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Tauschhandels zurückzuführen , um seiner jetzige unnatürliche Macht, die es nur erlangt hat, indem es durch Anhäufung in Einer Hand zur Waare und zum Instrument der Unter- drückung wurde, zu vernichten. Eure zweite Aufgabe, Ihr Arbeiter Deutschlands, wäre demnach, daß Ihr nach Vollen­dung der Organisation zur Assoziation nach Anleitung der Berliner Beschlüsse schreitet, um in vereinter Kraft Euer großes Ziel zu erreichen. Wir unterzeichneten Mitglieder des Zentral- komite'S (es sind die Namen Schwenniger, Kick und Bore) sind vom Berliner Kongreß ernannt und beauftragt worden, die obere Leitung dieses großen Unternehmens zu führen. Wir haben dies Amt übernommen, in der festen Ueberzeugung, daß Ihr, Arbeiter Deutschlands, Euro große, herrliche Ausgabe erkennend, durch kräftige Ergreifung der dargebotenen Mittel uns in unserem Wirken unterstützen werdet. Wir haben die Verpflichtung übernommen, die Interessen des deutschen Ar­beiters nach allen Seiten hin zu vertreten und fordern Euch auf, sobald Ihr die Lokalkomite's gebildet und Euch den Be- zirkskomite's angeschlossen habt, uns Anzeige davon zu machen, damit wir die zur Regelung nöthigen Instruktionen an die letzteren ergehen lassen können... Arbeiter Deutschlands! Wir rufen es Euch nochmals zu: Seyd einig, dann seyd Ihr stark. Schcu't keine Hindernisse, Ihr werdet sie alle überwinden, aber nur durch vereinte Kraft!"

Rede des Abgeordneten F. Bassermann

in der Reichstags-Sitzung vom 16. Oktober.

(Schluß.)

Zum Schlüsse noch ein Wort auf die Aeußerung Des Hrn. Zimmermann, auf seine Verwahrung, man solle die Linke nicht in Verbindung bringen mit dem Morde, der hier begangen worden.. Meine Herren! Ich bin weit entfernt davon, gegen Jemand eine Anschuldigung auszusprechen , das ist Sache des Gerichts ; aber eine Thatsache darf ich aussprechen, und es ist eine Thatsache, meine Herren, daß die Banden, die hierher gezogen, mit den Waffen in der Hand; daß Die, welche einen Aufruhr erhoben, nicht gegen eine tyrannische Gewalt, sondern gegen die frei Gewählten des Volks, also gegen die Souverä­nität des Volkes selbst, daß diese Banden, die gegen die Pauls­kirche gezogen, nicht um das Gesetz zu handhaben, sondern um den souveränen Willen dieser Versammlung zu beugen und zu vernichten, daß diese Banden, sage ich, die da gemordet haben unsere Kollegen Lichnowsky und von Auerswald , und jene, welche zu Worringen Hurrah schrieen den Mördern, es ist Thatsache, sage ich, daß diese Banden Niemand anders zur Herrschaft bringen wollten, als die linke Seite dieses Hauses. (Links Aufregung.) Ja, in derselben Volksversammlung, wo man den Mördern ein Hurrah rief, rief man ein Hoch der linken Seite dieses Hauses. (Links eine Stimme: Wer kann dafür?) Das ist eine Thatsache, meine Herren, diese ist nicht zu leugnen. (Links: Nein! Eine Stimme: Ruhe, laßt den Redner sprechen!) und nun muß ich gestehen, daß, wenn ich, ein politischer Mann, stehend auf der Stelle, wohin ich beru­fen bin, um das Vaterland zu retten aus der Gefahr, in der es schwebt, sähe, daß Rohheit und Mordlust mich zur Herr­schaft bringen wollen, wenn ich auf solcher Seite Sympa- thieen fände, wahrlich, ich würde mich bergen in den entfern testen Winkel des Vaterlandes, und würde mit mir zu Rathe gehen, ob ich auf dem rechten Wege sey, und ich glaube, ich würde zur Erkenntniß kommen, daß ich nicht auf dem rechten Wege seyn könne, denn der rechte Weg kann nur der seyn, auf dem ich die Sympathieen erndte von sittlicher, von patrio­tischer und vaterländischer Gesinnung; denn was ist die Frei­heit Anderes, was wollen wir Anderes für unser Vaterland erringen, als den Zustand, wo die Besten, wo die Edelsten herrschen! Das ist die beste Verfassung, die die Besten an's Ruder bringt. Wenn aber die dämonische Gewalt der Rohheit und Blutgier hervordringt, um zu herrschen, wenn das Symbol dieser neuen, sogenannten Freiheit die Farbe des. Blutetz ist, meine Herren, dann möchte ich, von solchen Sympathieen be­gleitet , nicht mehr auf dieser Stelle stehen. Jetzt muß es selbst dem Fanatisirtesten klar werden, wohin der eine Weg führt, und wohin der andere. Jetzt gilt es endlich, zu unter­scheiden zwischen Recht und Unrecht. Jetzt ist es Zeit, nicht länger zu entschuldigen die Brutalität, wie dieß hier von Hrn. Vogt geschehen, entschuldigen, sage ich, mit einer Bruta­lität/ die von Oben nach Unten sich filtrire. Wenn der alte Bundestag, wenn die alte Metternich'sche Politik Brutalität zu ihrem Grundsätze gemacht, da war allerdings die Anwen­dung der gleichen Waffe, da war eine gewisse Brutalität, aber

eine heldenmüthige, keine meuchelmörderische, gerechtfertigt ge, gen das alte System, um es zu stürzen; aber "jetzt wendet sich die neue Brutalität gegen diese Versammlung, gegen ihre Be­schlüsse, und darum hat eine solche Brutalität keine Rechtferti­gung. Mit Heuchelei schreibt freilich diese Partei auf ihre Fahne: Heilig ist das Eigenthums Wir lasen es hier an den Kaufla­den mit Kreide geschrieben von den Verblendeten des 18. Sept. Bedenken Jie denn nicht, daß das Leben auch ein Eigenthum, bedenken sie nichr, daß die Ueberzeugung, die Freiheit der Ue­berzeugung das höchste Eigenthum ist? Und dieses höchste Ei­genthum wollten sie uns rauben; sie wollten die freie Ueber­zeugung dieser Versammlung beugen unter die Gewalt, und somit war ihnen das Heiligste nicht heilig. Und so schließe ich denn damit, daß ich sage: Die Freiheit vertheidigt jetzt Derjenige, welcher die Gesetze stärkt, damit die Besinnung zu­rückkehre bei der verführten Masse, welche nicht unterscheiden kann zwischen Aufregung und Aufregung, welche, weil eine Revolution nothwendig und gerechtfertigt war, nun die zweite, und eine immer fortwährende Revolution für berechtigt hält. So wäre denn nach Ihrer Theorie nichts begreiflicher, als daß, wenn Ihre Grundsätze an das Ruder kämen, sofort jede Revolution gegen die neue Herrschaft wieder ihre Berechtigung hätte. (Mehrere Stimmen auf der Linken: Ja freilich!) Glaubten wir denn nicht, dieses Frühjahr eine Revolution zu machen, um dem Vaterlande eine feste, sichere, dauernde Ge­stalt zu geben, glaubten wir nicht, die Bewegung dazu benu­tzen zu sollen, um einen dauerhaften, stolzen und großen Bau aufzuführen, unter welchem wir alle sicher und friedlich woh­nen, unter welchem alle schönen Kräfte des Vaterlandes sich entfalten könnten; oder glaubten'wir etwa eine Revolution zu machen, nur um ihr wieder eine neue folgen zu lassen? Soll auf Erschütterung immer wieder Erschütterung folgen? Wissen Sie, wer sich darüber dann am Meisten freut? Darüber freuen sich am Meisten Diejenigen, welche da voraussehen, die Masse des Volkes werde dieser ewigen Revolution überdrüssig werden, man werde am Ende den früheren Zustand vergleichen mit j dem jetzigen, und sich fragen: Haben wir denn unter dem alten z Regiment fürchten müssen, daß man uns in den Häusern aus­suche ; haben wir fürchten müssen, daß man unsvor die Lei- i der rücke?" Meine Herren! Ich habe in kritischen knecht!^ schen Zeiten auf der politischen Tribüne gestanden, und ein freimüthiges Wort gesprochen, aber ich hatte doch wahrlich! Das nicht zu fürchten, wessen man sich jetzt in der gerühmten Freiheit versehen muß; und ich warne Sie, daß mM^Me Vergleichungen nicht bald laut anstellt. Als ich am 18. Sep- ' tember in Mannheim war, und leider hier nicht anwesend seyn konnte, um meine Kollegen zu unterstützen, da war auch in Mannheim eine Volksversammlung; da ließ man auch dort die Linke hoch leben, und erklärte alle Diejenigen, die für den Malmöer Waffenstillstand gestimmt hatten, den doch selbst Herr Vogt für ganz passabel hielt, wenn nur nicht Preußen ihn abgeschlossen hätte . . . (Vogt vom Platze aus: Nein!) Das haben Sie auf der Tribüne gesagt. (Vogt:Vielleicht"! habe ich gesagt; zitiren Sie recht!) Also meinetwegenviel- 1

leicht!" Da auf jener Volksversammlung erklärtem« auch auf dem Markte uns Alle für Volksverräther, und in einer der Gruppen sagte man sich:Was brauchen wir nach Frankfurt zu ziehen? Einen von dieser Majorität haben wir ja unter uns." So war ich gewarnt; allein ich konnte nicht glauben, daß der politische Fanatismus ip Deutschland, daß die Entsittlichung in meiner Vaterstadt soweit gedeihen könnte. Nächtlicherweile aber schlugen die Mörderhände an meine Thüre. Vielleicht waren diese Männer sonst ehrliche Leute; aber es ist ja der Wind, der sie treibt, es sind die Wogen, die sie tragen, und die jetzt von Herrn Vogt gelobt und gepriesen worden als solche, die nur noch weiter führe« müssen, und immer weiter. Ich warne Sie, und ich meine, es sollten die Sympathien, die Sie in diesen Schichten des Ver­brechens finden, wahrlich jeden ehrlichen Mann von selbst ge­nugsam warnen. Es ist Zeit zur Umkehr, es ist hohe Ze<h Aber Nichts schl mmer, als jetzt die Gerichte verdächtigen, wc» sie endlich dem Gesetze wieder zum Schutze der Freiheit Gewalt leihen. Es ist jetzt hohe Zeit, zurückzukehren und W verwirrten Begriffe in den Massen von Dem, was Freihw, was Tyrannei, wieder an heilsame Stelle zu setzen. Möchte« wir Alle dazu beitragen! Wenn wir aber nicht Alle W beitragen, wenn fort und fort neue Erschütterungen auf schütterungen, neue Revolutionen auf Revolutionen fow11' dann verlangen Sie nicht, daß die Zentralgewalt Deutichlan" stark sey und ihren schützenden Arm ausstrecke, selbst, wie ^' wollen, bis an die Moldau und Wallachei. Erwarten y1 vielmehr, baß die ausländischen Feinde Deutschlands sich 9e,m

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Sei in toi

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