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Dänemarks, wenn es nur einen Tüttel nachgebe, von der Pflicht Preußens, die Sckleswig-Holsteiner zu zwingen und so lange zu suchen, bis es Leute finde, die mit Karl Moltke zu­sammen die Regierung übernehmen, von dem Wiedereinmarsch deutscher Truppen in Schleswig ic. gesprochen. Dieser Artikel schließt mit den Worten:Es freut uns, in diesem Augen­blick in den Stand gesetzt worden zu seyn, die positive Ver­sicherung hinzufügen zu können, daß jede Modifikation in der einmal abgeschlossenen Waffenstillstands-Konvention von däni­scher Regierungsseite unmöglich ist." (Wir beziehen uns auf die aus guter Quelle kommenden entgegengesetzten Nachrichten unsers gestrigen Blattes unter Hamburg.) Auch die Berlingske Tidende erklärt, daß die Anträge Wrangels an den dänischen Bevollmächtigten, den Kammerherrn Reedtz abgeschlagen seyen.

Frankreich.

Paris, 20. Sept., Morgens. Aus allen Blättern starren dem Leser nichts als Zahlen entgegen, die ihm das Wahlresultat anzeigen. Hier nur die Hauptbegriffe bis gestern Abend.

Louis Bonaparte 82,708 Stimmen, Achille Fould (Er- deputirter) 63,559, Raspail 61,848, Cabet 60,360, Thora 60,287, Roger (Nord) 43,229, Delessert 36,609, Edmond Adam 35,022, Bugeaud 34,988, Emil de Girardin 18,401. Es fehlten diesen Morgen noch 2 Bezirke des 12. Arrondisse­ments sowie die Bannmeile Charenton, Vincennes undNeuilly, die wahrscheinlich alle für Bonaparte und die rothe Republik (Raspail, Cabet und Thore) stimmen. Es haben sonach bis­her gesiegt: Bonaparte, Fould, Raspail, Cabet und Thore. Das ist eine große Niederlage für die Republik Senard und Marrast.

Napoleon Bonaparte, Repräsentant und Vetter des ge­fürchteten Prätendenten, richtet diesen Morgen einen Brief an alle Journale, worin er die Nachricht von der angeblichen Landung desselben für eine Lüge erklärt. Sein Vetter habe London noch nicht verlassen.

In der Rue Croix des Petits Champs und der Passage Choiseul machte die Polizei noch gestern Abend auf mehrere verdächtige Buben Jagd, die ein Blatt ausschrien mit Details über dieLandung des Prinzen in Boulogne." Die Aus­schreier sind erwischt und in das Stadtgefängniß geworfen worden. Man wird sie verhören und dann sehen, für .welche Partei sie den demokratischen Kaiser schon gestern in Boulogne landen ließen.

Der Prinz Louis ist nicht nur in Paris, sondern auch in einem halben Dutzend Departements (Nonne, Nord-Orne, Moselle, Charente re.) mit bedeutender Stimmengunst über­häuft worden.

Admiral Baud in, der den Oberbefehl über unsere mit­telländische Flotte führt, hat der Regierung die Entfernung der sardinischen und die Annäherung der österreichischen Flotte von Venedig gemeldet, und angefragt, was er thun solle? wie er sich zu verhalten habe? Der Telegraph hat ihm die Ant­wort gebracht, daß er sich jedem Angriffe zu widersetzen habe, den die österreichische Flotte etwa gegen Venedig wagen könnte.

Basel oder Genf werden als die Städte bezeichnet, in denen die diplomatischen Konferenzen rücksichtlich der italieni­schen Frage gehalten werden sollen.

Die Nationalversammlung votirte gestern den Lamori- cier'schen Auswanderungsplan im Sturmschritt. Man kennt seinen 13. Artikel aus der Uebersetzung.

Heute früh ruft bereits ein großes Plakat das gesammte Proletariat zusammen, um sich demnächst in Masse im Ueber» schiffungsbureau nach strenger Prüfung ihrer materiellen und moralischen Verhältnisse einschreiben zu lassen.

G r o ß b ri tonnten.

Aus Dublin wird unterm 18. geschrieben, daß dort ein­getroffene Gutsbesitzer, die bei Carrick, Clonmel und überhaupt gerade in den Gegenden wohnen, welche der Schauplatz des angeblichen Ausstandes waren, von großen Jnsurgentenscharen, von Lagern, in denen sie sich versammelt hätten rc., gar nichts zu wissen behaupten. Sie versicherten im Gegentheile, daß, außer den vereinzelten Angriffen kleiner Banden auf ein paar fast unbesetzte Polizeistationen , wo die Angreifer aber dennoch zurückgeschlagen wurden, in jener ganzen Gegend keine Ruhe­störungen vorgefallen seyen. Ein in Dublin verbreitetes Ge­rücht, daß die von Waterford abgeschickten Marinesoldaten das

Rebellenlager" bei Carrick am 16. Abends mit Kartätschen und Bomben beschossen hätten, scheint daher sehr der Bestäti­gung zu bedürfen, da die Existenz dieses Nebellenlagers noch zweifelhaft ist. Gewiß scheint bloß zu seyn, daß mehr oder minder starke Banden von Bauern und Arbeitern vorige Woche in einzelnen Theilen der Grafschaften Waterford und Tipperary vereinzelte Polizeistationen, sowie eine Anzahl Pachthöfe über­fielen, da und dort plünderten, Schlachtvieh wegtrieben und somit ganz wie Räuberbanden haus'ten, jedesmal aber bei Annäherung von Militär oder Polizeimannschaft eiligst die Flucht ergriffen.

Rußland.

Die Cholera war in Petersburg int August im Abnehmen; indeß häuften sich zu Ende des Monats die Krankheits- und Sterbefälle wieder. Dazu gesellte sich das Gerücht, daß sich die Vornehmen mit den Aerzten verschworen hätten, um die Pro­letarier durch giftige Arzneimittel zu beseitigen, und es kam daher zu Erzessen, indem Aerzte und gutgekleidete Personen auf der Straße insultirt wurden. Am 30. Aug. wurden die Truppen gegen diese Volkshausen beordert, die dagegen an einer Stra­ßenecke den Bau einer Barikade begannen. Als jetzt die Solda­ten Halt machten, erschien der Kaiser allein mit einem Adju­tanten von Peterhof heimkehrend, auf dem Platze und befahl dem Militär, sich auf eine gewisse Entfernung zurückzuziehen. Er bestieg mit seinem Adjutanten die Bar­rikade und sprach zu der Menge:Die Cholera sey ein Strafmittel Gottes, dessen Züchtigungen man sich zu unterwerfen habe, und das Gerücht von einer Vergiftung müsse man für eine Erfindung boshafter Menschen halten." Die Worte des Kaisers wirkten besänftigend auf die Menge, welche knieend, zum Theil lautlos, der Rede folgte. Als darauf einige Männer Widerspruch erhoben, ließ sie der Kaiser vom Volke selbst verhaften und dieses letztere kehrte ruhig nach Hause zurück.

Frankfurt a. M., den 22. Sept.

Mittags 1 Uhr.

Oesterreich,

5 % MetalliqueS . .

4 ...

2 71%.....

3 ®/0 Bankacüen v. D.

500 ff. Loose.....

250 ff. Loose.....

Preußen, 50 Thaler Präinienscheine

3 % % Staatsschuldscheine â 10

Bayern, 37a % Obligationen .... Verba cher-Cisenbahn-Actien . . Würtemberg, 37a % Obligationen . .

4 % % neue Obligationen

Baden, 37, % Obligationen von 1842 .

Lotterie-Anl. â 50 ff. bei G. u. S 35 ff. Loose vom Jahr 1845

Darmstadt, 37, % Obligationen . .

4 % . .

50 ff. Loose.....

Soüfc '

Kurhessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn 40 Thlr. Loose bei Rothschild

Nassau, 37,% Obligationen bei Rothschil 25 ff. Loose.......

Frankfurt, 3°/« Obligationen . . . .

37, % von 1839

37, von 1846

kr.

Aktien

TaunuS-Eisenbahn-Actien ä 250 ff. . . .

Holland, 2'/,"/° Integralen.......

Spanien, 3 % Innere Schuld.......

5 Ardoin incl. 15 Coup.....

Polen, 300 ff. Lotterie-Loose.......

500 ff. .......

Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Berhmann

D isconto..............

Gold.

Pistolen......

Pr. Friedrichsd'or. Holl. 10 ff. Stücke Rand-Ducaten. . .

20 Francsstücke . .

Engl. Souverains.

ff.

9

9

10

5

9

12

fr.

56

57

4

36

38

2

Silber.

Gvld al Marco .

Laubth., ganze. .

Preuß. Thaler. . 5 Frankenthaler .

Hochhaltig Silber Gering u. mittelh.

Papier.

Geld.

747a 61

39

1215

119

81 877, 747« 777« 687« 767« 92% 747s 457a 257« 757a

84

617« 207« 437s 257, 807« 207« 78

90 857s

280 457, 197.

677« 257,

74

60 387«

1205

1187, 807, 87

747* 767« 68

767« 927s ,737s

257. 75

837a

207« 437s

257« 807s

207«

857.

275 45

187s

93

677«

25

2

ff.

kr.

382

2

1

24

24

43'/*

45

24

18

389] Die unterzeichnete Kommission hat beschlossen, den Jah- resabonnementS-Preis eines Platzes der ersten Ranggallerie von 176 fL auf 110 fL zu ermäßigen und bringt dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß.

Wiesbaden, den 22. Sept. 1848.

Die Theater-Kommission.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl, Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.