rechtliche, besonnene und freisinnige Burger lagen sich verleiten, und so mag der gewünschte Sturm einmal auSbrechen. Hm- tennach werden den Herren wieder die Augen aufgehen. Da man den Skriblern nicht viel wird anhaben oder abnehmen können, so wird's hinter unsere reichen, jüdischen Aristokraten ^ergeben und diesen schadet eine derbe Lektion nichts. Sie sollen erfahren, daß ihr Fremdthun gegen ihre Glaubensgenosten, ihr Lostrennen von ihrem Glauben ihnen nichts nützt und bei der jetzigen Liebe zur Gleichheit sie ihren gerechten Theil auch bekommen. Hätten diese Aristokraten, statt sich stolz von den Ihrigen abzuwenden und mit ihrem ephemeren Reichthum zu blähen, mehr Jntereste für jene Jünglinge gezeigt, die sich der Kunst und Wissenschaft widmen, hätten sie solche an sich gezogen und unterstützt, so würde die Noth diese nicht zwingen, Preßbengel und politische Weltverbesserer zu werden. Sie hätten im Umgänge mit den sogenannten Gebildeten Sitte und Anstand bewahrt, rechtes Maaß gehalten und sich nicht zu Verbreitern pöbelhaften Hasses und Gespöttes gemacht. Nuy aber geben sich unjcre Reichen statt dessen noch mehr aristokratischen Anstrich, schimpfen selber am meisten und vergessen oder verläugnen ihren Schulvantheil.
HH Wien, 31. Aug. Heute sieht es an unserer Börse günstiger aus, 1) weil der Minister keine Anleihe machen, sondern sich mit 5 pkt. Schatzscheinen helfen will; 2) soll das ungarische Ministerium hier sein und große Konzessionen machen wollen, um seine Feinde vom Hals zu bekommen; 3) ist heute im Reichstag zu Gunsten der Entschädigung abgestimmt worden.
Die Cholera soll bereits hier sein, besonders im Militärspital; man ist aber vorerst noch unbesorgt.
Triest, 38. August. Heute Morgens langte die französische Dampffregatte ASmodëe von Venedig hier an, und zwar, um die hier wohnenden Franzosen zu beschützen, weil in Venedig bekannt gemacht wurde, daß hier eine Revolution ausgebrochen sey. Ueberhaupt verfälscht die neue republikanische Regierung alle Nachrichten, um dem Volk die wahre Sachlage zu verheimlichen. So wurde unter anderm bekannt gemacht, daß die Nachricht von der Besetzung Mailands sich nicht crwahre, sondern daß im Gegentheil die Oesterreicher von der tapfern Bevölkerung Mailands in wilde Flucht geschlagen worden und sich über Hals und Kops nach Verona zurückziehen, daß Melden ebenfalls vor Bologna geschlagen worden sey, daß Tommaseo uni einer französischen Flotte täglich eintreffen könne, und der, gleichen Albernheiten mehr. Bei Abfahrt der Asmodee befand sich die sardinische Flotte noch immer in Malamocco.
Triest, 29. Aug. Gestern erschien ein Banalkommissär in Begleitung eines Notars in Fiume mit der Ankündigung: der dortige Gouverneur und alle ungarischen Beamten müssen sofort ihren Posten verlassen, und dafür sorgen, daß die in den öffentlichen Kassen befindlichen Gelder in Fiume verbleiben, und nicht an das ungarische Ministerium abgeliefert werden. Fiume ist sohin faktisch zu Kroatien geschlagen worden. Die Fiumaner scheinen nicht die geringste Einwendung gemacht zu haben, und mit der neuen Gestaltung der Dinge zufrieden zu seyn.
Frankreich
□ Paris, 2. Sept. Der National zeigt an, daß England eine Note nach Wien geschickt habe, worin es gegen jeden Angriff auf Venedig protestirt; er räth daher dem Hrn. Dobblhof, nicht allzu feste Schlösser auf den Frankfurter Zen- tralschatten zu bauen und die Mediation anzunehmen.
„Wir hören" — sagt der National — „daß im Namen einer fremden Macht (Rußland?) an Ducour, den Polizeipräsidenten von Paris der Antrag gestellt worden ist: über die sich daselbst aufhaltenden polnischen und deutschen Demokraten Auskunft (renseignement) zu ertheilen. Dieser Antrag wurde auf Befürchtungen gegründet, welche der Absolutismus jenseits des Rheines rücksichtlich dieser Demokraten hege.
. Tucour hat eine Antwort gegeben, die des Magistrats einer Republik würdig ist. Er hat nicht nur jeden derartigen Dienst, den man von ihm verlangt, peremtorisch verweigert, sondern noch obendrein erklärt, daß er sich durch keinerlei Rücksicht von dem ipeziellen Schutze abwendig machen lassen werde, den man den Eriltrten schulde. Der deutsche Patriotismus Ivie der franzvstsche Patriotismus" — schließt der National — können diese Antwort nur beifällig aufnehmen "
Aus Montpellier hat die Regierung Depeschen erhalten, die ihr die Herstellung der Ruhe melden. Die Untersuchung gegen die Legitimisten, wie die von ihnen aufgehetzten Gemüsebauern der Umgegend dauert fort. »—— ' ..........
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag der 2
In Ostende findet diesen Augenblick eine Zusammenkunft fast aller Napolconiden statt. Der alte Jerome Bonaparte ist | mit seinem Sohne Napoleon Bonaparte dahin gereist, um mit dem berüchtigten Prätendenten Louis aus London daselbst zusammenzutreffen. _ , ; _
Die Minister haben auf Antrag Marie'S und Senard's entschieden, gegen Caussidière und Louis Blanc in contuma- i ciam zu verfahren. _ , . u _
Morgen, Sonntag den 3. Seplbr., wird Cavaignac, umgeben von Changarnier, de la Moriciere und einem glänzenden Generalstabe eine große Revü'e über die Pariser-Bürger- | wehr und die Garnison auf dem Marsfelde abhalten.
Zu dem Versafflingsentwurf regnet es Amendements. Antony Thouret und Deludre haben darauf angetragen, alle Sprößlinge früherer Herrscher über Frankreich Von der Präst- denten- und Vicepräsiventenwahl auszuschließen.
Duvergier de Hauranne und Kreton beantragen zwei Kammern:
a) eine Repräsentantenkammer;
b) einen Rath der Alten.
Für die Geisenheimer Abgebrannten ist ferner eingegangen: von D. ein Päckchen.
Frankfurt a. M., den 2. Sept.
Oesterreich, 5"/, MetalliqueS
„ 3 %. Bankactien o. D. ...
„ 500 fl. Loose .......
„ 250 fl. Loose..... .
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine . , .
„ 3*4 % Staatsschuldscheine â 105 kr. Bayern, 3'4% Obligationen...... Berbacher-Eisenbahn-Actien . . . . Würtemberg, 3% % Obligationen . . . . „ ‘ 4'/,°/» neue'Obligationen . . Baden, 3'4 % Obligationen von 1842 . . , „ Lotterie-Aul. â 50 fl. bei G. u. S. . „ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . . Darmstadt, 3'4 % Obligationen ....
„ 50 fl. Loose.....
„ 25 fl. Loose......
Kurhessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn, „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild Nassau, 3'4 % Obligationen bei Rothschild „ 25 fl. Loose.......
Papier. ~73%~ 61'4 38'4 1210 120'4 81% 87'4 75% 77% 68% 75'4 92 74'4 46% 26% 74% 85 62% 21 43% 25'/ 80 ^ y A
21 79 92 ■ 85%
273 45% 18%
Metten
Frankfurt, 3% Obligationen....... „ 3'4% „ von 1839 . . . „ 3'4 „ „ von 1846 . . TaunuS-Else il bahn-Actie» â 250 fl. . . Holland, 2'/, % Sntegrden..... Spanien, 3% Innere Schuld..... • • „ 5 „ Ardoin incl. 15 Coup. . ■ * Polen, 300 fl. Lotterie-Loose ... „ 500 fl. „ „ Sardinien, 36 FrcS. Loose bei G- .• — ‘ ' Disconto ........ 'br. Bethmann
Mittags 1 Uhr.
Gelk. I
60 V, 38
119'4 81'4 87 74'4 77 68'4 74’4 92
26'/
34%
' ____________ !
43; 1
25 »4, 1
80
91 85%.
270 44%, 17% '
Gold.
Pistolen......
Pr. FriedrichSd'or. Holl. 10 fl. Stücke Rand-Ducaten. . , 20 Francsstücke . . Engl. Souverainâ .
^Mr / 9 1 55 ♦
67
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3 6 ' 38
2
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Silber. , I fl.
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Gold al Marco ....
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Preuß. Thaler.....
5 Frankenthaler ....
Hochhaltig Silber... .
Gering u. mittelh. . .
382
2
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Leitte, f Mittwoch, den 6» September: Groß § Militär-Musik
3^E' im Kurgarten.
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ine schwarze Wachtelhündin , auf den Namen Lola hörend, .omme». Wem dieselbe zugelaufen ist, wolle dies gefälligst ivn dieses Blattes anzeigen. ,
* L. Schellenberg'schen Hofbuchhandlung in Wiesbaden s Volkskalender auf das Jahr 1848. Mit 3 Zupfers Men und 20 Holzschnitten. P iS 36 kr.
. Sch eilenderg'schen Hof-Buchhandlung in Wi esbade n^