Einzelbild herunterladen
 
  

listisch aus einander zu fallen, sondern auf freie und richtige Weise verknüpft zu werden. Selbst­ständigkeit der Kirche im Staate ist nicht zu ver­wechseln mit gänzlicher Lostrennung und Ab­lösung der Kirche vom Staate oder gar mit Ent­gegensetzung beider.

A* Dillenburg, 12. Oktober. Auch hier sind, wie an anderen Orten, die Damen mit Anfertigung, schöner Arbeiten beschäftigt, die sie demnächst zum Besten einer deutschen Flotte ausspielen wollen. Möchte das schöne Unternehmen in allen Städten unseres Landes Nachahmung finden!

Frankfurt, 15. Okt. (O.-P.-A.-Z.) Der Weg, welchen der Kaiser von Oesterreich cinschlug, führt gegen Ollmütz. Er hielt am 7. d. M. Nachtlager in Sieghartskirchen, am 8. in Her­zogenburg, am 9. in Hartbcrg am Rump (PA Stunde außer Krems), am 10. in Meissau und am 11. in Znaim. Er wird eskortirt von etwa 5000 Mann Truppen, meist Böhmen und Polen, welche kriegsmäßig aufgestellt sind und eben so lagern und bivouakiren. Ein Reisender, welcher den Zug bei dem Ue- bergang über die Donaubrücke bei Krems und Rem gesehen hat, erzählt, daß der Eindruck, welchen der Zug auf ihn und die Be­wohner des Landes gemacht, ein höchst peinlicher war, indem es den Anschein hatte, als würde der Kaiser unter strenger Be­wachung von den Böhmen entführt. Die Brücke war schon des Nachts mit zahlreichen Truppen und Artillerie besetzt worden, weil sich das Gerücht verbreitete, als wollten die dortigen Bewohner die Brücke abtragen, um diese Entführung des Kaisers durch die slavischen Truppen zu verhindern. Die Avantgarde bestand aus mehreren Bataillonen Jägern und Infanterie, aus 8 Geschützen und 2 Schwadronen Kürassiere; der Wagen des Kaisers war von Kavallerie begleitet und rechts und links am Wagenschlag durch je 6 Jäger mit paratem Ge­wehre bewacht. Erzherzog Franz Karl und Erzherzogin Sophie fuhren im nächsten Wagen, worauf deren 3 Söhne zu Pferd in Begleitung des Prinzen Wasa, des Generals Grafen Red- schay, und dès General Fürsten Franz Lobkowitz (Flügeladju- tant des Kaisers) folgten; etwa 10 bis 12 Wagen enthielten die Suite. In derselben befand sich ein verschlossener Wagen, dessen Gardinen herabgelassen waren, man vermuthete mit dem Erzherzog Ludwig; andere meinten mit der Kammerfrau Cibini. Graf Falkenheim, Dienstkämmerer bei Erzherzog Franz Karl, Baron Bodenthal, Graf Mensvorf, Graf Grenville, Graf Merveld und Graf Grüne wurden in dem Gefolge bemerkt. Den Zug schloß die Arrieregarde in fast gleicher Anzahl an Truppen und Geschütz.

Frankfurt, 13. Okt. Die Nr. 4 des Reichsgesetzblattes enthält nachstehende Verordnung, betreffend die Beschaffung von 5,250,000 fl. (3,000,000 Thlr.) für die deutsche Marine; vom 10. Oktober 1848.

Der Reichsverweser, in Ausführung des Beschlusses der Reichsversammlung vom 14. Juni d. I., verordnet wie folgt:

8. 1. Zum Zwecke der Begründung eines Anfangs für die deutsche Marine soll mittelst Umlage' nach der bestehenden Bundesmatrikel vorläufig eine Summe von Fünf Millionen Zweihunbertfünfzigtausend Gulden (Drei Millionen Thaler) verfügbar gemacht werden.

§. 2. Das Reichsministerium der Finanzen ist mit der Vollziehung dieser Verordnung beauftragt.

Frankfurt, 10. Oktober 1848.

Der Reichsverweser: Erzherzog Johann.

Der Reichsminister der Finanzen: v. Beckerath. Ferner eine Bekanntmachung des Reichsministeriums der Finanzen, betreffend die Vertheilung der vorläufig für die deutsche Marine verfügbar zu machenden 5,250,000 Gulden (3,000,000 Thaler) auf die einzelnen Staaten; vom 10, Ok­tober 1848.

Die gemäß der Verordnung des Reichsverwesers vom heu­tigen Tage zur Gründung einer deutschen Marine vorläufig verfügbar zu machende Summe von 5,250,000 st. (3,000,000 Thlr.) vertheilt sich auf die einzelnen Staaten nach der unterm 3. Mai d. J. ergänzten Matrikel. *)

Vom Rhein, 12. Okt. (D. Z.) Die neuliche Freispre­chung Freiligraths in Düsseldorf darf nicht, wie es von den Demokraten geschieht, als ein Beweis der Sympathien der Bevölkerung für die Sache der Republik betrachtet werden. Was die Geschwornen bei ihrem Ausspruch geleitet, ist ohne Zweifel die Erwägung, daß die Gluth des Dichters nicht mit demselben Maße zu messen sey, wie das kalte Wort des

*) Die Summe für Nassau schlägt sich auf 50,007 fl. 3 kr. aus.

nüchtern besonnenen Mannes, und der Jubel, der den Freige, sprochenen nach Hause geleitete, galt dem großen Sängè; dem man willig nachsah, was der Bürger gefrevelt. M Hoch, welches Freiligrath, als der für ihn veranstaltete Fach: zug vor seiner Wohnung hielt, der rothen Republik ausbrachst hat Manchen stutzig gemacht, der sich bereitwillig dem Zug, angeschlossen, und während seine Freisprechung mit 9 St» men gegen 3 erfolgt war, wurde wenige Tage später über ty weit geringer gravirten Präsidenten des Volksklubbs nur ch 6 gegen 6 Stimmen und weil bei Stimmengleichheit ^ Nein entscheidet, ein Nichtschuldig ausgesprochen. Das ist » ter den gegebenen Umständen gewiß bezeichnend.

Bonn, Anfangs Oktober. Hier ist einAufruf an t» deutsche Nation" erschienen, eine Aufforderung, zu einen Denkmal für Auerswald und Lichnowsky beizusteuep Es soll die Wohnung des Gärtners Schmidt angekauft, ^ Gebäude abgetragen und an dessen Stelle eine des Ereigniss! würdige Gedenktafel errichtet werden. Wir fürchten, daß seist den eifrigsten Feinden der schändlichen That diese Aufforderm nicht angemessen erscheinen werde, weil dergleichen in unser« Zeit fast nothwendig im Parteiinteresse ausgebeutet wird um weil die Zeit der steinernen Denkmäler Gott Lob vorbei ist.

Berlin. Die Berlinische Zeitung sagt: Ein großer m bedeutender Fortschritt in Gesetzgebung und Rechtspflege sich uns bevor: der Justizminister wird in den nächsten Tagen d«! eben vollendete Gesetz über allgemeine Einführung der Oeffw lichkeit und Mündlichkeit und der Geschwornengerichte bei« Kriminalverfahren den Nationalvertretern vorlegen.

F r a n k r e i d).

Paris, 13. Okt. Die Deputaten Poujoulat,« Sèze, Dahirel und de Rance haben gestern in der K tionalversammlung folgenden Antrag rücksichtlich der Tag!? presse gestellt:

Die Erekutivgewalt kann kein Journal unterdrücken,! wäre denn in offenem Aufruhr oder Bürgerkriege."

Wie wenig demokratisches Element in den reichen Fabni! und Bauergutsbesitzern unsers flachen Landes steckt, dem die Menge von Anträgen der Departementsräthen (meist m reichen Grundbesitzern und Krämern bestehend) auf Beibch! tung des Militär-Ersatzwesens. Diese Anträge«: so zahlreich, daß der Vcrfassungsausschuß den betreffenden! tikel aus dem Entwurf zurückziehen will, der diese Mensch kauferei bekanntlich abschafft.

Uebermorgen werden abermals 1000 auswanderunzc! stige Proletarier auf den Seineböten nach Algerien eingesch?

In Paris sind in diesem Augenblicke etwa 50,000 M nungen zu vermiethen. Wohnungen, die über 2000 Frks. p lichen Miethspreiö kosten, blieben leer.

. Thonard, der dem Hetzel in's Gesicht spie, war â Zeit lang Vizepräsident des Blanqui-Kluhbs.

Für die Abgebrannten zu Caub sind eingegangen:

1 Paket Kleidungsstücke von v. M.

Die Exped. der Rass. Allg. Zeite

1 . n m. ir-- ........ - -- - --------------- - ---*

Bekanntmachungen.

432] Für Damen.

Soeben erschien nnd ist in der Buchhandlung von Chr. WD Kreidel in Wiesbaden vorrâthig:

Die Kartoffelküche, enthaltend 273 Recepte zu verschiedenen SE Pasteten, Knödeln, Krapfen, Aufläufe, Backwerke ic. rc. aus KartO Zweite Auflage geheftet 24 fr.

4271 Gasthaus - Verpachtung

Unter billigen Bedingungen ist das in der gangN Straße dahier gelegene Gasthauszum rothen Ochsen" wi« auf eine Reihe von Jahren zu verpachten und kann sofort« zogen werden.

Dasselbe hat im unteren Stock einen großen Saal ® zwei Nebenzimmern, Kutscherstube, Küche mit Kammer « Keller. Im oberen Stock 6 Zimmer und im dritten Saal mit Kabinet. Weiter wird dazu gegeben Hoffa« Pferde- und Holzstall, Hafer- und Heuspeicher.

Näheres zu erfragen bei E. Busch, Gutsbesitzer in Limb«

Limburg an der Lahn, den 12. Oktober 1848.

433] Sonntag den 15. Oktober hat sich eine kleine fuchsbraune an len Pfoten weiß, eine messingene Halsbinde um worauf der Wilhelm Schau steht und auf Ben Namen Flore hörend, verlaufen. ' dieselbe große Burgstraße Nro. 7 zurückbringt, erhält eine gute Beloh^

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Rieht. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.