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tet. Die junge Frau erlag nicht unter diesem neuen Schlage; der Stolz siegte über die Liebe, denn die der Eigenliebe geschla­genen Wunden sind schmerzhafter, als die der Liebe!

Sie entschuldigte Alles in dem Betragen Odoarts, die grausame Nothwendigkeit des Opfers ihrer jungfräulichen Ehre, das Geheimniß, das man ihr daraus gemacht... Aber der Schwur, sie nie mehr wicderzusehen!... die Liebesversicherun­gen, die er ihr zu sagen wagte, indem er für immer einer An­dern angehörte!... Die Vereinigung von so viel Schmach, von so viel Treulosigkeit, brachten die Verzweiflung in diese zarte und unschuldige Seele... Ihr Entschluß war gefaßt...

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Drei Tage später bot das Hotel Montaran einen trau­rigen und düstern Anblick dar, der mit der Bewegung, die man gewöhnlich dort wahrnahm, seltsam kontrastirte.

Der Ritter von Saint-Laurent, in seinem von Meubeln ganz entblößten Zimmer stehend, bereitete sich vor, einen Be­such zu empfangen, den man ihm angekündigt hatte.

Der Graf von Woronzoff trat ein.

Bei seinem Anblick flog ein bitteres Lächeln über die Züge des Ritters.

Die Prinzessin habe sich unsichtbar gemacht, hat man mir gesagt," sagte der Graf, Herrn von Saint-Laurent begrüßend.

Man hat Ihnen die Wahrheit gesagt!... erwiderte dieser. Was wollen Sie? Nach so viel verschiedenen Gemüthsbewe­gungen würde auch eine stärkere Seele als die ihrige das Be­dürfniß nach Ruhe und Einsamkeit empfinden!"

Man versicherte mir, erwiderte Woronzoff boshaft, daß der Herr Graf den Elenden gefordert habe, dessen unverschämte Indiskretion einen solchen Skandal auf dem Stadtballe herbei­geführt hat, und ich fürchtete, die Jugend und Kraft des Herrn Schreibers..."

Würden über mein Alter und meine Schwäche trium- phiren!... unterbrach der Ritter. Mein Herr, dieses Interesse rührt mich. .. aber Sie haben vorgestern im Gehölze von Bou- logne erfahren können, daß es immer Mittel gab, die Chancen eines Duells auszugleichen!..."

Sie sind von dem Duell des Prinzen unterrichtet?" sagte Woronzoff überrascht, denn diese Affaire war sehr geheim ge­halten worden.

Als wenn ich selbst dabei gewesen wäre! erwiederte der Ritter. Meine Forderung des Herrn Schreibers, wie Sie meinen Besuch bei diesem Unsinnigen nennen, hat mich nicht genöthigt , ein solches Mittel zu ergreifen. ..

Er war, wie es scheint, seit längerer Zeit von einer Gelbsucht bedroht, und er hat diese Gelegenheit benutzt, sie zu bekommen... Das ist Glück, nicht wahr?"

Mein Herr, sagte der Graf mit ernster Miene, ein wichtigerer Grund, als der eines gewöhnlichen Gesprächs hat mich in dieses Hotel geführt."

Ich zweifelte nicht daran," sagte lächelnd der Ritter denn man sieht den Herrn Grafen nur bei wichtigen Angele­genheiten.

Ich komme, aus Gründen, die ich nicht für nöthig halte, Ihnen mitzutheilen," fuhr Woronzoff fort, die Frau Prinzessin zu benachrichtigen, daß es die Absicht, oder vielmehr der leb­hafteste Wunsch Sr. Erzellenz ist, sie bei sich zu sehen!

Bah," sagte der Ritter, jener Wunsch ist Sr. Exzellenz zwar nicht schnell gekommen, aber er ist doch endlich ge­kommen. (Forts, folgt.)

Rußland in den Donaufürstenthümern.

Die Ereignisse in Oesterreich haben eine Kehrseite, welche von unseren Augen abgewandt, sich in die russische Finsterniß verliert. Aber es bedarf keiner Seherkraft, um in diesem Dun­kel die Fäden der russischen Politik zu erkennen. Die Verbin­dung der bewaffneten Reaktion mit dem Slawenthum in Oester­reich gegen die deutsche Freiheitsbewegung ist, auch wenn sie ohne direkte Einwirkung Rußlands geschehen wäre, eine Lage, wie sie für die Politik des Petersburger Kabinets nicht gün­stiger seyn kann. Der slawische Keil ist in Deutschlands Kör­per hineingetrieben; der tschechischen Erhebung die für Rußland allein gefährliche Spitze der Freiheit abgebrochen, die erste Koa­lition gegen die deutsche Revolution ist abgeschlossen.

Aber Rußland hat es von je verstanden, die Revolution zu bekämpfen und sie zugleich für sich auszubeuten. Sie Do­naufürstenthümer sind die Beute geworden, welche die russische Macht diesmal der Revolution abzugewinnen wußte. Der Ge­neral Lüders hat die Walachei mit russischer Heeresmacht be­setzt und im Namen des Kaisers einelegitime Regierung auf soliden Grundlagen" wiederhergestellt. Die österreichische Re­aktionspartei, wiederholt Metternich's hochverrätherische Politik im großen Maßstabe. Metternich ließ für seine Petersburger Pen­sion Rußland über die Donau und über die Donaufürstenthümer disponiren. Noch wissen wir nicht, wie hoch der Preis ist, um welchen die Kamarilla Deutschlands Interessen im Osten verkaufte.

Oft schon haben wir auf die Wichtigkeit hingewiesen, welche die moldau-walachische Frage für Deutschland hat; oft schon haben wir es ausgesprochen, wie es sich mit der Ehre ebensowenig wie mit den Interessen der Nation vertrage, theil- nahmslos bei der Entscheidung dieser Frage zu bleiben. Wir wiederholen es heute, wir fordern wieder die Männer auf, in deren Hände das Vaterland seine Geschicke gelegt hat, zu han­deln, wie es dieses Vaterlandes würdig ist.

Der bewaffnete Einbruch der Russen in die Walachei ist« Nichts als der Schlußstein des Gebäudes, an welchem die rus-, fische Politik 74 Jahre lang gearbeitet hat. Wir werfen einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des unwandelbaren Gedan­kens in diesem Jntriguenspiel.