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selben im Allgemeinen, und spricht seine deßfallsigen Befürch­tungen aus.

Staatsrath Bekk erwiedert unter Anderm: Der Redner tadle das von der Nationalversammlung bis dahin eingehaltene System ; dazu sey aber nicht hier, wohl aber in Frankfurt in der Paulskirche, wo der Redner ausgeschieden sey, der Platz gewesen. Was die Verlegung der Truppen betreffe, so sey dies Sache der Zentralgewalt und nicht der badsichen Regie­rung , welche letztere sich gegen die Beschlüge der ersteren nicht auflehnen könne, ohne sich den Tadel des Redners und seiner Freunde zuzuziehen. Daß übrigens auch genügende materielle Gründe zu einer solchen Zusammenziehung der Truppen vor­handen gewesen, werde wohl Keiner bestreiten, indem sie zur Sicherheit der Ordnung und zur ruhigen Entwickelung der Freiheit stattfinden mußte und durch unruhige Köpfe und Re­bellen provozirt wurde. Von Seite der Regierungen werde die Freiheit nicht gefährdet, denn diese seyen gelähmt und bedür­fen im Interesse der Freiheit der Erstarkung in -ihrem Wirken; dagegen erschienen als die gefährli chsten Feinde der wahren Freiheit jene ehrgeizigen, eigen­nützigen Menschen, die, um Etwas für sich selbst zu erobern, die Massen aufwühlen und unsägliches Elend schon herbeige­führt haben. Wären diese nicht gewesen, so würde die Nationalversammlung in ihren edlen Bestre- Bungen schon viel weiter vorangekommen und jede Zusammenziehung von Truppen unterblieben seyn.

D e rr t s d? l a h Ö.

* Wiesbaden, 16. Oktbr. (Ständeversammlung.) Auf der Tagesordnung steht die Berichterstattung über den Wechselprozeß, nachdem in der vorigen Sitzung über die Wechselordnung abgestimmt worden war. Berichterstatter Naht.. Da eine allgemeine Vorarbeit für den Wechselprozeß in der Weise wie bei der Wechselordnung nicht vorliegt , so hat die Regierung einen Entwurf vorgelegt, der provisorisch bis zum Erlaß eines Reichsgesetzes gelten soll. Die Verhand­lungen über diesen Entwurf drehen sich fast nur um Redak- tionsveränderungen , so daß sie für das größere Publikum durchaus trocken und interesselos sind. Die Kammermitglieber waren in dieser Sitzung in so geringer Anzahl versammelt, daß, als sich während der Verhandlungen 2 derselben entfern­ten, die gesetzlich geforderte Zahl (28) nicht mehr vorhanden war, und die Kammer sich in einen allgemeinen Ausschuß verwandeln mußte.

* Wiesbaden, 17. Oktober. (Ständeversammlung.) Nachdem Prof. Bellinger eine Anfrage wegen der Bleiden- stadter Konfessionsschule» gestellt und Zollmann in Betreff einer Ersatzwahl für den Äbg. Hatzfeld, sofern dieselbe er­forderlich werden sollte, auf rasche Erledigung gedrungen hat, wird zur Tagesordnung übergegangen, nämlich zur Fortsetzung der Abstimmung über den Entwurf einer W e chse l p r o z- ordnung. Nach längerer Verhandlung über einzelne Punkte wird das ganze Gesetz einstimmig angenommen.

Wenckenbach I. erstattet Bericht über eine Anforderung für Hinterfüllungen bei den Rheinuferbauten. Nach Ansicht der Regierung sind nicht die Gemeinden, sondern die Landes- fteuerkasse zur Bestreitung dieser namentlich durch die Dampf­schiffe verursachten Bauten verpflichtet. Der Berichterstatter beantragt daher, den angeforderten Rest für diesen Zweck an­geforderten 11,000 fl. zu bewilligen. Bei dem Budget der aufgehobenen Militärschule, über welches der Abg. Justi Be­richt erstattet, ergibt sich noch ein Fonds von 13,000 fl., wel­cher auf Antrag des Berichterstatters der Landessteuerkasse zu­fallen soll, nach Abzug eines Theiles, der aus der Waterloo- Gratifikation des verstorbenen Herzogs Wilhelm bestand und an die herzogl. Schatulle zurückbezahlt werden soll.

Frankfurt, 14. Okt. (D. Z.) In der heutigen deutschen Reichstagszeitung findet sich ein Artikel, überschrieben:die Freih eit d er Sold at en," in welchem sich der Verfasser für Wahl der Obern durch die Soldaten selbst ausspricht. Der Verfasser nimmt die höheren Offiziere nicht aus; es scheint also ungefähr das Verhältniß seyn zu sollen, als wenn die Eisenbahnarbeiter die Ober-Ingenieure zu wählen hätten, was man bis jetzt auch noch nicht versucht hat. Ob der Verfasser die Soldaten für etwas Anderes als den Krieg bestimmt, wo­durch sein Vorschlag erklärlicher wurde, sagt er nicht. Sehr auffallend ist aber der Schluß:Den Bürgern aber liegt die Pflicht ob, immer und bei allen Gelegenheiten deS armen noch in Unmündigkeit schmachtenden Soldaten zu gedenken, seine

heiligen Rechte für ihn zu fordern, wo es irgend möglich, die Hand zu bieten, daß dem Soldaten sein hartes Loos er­leichtert werde, die Opfer nicht zu scheuen, die eine durchaus nothwendige bessere Bezahlung des Soldaten erheischt und in j e d e r B e z i e h u n g d a z u b e i z u t r g e n, daß d i e K lu ft, welche man künstlich zwischen Bürger und Solda­ten aufreißt, ausgefüllt werde. Alles, was in die­ser Beziehung geschieht, trägt reichen Lohn dadurch, daß die traurigen und entsetzlichen Szenen des Bürger- und Bruder­krieges aus unserm Vaterlande verschwinden werden." Das auffallende liegt darin, daß die Reichstagszeitung mit dieser Anspielung auf die Vorgänge in Mainz sich offenbar gegen Zitz und Blum ausspricht , welche dort die Kluft nach Kräfte vergrößert haben, und überhaupt jede Gelegenheit nehmen, die Soldaten alsverthierte Söldlinge" oderentmenscht! Soldateska" barzustellen.

Frankfurt, 16. Oktbr., Nachmittags 4% Uhr. Das Er­gebniß der in der heutigen 97. Sitzung der konstituirendm deutschen Nationalversammlung gepflogenen Berathung übrr den von dem Abgeordneten Langerfeldt, Namens des Ausschus­ses für Prüfung der wider mehrere Mitglieder der National­versammlung beantragten gerichtlichen Untersuchung, beziehent­lich Verhaftung, erstatteten Bericht ist die Annahme des Aus­schußantrags mit 245 gegen 140 Stimmen bei namentlicher Abstimmung. Derselbe lautet:Die hohe Nationalversamm­lung wolle beschließen: die von dem Appellationsgerichte, ah Kriminalgericht der freien Stadt Frankfurt, in dem an das Reichsministerium der Justiz unter dem 4. d. M. gerichtet« Schreiben beantragte Zustimmung zur Einleitung der Unter­suchung gegen die Abgeordneten Zitz, Schlöffel und Simm von Trier zu ertheilen; dagegen den von dem gedachten Ge­richte nur vorsorglich gestellten Antrag: die Zustimmung zu der Verhaftung der genannten Abgeordneten, wenn solche im Laufe der Untersuchung nöthig werden könnte, schon jetzt zu ertheilm, abzulehnen."

Mannheim, 16. Okt. (M. I.) Ein Theil der seither in unserer Umgegend ftationirt gewesenen Truppen hat soeben, 10 Uhr Morgens, unsere Stadt passirt und wird nach Alze? verlegt werden, woselbst in Folge revolutionärer Umtriebe die Steuern verweigert und die Beamten verjagt worden sind. Die dahin beorderte Erckutivnsmannschaft bestand ausr ein« halben Batterie Geschütz, einem Bataillon deS 28. Infanterie­regiments und 2 Schwadronen Husaren.

Halle, 13. Oktbr. (D. A. Z.) Der hiesige Preußes verein hat in einer seiner letzten Sitzungen, auf Vorschliz des Prof. Leo, das deutsche Schwarz-Roth-Gold aus sein« Abzeichen förmlich verbannt und dafür neben den preußisch« Farben das Orange zu der (einigen gemacht, weil der grch Kurfürst eine oranische Fürstentochter zur Gemahlin gehabt und in preußischen Ordensbändern diese Farbe vorkommt. ' W' derholt hat man den Ruf vernommen :Nein, wir sind feine Deutschen!"

Berlin, 13. Okt. Gestern Abend 7 Uhr ertönten plötzlich die Lärm hörn er in den Bürgerwehrbezirken. Die Veranlas sung gab ein erneuter Versuch, den General Wrangel in Gk- stalt einer Strohpuppe zu verbrennen. Die Bürgerwehr rückt! heran, und mehr gütliches Zureden, als Anwendung von Gt- walt zerstreute den ohnehin nicht starken Volkshaufen. Gleich­zeitig wurde ein Einschreiten der Bürgerwehr durch einen Tu­mult am Schlesischen Thore nöthig. Die Kanalarbeiter glaub­ten sich durch das Aufstellen einer Maschine zur Ausschöpfung des Grundwassers in ihrem Erwerbe bedroht. Sie legten Feuer an die Maschine und zersägten die Räder, um sie desto schneller vernichten zu können. Aufseher, die hindernd eingrei­fen wollten, wurden gemißhandelt. Auch einige Bürgerwehr­männer wurden durch Steinwürfe nicht unerheblich' verletzt ES mußte von dem Bayonnet Gebrauch gemacht werden. Der den Tumultuanten sind einige verwundet und eine Anzahl ver­haftet. Der Schaden, den sie angerichtet haben, wird auf 1° bis 15,000 Thlr. angeschlagen. Der Lärm dauert übriges vor dem Thore heute noch fort.

Im demokratischen Klubb ist beschlossen, an die akademW Legion in Wien eine Deputation behufs Ueberreichung ei»« Adresse zu senden. Die übrigen demokratischen Vereine werbt» zum Beitritt veranlaßt werden. Am 15. Oktober wird eis große Volksversammlung durch sämmtliche demokraM Klubbs veranstaltet werden. Es gilt eine ©turmpetiM welche auf Entlassung des Ministeriums, Ersetzung desseis» durch ein Ministerium Waldeck, Entlassung des Generals Wrangel, Amnestie für alle politischen Gefangenen und Ge­währung der garantirten Volkswehr gerichtet werden soll.