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die Bescheidenheit des jungen Mädchens, und endete mit der Versicherung, daß über kurz oder lang dem Fräul. von Mon- taran eine gute Parthie nicht fehlen könne.

Dann in der Absicht, aus dem Streite mit allen Krieges­ehren hervorzugehen und noch einen letzten Angriff zu machen, sagte sie:

Wir haben vielleicht schon einen Glücklichen, der der Frau Marquise anstehen möchte."

Was ist er?" fragte lebhaft Herr v. Saint-Laurent.

Ein Millionär," erwiederte die Händlerin, einer unserer besten Kunden!.. . Herr Antoine Daquin!"

Antoine Daquin?" riefen die Marquise und ver Rit­ter zugleich.

Unglücklicherweise," fuhr Fräul. Prudence fort,ist er alt, schwach, häßlich ... und ein Bürgerlicher... Aber eine Million, setzte sie beim Weggehen mit schneidender Ironie hin­zu, das läßt vieles übersehen!"

(Fortsetzung folgt.)

Lichnowsky und V Auerswald, zwei Opfer des 18. September.

das Schrecklichste der Schrecken Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Die besten Männer des deutschen Volkes haben es seit langem tief und schmerzlich beklagt, daß einzelne Blätter unse­rer Geschichte, die reicher ist denn die irgend einer andern Nation an großen und denkwürdigen Jahrhunderten, daß ein­zelne Blätter dieser glorreichen Geschichte auch von einer Er­niedrigung und politischen Versunkenheit Deutschlands berichten müssen. Und je weniger diese Erniedrigung von dem deutschen Volk selbst verschuldet war, je mehr sich in allen warmen Her­zen die Ueberzeugung befestigte, daß eine Zeit kommen müsse, die den Fluch, womit die Weltgeschichte deutsche Stämme und Lande belastet hatte, von uns nehmen werde, desto froheren Muthes begrüßten wir die Revolution, desto reiner, edler, würdiger, freier, wollten wir als ein einig Volk von Brüdern aus der Revolution hervorgehen. Und so geschah es. Der deutsche Name war erniedrigt, aber nicht geschändet; und als wir gewappnet aus dem Kampf um die Freiheit und das Recht traten, da war unser Schild blank, unsre Fahne unbe­fleckt und nur wenige waren es im Vergleich zu der Geschichte andrer Nationen, die fielen, um der Freiheit eine Gasse zu machen. Das deutsche Volk stand als ein großes, edles da, ausgerüstet mit allen Tugenden der Freiheit; sein ächter Kern und sein guter Geist hatte es vor den neunziger Jahren einer französischen Staatsumwälzung bewahrt.

Aber ein Blatt, schimpflicher und schmachvoller als irgend eines jener Ereignisse, ist unter dem usurpirten und verfälsch­ten Namen der Freiheit seit dem 18. September in die deutsche

Geschichte eingereiht. Im Kampf gegen den Depotismus und die Brutalität von unten herauf mußte diesmal unsre junge Freiheit die Bluttaufe empfangen und an das Heiligste, was unsre Nation sich in der Märzrevolution errungen hat, an die Vertretung des deutschen Volkes, an die Begründer und Hüter unsrer Rechte, hat freventlicher Mord die Hand gelegt, und zwei Männer vernichtet, deren einzige Sünde Ueberzeugungs­treue und männliche Offenheit gewesen ist. DieFreien," dieSouveränen" wollten ihnen nicht gönnen, eine Ueberzeu­gung zu haben, und sind selbst zu Knechten des Wahnes geworden. Die den Fürsten Lichnowsky und den Grafen v. Auerswald hingemordet haben, verdienten nicht frei zu seyn, weil sie vergaßen, Menschen zu seyn; aber sie sind auch nicht mehr frei; das eigne Gewissen hat sie in Fesseln gelegt. Und die republikanische Tugend? Daß Gott sich erbarme! Freundlicher Hand verdanken wir nachstehende Mittheilungen:

Fürst Felix Lichnowsky, Graf zu Werdenberg, Edler Herr von Woschütz, Herr der vier bevorrechteten Fideikommißherr- schaften Kuchelna u. s. w., wie auch der Herrschaft Gratz, kaiserlich königlicher Kämmerer, ehemaliger Brigadegeneral und Generaladjutant des Jnfanten Don Carlos von Spanien, wurde geboren am 15. April 1814. Seine Erziehung und wissenschaftliche Vorbildung erhielt er größtentheils in Wien. Im preußischen Staatsdienst, in den er zunächst eintrat, fand sein jugendlicher und lebendiger Geist, zumal in so polizeilich überwachten Zuständen, wie sie in Deutschland nach der französischen Julirevolution eintraten, keine angemessene Be­schäftigung.

Er ging deswegen im Jahre 1837 nach Spanien und nahm Dienst im Heere des Don Carlos. Daß er hier nicht nur Muth und Tapferkeit, sondern auch kriegerischen Sinn an den Tag gelegt, beweist, daß er erst dreiundzwanzig Jahre alt auf dem Schlachtfelde beim Uebergang über die Aega zum Brigadegeneral erhoben wurde. Später übernahm er auch mehrfach diplomatische Missionen für den Jnfanten. Ehrenvolle Anerbietungen, die ihm gemacht wurden, in persische Dienste zu treten, schlug er aus, weil er durch die seit dem Jahre 1840 hervorgerufene politische Bewegung in seinem Vaterlande Gelegenheit zur Anwendung seiner Fähigkeiten zu finden hoffen durfte. Er widmete sich deßwegen ganz den staatswissenschaft­lichen und parlamentarischen Studien und lebte zu diesem Zweck abwechselnd in Berlin, Paris und London. In diese Zeit fällt auch die Herausgabe seinerErinnerungen aus den Jahren 1837, 1838 und 1839" (Frankfurt a. M. bei Sauer­länder, zwei Theile). Nachdem ihm wegen seiner freien und unabhängigen Geistesrichtung von mehren deutschen Regierun­gen der Aufenthalt in ihren respektiven Ländern untersagt war, trat er 1841 in portugiesische Dienste. Auch über seinen Auf­enthalt in diesem Lande hat er eine bei v. Zabern in Mainz erschienene Schrift herausgegeben. Von hier zurückgekehrt lebte er seit 1842 auf seinen Gütern in Schlesien. Er beschäftigte