zu nehmen, ergriffen und unter dem Rufe: „Ein Reaktionär! ein Reaktionär!" nach dem Volksklubb gestoßen. Der Vorsitzende, Profef. Benary, erklärte den Leuten, er wisse mit dem Manne nichts anzufangen. Der Haufe entfernte sich hierauf mit seinem Gefangenen und lieferte denselben an eine Wache ab.
Die Einberufung der schlesischen Landwehr, die sich an einzelnen Orten der Einkleidung widersetzt hat, soll die Zernirung Galliziens zum Zwecke haben. Die um Berlin zusammengezogenen Truppen geben wegen ihrer Unterbringung zu manchen Verlegenheiten Anlaß; sie liegen zum größten Theil in Scheunen und auf Böden, ein Aufenthalt, der bei der nahen Winterzeit nicht beibehalten werden kann.
Aus Stralsund vom 17. Okt. Nachmittags wird der neuen
'swald
Stettiner Zeitung geschrieben: Soeben ist von eine Estaffette hier angekommen mit der Nachricht, daß Greifs- wald in vollem Aufstande ist. Schon früher waren hier Konflikte wegen der städtischen Mißverhältnisse ausgebrochen, doch wurden sie durch den besonneneren Theil der Einwohner geschlichtet. Jetzt aber wegen eines Urtelsspruchs gegen einen bei einem früheren Konflikte betheiligten Schlossergesellen, der zu 1V2 Jahr Zuchthausstrafe verurtheilt, für den jedpch der Volksverein um Begnadigung petitionirt, einestheils; andern- theils durch eine vom Volksverein an den Bürgermeister.abgeschickte Deputation, welche von Letzterm -mit Geringschätzung und Arroganz behandelt worden seyn soll, ist das Volk erbit
tert und will zur Gewalt greifen. Studenten und Volk gehen miteinander, und letzteres hat sich mit Knütteln und eisernen Instrumenten bewaffnet. Die Behörden requirirten nun, da die greifswalder Bürgerwehr die Unruhen nicht beilegen kann, von dem Militärkommando in Stralsund 100 Mann von dem hier garnisonirenden Jnfanteriebataillon. Diese gehen mit Er- trapost sofort nach Greifswald ab. Die in Greifswald stehenden Jäger sollen erklärt haben, daß sie nicht auf's Volk schießen werden.
Dresden, 23.. Okt. (F. I.) Wiens Schicksal beschäftigt jetzt Alle; jede Partei fürchtet und hofft. Der Vaterlandsverein hat gestern einen Aufruf zur Bildung e i n e r F r e i s ch a a r, die den Wienern zu Hülfe zöge, an die Straßenecke angeschlagen.
Allein man scheint vergessen zu haben, daß man erst durch Böhmen muß und der Durchzug bewaffneter Schaaren nicht ohne weiteres geschehen darf.
Wien, 20. Okt. Die Abgeordneten Alois Fischer und Selinger, welche der Deputation an den Kaiser zugetheilt waren, sprachen in sehr energischer Weise mit dem Erzherzog Franz Carl. Der Erstere sagte, wenn auch nur eine der garantirten Errungenschaften geschmälert werden sollte, so werde er der Erste seyn, der nach Tyrol geht, um sich an die Spitze von 10,000 Bewaffneten zu stellen. Er stellte ihm die Gefahr vor, in welcher der Thron und die Dynastie schwebe, und wie sie selbst um ihren Kopf spiele. Es ist dies um so mehr zu verwundern, da beide Männer der gemäßigtesten Partei im Reichstage angehören. Und doch verlautet noch nichts, was die Gemüther beruhigen, was eine friedliche Wiederherstellung der Ordnung und Ruhe in Aussicht stellen könnte. (D. Z.)
Ungarn.
Die Stellung Kossuth'ö wird immer mehr die eines Diktators; seine Maßregeln yehmen einen durchaus revolutionären Charakter an, und erinnern an die Dekrete des französischen Konvents. So die Zurückberufung aller Ungarn aus dem Auslande, die Emittirung ungeheurer Summen Papiergeld, welches indeß freilich etwas besser verbürgt ist, als die weiland Assignaten, die Androhung des Todes gegen jeden Ungehorsam. Endlich kommen dazu die Einziehungen der erzherzoglichen Güter; auch 33 ungarische Güter des Baron Sina, der mit Jellachich in Briefwechsel gestanden haben soll, sind der Bresl. Ztg. zufolge, sammt der neuen Kettenbrücke zwischen Ofen und Pesth konfiszirt worden. Die Noth mag solche Schritte entschuldigen, welche es den Magyaren immer mehr zur Nothwendigkeit machen zu siegen. Denn ein furchtbares Strafgericht würde über sie Hereinbrechen, wenn sie geschlagen würden. Im eigenen Lande haben sie allerdings Aussicht auf erfolgreichen Kampf, ob sie aber stark genug seyn werden, den bei Wien zugleich gegen sie geführten Schlag zu parken, bezweifeln wir.
Die ungarische Armee soll jetzt 150,000 Mann (?) stark seyn; außerdem werden noch 100 Bataillone Nationalgarde mobil gemacht; an Kanonen, Gewehren und Schießbedarf ist kein Mangel, besonders seit dem man in den Kellern der Pesther
Artilleriekaserne und in den Kasematten von Komorn bedeutende Vorräthe entdeckt hat. Aber diese große Streitmacht hat im Lande selbst noch genug zu thun. Die Festungen Temeswar, Szeben, Munkacz, Ess ec und andere kleinere Plätze sind noch in den Händen kaiserlicher Kommandanten; der serbische Aufstand im Banat, die Walachen-Unruhen in Siebenbürgen sind noch nicht gedämpft; ein österreichischer General, Simonowitz ist mit 4000 Mann von Galizien her in das Abuzwarer Komitat eingefallen. Freilich soll dagegen in Kroatien eine Gegenrevolution gegen die Kamarilla ausgebrochen seyn, aber diese Nachricht bedarf noch der Bestätigung. Das gefangene Roth'sche Armeekorps kann man nicht entlassen, da die freigegebenen Kroaten trotz ihres Eides sofort zu den Serben übergehen, jenen tapfersten Feinden Ungarns, „welche noch fechten, wenn ihnen schon ein Bayonnett im Leibe steckt." Die Bewachung dieser 8000 Gefangenen ist unter gegenwärtigen Umständen eine doppelte Last.
F r a n k r e i <H.
□ Paris, 23. Oktbr. Im Kriegsministerium wird Tag und Nacht an der Organisation jener dreihundert Bataillone mobiler Bürgerwehr für den Umfang der ganzen Republik gearbeitet, wie sie die provisorische Regierung beabsichtigte. Fast alle Bürger der ersten Kategorie haben bereits Vorladungen erhalten, sich in den Mairie - Aemtern zu stellen und etwaige Reklamationen vorzubringen. La Moriciere scheint entschlossen, diesen großartigen Plan einer allgemeinen Bürgerbewaffnung (wie ihn Napoleon kaum auszuführen vermochte) bis spätestens den 1. Januar 1849 in's Leben zu rufen. Cavaignac unterstützt ihn darin aufs Wärmste-, und es scheint wirklich, als sollte die gesammte Organisation bis zum Neujahr bereits vollendet seyn. Diesem allgemeinen Landstürme sollen zunächst seine Generäle, Obersten und Offiziere aus den in Paris ka- sernirten sechs Veteranenkompagnien zugetheilt werden.
Der einmonatlichen Ferienfrist (November) der Nationalversammlung, während welcher die Präsidentenwahl stattfinden sollte, sind wir noch nicht ganz,sicher. Gestern diskutirte die Rue de Poitiers mehrere Stunden lang über die Frager oh sie sich überhaupt eine Vakanz gönnen solle?
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Cabet, bei dem man in der Rue I. J. Rousseau am 15. 1« Mai einige Gewehre und Pulvervorräthe fand, hat sich dieser! H Tage vor dem Zuchtgerichte wegen dieser Entdeckung zu ver- k
antworten.
In der Rue Amelot 64 und anderen Vierteln befinden sie bereits Werkstätten, die auf das Prinzip der freien Assoziation der Arbeiter unter einander errichtet sind und ihrs Waaren auffallend wohlfeil bieten.
M u ß l a n D.
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alle an den russische!!
St. Petersburg, 13. Okt. An <........... ......
Universitäten angestellte Professoren und andere Gelehrte i durch das Kultusministerium die Aufforderung ergangen, su von panslawistischen Tendenzen ferne zu halten, und sie haben sich sämmtlich durch Unterschrift verpflichten müssen, weder durch Rede noch durch Schrift dahin bezüglichen Zwecken zu dienen.
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An der Stettiner Börse wurde am 18. Okt. ein Handeln schreiben aus Rußland mitgetheilt, welches gerüchtweise mellet, der Kaiser habe mit den kaukasischen Völkerstämmen Frieden geschlossen, und es würden dadurch 250,000 (?) Mann Trup pen disponibel. (Bestätigt sich diese Nachricht, so liegt die Absicht Rußlands klar vor, alle seine Kräfte an der Donau Hi
und gegen das westliche Europa zu konzentriren.)
ent linig
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In der L. Schellenberg'schen Hofbuchhandlung in Wiesbaden ist vorräthig:
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Verantwortlicher Redakteur: W. H. Niehl. — Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in.Wiesbaden.
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