Rettung der Vertreter Deutschlands vor dem frevelhaften Angriff verbrecherischer Banden. Ohne das rasche und energische Handeln am 17. und 18. Sept, wäre Deutschlands Freiheit untergegangen in der blutigen Neberwältigung der Mehrheit zu Gunsten einer mit Gewalt zur Herrschaft emporgehobenen Minderheit. Aber nicht bloß die Freiheit ward an diesem Tage gerettet, auch die Gesittung, deren Feinde in dem Raubzuge Struve's , in dem kaniebalischen Morde zweier Abgeordneten und in der an verschiedenen Orten darüber laut gewordenen entsetzlichen Freude jedem Vatcr-landsfreunde nun warnend genug vor Augen schweben müssen. Daß solchen Grundsätzen, deren Symbol nach eigner Wahl die Farbe des Blutes ist, nicht die Zukunft gehöre, dafür müssen alle Rechtschaffenen zusammenstehen. — Wollen wir aber die Thätigkeit des Reichsministeriums des Innern verfolgen, so liegt es in der Natur dieser Thätigkeit, daß sie aus allzu vielen Einzel- vermgungen besteht, als daß sie in diesen Spalten genauer dargestellt werden könnte. Es bleiben daher nur einige Anordnungen allgemeineren Interesses zu berühren übrig. Wir erwähnen hiervon die Regulirung des Verkehrs der Zentralgewalt mit den Bevollmächtigten der Einzelstaaten, die Abschaffung aller Titel für den amtlichen Verkehr mit der Zentralgewalt, die mit Erfolg gekrönten Verhandlungen mit Hannover über die unbedingte Anerkennung der Zentralgewalt und die Aufforderung an die Einzelregierungen, die von der Nationalversammlung beschlossene Befreiung von Grund und Boden schon jetzt vorzubereiten. Die wichtigste Aufgabe, die dem Reichsministerium des Innern in Verbindung mit dem der Justiz geworden, ist aber unstreitig die Bekämpfung der Anarchie und die Herstellung eines gesetzlichen Zustandes. Die Freiheit der Ueberzeugung, der Person und des Eigenthums muß gesichert seyn nicht bloß gegen Unterdrückung von Oben, sondern auch gegen Gewaltthätigkeit von Unten. Die Deutschen würden sich der Freiheit unwürdig erweisen, wenn damit die Freiheit des Verbrechens proklamirt wäre, wenn es einer frevelhaften Partei freistehen dürfte, diejenigen zu verfolgen, die nicht ihrer Meinung sind. Was von Regierungen nicht mehr ertragen wurde, wollen wir nun auch nicht von neuen Tyrannen ertragen. Die wahre Freiheit besteht nur, wenn sie für Alle besteht, und die Freiheit Aller schützt nur das Gesetz. Wer das Gesetz stärkt, stärkt die Freiheit, und darum hat es das Neichsministerium des Innern wie der Justiz als seine wichtigste Aufgabe erkannt, die Regierungen zur Handhabung der Gesetze aufzufordern, und sie darin durch Absendung von Reichskommissären und Militärkräften zu unterstützen.
Aber nicht blos zur Erlangung einer gefetzlichen Freiheit hat sich das deutsche Volk im März erhoben; auch nicht blos -ic Einheit sollte damit errungen werden. Deutschland sollte auch ein mächtiger Staat werden, geachtet und wenn nöthig, gefürchtet vom Auslande. Ein solches Verlangen ehrt das deutsche Volk. Wie könnte aber ein Staat stark werden gegen Außen, wenn in seinem Inneren beständig Aufruhr und Bürgerkrieg geschürt werden dürften? — Das früher mächtige Polen ging an innerem Streite zu Grunde. Wie lange waren Frankreichs Armeen durch den Aufruhr in der Vende'e gelähmt! Die verbrecherische Wühlerei, die kein Mittel der Lüge und Verleumdung scheut, Gesetzlosigkeit als Freiheit predigt, Schandthaten zu Heldenthaten verkehrt und alle edlere Sitte und Religion verleugnet, sie ist es, die nicht allein, weil sie alles Vertrauen untergräbt, Handel und Gewerbe vernichtet und das ganze Land verarmt, sondern sie ist es auch, die Deutschland an dem Aufschwung zu Stärke und Macht nach Außen hindert. Russen und Franzosen mögen sich über unsere inneren Erschütterungen freuen, aber alle guten Deutschen sollen endlich zusammenstehen, um sie für alle Zukunft unmöglich zu machen.
Die Lage der Donaufürstenthümer»
Der schöne Traum, in welchen die Völker der Wallachei und Moldau sich während dieses Sommers einwiegten, der Traum der Nationalen Wiedergeburt, der Befreiung von der russischen „Schutzherrschaft," der staatlichen Vereinigung beider Fürstenthümer, sey es selbst unter dem Szepter des Herzogs v. Leuchtenberg, ist von kurzer Dauer gewesen. Die provisorische Regierung der Wallachei, anfangs von der Pforte begünstigt und unterstützt, ist jetzt auf russisches Kommando durch Fuad Effendis Erekutionötruppen auseinander gejagt; mehrere der angesehensten Bojaren sind in Ketten nach Galacz geschleppt worden; moskowitische Triumvirn, General Duhamel,
Fuad Effendi und Konstantin Cantacuzeno, stehen an bei Spitze des Landes, welches in kurzer Zeit von russische» Schaaren besetzt seyn wird, wie es die Moldau schon jetzt ist Für den Augenblick ist in Jassy Fürst Stourdza wieder einge- setzt worden, aber die russischen Agenten sind die eigentliches Herren im Lande, welches sich in einer gräulichen Lage befinden Handel und Wandel stocken; alle Zahlungen haben aufgehörb Gutsbesitzer und Pächter, — ausgenommen einige orthodox gebliebene Speichellecker, — werden durch Naturallieferungen für die russischen Truppen ruinirt, denn die diebischen Unter- beamten stecken die dafür ausgesetzten Summen in die eigene Tasche; die armen Bauern werden, — gerade in der Erndte- zeit — mit unablässigen Borspanndiensten gequält. Die ohnehin kärglichen Mundvorräthe der durch die Cholera dezimirten Dörfer werden von den russischen Soldaten aufgezehrt, viele Bauern lassen muthlos ihre Felder unbestellt, und so sieht die Moldau einer allgemeinen Hungersnoth entgegen.
D e u t f ch l a n d.
88 Vom Fuße des Westerwaldes, 28. Oktbr. Wenn es anerkannter Maßen Bedürfniß unserer evangelischen Kirche ist eine Einheit derselben wenigstens in unserem deutschen Vaterlande zu erzielen, so ist es jetzt schon an der Zeit, dieses Ziel bei der Neugestaltung der evangelischen Kirche unseres Herzog- thums nicht aus den Augen zu verlieren. Es möchte darum nicht unzweckmäßig seyn, die Punkte, welche in dieser Rücksicht maßgebend seyn könnten, nicht definitiv, sondern (wie bei den politischen Verfassungen Deutschlands) nur in so weit zu bestimmen, daß eine Vereinigung mit der evangelischen El- sammtkirche des deutschen Vaterlandes zu ermöglichen wäre. Unbeschadet einer durch das Herkommen, die Verhältnisse, Oertlichkeiten u. s. w. hervorgerufenen Verschiedenheit der Lau« deskirchen ließe sich dann wohl eine Einheit der deutschen evW gelischen Kirche anbahnen, die eine Katholizität derselben in
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Aussicht stellte, die bis dahin trotz aller Anerkennung leibet fj; nur in der Idee bestand. ' s
Eine solche Einheit aber der bis dahin getrennten Glieder
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könnte allein dem ganzen Kirchenkörper wahres Leben und zu^ gleich eine Kraft verleihen, die nicht nur sein Bestehen für bie.j Zukunft sicherte, sondern auch seine naturgemäße Entfaltung nach allen Seiten vermittelte und so in jeder Beziehung fegensg reich wirkte; ein Ziel, das wenigstens der Erstrebung würdigst, erscheint.*) ' L
} Hadamar, 27. Oktbr. Aus den Domanial-Weihern bep Mengerskirchen (Amts Weilburg) sollten gestern nach amtlich chen öffentlichen Bekanntmachungen zirka 50 Zentner Fische die Meistbietenden versteigert werden. Die sich mit Fuhre h
und Fässern zahlreich einfindenden Steigliebhaber wurden abe »e sehr getäuscht und mußten ohne Fische abziehen , da beim $6' ginn der versuchten Versteigerung sich mehrere Hundert Men Ei schen in die Fischbehälter stürzten und gewaltsam sämmtlichf de
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Fische raubten. Das anwesende Forst- und Reservepersom konnte als zu schwach diesen Raub nicht hindern, versuchte eS aber auch nicht. Heute wird eine Menge dieser geraubten
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Fische hier öffentlich seilgeboten !
Der friedliche ordnungsliebende Bürger sieht mit Entsetzen, wie in neuerer Zeit in unserm Lande dergleichen Exzesse Häufil vorkommen, wie sein Eigenthum, ja seine persönliche Sicherheit von zügellosen Menschen gefährdet wird.
Gewaltsame Verwüstung von Waldungen, Steuerverwei- gerung, Widersetzlichkeit bei den Konskriptionsverhandlungen, Anfälle auf Postwagen — wie neulich zu Kirberg — sind in der That schlimme Zeichen der Zeit, und sollten doch endlich q die Regierung veranlassen, mit Energie und Strenge einzN M schreiten, und Untersuchung und Bestrafung so schnell wienullm immer möglich solchen Exzessen folgen zu lassen.
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O Dillenburg, 28. Okt. Die von unseren Damen zu« ^ Besten einer deutschen Flotte veranstaltete AusspieluG^ hat den Reinertrag von 266 Gulden ergeben, der in diesig Tagen nach Frankfurt abgeht. „Ehret die Frauen!" tet
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*) Ob die im vorigen Monat in Wittenberg stattgehabte VersammniM^ den rechten Weg betreten, möge dahin gestellt sein, wenn gleich sürchtungen, die Einsender dieses an einem andern Orte ausipra theilweise in Erfüllung gegangen sind. Ein „deutscher fischer Kirchenbund" wird seinen Zweck nicht erreichen, der diejenigen aüfnehmen will, „die mit ihrem Glauben aut » (absoluten) Gru nde der reformatorischen Bekennn stehen," und jede andere Richtung ausschließt. Es heißt auch ) ,
In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus cari“ ' ve