Übergänge über die Lahn, verloren aber in ungünstiger Stellung und da der mit Ungestüm angreifende Feind ihnen über- ikgen war, immer mehr Terrain und hätten sich wahrscheinlich mit großem Verlust über die Brücke von Wetzlar zurück- Dn müssen, wenn nicht im entscheidenden Moment der Erz« èerzog, der den Angriff zeitig erfahren und alle Vorkehrungen, h zu begegnen, getroffen hatte, von Frankfurt in Eilmär- iim nahend, mit frischen Truppen auf dem Kampfplatz er- Penen wäre. Sofort setzte er sich an die Spitze seiner Gre- Mere und begeisterte sie durch sein Beispiel zum muthigen Ingriff. Auch die Reiterei zeichnete sich durch Muth und Ent, hlossenheit aus und bewirkte es durch ihre Kühnheit, daß der Md aus allen festen Stellungen geworfen und die ganze, »s Klußthal dominirende Höhe wieder gewonnen wurde. — Seim einbrechenden Abend behauptete sich nur noch die an der fersten Rechte in Altenberg anfgestellte Kolonne Lefevre's, md der Erzherzog befahl dem sächsischen Regiment von der Heyden, diesen Ort zu nehmen; es drang sofort mit gefälltem sonnet vor und warf den Feind heraus. Erst die Nacht mchte dem Treffen ein Ende, die Franzosen traten ihren eili- M Rückzug an und Jourdan's Feldzugsplan war vorerst verölt, denn es folgten noch mehrere siegreiche Gefechte.
Erzherzog Karl hatte in der Nacht sein Hauptquartier in M kleinen Dorfe Nauborn, eine halbe Stunde von Wetzlar, ch gab von da aus seine Befehle zu den weiteren Operatio- m, vergaß aber auch nicht, durch ein Handschreiben dem iiedtmagistrat und der sämmtlichen Bürgerschaft den lebhaften Dank abzustatten, da es ihm nicht unbemerkt geblieben q, mit welcher menschenfreundlichen Theilnahme und rühmten Emsigkeit sich die Stadt Wetzlar gegen die in dem Reffen verwundeten Soldaten ausgezeichnet habe. Den größ- m Dank verschuldete jedoch die Stadt selbst dem Erzherzog, |tr durch Entschlossenheit und Talent sie von den Schrecken Mr feindlichen Einnahme gerettet hatte. Dessen haben sich, Nm Hinscheiden deH verehrten Feldherrn, die Einwohner lebest erinnert, Zeitgenossen haben ihnen die Heldenthaten jener Sage erzählt, und sie beschlossen bereits im vorigen Jahre, su ein Denkmal zu setzen, dessen Ausführung sich erst jetzt ht vollenden lassen. Zur Errichtung und Enthüllung desselben h»! daher statt des 15. Juni, des Jahrestags der Schlacht, ^2. November müssen festgesetzt werden.
Auf erhöhtem Mauerwerk wird sich ein einfacher Marmor- tklisk von achtundzwanzig Fuß erheben und angemessene Äleme und Inschriften sollen der Nachwelt das Geschichtliche es Tages und die Gesinnungen der Einwohner kundthun: »gleich auch den Ruhm des sieggekrönten deutsche« Helden 1 wie des erhabenen und edeln deutschen Mannes den Nacheilen im Andenken erhalten. Der Platz ist auf einer Höhe 'wählt unweit der Dahlheimer Kapelle, nahe der Straße, die !n Wetzlar nach Altenberg führt, da wo Augenzeugen noch
bekunden, daß der Erzherzog mit seinem Generalstabe gehalten,^ die Schlacht überblickt und seine Befehle ertheilt hatte.
An alle Verehrer des deutschen Feldherrn in der Nähe und Ferne, welche das Fest des ihm zu weihenden Denkmals und der ihm darzubringenden Huldigung mit uns begehen wollen, ergeht im Namen der Stadt Wetzlar die freundlichste und ergebenste Einladung.
Wetzlar, den 14. Oktober 1848.
Das Komite für Ausführung des Denkmals.
Der Landwirth (Fortsetzung.)
Wenn die mechanische Fertigkeit und Geschicklichkeit dem geringen und mittlern Landwirthe unumgänglich nothwendig, so ist ihm auch die geistige Bildung nicht ohne Nutzen. Eigentliche Bildung hält nicht von der Arbeit ab, wie so viele Landwirthe glauben; sobald sie dieses thut, ist sie keine Bildung mehr, sondern Verbildung. Zwar mag es hin und wieder junge Leute geben, die, nachdem sie in irgend einer Schule einen Kursus, den sie nur halb verstanden, gehört haben, sich zu gelehrt dünken, um sich mit den nach ihren Ansichten kleinlichen Beschäftigungen der Landwirthschaft abzugeben. Allein solche Leute werden schwerlich den Grad von Bildung haben, den sie zu wähnen scheinen: ein wahrhaft gebildeter Landwirth, selbst wenn er sich ausgezeichnete Kenntnisse erworben hätte, wird sich willig jeder Handarbeit, die er in seinem Stande zu verrichten verpflichtet ist, unterziehen; er wird dieselben mit einer eignen Vollkommenheit und Vollendung verrichten und eben durch diese Vollkommenheit die Ueberlegenheit des Geistes über die blos rohen körperlichen Kräfte darthun.
Jede Bildung, die den Verstand übt und das Herz veredelt, ist dem Landwirthe heilsam, selbst wissenschaftliche Studien schaden ihm nicht, wenn sie auch in keinem unmittelbaren Zusammenhänge mit den Kenntnissen der Landwirthschaft stehen. Der Landwirth ist vor Allem zuerst Mensch und Mitglied der menschlichen Gesellschaft, und es dürfen von dieser Seite alle die Forderungen an ihn gestellt werden, die man von jedem andern Stande zu verlangen sich berechtigt glaubt. Wissenschaftlich gebildete Männer haben in der Regel einen sichern und scharfen Geistesblick, sie sind frei von Vorurtheilen, die dem Landwirthe, der als solcher geboren wird, so gerne anhängen, und sind daher im Stande, alle ihre Unternehmungen aus einem unparteiischen Gesichtspunkte zu betrachten. Beispiele, daß Leute, die sich mit wissenschaftlichen Studien abge- ! geben haben, die in gar keiner Beziehung mit dem Ackerbaue stehen, Glück in der Landwirthschaft gemacht haben, sind sehr häufig; die besten Landwirthe, die größten Lehrer der Landwirthschaft, Thaer, Schwerz, Dombasle u. A. sind nicht aus der Klasse der Landwirthe hervorgegangen, sondern