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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

â 206» Freitag -eu 1O» November L8â8.

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Die Nass. Allg. Zeitung mit ihrem belletristischen Beiblatt erscheint täglich. Der vierteljährige Pränumerationspreis ist in Wiesbaden ^fiv für den Umfang des Herzogthums Nassau, des Großherjogtbums und Kurfürstenthums Hessen, der Landgrasschaft Hessen-Homburg und der freien Lladt Frankfurt Ä fl. 30 Fr., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen Berwaltungsgebietes 8 fl. 40 fr. Inserate werden die dreispaltige Petit^eile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellen de rg'schen Hof-Buchhandlung, aus­wärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

Uebersicht.

Den Siegern in Wien I

General von Radowitz über das deutsche Heerwesen.

Der Kongreß der vaterländischen Vereine in Kassel.

Deutschland. Hadamar (Die mangelnde Energie der Erekutivbehör- den). Berlin (Die Ministerkrisis. Pläne der Linken). Wien (Einzug Jellachich's. Robert Bluni. Die Deputaten der Frankfurter Linken werden in'S Hauptquatier nach Schönbrunn gebracht). Tri ejst (Die Einnahme von Mestre).

Den Siegern in Wien!

Es ist keinem Zweifel unterworfen, daß in Wien die Vertheidiger mehr Muth , Ausdauer und Todesverachtung und auch Kriegskunst entwickelt hatten, als die Aufständischen in Paris bei ähnlichen Gelegenheiten, und daß in Betracht der Zusammensetzung der Massen ihre Selbstbeherrschung bei dem unbeschränkten Besitz^ der Gewalt zu bewundern ist.

-Dâß nach 33 erschlaffenden Friedensjahren noch so viel Thatkraft Tix üTTn Bowr tviUni».w w..«, lqErstaune, aber tief muß es Jeden, dem die Freiheit unbjWr-rre- Nation wahrhaft am Herzen liegt, schmerzen, sich täglich mehr zu überzeugen, daß ein gänzlicher Mangel an politischem Ne chts g esü hl hier, wie anderswo, die Grundursache von allem Uebel gewesen. Mögen zur genaueren Auseinander­setzung der Wiener Verhältnisse uns auch noch viele Thatsachen fehlen, so viel steht fest, ein blutiger Frevel gegen die Ge­rechtigkeit und gewaltsame Verweigerung der Genugthuung bildete den Anfang des unseeligen Kampfes. .

Wenn nun die, welche für den Augenblick die Gewalt in Händen haben, aus dem Vorliegenden den Beweis für die politische Unmündigkeit des Volkes in ihrem Interesse zu füh­ren versuchen, wer kann es ihnen übel nehmen, besonders da die Absichten der extremen Partei der überwundenen Gegner- klar vor Augen liegen.

Im Kampfe mit fremden Völkern sich als Sieger den Besiegten gegenüber zu zeigen, ist weder schwer, noch unedel, es ist der Gang der Welt und wer es nicht thut, ist ein Thor.

Anders ist's im Bürgerkriege. Hier ist die erste Pflicht, leben und leben lassen, und ein Erfolg muß nur die Möglich­keit zu künftiger friedlicher Existenz mit und neben einander anbahnen. Das Einzige, worum hier ein Sieger zu beneiden ist, besteht in der Macht, Milde und Versöhnung zu üben.

Seit lange hat jene Partei, gegen welche so vielfach ange­kämpft worden, keine so günstige Gelegenheit, zu beweisen, daß sie mit Herz und That der Nation an gehört, als gegenwärtig in Oesterreich. Möge Fürst Windisch-Grätz nicht vergessen, daß jetzt in seinen Händen und in seinem Herzen die 'Macht zur Aussöhnung aller Leidenschaften und Vorurtheile und zur Einigung eines in sich zerfallenen Volkes zu einem Ehrfurcht gebietenden Ganzen gelegt ist. Jetzt end­lich beweise der Abel durch die That, daß er wirklich deutsch ist, großartig denkt und mit der Nation eins seyn will. Nie­mals ist auch die Nothwendigkeit zu einem solchen Handeln mehr durch innere und äußere Politik geboten, als jetzt, wir müßten uns denn vollkommen von der Ruhe täuschen lasten, welche an unseren Lanbesgränzen für den Augenblick zu herr­schen scheint. Gewiß, Dänemark trotz allen diplomatischen

Schwierigkeiten, welche cs uns macht, wird Deutschland nie mit wirklicher Gefahr bedrohen. Allein Frankreich, unser eif­riger Freund im März, hat weder Italien, noch das linke Rheinufer in Vergessenheit begraben, und wird sich zu schick­licher Zeit weder durch Verträge, noch durch Gelbnoth zurück­halten lassen.

Alle Parteien daselbst, welche nun streiten vom Aus­lande ganz abgesehen, haben den zukünftigen Krieg dem zu erwählenden Präsiventen als Morgengabe aufgespart, und bex- neue Präsident selbst wird wohl wissen, baß ohne Krieg mit dem Auslanbe er sich im Innern nicht lange halten kann. Sollen wir aber die Schmach nicht wieder erleben, daß Deutsch­land sein ferneres zerrissenes, entwürdigtes Fortbestehen der Mithilfe einer halbasiatischen Macht zu verdanken hat, so müs­sen sich baldigst alle Elemente des Widerstandes friedlich einigen.

Dieses ist eben so unbedingt nothwendig, als es sicher ist, daß, wenn Frankreich uns angreift und Rußland uns beistcht, wir nicht allein einen Theil unseres Gebietes, sondern auch unsere in der Entwickelung begriffene Freiheit auf das Spiel setzen.

Sollte aber wirklich der Bürgerkrieg in den deutschen Limvin-en Oesterreichs es vermocht haben, allen Parteien reiaG^i' dessen Rande es'steht,' so woll uTWWrffi- Ln Todten in und um Wien zurufen:Wahrlich ihr seyd für's Vaterland gefallen, aus eurem Blute wird ein einiges großes Deutschland auscrstehen!"

General von Radowitz über das deutsche Heerwesen.

Die Ankündigung, welche den General Radowitz aus die Rednerbühne ruft, (in der Reichstagsitzung vom 8. Nov^) bat die aufmerksamste Stille UN Hause zur Holge. Zum Ber LL "L Rede ist -NâNÄ, M â°"LL^ L°'/, fcblâae theils des Verfastungsentwurfs selbst, theils der Ver befferunasantrâge vor Augen zu halten, die in nicht wenigen Bestimmungen auf ein vollständiges Verwischen der bestehenden Httreseiaenthümlichkeiten hinauslaufen, und welche v.e deutsche Kriegsmacht selbst mit durchgehenden Regimentnummern zu einem uniformen Ganzen gestalten möchten.

Radowitz:Mit dem 2. Art. des Verfassungsentwurfs habèn wir das Gebiet betreten, auf dem die eigentliche Schw - W L! »°N!M DerfassungSwerkS liegt. K /^ Z?ntralgewalt des Reiches zu der Gewalt

t>er? Ich werde um so weniger versuchen VLe man l'M«^ SÄ3 WÄS -rw-i-'ich Äm'"ÄISW »icht