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M für ganz Deutschland zu Stande käme, die Mauthlinie zwi- r - chen Holstein und Schleswig hindurchlaufen und diese Länder auseinander reißen? Die Einverleibung Schleswigs in den deutschen Bund sey bereits von den alten Ständen verlangt worden. Die provisorische Regierung der Herzogthümer aber habe ausdrücklich erklärt, Schleswig-Holstein sey ein untheil- zusammengehöriges mit Deutschland eng verbundenes èand. Richt um das Aussprechen eines neuen Grundsatzes cho handle es sich, sondern um die Anerkenntniß einer That- 't- siche. Würde aber Schleswig nicht, die Grenzbestimmungen vorbehältlich, schon jetzt in's Reichsgebiet fest ausgenommen, m 0 gäbe man den ganzen Zweck des dänischen Krieges auf. V ^tnt Abgeordneten aus Kiel folgt unmittelbar ein anderer «K Schleswig-Holstein, der Regierungspräsident

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Francke auf der Rednerbühne. Die Behauptungen seines iWmanned findet er übergreifend und leugnet, daß die Ein- 114 »ttleibung Schleswigs schon eine vollzogene Thatsache sey. Me werdende sey sie vielmehr. Die Ruhe, welche Schleswig­

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Holstein in Folge des Malmöer Waffenstillstandes ,genieße, sey m Lande so nothwendig als erwünscht. Dänemark selbst

jabe den Gedanken der Einverleibung Schleswigs mit seinem Uche aufgegeben, allein ein einseitiger in Frankfurt gefaßter

M Aufnahmebeschluß würde gegen die Bedingungen von Malmö it| mb nur geeignet seyn, die Besonnenheit und Mäßigung, die

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Aischer Seits immer deutlicher zur Geltung gelange, in die frühere Leidenschaft zu verwandeln. Das wahre Interesse ^Schleswigs verlange daher die Sache in der Schwebe zu er Hn, damit die Reichsgewalt und die Friedensunterhändler n« stho freiere Hand behielten, die Angelegenheit nach den Sym- tii pchen Deutschlands zu ordnen. Er schließt mit einem deut- n» liefen Seitenblick aus seinen Vorredner mit dem bekannten nz Stoßseufzer Gustav Adolph's: Herr behüte mich vor meinen freunden! unter dem beifälligen Zurufe der Rechten und aus epilitt Mitte des Hauses. (Schluß folgt.)

ne Frankfurt. (Darmst. Z.) Man hatte schon längst ver- mhet, daß die Reichö-Zentralgewalt entweder ein eigenes Msches Journal gründen, oder sich eines der hiesigen platter zu Vertretung ihrer Ansichten versichern würde. Dies

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inunmehr geschehen und die Frankfurter Oberpostamtszeitung . ihrem Organe erwählt worden. Es besteht ein Ueberein- bmen, wonach dieser Zeitung die amtlichen Erlasse der Zen- «lgewalt, so wie die bei derselben einlaufenden politischen Mächten ausschließlich mitgetheilt und zur Veröffentlichung I ibergeben werden.

v München, 17. Okt. Einen Gast soll allgemeiner Mei- Wj nach die Wiener Revolution uns zugeführt haben: die Erzherzogin Sophie. Vorgestern sey selbe, sagt man, im Agsten Inkognito hier gewesen, und befinde sich jetzt beim Prinzen Karl in Tegernsee.

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München, 18. Oktbr 2 Uhr. Soeben, unmittelbar vor Rschluß, erfahren wir aus glaubwürdigster Quelle, daß der Emig vor einem nach Tegernsee unternommenen Ausfluge ^gestern den Ministern wiederholt erklärt hat, daß er vor ^ Landtage eine Portefeuilleniederlegung nicht gestatten Ne. Die neuesten Vorgänge sind dem Könige durch Kou- N gemeldet worden. Die Stadt ist begreiflicherweise in Oter Unruhe. Aus Wien sind eine Menge Flüchtlinge augekommen.

. Aus München sind Briefe vom 18. Oktober den Frank­ster Blättern zugegangen. Sie berichten von den rohesten Hessen, von Einbruch und Raub, die von betrunkenen Hau- MeS liederlichsten Gesindels am Vormittag des 18. in den Bauhäusern, Bäcker- und Kaufmannsläden und in Privat- Wuingen verübt wurden. Zwei der Tumultuanten seyen i einem Brauereibesitzer und seinen Knechten erschlagen wor- Bei Abgang des Briefs (Mittags 3 Uhr), waren in Kuchen alle Läden geschloffen, die Erzesse dauerten noch fort 7 die bewaffnete Macht wurde durch Generalmarsch auf« Nen.

Berlin, 16. ©ft. Der Reichsverweser hat den Prinzen ^albert von Preußen berufen, an die Spitze des gesummten putschen Marinewesens zu treten. Der Prinz ist im Be- nach Frankfurt a. M. abzureisen.

, Bon morgen ab werden die Re ichs gesetzt, wie sie Keichsgesetzblatt bringt, durch die preußische Gesetzsamm- kund gemacht. Das ist eine Erklärung durch die That, s -Lbutschland sie nur verlangen konnte. Damit ist die 'nde Wirthschaft, wie sie mit den Bundesgesetzen stattfand, °dikal abgeschafft.

. Berlin, 17. Okt. (K. Z.) Der heutige Tag verlief im ^en ruhig ; nur Vormittags wurde in der Rosenthalerstraße

das Haus des Bäckermeisters, welcher gestern Feuer komman- dirt haben soll, angegriffen, stark beschädigt, und die Bürger­wehr mußte mit dem Bayonnet vorgehen. Mittags ein Uhr erschien ein großer Arbeiterzug mit Fahnen vor der National- Versammlung und überreichte eine Bittschrift, die ihnen der Abg. Berends abnahm, nachdem er sie beruhigt hatte. Auch Hr. Waldeck stand ihm zur Seite. Der Inhalt dieser Bitt­schrift ist aber so, daß ihn die Nationalversammlung nicht er­füllen, sondern ihn nur an die Stadtbehörde verweisen kann. Der um 2 Uhr eintretende starke Regen stellte die Ruhe vol­lends her. Gestern ist der elektrische Telegraph nach Potsdam theilweise zerstört worden. Das Kammergericht hat dem Justizminister erwiedert, daß es, ohne Rücksicht auf Minister-Programme,, die Gesetze nach wie vor anwenden werde.

Prag, 15. Okt. (D. A. Z.) Eine gestern Nachts ange­langte telegraphische Depesche meldet, daß der Kaiser gestern um 4'/2 Uhr in Olmütz angekommen und mit unendlichem Jubel empfangen worden sey. Man hat ihm die Pferde aus- gespanut, und das Volk zog ihn im Triumphe nach dem erzbi­schöflichen Palaste. Der Kaiser hatte an 3000 Mann Truppen zur Begleitung auf seiner Reise. Fürst Windisch-Grätz, der zum Generalisimus aller bei Wien konzentrirten Truppen ernannt seyn soll, ist heute früh unter starker Militärbeglei­tung per Eisenbahn nach Olmütz gereist. Dort wird er zwei Tage verweilen und die Befehle des Kaisers entgegennehmen. Von dort begibt er sich in das Lager bei Wien, um die sämmt­lichen Truppen zu mustern.

Die Lage Wiens wird als trostlos geschildert, das Pro­letariat furchtbar drohend, die Wiener selbst zwar kampfbereit und todesmuthig, aber ihre Niederlage als gewiß voraus­sehend.

Wir befinden uns in einer merkwürdigen Lage, wir haben keine Regierung. Auf die Kunde, daß Minister Hornbostl die Kontrasignatur kaiserl. Erlasse verweigert hat, erklärte der Vizepräsident Mecsery in einer mit den Häuptern der czechi- schen Partei gepflogenen Berathung , daß er von dem Wiener Ministerium, das mit dem Monarchen in keiner Verbindung stehe, keine Befehle annehmen könne. Da aber der konstitutio­nelle Monarch ohne Kontrasignatur keine Befehle geben darf, so werde sich der hiesige Präsident offenbar einer Pflichtver­letzung^ schuldig machen, wenn er solchen Befehlen Folge lei­sten würde. Wäre nicht schon einmal von dem frühern Prä­sidenten, Grafen Leo Thun, der unglückliche Versuch gemacht worden, eine provisorische Regierung zu errichten, so bin ich fest überzeugt, es wäre jetzt geschehen.

Wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß, ist wirklich der Vorschlag gemacht worden, eine provisorische Regie­rung einzusetzen; Mecsery, ein schwacher, übrigens aber rechtlicher Mann, soll jedoch erwidert haben: Was werden aber die Deutschen sagen, die werden ja wieder energisch protestircn.

DieBresl. Ztg." gibt aus Wien vom 13. Oktober eine Schilderung der dortigen Zustände, die sehr abweichend ist von der Mehrzahl dessen, was aus der Stadt selbst berichtet wird. Eine Grabesruhe soll dort herrschen; Kaufläden und Gewölbe sind geschloffen, die Fenster zum großen Theil verhangen; die Bewohner, zumal in der Nähe öffentlicher und fiskalischer Ge­bäude, mit dem Nothdürstigsten und Leichtbeweglichsten ihrer Habe geflüchtet, oft bei Nacht und Nebel, da man am Tage die Flüchtigen häufig aushält. Im Innern der Stadt soll die Passage für Fuhrwerk stets gesperrt seyn. Die kampflustige Partei ist die bei weitem größere, doch fehlt es auch nicht an solchen, die zur Nachgiebigkeit rathen. Auf die Provinzen scheint der Reichstag keine Rücksicht zu nehmen, und waS schlimmer ist, diese auch keine auf ihn. Der Donner des Wor­tes Landsturm ist verhallt; die Bauern rühren sich nicht. Einem Aufruf an das Landvolk, die Stadt mit Lebensmitteln zu versehen, wird wenig Folge geleistet. Auch in den ent­fernteren Provinzen regt sich nichts. Die Zuzüge der Natio­nalgarden aus Brünn und Grätz wollen nicht viel sagen. Im Reichstag sind große Lücken; die Rechte und das rechte Zentrum ist gelichtet; mit dem PrädikatVolksverräther" ist man schnell bei der Hand und damit verbindet sich die Erin­nerung an das Schicksal Latour's, das man ganz offen billigen hört. Solche Schilderungen tragen ein starkes Gepräge der Wahrheit, aber sie stehen in scharfem Kontrast mit den Berich­ten der Wiener Journale, die von Freiheit und Sicherheit des Verkehrs, von der Rechtlichkeit, Ruhe und Harmlosigkeit deS Volks von Wien" nicht genug zu rühmen wissen. Aeußerlich nicht minder grell kontrastirend, aber innerlich verwandter mit den düstern Bildern auS dem Innern der Stadt, ist das lebens-