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zu Potsdam und Schönbrunn zum Verderben Deutschlands gesponnen ist, und wobei die letztere noch dazu dupirt wurde. Man hat die Beweise in der Tasche, und wird sie dem deutschen Volke schwarz auf weiß vorlegen." Die Herren ge­ben uns also die Hoffnung, daß sie, wenn ihnen der Sieg in Wien gelänge, in Berlin unter demselben Vorwande dieselben Szenen hervorrufen und auch über sie das schützende Banner eines Theils des deutschen Parlaments halten würden. Daß an der Spree alles dazu vorbereitet ist, beweisen die Berichte aus Berlin. Aber Hr. Blum wird, wenn er die Beweisein der Tasche hat," jene Reaktionsplane offen legen müssen: das erfordert seine Ehre, oder wenigstens die Ehre der Versamm­lung, deren Mitglied er noch ist, die Ehre der Stadt, die er repräsentirt. Bestanden solche Plane, so deute man sie nicht verdächtigend an, um immer wieder ins Blaue hinein aufzu­regen, sondern rücke damit heraus, damit das öffentliche, Urtheil entscheide.

Wien. Der Reichstag hat ebenfalls einen Protest gegen die Bedingungen des Fürsten Windisch-Grätz eingelegt, die er nicht nur ungesetzlich, sondern gegen alles Volker- und Men­schenrecht erklärt. Fortwährend hört man Kanonenschüsse, aber die Stadt ist heute vergleichungsweise sehr ruhig, jedoch die Gemüther sind, nHe Sie denken können, überaus aufgeregt. Morgen sollen nach der Proklamation des Feldmarschalls die Würfel fallen. Noch hoffe ich eine friedliche Ausgleichung, zu der man hier sehr geneigt ist. Das Gerücht, daß Windisch- Grätz abberufen worden sey, gewinnt Bestand.

Wien, 25. Oktober, 1% Uhr Nachmittags. So eben wird der Minister Kraus zu Windisch-Grätz ins Lager berufen. Man knüpft hieran die Hoffnung, daß letzterer versöhnlich gestimmt sey. Diese Nachricht hat angenehme Sentation erregt.

Die neuesten Nachrichten aus Wien reichen bis zum 25. Okt. Nachmittags 2 Uhr und sind friedlicherer Natur, als die fal­schen Gerüchte, welche denselben gestern und vorgestern voraus­geeilt waren. So wenig wie am 23. ist es auch am 24. zu einem allgemeinen Kampf gekommen; Wien wird nicht bom< bardirt, ja es gewinnt den Anschein, daß es zu diesem Aeußer- sten auch nicht kommen werde. Windisch-Grätz hegt ohne Zweifel versöhnlichere Absichten, wenn er den einzigen in Wien anwesenden Minister Kra us zu sich in's Lager bescheidet, nach­dem er noch Tags zuvor auf den Protest des Reichstags gegen seine letzte Proklamation mürrisch und ziemlich barsch erwidert hatte, daß er nur eine einzige legale Behörde in Wien kenne, die sey der ihm untergeordnete Gemeinderath. Wir dürfen deß­halb wohl annehmen, daß die am kaiserl. Hoflager in Ollmütz angekommenen Reichskommiffäre eine friedliche Vermittlung mit Erfolg angebahnt haben, und daß dem Generalissimus die ihm früher ertheilte ausgedehnteste Vollmacht durch Weisungen vom kaiserlichen Hof beschränkt worden ist.

Das Lager des Windischgrätz besteht derAllgemein Oesterreichischen Zeitung" zufolge aus folgenden Truppe 1 Bataillon Landwehr; 2 Bataillonen Khevenhüller; 1 B taillvn Wocher; 2 Bataillonen Palombini; 2 Bataillon Latour; 2 Bataillonen Jägerbataillon; 1 Bataillon Wellin ton; 1 Bataillon Grenadieren; 1 Bataillon Hohenegg; 1 Ä tillerieregiment mit 6 Divisionen Kavallerie; 15 'Eskadre, Kavallerie, auch 3 Bataillonen aus Klagenfurt.

Ueber die Lage und Stimmung der Stadt lautet ein $ richt derAllg. Oesterr. Ztg." vom 24. Okt. Abends 3 Uh Unsere Bevölkerung bewahrt trotz der bereits ^bekannt gewc denen harten, widerrechtlichen und ungesetzlichen Bedingung welche durch Windisch-Grätz der Stadt Wien zur Unterwerfui vorgeschrieben wurden, ihre alte besonnene und würdige H« tung. Ist der friedliche Weg der Ausgleichung aber noch in» lich, so soll man ihn trotz der zu jeder Anstrengung ausrü telnden Bedingungen noch einmal in Betracht der Tausend, von Mitbürgern eiuschlagen, welchen von beiden Seiten e gewisses Grab bereitet wird. Von unserer Seite wird i allen Vorstädten an den Vertheidigungsmaßregeln mit riese, hafter Anstrengung und Ausdauer gearbeitet. Alles, M Hände hat, Weiber, Kinder, Greise sind emsig, um d lieb gewonnenen Freiheit einen, wenn auch noch anscheimi geringfügigen, Dienst zu leisten. Während dieses in bi Stadt geschieht, ist aber auch unser Feind nicht müssig. G schütz und Pulverwägen werden bei Nußdorf über die Dom geschifft. Das Militär scheint sich vor der Nußdorfer, Wi ringer, Mazleinödorfer und Favoritenlinie konzentriren zu wo len, um nach Ablauf von den 48 Stunden auf mehrer Punkten zugleich angreifen zu können. Bei der kleinen 91u dorferlinie nächst der Spittlau wurde vom Militär um 2 11 abermals ein Haus in Brand gesetzt. Um 1 Uhr fielen b dieser Linie von feindlicher Seite 35 Kanonenschüsse. Di Militär ist in Besitz der Ferdinandswasserleitung und hat di Stadt das Trinkwasser abgeschnitten. Aus eim zweiten Berichte desselben Blattes: Auch der heutige Tag im Innern der Stadt in Ordnung verflossen, nur hier und I an den Mauern sing der Wilde zu toben an, was einzei Scharmützel ohne Bedeutung herbeiführte und das Niederbre neu lwr Taborbrücke erforderte. Ein Manifest von Windif grätz erregte Nachmittags ungemeine Aufregung. Die Bei theilung, oder richtiger gesagt, die VerurtheilungzeE' Akte stückes, wie sie durch den Reichstag erfolgt ist, mag als t mildeste Ausdruck der öffentlichen Meinung gelten. Winvif grätz soll sich geäußert haben, daß Niemand mehr bei ti Kaiser vorgelaffen werde. Es ist abermals Gold an den Lini angehalten worden, welches aus der Stadt geschafft werd sollte. Barrikaden sind an den Linien kunstgerecht aufgefüh Frauen haben sich angeboten zu fechten.

Bekanntmachungen.

4721 b guter rathIüFunterleibskranke.

Prüfe was deinem Leibe wohl thut."

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Alle Krankheitsvorgänge kann der Herausgeber nicht vorausgesehen haben wollen und weil dies nicht in der Mögliche eines Sterbliche^ liegt, er aber gern so weit seine Kunst reicht, allen Leidenben ein Helfer seyn möchte: deßwegen erbietet sich allen denen, mit seinem Rathe weiterhin unentgeldlich zu Dienste stehen zu wollen, welche sich desselben in frankirt! Zuschriften vermittelst d er Buch Handlung des Herrn Otto Spamer in Leipzig bedienen wolle

*) Kann bezogen werden gegen Einsendung des Betrags durch die letztgenannte Verlagsbuchhandlung, sowie durch die

Buchhandlung von Chr. Wilh. Kreide! in Wiesbaden.

4561 Ediktalladung

Ueber das Vermögen des Philipp Kaspar Berghof dahier ist der Konkursprozeß erkannt worden.

Dingliche und persönliche Ansprüche an dasselbe find

Donnerstag, den 16. November, Morgens 8 Uhr, hier zu liquidiren, bei Vermeidung des Rechtsnachtheils des Ausschlusses.

Wiesbaden den 5. Oktober 1848.

Herzogl. Nass. Amt.

Winter.

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Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Sch ellenberg'schen Hof-Buchhandluna in Wiesbaden.