loose........
Preuße», 50 Thaler Prämienscheine ....
„ 3%% Staatsschuldscheine a 105 kV. .
117
79
75
116
78
92
74 %
Bayern, 3 % % Obligationen .
75'4
74%
Ber o aMFr- (L tsenbahn - Ac t i e n . . . . v Württemberg, 3V2V0 Obligationen . v
■Jj37
63
74%
„ 4% °/0 neue Obligationen . . .
Baden, 3'/2% Obligationen von 1842 .... „ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .
92%*-
72
92%
71'7
45'4
44%
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....
Darmstadt, 3% % Obligationen.....
" 4 *% „ .....
„ 50 fl. Loose........
25%
74
84
60
25% 73% 83
59%
„ 25 fl. Loose.........
Kur hesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien
21%
37
20%
36%
„ 40 Thlr. Loose bei
Rothschild. . .
25 %
24%
Nassau, 3'4 % Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 fl. Loose '..........
Frankfurt, 3 % Obligationen.......
„ 3'4 % „ von 1839 . . .
„ 3'4 „ „ von 1846 ...
79'4
21
78
91
87
79 20%
77
90%
86%
Tau nus-Eisen bah
n-A
dien
s 250 fl. . . .
268
266
Holland, 2‘4 % Integralen .
45%
44%
Spanien, 3 % Innere Schuld.......
„ 5 „ Ardoin Inci. 16 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......
17%
17%
93
„ 500 fl.
67%
66%
Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Belhmann
D isconto..............
25%
24% 2
Gold.
fl.
fr.
Silber.
fl.
£
Pistolen........
Pr. Friedrichsd'or. . .
9
56
Gold al Marco .
. . .
382
9
57
Laubth., ganze. .
. . .
2
43'4
Holl. 10 fl. Stucke . .
10
4
Preuß. Thaler. .
. . .
1
45
Rand-Ducaten.....
5
36
5 Frankenthaler .
—■
20 Francsstucke ....
9
38
Hochhaltig Silber. . .
24
24
Engl. Souverains. . .
12
2
Gering u. mittelh. . .
24
18
des
ersten Bataillons der Wiesbadener Bürg erwehr,
Samstag den 25. Novbr., Abends 7 Uhr,
im Saale des Gasthauses 3nm Adler, wozu sämmtliche hiesige Wehrmänner hiermit eingeladen we' den. Die Cintritts-Karten sind â 30 kr. im Gasthause zm Adler, Zimmer Nro. 8, Sonntag den 19. November von bis 6 Uhr Abends zu haben.
Das Konnte.
Beranttvortlicher Redakteur W. H. Riebt. — Druck und Berlag der L. Sch eklenberg'schen Hof-Buchhandluna in Wiesbaden.