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ch ist, Behörden scheinen auf einen Koup gefaßt. Die Truppen sind >8 er- j jn^die Kasernen konstgnirt, und den Kommandeurs ist die Weisung zugegangen, ihre Mannschaften schlagfertig zu halten. Aus Breslau wird das Gerücht hier verbreitet, daß von

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fort auf der Oberschlesischen Bahn mehre Hundert Bewaffneter abgegangen sind, um den Wienern zu Hülfe zu eilen. (Lith.N.)

Prag, 11. Okt. 4 Uhr Nachmittags. Soeben wird fol­gende telegraphische Depesche veröffentlicht:Nach einer heute früh 10 Uhr Vormittags an mich gelangten telegraphischen Depesche ist Jellachich mit einer großen Hceresmacht vor Wien gerückt. Zwischen den Vorposten sind Schüsse gewechselt wer­den. Mecsery, Vizepräsident."

(5 Uhr.) Ein Gerücht, das ich nicht verbürgen kann, meldet, daß soeben eine telegraphische Depesche angelangt seyn soll, zufolge welcher Wien an mehreren Orten brenne.

Prag, 11. Okt. (Nachmittags 5 Uhr.) Es durchläuft das Gerücht die Stadt, eine nicht veröffentlichte telegraphische Depesche melde, Wien werde seit heute Morgen bombardirt. Die Krisis naht furchtbar. An mayarische Hülfe ist schwer­lich zu denken; denn Presburg und Raab sind von den Kroa­ten besetzt. Raketen vom Stephansthurme rufen die Bauern der Umgegend zur Hülfe; allein die Militärmasse ist zu groß, als daß die Bauern so leicht den Muth haben sollten, einen Angriff zu wagen.

Prag, 12. Oktober. (O.-P.-A.Z.) Fürst Windisch-Grätz hat in Bezug auf seine Abreise und auf die Juniereignisse ge­stern Nachmittag folgende Proklamation erlassen:

An die Bewohner Böhmens! , Anarchie und deren gräu­liche Folgen, die sich leider in Wien auf so empörende Weise entwickelt haben, und alle Grundfesten einer geregelten Ver­fassung zu untergraben drohen, legen mir die Pflicht auf, mit einem Theile der mir unterstehenden braven Truppen zum Schutze der geheiligten Person des Monarchen und zur Wah­rung der Einheit der konstitutionellen Monarchie mich von hier ;u entfernen. Der nun schon seit geraumer Zeit hier bestehende geregelte friedliche Zustand , und die loyalen Aeußerungen der Bewohner dieser Hauptstadt gewähren mir die beruhigende Ueberzeugung, daß die so bedauerlichen Juniereignisse haupt- ichlich durch fremden Einfluß herbeigeführt wurden. Ich talaffe daher die Stadt und das Land mit dem festen Ver­

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täuen, daß Ruhe und Ordnung nicht mehr gestört werde; die Ehre und Wohlfahrt der Nation hängt wahrlich davon ab, , ich dieses mein Vertrauen nicht getäuscht werde. Fürst fr Windisch - Grätz, kommandirender General.

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Die Wiener stenographische Korrespondenz schreibt unterm II. Dftbr.:Gestern Abends kriegerische Bewegung in der Stabt; Allarmschlag, Sturmgeläute. Eilboten melden, daß « Kroaten von Meidling gegen Mariahilf ziehen und bereits Eder Nationalgarde hanvgemein geworden; alles fliegt auf (inen Posten mit dem Wunsche, sich schlagen zu können mit i« räuberischen Horden, die der Freiheit und dem Eigenthum mhen. Zwei ungarische Reichstagsdeputirte, Der ungarischen Armee unter Meszaros beigegeben, erscheinen in dem Studen- ienkvmite mit der Meldung, daß 30,000 Magyarenreguläre ^Men den Wienern zu Hülfe kommen wurden, daß diese >ch mir zwei Mal 24 Stunden halten möchten, und daß bloß Ermattung der Truppen ihr Eintreffen bis jetzt verhindert Mt Um 11 Uhr gerathen eine Patrouille Mariahilfer Na- Mialgarve und einen Patrouille Nassau aneinander; die mili- Mche wird arg mitgenommen. Der ephemere Ministerprä- libent Recsei wurde aufgehoben und auf die Universität ge- yn.1 W, wo er vorläufig in Verwahrung bleibt. Mehrere jefft cn der Legion, die von Auersperg als Gefangene zurückge- Mten werden, dürfen auf ihr verpfändetes Ehrenwort zurück- Vrey, auf kurze Zeit das Lager verlassen. Das Studen- Womite erläßt noch in der Nacht einen Aufruf an die Land- % welcher sie auffordert, nach Kräften die Stadt mit Lebens- zu versehen. Der Gemeinde-Ausschuß hat rings- V Kommissionen gesendet, welche den Landsturm in der " zu organisiren haben, daß er bei einem Angriff auf die W den feindlichen Truppen in den Rücken falle. So W ? ^ird ein Plakat vom Reichstag veröffentlicht, in welcher Ier Ne Zumuthung, als betrachte er die Intervention der Maren für eine Gebietsverletzung, ablehnt. Die hier senden Polen sind im Begriffe, ssch zu einer besondern Le- zu bilden. 80 Kroaten, inHerrenals gefangen genom- ' ^rden so eben hereingebracht.

Die neueste Post aus Wien vom 12. Okt. liegt vor uns. Gefahr eines Kampfes um die Stadt ist be# t: Graf Auersperg hat seine feste Stellung verlassen m vorerst.nach Enzersdorf, eine Stunde von Wien, ab#

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marschirt. Er hatte'dem Reichstag, so berichtete Schuselka, angezeigt, bei der Bewaffnung des Proletariats und der Auf­regung in Wien könne er nicht in die Stadt einrücken, wolle es auch vermeiden, die Hauptstadt zum Kampfplatz des kroatisch- ungarischen Heeres zu machen. (Gerüchte behaupten nämlich, ein ungarisches Armeekorps stehe bereits bei Bruck an der Ley- tha.) DDr Reichstag forderte ihn auf, auch dem Banus den Abzug zu befehlen. Ob er dieß gethan, ist aus unsern Brie­fen nicht ersichtlich, wohl aber, daß das Kroatenlager, dessen Vorposten schon bis zum St. Marrer Linienthor vorgeschoben waren, sich von dem Wiener Berge aus in Bewegung setzte: ganze Züge marschirten gegen Neustadt zu ab. Der Reichs­tag hatte schon am 11. eine neue Adresse an den Kaiser be­rathen und beschlossen, worin er, unter erneuerten Versiche­rungen der Treue und Hingebung, zur Rückkehr beschworen wird, damit nicht um der Ermordung eines Einzigen willen das Leben von vielen Tausenden preisgegeben werde. Horn- bostl hatte angezeigt, er überbringe ein Schreiben des Kaisers ; man war sehr gespannt; aber Hornbostl war bis zum Abgang der Post nicht nach Wien zurückgekehrt, obwohl man von sei­ner Abreise von Hadersvorf Kenntniß hatte. Doblhoff schrieb dem Reichstag, er könne bei seiner erschütterten Gesundheit und da das neue Ministerium seinen Grundsätzen nicht entsprechen werde, nicht in dasselbe treten. Das Gericht von einer unga­rischen Armee bei Bruck scheint sehr der Bestätigung zu bedürfen.^

Aus Pesth vom 8. Okt. schreibt man uns bloß, es sey eben vom Repräsentantenhaus beschlossen worden eine große bewaffnete Deputation, bestehend aus mehreren Schwadronen Husaren und Freiwilligen, Pazmandy an der Spitze, nach Wien zu senden, und dem Wiener Volk die Hand zum Frie­den zu bieten. Daß General Roth im südlichen Ungarn von den Magyaren geschlagen und gefangen worden, bestätigt sich. Einer unserer Korrespondenten, welcher Prag am 10. Abends verlassen hatte, schätzt die Zahl der bis dahin von Prag nach Wien abgesendeten Truppen auf etwa 10,000 Mann. Jubelnder Zuruf der tschechischen Bevölkerung habe sie begleitet. Andererseits hatte ein böhmischer Studentenausschuß die Tsche­chen zum Schutz der Wiener aufgefordert; auch waren Prager Studenten in Wien angekommen, um in die Reihen der Ver­theidiger der Stadt zu treten.

Die Zeitungen aus Prag, die bis zum 12. Okt. reichen, enthalten nichts von Bedeutung. Einige Wiener Studenten wurden verhaftet,weil sie in der Aula agitiren wollten.". Indem wir eben noch die neuesten Wiener Blätter durchstiegen, bemerken wir noch in der Ostdeutschen Post folgende Stelle: Mancherlei Gerüchte und Nachrichten die gestern in der Stadt zirkulirten, werden heute widerlegt und berichtigt. So z. B. ist von den 15 Dampfschiffen, die mit 10,000 Ungarn nach Wien abgefahren seyn sollen, kein Splitter zu sehen, sowie überhaupt die Ungarn bisher noch nichts von sich hören ließen, obschon Wien für sie sich geopfert hat. Es heißt zwar, ihr Landsturm stände bei Theben und erwarte blos den Auftrag des Reichstags, um das österreichische Gebiet zu betreten." Sollte sich als0-die ganze militärische Sendung aus Ungarn auf jene paar Schwadronen Husaren beschränken? Wie dem sey der Banuö dürfte mit seinen Kroaten in eine schlimme Lage kommen, wenn er sich nicht an Windisch-Grätz oder Auersperg anschließen kann: da ihm Geld und Lebens­rnittel fehlen, so werden ihn die aufgeregten Bauern überall als ihren Feind behandeln. Scheint ja doch selbst der Kaiser da und dort nur durch Vorführung der Geschütze, die ihn be­gleiten, sich freie Bahn machen zu können. Aus Triest melden uns Briefe einen durch die Wiener Ereignisse herbei­geführten Krawall der italienischen Partei, die ihren Wunsch eines Anschlusses an Italien durch entsprechende Rufe kundgab. Unter solchen Umständen ist es von bedenklicher Bedeutung, daß die Nachrichten aus Paris und Turin wieder kriegbedroh­licher lauten.

Wien, 12. Okt., Nachmittags 1% Uhr. Allarm Mrd geschlagen. Bei der St. Marrer Linie soll der Feind herein­geschossen haben. Alles eilt auf die Sammelplätze; die Natso-- nalgarde, besonders die Wiedner, brennt vor Kampflust. Die Kanonenschüsse an der Marrer Linie wurden mit einem Aus­fall beantwortet, welcher das Feuer zum Schweigen brachte und wobei mehrere Kroaten gefangen genommen worden sind. Von Ungarn sind Deputirte eingetroffen, daß der ungarische Landtag den General Moga beauftragt habe, mit seinen 40,000 Mann Jellachich zu verfolgen. Kossuth ist zum Präsi­denten ernannt, die Ausschüsse sind unter seine Befehle ge­stellt. Der Kaiser wurde von dem Abg. Löhner bei Znaim getroffen; eine Unterredung hat stattgefunden und Löhner wird