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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

'^l 18«. Mittwoch den 18. Oktober 1848.

Die Nass. Allg. Zeitung mit ihrem belletristischen Beiblatt erscheint täglich. Der vierteljährige PrânumerationSpreis ist in Wiesbaden 8 fl., für den Umfang des Herzogthums Nassau, des Großherzogthums und Kurfürstenthums Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 8 fl. 30fr., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen Verwaltungsgebietes S fl. 40 kr.Inserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung, aus­wärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

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Uebersicht.

Wider die Rechte.

Aus der badischen Kammer.

Deutschland. Wiesbaden (Landtag). Frankfurt (DieFreiheit der Soldaten." Reichstag). Mannheim (Steuerverweigerung in Alzei), Halle (Der Preußenverein). Berlin (Erzeffe. Depu­tation nach Wien. Sturmpetition). Prag (Nachrichten aus Wien. Erlaß des Fürsten Windisch-Grätz). Wien (Auersperg und Jellachich aus der nächsten Umgebung abgezogen. Doblhoff dankt ab. Friedens­deputation aus Pesth).

Großbritannien. London (Cavaignac und Prinz Joinville).

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* Wider die Rechte

Es thut Noth, daß man der rechten Seite in unserer Kammer und der konstitutionellen Partei im Lande, die mit ihr zusammenhält, einmal den Tert liest. Oder gibt es denn über­haupt noch eine konstitutionelle Partei bei uns? Sie ist schon io lange eingeschlafen, daß man wohl daran zweifeln könnte. Sie eristirt nur negativ, dadurch, daß sie nicht republikanisch ist; aber was sie denn eigentlich positiv ist, und ganz beson­ders, was sie thut, das muß man mit der Laterne aufsuchen und finvet's voch nicht. Die Rechte unserer Kammer geht mit zutem Beispiele voran. Wo sind beständig ein Halbes Dutzend Abgeordnete in Urlaub? Auf der rechten Seite. Warum müs­sen denn die Leute von der Linken nicht fortwährend verreisen? Kaum daß bei ihnen je ein Einziger bei einer Abstimmung fehlt! Lar einer Varlei. die fn klettenk-st

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fehlt! Vor einer Partei, die so klettenfest zusammenhält, wie unsere Linke, wo sich Alle wie Ein Mann erheben, wenn aus chrer Mitte ein Antrag fällt, vor einer solchen Partei als Partei muß man doch Respekt haben. Da ist Organisation, Taktik, Ausdauer, Einigkeit! Ist es nicht schon öfter vorge- wilimen, daß viele Mitglieder der Rechten einig waren über eine Abstimmung und doch ihr Votum geändert haben, blos weil sie von vornherein befürchteten, dieMajorität nicht zu ge­winnen? Welch ein wunderliches Strategem! Kann man M Feind nicht in die Flucht schlagen, dann weist man ihm wenigstens die Zähne und macht ihm recht grimmig eine Faust; aber fortlaufen, ehe man sich noch - gemessen hat, und dabei

Faust blos im Sacke machen, das ist eine schlechte Kriegs- rtrt- Es haben auch einzelne Männer von der Rechten Muth Md Beharrlichkeit gezeigt und zeigen sie täglich, aber die Par- ist himmelweit entfernt von diesen Eigenschaften, sie hat namentlich keinen espril de èorps

Aber warum ist solche Lauheit in die gemäßigte Partei umerhalb und außerhalb der Kammer gefahren? Ist es Furcht? ^Reicht. Hier wird allerdings auch ein ungleiches Spiel ge#

Was haben die Republikaner zu fürchten, wenn unsere ^unzipixn zur Alleinherrschaft kommen? Persönlich gewiß Ulchts. Wenn aber die Republikaner zur Alleinherrschaft- uen, würden sie das entfesselte Proletariat im Zaume Halteich onnen? Würden sie uns einstehen können, daß die Gräuel, selche man an Lichnowsky, Lamberg, Latour verübt, sich nicht w ^^r Stadt wiederholten? Ich kenne Männer, die wie e Farber sagen stark aus der Farbe gegangen sind, als e ersten Nachrichten von Struve's zweitem Einfall einliefen, to ? iw$ einer Partei kann man aber eigentlich keinen rechten klpekt haben. Ich möchte wenigstens lieber mit den Teufeln

ein kouragirter Bursche seyn, als mit den lieben Engeln eine Schlafhaube und ein Hasenfuß. Energie und abermals Ener­gie! daran fehlt es unserer Partei, und das wird so lange dauern, bis sie ganz und gar verloren hat, dann kommt viel­leicht die Energie.

Da ist ein recht tüchtiger und braver Abgeordneter von der Rechten, dem bringen seine Abstimmungen einigeparla­mentarische Unannehmlichkeiten" und er tritt sofort aus der Kammer. Heißt das Energie? Wer heutzutage in eine öffent­liche Wirksamkeit tritt, der muß Püffe hinnehmen können wie ein Pudel, und wenn er sich darauf einmal tüchtig geschüttelt hat, wie es die Pudel thun, dann muß er sich wieder ganz wohl in seiner Haut fühlen. Andere Leute werden scheu, wenn man ihnen nur das WortReaktionär" an den Bart wirft. Ich sollte aber meinen, an Schimpfwörter müsse man jetzt doch schon so ziemlich gewohnt seyn. Haben wir denn blos Muth und Kaltblütigkeit, wenn die Reichstruppen auf den Straßen bivouakiren?

Und dabei fällt mir ein, daß ich schon manchmal den Mangel an Energie von Seiten der Regierung bitter getadelt habe. Wie soll aber die Regierung energisch seyn, wo die Partei, auf welche sie sich stützen müßte, so zerfahren ist! Hielten alle Die, welche Ordnung in der Freiheit wollen, fest zusammen, führe das leidige Phlegma aus ihren Gliedern»und nur ein Vierttheil von dem Brausegeist der ,'Gegner in ihre Köpfe, dann könnten wir die Reichstruppen ganz ruhig in die alten Quartiere rücken lassen und die Reichskartätschen ohne Furcht wieder in die Zeughäuser legen.

Aus der badischen Kammer.

Karlsruhe, 14. Okt. In der heutigen Sitzung der 2. Kammer unserer Stände ergreift Abg. Kapp das Wort, um in einem längeren Vortrage sich über die Stellung der badi­schen Kammer zur Nationalversammlung in Frankfurt, sowie über jene der badischen Regierung zur Zentralgewalt auszu­sprechen. Man habe, sagt er unter Anderem, in der Pauls­kirche beliebt, über die eigene Heiligkeit sich auszusprcchen, und schon durch die Fassung des bekannten, zum Schutze der Nationalversammlung erlassenen Gesetzes, woraus der Redner einige Bestimmungen verliest, einer ungeheuren Selbstprostitu­tion sich schuldig gemacht. Kapp spricht sich sodann dahin aus, daß auch er eine Einheit, aber eine solche, vie auf den Boden bei Nationalität gebaut sey, verlange. Bis jetzt habe die Einheit nur im Polizeistaat bestanden, und es scheine, daß auch die Nationalversammlung nur eine solche beabsichtige, sonst würde sie nicht durch das erwähnte Gesetz nicht nur die freie Presse, sondern auch das freie Wort beschränkt haben. Sie solle nur den Geist des inneren Ingrimms, wie in einem Dampfkessel verstopfen: er werde sich am Ende doch Luft ma­chen und den Kessel zersprengen. Die Quelle der seitherigen Revolutionen sieht der Redner in dem srühren unnatürlichen Polizeisysteme, das man auch jetzt wieder festhalten wolle. Was die Stellung der badischen Regierung zur Reichsgewalt betreffe, so müsse er die Unterordnung ersterer unter die letztere zur Erreichung von Deutschlands Einheit lobend anerkennen; doch sollte diese energischer nach oben, wie nach unten auf­treten. Hierauf kommt der Redner auf die Verlegung der Truppen in das Badische und auf das Zusammenziehen der-