wohnten, besetzt. Blum fragte den Offizier: ob ihn seine Eigenschaft als Mitglied der Frankfurter Reichsversammlung gegen diese Verhaftung nicht schütze. „Richten Sie diese Frage an meinen General", antwortete der Offizier, und führte ihn ohne weitere Umstände in's Gefängniß. Diese beiden Herren haben übrigens während ihres Wiener Aufenthaltes so viele Unklugheiten begangen. Blum hat in der Aula Reden von so unsinnig jakobinischem Zuschnitt gehalten, daß wir ihr Schicksal weniger bedauern, als das vieler Andern. Bem, Mesienhuu- ser, Fcnncberg, Schütte sollen noch hier versteckt (nach andern Berichten entkommen) seyn. Wenigstens fahndet die Polizei auf sie mit größter Thätigkeit.
Frankreich.
□ Paris , 8. Nov. Auf einen Beschluß des hiesigen demokratischen Zentralausschusses wird noch im Laufe dieser Woche eine große Trauerfeier zu Ehren der gefallenen Wiener Brüder stattfiuden.
Nationalversammlung. Sitzung vom 7. Novbr. Präsident M ar r a st. An der Tagesordnung sind die Bouvet- schen Interpellationen wegen der von der Regierung dem Ausland gegenüber, namentlich in Bezug auf Deutschland und Italien beobachteten oder zu beobachtenden Politik.
Bouvet mit vielem Pathos: Wenn es sich um Interpellationen handelt, so glaubt man immer, daß ihnen ein der Regierung feindlicher Sinn unterliege. Ich protestire von vornherein gegen diesen Verdacht. Ich will sie im Gegentheile stärken und befestigen. (Man lächelt.) Ich wünsche zu wissen, in welcher Lage sich die Regierung der Republik den auswärtigen Kabinetten gegenüber befinde.....
Garnier-Pages unterbrechend: Wir diskutircn jetzt das rektifizirte Budget von 1848. Morgen kommen wir darin zum Kapitel des Ministeriums des Auswärtigeu. Dies ist die beste Gelegenheit für Ihre Interpellationen. Ich trage also auf Vertagung an.
B ouv et empfindlich: Meine Interpellationen stehen bereits auf der Tagesordnung, sie sind im „Moniteur" angezeigt und fahre darin fort. Zunächst möchte ich wissen, ob wir seit dem Februar überhaupt ein politisches System haben. Am Klarsten zeigten sich zwei Meinungen. Die Eine wolle die Aktion der Republik auf ganz Europa ausdehnen; die Andere wollte sich dagegen nur zunächst aus Befestigung der inneren Zustände beschränken. Sie war der Ansicht...
Mortimer Ternaur heftig: Zur Sache! Zur Sache!
Bouvet: Sie dürfen mich nicht unterbrechen!
Marrast: Sie haben bas Wort für Interpellationen und nicht um eine lange Polemik,zu halten.
Bouvet gereizt: Meine Interpellationen müssen durch eine Einleitung (Anspielung auf die Verfassungseinleitung, die Gelächter hervorruft) erläutert werden, und ich frage daher mit Recht vor allen Dingen: Ist seit dem Februar überhaupt ein politisches System befolgt worden? Die Provisorische Regierung stellte zwar ein System auf; sie verhieß die Befreiung Italiens und stellte die Fälle auf, den eine bewaffnete oder diplomatische Intervention nöthig machten. Sind dergleichen Fälle eingetreten? Ja wohl, und zwar drei: 1) in Polen ; 2) Lombardei; 3) Sizilien. Was that die Regierung um ihre Prinzipien zu retten? Nichts. Sie hätte die Freiheit retten und die Schicksale sämmtlicher italienischen Völker durch einen europäischen Kongreß erleichtern, wenn nicht definitiv reguliren können. Statt dessen sahen wir die Tyrannei trium- phiren. Die Julimonarchie konnte doch wenigstens Griechenland befreien, aber die Februar-Republik kreuzt die Arme und sieht der Unterjochung Italiens ruhig zu. (Bravo vom Berge. Lärmen zur Rechten.)
Bastibe, Minister des Auswärtigen, folgt dem Interpellanten auf der Bühne. Er hält ein Papier in der Hand und liest eine Erklärung folgenden Hauptinhalts: Als im August die Oestreicher in Mailand wieder einzogen, schlugen wir unsere Vermittelung auf jene Grundlagen hin vor, die Sie genehmigt haben. Es erhoben sich Widersprüche wegen des Orts, an dem der Kongreß gehalten werben sollte. Inzwischen überraschten uns die Ereignisse des Oktobers, welche die Unterhandlungen zerbrachen. Allein sie sollten wieder ausgenommen werden. Wir hoffen durch friedliche Mittel unser gestecktes Ziel zu erreichen. Sollte aber die Befreiung und Selbstständigkeit Italiens Waffengewalt erfordern, so werden wir nicht zögern, Ihnen auch dieses Mittel vorzuschlagen. Es ist übrigens Aussicht vorhanden Ihnen bald alle Aktenstücke vorzulegen. (Mißfallen vom Berge, Beifall zur Rechten.)
3
Frankfurt a. M., den 10. November.
Mittags 1 Uhr.
Oesterreich, 5 % öietaUiqueâ .....
0 17 0/ "
ff Ä /2 /o ff .
„ 3 % Bankactien o. D.....
„ 500 fl. Loose ........
„ 250 fL Loose ........
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine ....
„ 37s % Staatsschuldscheine â 105 kr. .
Bayern, 372 °/0 Obligationen....... B er b a ch er - E i s e n b a h n - Acti en..... Würtem berg, 3% % Obligationen.....
„ 4% °/0 neue Obligationen . . .
Baden, 3 7s % Obligationen von 1842 .... „ Lottcrie-Anl. â 50 st. bei G. u. S. . .
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....
Darmstadt, 3% % Obligationen.....
4 % „ .....
„ 50 fl. Loo,e........
„ 25 fl. Loose .........
Knrhesse n, Friedrich-Wilhelms- Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
Nassau , 3^/r Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 fl. Loose ..........
Frankfurt, 3 % Obligationen.......
„ 3 7, % „ von 1839 ...
„ 3y2 „ „ von 1846 ...
T aunu s - Eisenbah n - A e t i e n â 250 fl. . . . Holland, 27, % Integralen....... Spanien, 3 % Innere Schuld.......
„ 5 „ Ardoin incl. 16 Conp.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose ....... „ 500 fl. ff „ .......
Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann D i s c 0 n t 0..............
Papier.
67%
55 72
35 %
1110
1157s 77 7,
75 7. 757s
647.
74% 92% 71% 45
25 7, 74
827s
60
21
37 25% 79%
21
78 90% 86%
268 45
177.
68
257s
Geld.
66% 547, 34%
1100 114%
767s 91% 74% 75
63% 74% 927. 71% 44% 257. 73% 82
59% 207s 35% 247s 79
207, 77 90% 86%
266 447s 17
93
25
2
Gold.
fl.
kr.
Silber.
fl.
kr.
Pistolen........
9
Gold al Marco .
382
Pr. Friedrichsd'or. . .
9
57
Laubth., ganze.....
2
437.
H0ll. 10 fl. Stücke . .
10
5
Prenß. Thaler.....
1
45
91q 11 b- Quenten .....
5
36
5 Frankenlhaler ....
20 Francsstücke ....
9
38
Hochhaltig Silber. . .
24
24
Engl. Sonverains. . .
12
2
Gering u. mittelh. . .
24
18
F r u ch tpr e i sè
Namen der Städte.
D a t u in der
Pr eise.
Waizen । pr. Malter
WfL|?r.
Korn vr. Malter
WI ff. 1fr.
Gerste vr. Malter
Hafer vr. Walter
Wl fl. (fr
wie.-
fr.
Bingen ....
8. Nov.
260
8
45
266
6
5
147
4
45
129
3
—
Diez.....
3. Nov.
310
14
20 290
9
30
260
7
37
—
4
39
Dillenburg . . .
4. Nov.
300
15
—
300
11
—
260
9
40
190
5
30
Friedberg . . .
10. Nov.
215
8
48 196
5
39
75
4
32
136
3
22
Hadamar....
2. Nov.
15
20
9
—
7
—
4
30
Herborn ....
5. Nov.
320
15
30 360
II
—
260
9
—
200
D
30
Mainz.....
10. Nov.
200
9
29 200
6
21 200
5
50
200
6
4
Wiesbaden . . .
9. Nov.
170
8
10,160
5
144
4
—
96
3
—
4931 EdiktäMvßMg.
Ueber das Vermögen des Johann Georg Ludwig Opel dahier ist de: Konknrsprozeß erkannt worden.
Dingliche und persönliche Ansprüche an die Masse sind, bei Vermeiduiiz des Ausschlusses
Donnerstag den 30 November I. I., Morgens 9 Uhr, dahirr geltend zu machen.
Wiesbaden, den 25. Oktober 1848.
Herzog!. Nassauisches Amt. Winter.
493J Wohnortsveränderung halber sind bis zum 1. f. Mts. Dezember folgende Gegenstände billig zu verkaufen: Eine noch fast neue kleine Ottomanne, zwei sehr bequeme Waschkomode, Komode, unter verschiedenen Tischen auch einen Pfeifen-Tisch, viele Bilder unter Glas und Rahmen, auch eine neue Jagdtasche nebst vollständigem Zubehör, und eine Anzahl neuer elegant eingebundener Bücher, namentlich das malerisch-romantische Deutschland mit circa 1000 Kupfern, werden auch in einzelnen Bänden abgegeben. Die Expedition sagt wo?
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Verantwortlicher Redakteur: W. H. Ri ebt. — Druck und Verlag der L. Sch ellenberg'schen Hvf-Buchhandluna in Wiesbaden.