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mit in die Ebene bringen. Wo nicht die Gestei'nart der Um­schließung durch besondere Leitungsfählgkeit für Erdwärme eine Ausnahme ergibt, wird im Allgemeinen gerade weil die um­gebenden Schichten schlechte Wärmeleiter sind, jede Quelle die Temperatur ihres höchsten und bei aufsteigenden ihres tiefsten Herkunftsortes angeben. Ist freilich der zu durchlaufende Weg sehr lang und die Neigung des Leitungskanales sehr ge­ring, also ein langsamer Lauf der Quelle dadurch bedingt, so wird die Wärme der Schichten, in denen die Quelle am längsten verweilt, der Quellentemperatur nahezu ent­sprechen.

Daß nun manche Quellen eine bedeutend höhere Tem­peratur zeigen, als die mittlere des Ortes beträgt, wo sie ausfließen, hat besonders seinen Grund in der inneren Erd­wärme. Alle solche höher temperirtenQuellen heißen Ther­men, und man unterscheidet noch absolute Thermen und relative Thermen, indem man unter ersteren alle solche versteht, die höher temperirt sind, als die höchste mitt­lere Te/nperatur an der ganzen Erdoberfläche, also höher als 22 Grad, welches die mittlere Jahrestemperatur unter dem Aequator ausdrückt. Relative Thermen sind solche, die höher temperirt sind, als die mittlere Zahl aus der jährlichen Luft­temperatur ihres Mündungsortes angibt. Die Geologie lehrt und es ist dieß durch genaue Beobachtungen in sehr tiefen Bergwerken in Sachsein und Schweden ermittelt, daß die Erdschichten, je tiefer man niedergeht, um so wärmer werden, und zwar zeigt sich ein regelmäßiges Wachsen nach dem Erd- innern hin, auf je 100 Fuß der obersten Erdrinde etwa 1 Gr. Zunahme. Zugleich beweisen uns die fortdauernden vulkani­schen Ausbrüche der noch thätigen Feuerberge, daß wir uns die Materie in der Tiefe des Erdballs als geschmolzen-flüssige denken müssen, welche durch tief niedergehende Spalten und Schlünde noch heute ihre umbildende Kraft mehr oder minder zu Tage fördert. Sinken nun Meteorwaffer, die wir uns auf die besprochene Art aufgesammelt denken, in einer Spalte sehr tief in bedeutend wärmere Schichten nieder, so brauchen wir noch keineswegs an unmittelbare Berührung mit feuerflüssigen Gesteinsmassen zu denken, auch noch nicht einmal anZuführungs- spalten heißer Gasarten, welche in ein solches unterirdisches Reservoir einmünden können, um dennoch begreiflich zu finden, daß in so großer Tiefe Quellen die Siedhitze durch die um­gebenden festen Schichten erhalten konnten.

Wenn wir nun zum Schluß noch mit wenigen Worten über die chemischen Bestandtheile des Quellwassers sprechen, so ist es eine bekannte Thatsache, daß auf manche Be­standtheile des Gesteins, durch welches Quellen fließen, ge­wöhnliches chemisch reines Wasser lösende Kraft auszuüben im Stande wäre, z. B. auf CH lorm etalle, besonders das Koch­salz, schwefelsaure Salze und kohlensaure Alka­

lien. Da nun aber das Meteorwasser aus der atmosphäri­schen Luft schon meist einen weiteren Faktor vermehrender Lö­sungskraft mitgetheilt erhält, nämlich die Kohlensäure, so kann es schon bei dem Antritt seiner Laufbahn die chemische Lösung auch solcher Bestandtheile des umgebenden Gesteins begin­nen, welche in kohlensäurehaltigem Wasser löslich sind, also einfach kohlensaure alkalische Erden in doppeltkohlensaure, also in lösliche Salze verwandeln, ebenso Eisenorydulsalze umbil­den. Die meisten Grubenwasser, welche solche gelöste Salze, besonders doppeltkohlensauren Kalk enthalten, müssen selbst bei ziemlich raschem Lauf, wenn sie an die Luft kommen, einfach kohlensaure Kalksalze als Niederschlag wieder absetzen, weil ein Theil der Kohlensäure an der Luft wieder entweiht, und da­durch die unlösliche Verbindung niederfällt. Diese Ablagerun­gen sind meist mit Eisenoxyd u. s. W. gefärbt.

(Schluß folgt.)

Miszellen.

Stuttgart, 12. Sept. (A. Z.) Wir sind heute um eine Zelebri- tät ärmer geworden. Sanft, ohne Todeskampf nach Ahnung entschlief Fried­rich v. Kölle, geachtet und geehrt von vielen Freunden und Bekannten nah und fern. Sein klarer Blick, sein tiefes weitumfassendes Wissen, seine Kennt­niß fremder Länder befähigten ihn vor vielen, mitzurathen, mitzuwirken am Neubau unsrer Zeit. Außer seinen politischen, diplomatischen und ethno­graphischen Werken der früheren Zeit lag ihm in den letzten 10 Jahren hauptsächlich dieDeutsche Vierteljahrsschrift" am Herzen, deren Mitbe­gründer und Leiter er zum Theil war, und in der er seine Erfahrungen in den verschiedensten Gebieten des Wissens niederlegte. Eine seiner bedeutend­sten und geistvollsten Schriften gehört seinem letzten Lebensjahre an: Ita­liens Zukunft. Sie erschien unmittelbar vor dem Aufstande von Mai­land, und ward in Wien verboten. Hätte man sie statt dessen beherzigt! Auch für die jetzigen Zustande ist sie des ernstesten Studiums werth.

München, 17. Sept. (A. Z.) Auf dem Odeonsplatze unserer monumentenreichen Hauptstadt haben bereits seit mehreren Tagen die Erd­arbeiten für den Grundbau zu einem neuen Monumente begonnen. Das­selbe gehört dem Andenken an einen Landsmann, an den in der dramatischen Musik unübertroffenen Christoph Ritter v. Gluck, der in der bayerischen Oberpfalz im Jahr 1717 geboren, in Wien aber im J. 1787 gestorben. Das Monument ist eine äußerst gelungene mehr als lebensgroße Statue des großen Tondichters , welche im Auftrage und aus Privatmitteln des Königs Ludwig von dem jungen, talentvollen Künstler Friedrich Brugger erfunden und ausgefuhrt, vom königl. Inspektor Miller in Erz gegossen wurde. Ihr zur Seite wird später auf genanntem Platze eine von Wiedenmann, dem Schwager Bruggers, ausgefuhrte Statue des berühmten Orlando di Lasso aufgestellt werden, welchen wir insofern zu den unsrigen rechnen dürfen, als er mehr als die Hälfte seines Lebens, vom Jahr 1553 bis 1585, als Kapell­meister unter den Herzogen Albert und Wilhelm von Bayern hier in Mün­chen zubrachte und auch hier starb. Die feierliche Enthüllung der Statue Glucks wird kommenden 15. November, als am Todestage des Meisters, stattfindeu.

Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl. Druck und Verlag der L. Sch ellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.