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t liegen theils in jeu dem Zartgefühl, daß

als Abgeordneter gewählt worden, konnte den Präsidenten zum Aufschübe bestimmen. Die Gründe für Heinrich v. Gagern's Wunsch nach einstweiligem Rücktritt liegen theils in seiner angegriffenen Gesundheit, theils in ' _ s nicht zu lange ununterbrochen in dem Genusse des bedeutenden Präsidentengehalts bleiben will.

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Detmold, SS. Oktober. (D. A. Z.) Nach neuen aus Frankfurt a. M. hierher gekommenen Mittheilungen dürften sich die kleinern Staaten jetzt wohl von dem Schreck, aufge­hoben und den größern einverleibt zu werden, einigermaßen erholen können, indem der V^rfaffungsausschuß den beim Reichs- Ministerium beliebten Plan der Mediatisiruug nicht zu theilen scheint. Dagegen bleibt noch immer die Befürchtung, daß die kleinen Länder im Staatenhause von aller Vertretung ausgeschlossen seyn werden, da der Verfassungsausschuß in dieser Beziehung für jene durchaus nichts übrig hat; es wer­den deshalb hiergegen wieder von allen Seiten Protestationen vorbereitet. Wenn die kleinen Länder wirklich keine Stimme im Staatenhause fänden, so würde ihre Existenz immer auf dem Spiele stehen und höchst wahrscheinlich nicht lange mehr fortdauern. Nebrigens würden sich diejenigen, welche vernünf­tig die Lage der Dinge betrachten, gern begnügen, wenn z. B. Lippe auch nur 1 unter 68 oder 200 Stimmen erhielte, und find weit davon entfernt, die Forderung zu stellen, daß alle Staaten, sowohl die kleinen wie die großen (gleich wie in Nordamerika oder der Schweiz, wo jeder zwei Senatoren sen­det) gleichmäßig im Staatenhause vertreten wären.

Dessau, 29. Okt. (Darmst. Z.) Den Herzog hatte ein bedenklicher Rückfall erfaßt. Nachdem im Sonderlandtage die Verfassung berathen war, und eben die Zivilliste nach Vorlage des Ministeriums genehmigt werden sollte, wurde angezeigt: daß der Herzog die Vorlagen zurückziehe, alle Domänen, Gü­ter und Forsten als sein Eigenthum anspreche, und mehrere Punkte der Verfassung nicht sanktioniren werde. Der wackere Minister Habicht hatte umsonst Gegenvorstellungen versucht unb empfing die Vertrauensbezeigung der Kammer. Der Dessauer vereinigte sich rasch mit dem Sonderlandtage in Kö­then zu gemeinschaftlicher Deputation und Berathung, in Folge deren endlich die Rathschläge fremder Einbläser entkräftet wur­den, die neue Verfassung vom Herzog sanktionirt und demsel­ben, außer dem Einkommen von seinen Gütern im Auslande eine Zivilliste von 120,000 Thlrn. nebst etwa 40,000 Thlrn. Hofausgabe garantirt wurde, und hoffentlich ein segensreiches Werk für die Anhaltschen Lande glücklich beendet ist.

Berlin, 30. Oktober. (D. Z.) Die Verhaftung dreier Demokraten erregte großes Aufsehen. Man hatte schon der Regierung nicht mehr den Muth zugetraut, daß, nachdem sie nicht präventiv gegen den Kongreß eingeschritten war und auch während-der ersten drei Kongreßtage keinen Anlaß zu re­pressivem Einschreiten gefunden zu haben glaubte, wirklich das gesetzmäßige Einschreiten zur Ausführung bringen würde. Die öffentlichen Reden der Herren sollen nicht die einzige Ursache der Verhaftung gewesen seyn, doch waren diese Reden wohl Grund genug dazu. Es wurde dem zahlreichen Volkshaufen die Nothwendigkeit einer Republik in einer Weise demonstrirt, die Alles, was gegenwärtig vom und im Staat besteht, vom Fürsten herab bis zurSoldateska" in Frage stellt. Herr Bracklow ging so weit zu behaupten:so wenig die Erde zum Himmel werden könne, so wenig könnten es Fürsten mit dem Volke redlich meinen." Auch vonWollüstlingen auf dem Throne" fielen arge Worte. Solch ein Auftre ten konnte nach der Meinung des Ministeriums nicht geduldet werden, auch wenn es die Politik vielleicht wünschenswerth gemacht hatte, daß man zusah.

Die Kapitulation von Wien unterliegt keinem Zweifel mehr. Sie ist nach einer telegraphischen Depesche, die in alle Provinzialhauptstädte der österreichischen Monarchie befördert wurde, am 30. Oktober, Nachmittags um 3 Uhr erfolgt. Von Prag eingegangenen Nachrichten zufolge habe dieser Ausgang dort b.e größte Bestürzung erregt. Aus Ollmütz wird schle- fischen Blättern berichtet, daß der Kaiser mit der Strenge des Fürsten Windisch-Grätz, dem er doch Milde empfohlen habe, nicht zufrieden sey. Einen üblen Eindruck habe auf den Mo­narchen besonders gemacht, was ihm telegraphisch nach der ; Jiirrfje in Ollmütz berichtet worden: daß einer Berechnung zu­folge auf je einen gefallenen Bürger drei gefallene Militärs kamen.

Frankreich.

Paris, 1. Nov. (Emeut e.) Die äußeren Boule­vards, namentlich die Barriere Poissonniere, La Chapelle rc. sind seit einigen Abenden der Schauplatz sehr bedenklicher Er, eignisse. Es finden dort regelmäßige Raufereien zwischen der Mobilgarde und dem Arbeitervolk, das dort in Masse wohnt, statt. In den letzten Abenden zogen die Mobilgardisten sogar ihre Säbel, die Arbeiter schossen mit Terzerolen gegen sie und seit vorgestern durchziehen starke Patrouillen jene Viertel mit Anbruch beä Abends in Folge dieser Raufereien.

Seit den verhängnißvollen Junitagen haben die Arbeiter der Mobilgarde den Tod geschworen. Sie nennen selbige nicht anders, als die Henker Cavaignac's, die Leibeigenen der Bourgeoisie, die Schutzwächter des Kapitals :e. Dies ärgert natürlich einen großen Theil der Mobilgarde, von der un­glückseliger Weise ein Bataillon in jener Gegend in der Ka­sernela nouvelle France kasernirt ist und das dort häufig mit den Arbeitern zusammentrifft. Sorgest »tn Abend brach am Ende der Rue Cadet, die dorthin führt, ein abermaliger Krawall los, der den General Lamoriciere veranlaßte, starke militärische Vorsichtsmaßregeln zu treffen, welche die Prole­tariergelüste zunächst im Zaume halten sollen. Ein nicht un­bedeutender Theil der Mobilgarde harmonirt übrigens jetzt schon besser mit den Arbeitern.

Dem Proudhon ist es endlich gelungen, sein Journal wieder erscheinen zu lassen. Es führt den TitelLe Peuple" und hat seine Kaution durch freiwillige Beiträge der Soziali­stenpartei aufgebracht. Die erste Nummer liegt vor uns. Sie enthält ein Manifest an das Volk, das etwas schwülstig ist. Wir entnehmen daraus folgende Stelle:

Republikaner! Zählet auf uns. Aber um unsere Hin­gebung für Euch wirksam zu machen, müssen auch Wir auf Euere Unterstützung zählen können. Und welches ist diese Un­terstützung? Wir sagen es Euch hiermit schließlich: diese Un­terstützung, die Euere und unsere Stärke bildet, heißt Ge­duld. Lasset Euch durch die tückischen Herausforderungen zu Revolte und Bürgerkrieg nicht verlocken. Bürgerkrieg ist das einzige Mittel, von dem das Königthum noch Erfolg hofft. Die Dinge sind heute durch dieprovidentielle Kombination" auf den Punkt angekommen, daß, wenn das Volk einige Zeit unbeweglich bleibt, das Königthum mit nlT seinem infe- rialischen Kortege auf immer verloren ist."

Auf den Boulevards und in den feineren Zirkeln hört man hier mitunter jetzt österreichisch sprechen. Ein Beweis, daß sich eine Zahl von Familien aus Wien hierher flüchtete.

Wir meldeten jüngst, daß das Fort des Mont Valerien mit 100 Kanonen ausgerüstet worden und daß Ingenieurs, Pionire und Artilleristen fast Tag und Nacht daran arbeiten. Das Bien Public zeigt heute an, daß man an der Vollendung eines großen Saales arbeite, in welchem die Nationalversamm­lung bei etwaigen neuen Volksstürmen ihre Sitzungen zu hal­ten beabsichtige.

Namen der Städte.

D a t u in der Pr eise.

1 Wirizen pe. Malter Psdiffstkr.

Korn vr. Malter

Gerste vr. Malter

Psdl ff. (Er.

1 Hafer vr. Malter

Pfdi ff. skr.

Wo

ff.

fr.

Bingen ....

31. Okt.

260

9

266

6

12

147

450

129

3

10

Die;.....

27. Okt.

310

14

38 290

9

30

260

7

47

4

40

Dillenburg . . .

28. Okt.

300

15

10300

11

20

260

9

40

190

5

30

Friedberg . . .

3. Nov.

215

8

58,196

5

43

75

4

21

136

3

15

Hadamar....

26. Okt.

16

9

30

8

20

4

30

Herborn ....

29. Okt.

320

15

30 360

11

260

9

200

5

30

Mainz.....

3. Nov.

200

8

51,200

6

5 200

5

34

200

6

4

Wiesbaden . . .

2. Nov.

170

8

1

160

5

I

144

4

96

2

50

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Eduard Furbs,

Schriftsetzer in der W. Friedrich'schen Buchdruckerei.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.