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sich jetzt ununterbrochen mit den Interessen und Bedürfnissen seiner Provinz. Daß er es mit Anerkennung that, geht dar­aus hervor, daß er zum Direktor der Wilhelmseisenbahn er­wählt wurde, daß die schlesische Ritterschaft ihn zum Landes­ältesten und ein halb Jahr später zum provisorischen Land- schaftsdrektor von Oberschlesien machte.

So vorbereitet begann er 1847 seine parlamentarische Laufbahn als Mitglied der Herrenkurie des vereinigten Land­tags in Preußen. Es ist bekannt, daß er in dieser Versamm­lung der Opposition oder, wenn man den geläufigern Ausdruck gebrauchen will, der Linken angehört und mit Geschick und Beredsamkeit nicht nur die Regierungsmaßregeln bekämpft, sondern sich auch mit Liebe der Interessen der arbeitenden Klasse angenommen hat. Er hatte so große Popularität ge­wonnen, daß er bei der Wahl zur deutschen Reichsversamm­lung, also nach der Märzrevolution, welche so viele Großen zum Falle gebracht, von mehren Kreisen zu ihrem Abgeordne ten gewählt wurde. Seine Wirksamkeit in derselben ist jeder­mann bekannt; aber heute ist cs noch zu frühe, ein kritisches Urtheil darüber abzugeben. So viel aber darf gesagt werden, daß der Haß, welchen er sich zuzog, nicht sowohl seinen An­sichten, als vielmehr seinem Stande und dem Muthe und der Freimüthigkeit, wie nicht weniger dem Geschicke, der Zuver­sichtlichkeit und, wenn ich mich 'so ausdrücken darf, der oft zum Kampf herausfordernden Art galt, mit welcher er seine Ansichten verfocht.

Der Graf von Auerswald ist der Sohn einer der ange­sehensten, mit der Liebe des Volks bekleideten Familien in der Provinz Preußen. Seit langem hat sich das Geschlecht durch seine Anhänglichkeit an das preußische Fürstenhaus und durch seine Hingebung für die Interessen der heimathlichen Provinz ausgezeichnet. Der Ermordete war General und der älteste von drei Brüdern, welche in den Unglückstagen des preußi­schen Landes die Gespielen des gegenwärtigen Königs waren. Die beiden jüngeren Brüder haben ebenfalls in hohen Staats­stellen ihrem Vaterland rühmenswerthe Dienste geleistet. Der Schlag vom 18. Sept, muß die Familie um so härter treffen, als erst vor drei Wochen die Gattin des Ermordeten gestorben ist, so daß heute fünf Kinder zwischen 4 und 11 Jahren an dem Grabe ihrer Eltern stehen.

Als man mit den Aufrührern des 18. Sept, eine kurze Waffenruhe verabredet hatte, ritt Lichnowsky begleitet von dem General v. Auerswald zum Friedberger Thore hinaus nach dem unfern von Frankfurt gelegenen Bornheim zu. Die Reiter waren nur erst wenige Schritte von der Stadt entfernt, als von einem Haufen von Bewaffneten auf sie gefeuert wurde. Schnell lenkten sie um und sprengten auf demselben Wege zurück. Aber auch hier wurden sie mit Kugeln empfangen. Rechts ausbicgend scheinen sie sich nun in den vielfach sich durchkreuzenden Wegen zwischen den Gärten verirrt zu haben. Da sie überall sich von Bewaffneten umringt sahen, stiegen

ste von den Pferden ab und verbargen sich in dem Hause des Kunstgärtners Schmidt, der General von Auerswald auf dem Bden, der Fürst in dem Keller. Die ihnen nachseßenden Auf­ständischen verfolgten sie und nachdem sie lange im Hause um­her gesucht, fanden sie zuerst den General von Auerswald. Diesen schleppten sie unter Schimpfen und Mißhandlungen vor den Garten, wo sie ihn auf eine grausame Weise tödteten. Mit Knütteln und Kolben hat man einen wehrlosen Mann, dazu einen Vertreter des Volks, meuchlings erschlagen. Dann kehrten die Uebelthäter wieder in das Haus zurück und fanden nun auch nach nochmaligem Suchen den Fürsten Lichnowsky. Unter barbarischem Gejubel und Frohlocken und mit gröblichen Mißhandlungen brachten sie ihn ebenfalls vor den Garten, führten ihn aber weiter nach der Bornheimer Haide, nachdem sie ihm zuvor ein Plakat auf den Rücken gebunden. Hier an­gelangt, versetze ihm einer aus der entmenschten Rotte einen Kolbenschlag in das Genicke. Der Fürst über diese schmach­volle Mißhandlung empört, kehrte sich um und verwies ihnen ihr feiges Benehmen. Da traten sie auseinander und schossen zu wiederholten Malen auf ihn. Als er schon im Todes.kampfe an der Erde lag, versetzte man ihm noch mehrere Sensenhiebe nach dem rechten Arm. Einen Arzt, welcher sich bei ihnen befand und sich ihrem unmenschlichen Thun widersetzte, miß­handelten sie und waren noch damit beschäftigt, ihrem Schlacht­opfer eine Strafpredigt als Sterbesegen zu halten, als sie vor der herankommenden Bürgerwehr die Flucht ergriffen. Lich­nowsky wurde noch lebend gefunden und zunächst nach dem Hause des Gärtners Schmidt, später in die Gar;enwohnung eines angesehenen Frankfurter Bürgers und sodann nach der Stadt gebracht, wo er im Hospital zum heiligen Geist unter heftigen Schmerzen, aber bei klarem Bewußtseyn bis zu seinem Ende um Mitternacht verschied, nachdem er noch letztwillig über feine Hinterlassenschaft, verfügt hatte.

(Frankf. Konv.-Bl.)

'Die Quellen

Ihre Entstehung, Beschafsenheit und Temperatur.

(Fortsetzung.)

Aus diesen Temperaturverhältnissen der obersten Erdschich­ten ergibt sich schon, daß Quellen, welche einigermaßen tief unter der Erdoberfläche fließen, von den Schwankungen der Lufttemperatur nicht abgeändert werden, daß nur oberflächlich fließende Quellen diese Schwankungen mit der betreffenden Erdschicht und der Zeit nach etwas verspätet zeigen werden. Quellen, welche aus einer Tiefe von nahe 100 Fuß kommen, werden ungefähr die mittlere jährliche Lufttemperatur des Or­tes, und also auch die mittlere Temperatur der Schichten, in denen sie fließen, zeigen. Laufen Quellen ziemlich oberflächlich und kommen von hohen Gebirgen, so werden sie dem Ort ihres Ursprungs entsprechend eine ziemlich tiefe Temperatur