Beiblätter
jur Najsauischen Allgemeinen Leitung
ür Literatur, Kunst und gemeinnützige Interessen.
F. 184. Sonntag den 15. Oktober 1848.
iMMämuwMdMusuwMiBagEHMm&^ggea^^ IIIII w 'is'i rffiiiwmwir J," II r i irraraKf^T/.iatftfAJBJ^!^ a—Bnaaraw—ni wwwi.TWMma—a
△ Girr Geheimniß.
(Fortsetzung.)
Am folgenden Tage kamen allerhand Kaufleute in das Hotel der Prinzessin, mit Geschenken beladen, welche die freigebige Hand des Prinzen spendete. Aber diesmal waren es nicht solche glänzende Geschenke wie an ihrem Hochzeitstage. Aanche betrachtete die seidenen Stoffe, prüfte sie und traf endlich mit vieler Mühe eine Auswahl für ihre Toilette.
So einfach und unschuldig auch die junge Gattin war, so sagte ihr doch ein geheimes Gefühl, daß es sich für sie um tim entscheidenden Kampf handle; daß sie das übelwollende |"^al besiegen müsse, welches sie von Odoart trennte. — ie fühlte sich Weib, sie wollte schon seyn, sie wollte ge- und triumphiren.
rau von Montaran, die über die ungewöhnliche Bewe- im Hanse erstaunte, wurde von ihrer Tochter in einigen n darüber aufgeklärt.
-ie erfuhr, daß es sich um ein Fest handle, wohin sich rge Frau begeben solle, und die gute Mutter wollte selbst vchter schmücken.
ine der ersten Sorgen der Marquise, als sie die Heirath Tochter erfuhr, harte darin bestanden, ihren Gatten ken- i lernen; aber der Ritter, der immer mehr eine entschei- Antwort fürchtete, hatte sie bisher immer noch getäuscht, er seiner Freundin in kurzen Worten mitthellte, daß der sich genöthigt gesehen habe, eine weite und langdauernde gleich nach seiner Hochzeit zu unternehmen.
ils Blanche ihre Balltoilette an dem bestimmten Tage ht, erschien der Graf Woronzoff, um sie abzuholen. Als sah, war er ganz erstaunt von so viel Reizen.
Ran konnte nichts Blendenderes und zugleich Geschmack« s sehen, als die entzückende Toilette der Prinzessin :ëti.
cs war der wirkliche Typus der großen Dame, und so ^rinz auch der Prinz von Metzerski war, so mußte der )e Ernst doch vor der edlen und imposanten Haltung der jen Tochter französischer Grazie weichen.
Sie fuhren nach dem Hotel de Ville.
Kaum waren sie eingetreten, als ein Gemurmel des Erstaunens und des Enthusiasmus in den Säleit des Hotels entstand. Ueberall zeigte man einander mit Bewunderung die schöne junge Frau. Eine dichte Reihe Neugieriger bildete sich auf ihrem Wege, und mitten durch diese improvisirte Allee mußten Blanche und Woronzof, um in den Empfangssaal zu gelangen, wo sich der Präfekt und die Großwürdenträger des Reichs befanden.
Plötzlich eilte ein junger Mann in prächtiger Uniform, mit fremden und französischen Orden bedeckt/ zu Blanche hin, ergriff ihre Hand und führte, oder zog sie vielmehr zu einem Manne von kleinem Wüchse hin, der Generalsuniform trug.
„Sire, sagte er zu Napoleon, ich habe die Ehre, Euer Majestät die Prinzessin Metzerski vorzustellen!"
XVI.
Ein Skandal.
Das von der Stadt Paris bei Gelegenheit der Taufe des kaiserlichen Erben gegebene Fest war nicht ein Fest, auf dem die Eingeladenen wie bei dem Balle der Königin Hortense, einer strengen Prüfung der Etiquette und ihres Ranges unterworfen waren.
Dort bildeten die Stände im bunten Gemische ein ungeheures Chaos; wo sich jeder Rang und Stand begegnete, von den Senatoren und den Marschällen des Reichs bis zu den Kaufleuten herab, deren Gattinnen, glücklich und stolz einmal in ihrem Leben mit der Dame vom Hofe zu spielen, einen ungeheuern, oft ans Lächerliche gränzenden Lurus, aber meisten# theils von sehr hohem Werthe, entfalteten.
Einer unserer alten Bekannten, Herr Anatole Simonet, der erster Schreiber des Herrn Bonami geworden war, hatte nicht zu den letzten gehört, die sich bemühten, Eintritt zu diesem Balle zu erhalten.
Eine solche Ehre mußte ihn nothwendig hoch in der Achtung der übrigen Herrn Schreiber seines Bureau'ö stellen, und er hielt dies Ereigniß für so glorreich für seine ganze Existenz daß diese fixe Idee ihn weder Tag noch Nacht verließ...