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die Schneide eines Dolches Probirt habe, den'er nicht für scharf hielt . . . worauf ich mich mit dieser Entdeckung nicht mehr beschäftigte.

Vor acht Tagen jedoch habe ich in dem Blumenbeet, welches den Pavillon umgibt, das Briefpacket gefunden, welches ich Ihnen hierbei zusende.

Ich habe gedacht, diese Briefe könnten meinen Herrn interessiren, da sie an die Frau Herzogin adressirt sind.

Ich bitte um Verzeihung, wenn ich mich geirrt habe, Herr Marschall, und trauen Sie auf die aufrichtige Erge- benheit Ihres unterthänigsten und gehorsamsten Dieners, Pierre,

Wächter im Palast der Königin von Holland."

Bleich vor Wuth und zitternd öffnete der Herzog v. A... den ersten dieser verrätherischen Briefe, vor allem nach einer Unterschrift suchend ... wie nach einem Gegenstände für seine Rache.

Der erste Brief war nicht unterzeichnet; aber der Herzog fand deutlich darin den Beweis einer Intrigue, oder vielmehr einer heftigen Leidenschaft, die von der Herzogin erwiedert wurde.

Folgender Satz erregte besonders seine lebhafteste Neu­gierde:

Ein undurchdringliches Geheimniß wird für immer dasjenige bedecken, was Sie wissen, Stephanie; eine einzige Person auf der Welt könnte es lüften; aber Sie werden in meinen nächsten Briefen sehen, wie ich mich dabei benommen, um mich ihres Stillschweigens zu ver- sichern...

Der Herzog'wollte den Schlüffel dieses Räthsels habend Die Briefe, wovon die Rede war, mußten diejenigen seyn, welche der Zufall ihm überlieferte.^.Der Name seines Neben­buhlers war ohne Zweifel auch in seinen Händen... Einige Sekunden noch und er wußte, wen sein Zorn...

Als plötzlich draußen ein heftiger Tumult entstand. Die Lärmtrommel erschallte, die Offiziere stürzten haufenweise in das Zelt des Marschalls.

Der Feind, welcher angegriffen werden sollte, hatte die Offensive ergriffen, und fiel unvermuthet von allen Seiten über die französische Armee her.

Der beleidigte Gatte wurde im Augenblick wieder der große Krieger, alle seine Privatleiden verschwanden vor den Pflichten des Generals.

Der Ruhm des Heeres, das Heil seiner Truppen ließen auch die geringste Spur von Haß und Wuth verschwinden, welche sich vor wenig Augenblicken noch auf seinem Gesichte gezeigt hatten.

Der Herzog fand sogleich seine Kaltblütigkeit und Ruhe wieder, ergriff sein Schwert, ertheilte seine Befehle und ordnete die Stellungen des Heeres.

Die Ordnung ward durch die Stimme des obersten Kom­mandeurs in den Reihen wieder hergestellt.

Jeder Offizier eilte sich an die Spitze der Seinigen zu stellen. Ein ungeheures Carree bildete sich um das Zelt des Marschalls.

Als er einen Augenblick allein war, nahm er die werth- vollen und geheimen Papiere, die er nicht dem Zufall über­lassen konnte, band vorsichtig die verhängnißvollen Briefe zu­sammen, die er so eben erhalten und barg alles in einer seiner sichersten Taschen seiner Uniform, bestieg sein Schlachtrock und eilte in's Gefecht.

Die Franzosen, anfangs bestürzt, hatten bald jene feste und ruhige Haltung wieder gefunden, welche selbst die unver- muthetsten Angriffe nur einen Augenblick störten; der Feind, welcher nur Feinde in Unordnung zu besiegen glaubte, fand mit Schrecken bajonnettstarrende Reihen, gehörig aufgestellte Artillerie-Batterien und Soldaten zum Siege vorbereitet, statt niedergeschlagener und fliehender Feinde.

Die beiden Heere erkannten einander in der Nacht nur bei den Blitzen ihres Pelotonfeuers; und dieses nächtliche Treffen, wo Jeder die Seinigen treffen konnte statt des Fein­des, war eine der schrecklichsten Begebenheiten dieses blutigen und mörderischen Krieges.

Bald wurde das Handgemenge allgemein. Gleiche Wuth hatte sich der Kämpfenden bemächtigt. Die Einen vertheidigten ihr Vaterland und den Herd ihrer Väter, die andern wollten siegen oder sterben, denn der Kaiser hatte es so befohlen.

Die Spanier, einen Augenblick zurückgeworfen, gewannen plötzlich die Oberhand wieder. Neue vom General Santolcides gesendete Verstärkungen gaffen die Flügel der französischen Armee unvermuthet im Rücken an, und brachten Unordnung und Niederlage in ihre Reihen!

Der Herzog d'A. . .sah die Schlacht verloren, und nur auf seinen Muth hörend, stürzte er sich, von einigen Offizieren gefolgt, mitten unter einen Haufen Feinde, um sich durchzu­schlagen und seine Truppen wieder zu sammeln, die sich zu zerstreuen anfingen.

Die Reihen öffneten sich dem Marschall und den Seini­gen, aber um sich sogleich wieder hinter ihnen zu schließen.

(Fortsetzung folgt.)

~ Worauf basirt das Nassau fcheMedizinal- wefen? ist es beizubehalten? und wo ist feine Reform geboten?

(Fortsetzung.)

Die humane Richtung, die in der neuesten Zeit die Straf­rechtswissenschaft und die Strafgesetzgebung genommen haben, verdankt dem Einflüsse der Anthropologie auf die Jurispru­denz ihr Dasein.

Wenn daher die Aerzte die höchsten Interessen des Volkes,