unvorsichtiges Umgehen mit der Butter am Feuer diese Brunst erzeugt; in einem Nu stand sein Laden und die benachbarten Butter-, Oel- und Lichtläden, alle von Holz gebaut, in Flammen, und an ein Löschen war nicht mehr zu denken. Bald darauf brannten die ungeheueren Tabaks-, dann die Breter- und Nutzholzniederlagen mit einigen zwanzig Schiffen, deren Ladung aus eben solchem Nutzholz bestand. Von der ungeheuern Flamme und Macht des Feuers kann man sich einen Begriff machen, wenn man hört, daß der sämmtliche Marmor in der ganzen Marmorwerkstättenstraße zu schwarzer Kohle verbrannt ist. Selbst die hohe Spitze eines der vier Minarets der Moschee Sulamanie ist abgebrannt, und es hat Mühe gekostet, diese Moschee zu retten. In größter Gefahr schwebten die zahlreichen hier vor Anker liegenden Schiffe. Es geschahen von den Mannschaften englischer, russischer und ftanzöfischer Dampfschiffe die ungeheuersten Anstrengungen, um die Schiffe herauszuholen. Am meisten machte sich General Aupick verdient, welcher, eben von einer Expedition ins Marmormeer zurückkehrend, in den Bosporus eingelenkt hatte; er gab sogleich Befehl umzukehren, und wandte die ganze Mannschaft an, um Schiffe heraus zu bugsiren; entfernte sich auch erst nach 3 Uhr des Morgens, als es sich herausstellte, daß nun das Feuer nicht weiter mehr um sich greifen würde. Dennoch brannte es auf der Stätte selbst noch den ganzen folgenden Tag fort, selbst in der folgenden Nacht war der Himmel über derselben noch geröthet. Man zählt zirka 3000 Läden, welche verbrannt sind, und der Gesammtschaden wird auf eine Milliarde Piaster geschätzt.
seyn, ein Engagement unter den durch die Zeitverhältnisse bedingten billigen Bedingungen anzunehmen. Es steht also diesem Engagement, welches sowohl dem Institut zum Vortheil gereichen, als einen schon lange genährten Wunsch des Publikums befriedigen würde, von keiner Seite ein Hinderniß entgegen. Mehrere Theaterfreunde.
Sprechsaal für Stadt und Land.
^ Wie man hört, ist die Kommission, welche die Theater- angelegenheiten zu leiten hat, nunmehr ernannt.
Wir werden uns erlauben, dieselbe auf verschiedene Punkte, deren Berücksichtigung bei der Reorganisation des Theaters Höchst wünschenswerth erscheint, aufmerksam zu machen. Heute wollen wir nur den fast allgemein gewordenen Wunsch aussprechen, daß der hier noch in so gutem Andenken stehende Schauspieler Meisinger wieder für die hiesige Bühne gewonnen werden möge. Das Fach, welches derselbe spielt, ist erledigt; auch seine Frau soll, wie uns versichert worden, sehr gut verwendet werden können. Der Eintritt Meisingers kann innerhalb sechs Wochen erfolgen und es soll derselbe geneigt
Frankfurt a. M., den 7. Sept.
Mittags 1 Uhr.
Oesterreich, 5"/« MetalliqueS.....
" ......
„ 3 % Bankactien o. D.....
„ 500 fl. Loose ........
„ 250 fl. Loose ........
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine . . . .
„ 3'4 % Staatsschuldscheine â 105 kr. .
Bayern, 3%% Obligationen....... Verba ch er-Eisenbahn-Actien..... Würte m berg, 3% % Obligationen.....
„ 4'4 % neue Obligationen . . .
B ad en, 3’4% Obligationen von 1842 .... „ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....
Darmstadt, 3'4 % Obligationen..... 4% .......
„ 50 ff. Loose ........
„ 25 ff. Loose.........
Kur Hessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
Nassau, 3'/,"/» Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 fl. Loose..........
Frankfurt, 3% Obligationen.......
„ 3’4 % „ von 1839 . . .
„ 3’4 „ „ von 1846 . . .
Taunus -Eisenbahn-Actien â 250 fl. . . . Holland, 2'4 % Integralen....... Spanien, 3% Innere Schuld.......
„ 5 „ Ardoin incl. 15 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......
„ 500 ft ft •
Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bethmann DiSco n t o..............
Papier.
72
60 37'4
1190 117
78’4 87*4 75’4 77'4 65% 74% 91
74
46
25 75% 84% 62% 20% 41'4 24% 80'4 20'4 78
90 85'4
273 44% 18
66
25
Geld.
71% 59 37
1170
116
78% 87
75'4 77
65% 74%
90% 73
24% 75
41% 23%
89% 84
270 44'4 17%
91% 65% 24%
2
Sikb e
kr.
kr.
Gold.
Pistolen......
Pr. Friedrichsd'or . Holl. 10 fl. Stücke Rand-Ducaten. . . 20 Francsstücke . . Engl. SouverainS.
fl.
ff.
356]
Bekanntmachung
Bekanntmachungen
353]
9
9
10
5
9
12
55 56
3 36
37
2
Gold al Marco . . Laubth., ganze. . . Preuß. Thaler. . . 5 Frankenthaler . . Hochhaltig Silber. Gering u. mittelh.
» '
382
2
1
24
24
43'4
45
24
18
Freitag den 15. September l. 3., Nachmittags 3 Uhr, werden im hiesigen Rathhause auf freiwilliges Anstehen der Erben der Christian Kopp Eheleute von hier, die denselben zugehörigen Immobilien, nämlich: ein zweistöckiges Wohnhaus und ein Keller, letzterer unter dem Gebäude der Johann Georg Junker Wiitwe auf der Hochstarte neben Georg Conradi und Johann Georg Junker Wittwe und 23 Ruthen 8 Schuh Äcker am neuen Kirchhof neben Ludwig Burk und Heinrich Heeser, herrsch. 1 Kumpf Korn, versteigert.
Wiesbaden, am 7. September 1848.
Herzogs. Nass. Landobcrschultheiserei.
Westerburg.
Weinvevsteigevung
An die Gewerbetreibenden Wiesbadens.
In der Versammlung am 4. September wurde eine Adresse an die Nationalversammlung zu senden beschlossen, um in derselben die hier sich allgemein geltend machende Ansicht auszusprechen, daß des Deutschen Gewerbestandes ganzes Heil einzig und allein von einem zweckmäßigen Schutz gegen die Uebermacht des Kapitals und die Eingriffe pfuscherhafter Untüchtigkeit zu erwarten sei.
Es ist im Interesse des Gewerbestandes dringend zu wünschen, daß diese Adresse mit möglichst zahlreichen Unterschriften versehen wird, weil zu erwarten steht, daß bei Berathung der zukünftigen Gewerbegesetze in der Nationalversammlung viele Stimmen mit großer Bestimmtheit für unbedingte Ge- werbefreihei: sich erheben werden, weil dieselben letztere nicht allein für das allgemeine Wohl, sondern auch für den Gerwerbestand selbst für allein vortheilhast halten.
Zeigt nun der Gewerbestand nicht in seiner großen Mehrheit, daß er damit nicht übereinmmmt, so wird er die Folgen davon Niemand, als ganz allein sich selbst zuzuschreiben haben.
Die Adresse welche noch bei Herrn Kaufmann Käsebier, Herrn Buchhändler Poms «yrredrrch, Herrn Buchhändler Kreidel, Herrn Buchhändler Schellenberg unv tm Gewerbevereinslokale aufliegt, ist bis jetzt aber noch mit so wenig Unterschriften versehen worden, daß die Nationalversammlung, wenn sie die,elben neht, rast glauben muß, die Mehrzahl der Wiesbadener Gewerbetreibenden wäre nicht für den Schutz, sondern für die unbedingte Freiheit der Gewerbe.
Wir laden daher die hl eggen Gewerbetreibenden nochmals dringend ein, sich an der Avrefle zu betheiligen.
Wiesbaden den 7. September 1848. KM ‘
354] Der Vorstand des Gewerbevereins.
Herr Baron von Zigesar in Schierstein läßt durch den Unterzeichneten nächsten Mittwoch, den 13. September, in seiner Behausung 11 Stück 1 Zulast 1846r rein und gut gehaltene Rheingauer Weine, worunter sich
7 Stück Oestricher,
1 Zulast Oestricher,
2 Stück Niederwallufer,
2 „ Rauenthaler
befinden, freiwillig an die Meistbietenden versteigern. Die Proben können Samstag den 9. und Montag den 11. an den Fässern und bei der Versteigerung in dem Lokale selbst genommen werden.
Schierstein, den 8. September 1848.
______________ Dreßler, Schultheis.
355] Ich mache hiermit die ergebene Anzeige, daß ich von der Direktion der Frankfurter Feuer-Versicherungs- Gesellschaft, genannt der deutsche Phönix, zum Agenten bestellt worden bin und als solcher stets Versicherungen auf Mobilien und Etablissements aller Art aufnehme. Die Statuten des Vereins, so wie die sehr vortheilhaften Bedingungen, unter welchen Versicherungen ausgenommen werden, sind bei mir unentgeltlich zu haben.
Auch bin ich Agent der dasigen Lebens -Versicherungs - Gesellschaft und Renten-Anstalt und nehme als solcher Versicherungen auf Lebenszeit, sowie auf eine Reihe von Jahren auf. Der Pro- spektus, nach welchem Renten und Lebens- Versicherungen aller Art ausgenommen werden, ist unentgeltlich bei mir zu haben.
Wiesbaden, den 6. September 1848.
H C. Exner,
wohnhaft obere Webcrgaffe in der Stadt Darmstadt.
Ende September vorigen Jahres muß von unserm Austräger ein Packet, enthaltend das erste bis sechste Heft des Werkes: „Die illustrirten Bäder Deutschlands" irrthümlich abgegeben worden sein. Wem dasselbe zugekommen sein sollte, wird freundlichst gebeten, uns dies gefälligst anzeigen zu wollen.
L. Schellenberg'sche Hofbuchhandlung.
Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl. — Druck und Verlag der L. Sch ellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.