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eit iLegen der Mutter kam in der That auf den Ehebund, denn w »nicht allein gewann Theodor an häuslichem Glücke, sondern ^-Ilr sah gar bald ein, daß seine amtliche Stellung durch diese mdiheirath ungemein gewonnen hatte. Wie es eine bekannte

»Lache ist, daß das ganze Wirken eines geistig tüchtigen und I malisch untadeligen Pfarrers durch ein böses Weib kann zu I Kunde gerichtet werden; so ist es auch der Einsicht Vieler IM verborgen, daß eine vorzügliche Frau die Wirksamkeit I mb bad Ansehen eines nur Halbweg tüchtigen Pfarrers ver- Itsppelt. Das Letztere war hier der Fall. Denn die Liebe, )en|«W Mathilde wegen ihrer Freundlichkeit, Leutseligkeit, Ge- IMgkeit und aufopfernden Hingebung unter Reichen und Ar­re Len im Dorfe besaß, ging nun auf den jungen Pfarrer über, t(j Leiter nun kein Fremdling mehr im Dorfe war.

E» So lebten denn die jungen Eheleute in einem großen m Lude und es dauerte nicht lange, so war der Pfarrer der M Ureund aller Familien im Dorfe, der reichen so gut, als der )e[ I armen, welcher bei allen wichtigen Dingen um Rath gefragt $ Lurbe. Nur zwei oder drei Familien waren es, die ihm feind- I Ii$ gesinnt waren, darum, weil er ihren rohen, liederlichen »Lebenswandel nicht billigen konnte, obgleich er bei seiner Miß- ^idilligung alle nur mögliche Rücksicht gebrauchte und es jeder

Leit vermied, irgend einen in den Augen der Welt herabzu-

leül Das eheliche Glück wurde noch bedeutend erhöht durch ^»ie Geburt eines Sohnes und einer Tochter, von denen der Sichre ein Jahr nach der Hochzeit zur Welt kam und die letz- ^ Wirr drei Jahre nach der Geburt ihres Bruders. Die glücklichen w Litern gelobten sich alles, was in ihrer Macht stehe, zu thun, M»M diese Unterpfänder ihrer Liebe zu brauchbaren Menschen zu N Wilden. Konnten sie auch nicht hoffen, ihnen viel Geld und ^»A ersparen zu können, so wußten sie ja aus eigener Erfah- s,»mg, daß das Lebensglück nicht gerade dadurch bedingt sey. jmWugens strebten doch die Eltern darnach, in ihren Verhält- Men alle Jahre ein wenig voran zu kommen und darum ver- jAWieden sie alle unnöthigen Ausgaben, insonderheit allen Lurus. ingl Es war so leicht nicht, als Mancher es wohl glaubt, daß nnW! ihrem Vorhaben hierin getreu blieben. Denn Theodor's deilVcker, welchen der Vater mittlerweile fast sein ganzes Ver- MMSM hatte zufließen lassen, hatten sehr reich geheirathet und MWchlen in der Nähe. Sie kamen daher öfters (natürlich, baiLiin sie nichts besseres zu thun hatten), um den armen Land- Mrrer einmal zu besuchen und ihn in einigem Verkehr mit Mir seinen Welt zu halten, damit er doch nicht ganz verbauere dând der Familie Unehre bringe. Da war denn freilich ein Wt»ßer Unlerschied zwischen dem Aussehen der ehrsamen Pfar- èsfamilie und den Städtern, welche in die feinsten Stoffe, KWch der neuesten Mode gemacht, gehüllt waren. Die Pfar- aâin hatte wirklich eine schwere Aufgabe, daß sie ihren Unmuth Micht deutlich gegen die hochmüthigen Schwägerinnen kundgab, MMelche d^ glase über alles rümpften, was nicht gerade so war,

wie in der Stadt, und welche von gar nichts anderm zu er­zählen wußten, als von Bällen, Theevisiten und Moden. Un­ter diesen Umständen war freilich an keine innige Freundschaft zwischen denen zu denken, welche so nahe mit einander ver­wandt waren, jedoch wurde äußerlich ein gutes Vernehmen immer aufrecht erhalten, weil es den guten Pfarrer schon un­endlich schmerzte, daß sein Vater ganz mit ihm gebrochen hatte und auch durch alle wiederholten Versuche nicht dahin zu brin­gen war, den Groll aufzugeben.

So verging denn^ein Jahr nach dem andern, bis die im Jahre 1789 in Frankreich ausgebrochene Revolution alles ver­änderte. Schlechte Verwendung der Staatsgelder, Verschwen­dung und ein schlechtes Regiment hatten in dem Nachbarland? einen solchen Steuerdruck hervorgebracht, daß endlich ein ge­waltsamer Ausbruch erfolgte. In den an Frankreich stoßenden deutschen Landen war die Staatshaushaltung, nun nie so schlecht gewesen, als in Frankreich, aber die Kleinheit der Ländchen und die unerhörte Zahl der Fürsten hatten natürlich die Folge, daß der Steuerdruck auch stark fühlbar war. Uebri- gens hätten die Steuern das Volk noch nicht in Armuth ge­stürzt, wenn das deutsche Reich dafür gesorgt hätte, daß Han­del und Industrie hätten aufblühen können. Leider aber that man aber gar nichts dafür und das deutsche Reich wurde da­her von den benachbarten Nationen um so mehr ausgesogen, als die Deutschen ohnehin schon die Verkehrtheit haben, das Fremde immer dem Einheimischen vorzuziehen. In unserem Pfarrdorfe empfand man aber von der allgemeinen Noth sehr wenig, weil es in einer so fruchtbaren Gegend lag, daß die Erde den Fleiß der Menschen hundertfältig lohnte.

(Fortsetzung folgt.)

Der achtzehnte März.

Es liegen uns Aushängebogen einer neuen Novelle von A. v. Sternberg, Die Royalisten*) betitelt, vor. Wir glau­ben unsern Lesern einen Gefallen zu thun , mag nun auch ihr Urtheil über die Anschauungsweise des Verfassers seyn, welche sie wolle, wenn wir hier eine der interessantesten Episoden aus dem neuen Buche folgen lassen.

Was jene Anschauungsweise angeht, so ist hier nicht der Platz, mit ihr zu rechten, und wir enthalten uns dessen um so mehr, da uns der Verfasser versichert, daß er frei dastehe von jeglicher Beziehung zu den einzelnen Parteien, und in isolirter Stellung nur seiner Ueberzeugung und persönlichen Beobach­tung folge.

Das Bruchstück beginnt:

Das Regiment Gardekürassiere hatte seine Kasernen am Halle'schen Thore verlassen und stand auf dem Gendarmen­markte aufgerückt, die Gardedragoner hielten das Oranienburger-

*) Bremen, Schlodtmann.