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dem Staube machte. So wird es also vorerst wieder ruhig werden bis die Volksmeinung noch gründlicher untergra­ben ist. Es ist der zweite Akt von den Pfingstereignissen. Zu Ostern, oder früher noch, wahrscheinlich der Dritte.

Berlin, 27. Sept. Es ist jetzt mehr als wahrscheinlich, baß der glücklicherweise ohne weitere Folgen verlaufene Tumult von vorgestern von der Reaktionspartei zu dem Zwecke ange­zettelt wurde, um Volk und Bürgerwehr gegen einander zu führen und das Einschreiten des Militärs nothwendig zu machen. Die Verhaftung eines Grafen Breßler wurde von der Bürger­wehr zu seiner eignen Sicherheit vorgenommen, um ihn der Wuth des Volks', das den Plan durchschaute, zu entziehen. In den drei mit rothen Mützen versehenen Anführern eines Arbeiterhaufens will man bekannte Individuen erkannt haben, die in der Zeit der Fahnendemonstrationen als Bauern ver­kleidet einem Bauernhaufen aus Schöneberg schwarz-weiße Fahnen vorantrugen. Wie wir hören, sind vie Gerichte zur Feststellung des Thatbestandes veranlaßt worden.

Durch ein Zirkular an die Regierungen ist von Seiten des Ministeriums des Innern die Aufhebung der Theater­zensur als eines mit der Freiheit der Rede und der Presse unverträglichen Zwangsinstituts verfügt worden. Das Gou­vernement ist mit diesem Erlasse einem Beschlusse der National­versammlung zuvorgekommen.

Berlin. Die nordamerikanische Regierung hat der preußi­schen das gewiß sehr dankenswerthe Anerbieten gemacht, vier diesseitige Seekadetten als Midshipmen auf der Fregatte St. Laurent aufzunehmen und zu tüchtigen Seeoffizieren heranzu­bilden. Die hierzu bestimmten jungen Männer find bereits ausgewählt.

Berlin, 27. Sept. (A. Z.) Wie man hört, beschäftigt sich das gegenwärtige Ministerium ernstlich mit dem Thema einer allgemeinen politischen Amnestie.

Es bereiten sich in Bezug auf den jüngsten Freischarenzug sehr ernste Reklamationen, vielleicht Operationen von Seiten der deutschen Zentralgewalt gegen die Schweiz vor, bei denen man von der gegenwärtigen französischen Regierung, wenn an­ders sie sich hält, unterstützt zu werden hofft. Wichtige und umfassende Maßregeln für die innere Sicherheit Deutschlands sind mit nächstem von Frankfurt zu erwarten; ein Theil Süd­deutschlands möchte vorläufig militärisch besetzt bleiben.

In Kopenhagen sitzt man auf hohem Pferde, was bei der schwächlichen Konstitution der dänischen Pferderace einiger­maßen Wunder nehmen müßte, wenn man nicht wüßte, wer das Roß gezäumt hat. Man will in Kopenhagen diplomatisch­weise Ausführung des, Waffenstillstands und kein Jota anders. Die Zentralgewalt behandelt man dort wie die Fabel vom deutschen Kaiser Rothbart ; man glaubt nicht daran.

Graf Pah len wird vorläufig nicht nach Paris gehen, «ine offizielle Anerkennung der französischen Republik in Peters­burg ist bis jetzt nicht erfolgt. Die französischen Verhältnisse, aus die Spitze des Degens gestellt, fangen wieder an, in ge­linde Raserei überzugehen; Raspail, Bonaparte, Fould,'in

einer Stadt zugleich gewählt, das ist ein Gebräu von gestoße­nem Arsenik, Pomade und Rosenwasser. Wohl bekomm' es!

Breslau, 26. Sept. Wie glaubwürdige Reisende erzählen, wurde vorgestern in der Nähe von Breslau und zwar unter den Landleuten als vorgebliche telegraphische Nachricht verbreitet, General Wrangel sey gefallen und ein auch nur nomineller König ebenfalls nicht mehr vorhanden. Es stände sonach nichts mehr der rothen Republik im Wege. Steuerverweigerung und bewaffneter Widerstand wurden als Vorläufer der neuen glück­lichen Aera verkündiget, und den Nachdruck erhielt diese Lehre durch die bestimmten Hinweisungen auf denFeind des Volkes". Man sieht, zu welchen Mitteln dieFreunde des Volkes" grei­fen. Das ist aber kein politischer Jesuitismus!

Wien, 26. Septbr. (A. Z.) Man versichert mich aus glaubwürdiger Quelle, daß in Pesth ein Aufstand zu Gunsten der Dynastie ausgebrochen, das Ministerium gestürzt und her Reichstag aufgehoben sey.

Die Nachricht von einem Aufstand in Pesth wird durch Briefe aus der ungarischen Hauptstadt, die bis zum 24. Sept, reichen, noch nicht bestätigt. Indessen konnte man in Wien neuere Nachrichten haben. Der Aufruf des Kaisers an die Armee in Ungarn zeigt dieser an, daß der Befehl zur Ein­stellung der Feindseligkeiten auch an den Banus ergangen sey. Die Gerüchte, daß gegen den österreichischen Reichstag ein Schlag versucht werden solle wie der in Frankfurt, erhielten sich. Die Regierung schien darauf gerüstet.

Frankreich.

Paris, 29. Sept. An den Straßenecken rufen große Plakate das Proletariat (citoyens frangais) auf, nach Algerien auszuwandern. Diese Plakate sind vom 27. Sept, datirt und vom Kriegsminister de la Moriciere unterzeichnet. Die Haupt­bestimmungen darin lauten: 1) Die Auswanderer zerfallen in zwei Klassen, Feldarbeiter und Handwerker. 2) Den Hand­werkern (ouvriers dart) ist es erlaubt, sich einzeln im Mittel­punkt der Kolonie zu etabliren oder sich unter einander zu assoziren. 3) Die Länderparzellen können oder sollen eigentlich nur den Feldarbeitern abgetreten werden, indessen soll auch den Handwerkern der Zutritt zum Eigenthum derselben zustehen, wenn sie sich innerhalb der ersten drei Jahre der Bebauung melven. 4) Die Besitztitel werden von den kommandire'nden Gen­erälen der Provinzen, unter ministerieller Genehmigung aus- gefertigt. 5) Das Eigenthum könne ohne unvorhergeseffM Fälle keinem dritten verkauft, versetzt oder hypothezirt werden u. s. w. u. s. w.

Der ehemalige westphâlische Schattenkönig, Jerome Bona­parte, wohnt bekanntlich seit längerer Zeit in Paris. Leute, die in seinem eleganten Hause Zutritt haben, berichten, daß sich der Ermonarch stets noch von seinen LakaienÄlteste" an­reden lasse. Auch der mit der Sängerin Gordon aus London eingetroffene Demokrat Louis Bonaparte wird vom ganzen Hause nur Monseigneur angesprochen.

410] 2 Zimmer und 1 Kabinet in der ersten Etage mit oder ohne Möbel zu vermiethen. H. Wenz, Konditor.

Bekanntmachungen.

, Taunus-Eisenbahn.

Vom 1. bis 31. Oktober 1848 finden die Fahrten auf der Taunus-Eisenbahn folgendermaßen statt:

Abfahrstunden:

Von Frankfurt

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von Biebrich

nach Castel

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1848.

In Auftrag des Verwaltungsraths:

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Verantwortlicher Nedakteur: W. H. Riehl. - Druck und Verlag der L. Schellend erg'ffhen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.